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Clostridium botulinum

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  • Clostridium botulinum

    Hallo allerseits,

    sicher kennt Ihr auch die Aufschrift: "Bienenhonig: Nicht für Kleinkinder unter einem Jahr"

    Nun hat mich interessiert, was es damit auf sich hat, und so bin ich auf Säuglingsbotulismus gestoßen. In dem Wikipedia-Artikel ist zu lesen:

    Im Gegensatz zur Vergiftung steht der viszerale Botulismus, der als „Säuglingsbotulismus“ oder „infantiler Botulismus“ bei Säuglingen und als „adulter infektiöser Botulismus“ bei Erwachsenen mit seltener Prädisposition als Infektion vorkommt. Sie tritt vorwiegend bei Säuglingen auf und ist in den USA mit 1442 Fällen von 1976–1996 relativ häufig. Bei Säuglingen werden dabei allgegenwärtig vorhandene Sporen über die Nahrung aufgenommen und aufgrund fehlender Magensäure nicht unschädlich gemacht. Die Sporen keimen und bilden im Dünndarm Botulinumtoxine. Dabei treten die oben beschriebenen Vergiftungserscheinungen auf.

    Sporen einiger Bakterien können von Bienen aufgenommen werden und im Honig überleben. Bei einer Studie in Deutschland wurden Säuglingsnahrung und Honig aus Deutschland und Vietnam untersucht. „Acht (davon 6 Säuglingsnahrungs- und 2 Honigproben) von 46 in Deutschland gekauften Proben enthielten C.-botulinum-Sporen. Alle Säuglingsmilchpulverproben waren negativ, während 4 der 9 Getreidenahrungsproben, eine von 8 Kartoffelpurée- und eine von 7 Gemüsenahrungsproben positiv für Typ B waren.
    Wenn nun aufgrund der Ergebnisse dieser Studie Honig nicht für Säuglinge geeignet ist (da wurden in zwei Proben Sporen gefunden), müsste dasselbe nicht erst recht für Säuglingsnahrung gelten (da wurden in sechs Proben Sporen gefunden)?

    Nun könnte man ja argwöhnen, dass mehr Säuglingsnahrung als Honig im Test vertreten war. Hier gibt's dazu einige Details:
    Zwanzig von 179 (11.2%) Proben der Säuglingsnahrung und 8 von 99 (8.1%) der Honigproben, die in Vietnam gesammelt worden waren, waren in der PCR positiv. Die höchste Anzahl von PCR-positiven Proben fanden sich bei Garnelen-/Fisch- (23.3%) und Obst-/Gemüse-Säuglingsnahrung (20%), während keine der Reis-/Soja-Nahrungen PCR-positiv war. Von 50 Schweinefleisch-/Huhn-Säuglingsnahrungsproben waren 5 (10%) PCR-positiv. Nur eine von 35 (2.9%) Milch-Säuglingsnahrungsproben war positiv.C. botulinum Typ C wurde am häufigsten in der Frucht/Gemüse- und der Garnelen/Fisch-Säuglingsnahrung gefunden, während Typ D in den Honigproben am häufigsten ermittelt wurde. Die Typen B und E wurden in verschiedenen Lebensmitteln gefunden. Mehr als ein Typ wurde in 10 Säuglingsnahrungs- und in zwei Honigproben nachgewiesen. Acht (davon 6 Säuglingsnahrungs- und 2 Honigproben) von 46 in Deutschland gekauften Proben enthielten C.-botulinum-Sporen. Alle Säuglingsmilchpulverproben waren negativ, während 4 der 9 Getreidenahrungsproben, eine von 8 Kartoffelpurée- und eine von 7 Gemüsenahrungsproben positiv für Typ B waren. Zwei Honigproben waren in der PCR positiv für Typen B und E.
    Da das immer noch keine genauen Aussagen zulässt, hilft ein Blick in die Studie (Tabelle 5):

    sample gesamt positiv Anteil
    Honey 13 2 15.38%
    Infant cereal formula 9 4 44.44%
    Potato purée 8 1 12.50%
    Vegetable formula 7 1 14.29%
    Infant milk powder 9 0 0.00%
    Wenn nun also Honig für Säuglinge nicht geeignet sein soll, dann ist es doch ein Hohn, wenn gleichzeitig Säuglingsnahrung auf Getreidebasis weiter im Handel verbleibt, oder? Insb. wenn man bedenkt, dass Säuglinge im allgemeinen mehr Säuglingsnahrung als Honig verzehren ...

    Wenn ich dann hier lese:

    Ein Tabu für die Säuglingsernährung: Süßen mit Honig. Auch wenn Tee, Milch oder Babybrei damit noch besser schmecken - für Kinder unter zwölf Monaten kann es gefährlich werden: Säuglingsbotulismus, eine sehr seltene, aber unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung.
    In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut seit 1996 acht Fälle von Säuglingsbotulismus gemeldet, in einem Fall ist Honig als Ursache angegeben worden. In einem anderen Fall wurde Honig vermutet, ein Nachweis gelang jedoch nicht. Babyfertignahrung, Breie, Kekse etc. gesüßt mit Honig sind dagegen bedenkenlos. Die Produkte werden bei der Herstellung ausreichend hoch erhitzt, so dass die Bakterien abgetötet werden.
    traue ich kaum noch meinen Augen ... ja klar, an der Süßung mit Honig liegt's in diesem Fall sicher nicht - das Bakterium und seine Sporen kommt aber eben auch anderswo noch vor:

    Clostridium botulinum bzw. seine Sporen sind in der Umwelt weit verbreitet und äußerst widerstandsfähig gegen Hitze, Frost und Austrocknen. Im Boden können sie sehr lange überdauern. Unter anaeroben Bedingungen keimen sie aus und setzen das Gift Botulinumtoxin frei, eines der gefährlichsten Gifte.
    [...]
    Clostridium botulinum wächst wie alle Clostridien nur anaerob, d. h. unter Luftabschluss. Es vermehrt sich rasch in Tierkadavern, selten auch in eiweißhaltigem Pflanzenmaterial (z. B. mit Erde kontaminierte Hülsenfrüchte in ungenügend erhitzten Konserven).
    (http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4...lismus#Erreger)
    LG, Ralph
    instinktiv-roh seit 08/2012 - Vorstellung - über mich - Rohkost-Tagebuch

  • #2
    Zitat von Ralph Beitrag anzeigen
    sicher kennt Ihr auch die Aufschrift: "Bienenhonig: Nicht für Kleinkinder unter einem Jahr"

    Nun hat mich interessiert, was es damit auf sich hat
    Die einzige Erklärung, die mir hiefür einfällt, ist daß üblicher Honig eine Mischung aus zwei und mehr Bienenvölkern ist und er deswegen zu spät sperrt. Davon hab ich häufig schmerzendes Magendrücken bekommen. Seit ich Honig nur noch in Form von Waben esse, hat sein Anteil in meiner Ernährung sehr abgenommen und ist das Magendrücken entweder selten geworden oder ganz ausgeblieben. Ob allerdings geschleuderter Honig von Orkos, der laut Anbieter von nur einem einzigen Bienenvolk erzeugt wurde, rechtzeitig sperrt, müßte ich erneut ausprobieren, weil ich damals kaum drauf geachtet hab. Aber vom Durchführen solcher Versuche hab ich die Lust verloren.
    · rohköstlicher Werdegang;
    · Ernährungstagebuch von 2018/Jun/09·Sa bis 2019/Jun/09·So;
    · Fakten, Rückschlüss und Geschichte zur In­fek­ti­ons-Theo­rie

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