Mittwoch, 1.7.2015

Nach der gestrigen Odyssee habe ich heute ganz besonders meine unkomplizierte Anfahrt zur Arbeit genossen.

Im Verlauf des Vormittags stellten sich alle Zeichen für ein verlängertes Badewochenende. Sommer ist, wenn die Sonne brennt. Und das haben wir jetzt. Also nichts wie weg. Freue mich auf das viele Schwimmen und werde mir ein paar schöne Bücher einpacken. Meinen Sport werde ich ohne Gewichte durchführen. Habe dazu ein gutes Buch und wollte mir das schon längst mal genauer anschauen.

Ansonsten werde ich mir eine gute Auswahl an Tier mitnehmen.

Das habe ich mir diesmal auch für den Sommerurlaub an der Ostsee vorgenommen. Aufgrund der dort begrenzten Lagermöglichkeit habe ich in den Vorjahren oft Nüsse und anderes Trockenzeug gegessen. Mit einer frischen Bioversorgung ist es dort nicht so gut bestellt. Aber Heidel- und Brombeeren sollten ausreichend wachsen und Kräuter auch. Notfalls muss ich mir mal ein paar Stunden ans Bein binden und ein Paket annehmen. Das bin ich mir wert.

Mittags war ich im Gericht und ein Essen in weiter Ferne. Die Richter laufen am frühen Nachmittag gerne ihre Seerunde und daher ziehen sie vorher ihre Verhandlungen durch.

Im Bioladen erwarb ich anschließend ein Bund regionale Mairübchen, noch mit Erde dran.

Zu Hause stand ein kleines Orkospaket vor der Tür. Boah, die Blütenfeigen dufteten wunderbar. Und Sapote Mamey, eine zerbrochen, aber egal, traumhaft.

Als erstes gab es ab um zwei viiiiele, viiiiele Maulbeeren, erst die heruntergefallenen, später noch welche aus dem Kühlschrank. Ich kam gerade noch rechtzeitig, um die abgefallenen Beeren auf der Sonnenseite aufzuessen, bevor sie zu warm wurden. Ein paar auf den Steinen liegende waren schon zu heiß, die habe ich schnell wieder ausgespuckt. Meine Auffangtechnik hat sich jedenfalls bewährt.
Die Menge lag wohl irgendwo zwischen 700 und 1000g.

Anschließend gab es drei Sapote Mamey, ein so leckerer Himmel auf Erden. Laut Orkos-Rechnung waren es 920g brutto. Die Kerne fingen alle wieder an zu keimen, perfekt. Die werde ich mal einpflanzen und gucken, was passiert.

Den Abschluss bildeten überreife Blütenfeigen, zum Teil waren sie zermatscht und wie Konfitüre. Sehr viel gehaltvoller als die von letzter Woche. Nach 836g war ich rundum gesättigt. Drei Stück blieben übrig.

Das ist zwar genau die Art von Rohkost, die ich nicht mehr praktizieren wollte, aber sie tut mir gut und es wird auch wieder regionalere Zeiten geben. Vielleicht lebe ich einfach auf der falschen Seite der Erde.

Dass meine Idee für das Wochenende besser nicht hätte sein können, erfuhr ich gleich bei meiner Rückkehr nach Hause. Unsere ältere Gartennachbarin ist aus Berlin gekommen. Sie hat eine sehr laute und zudem besserwisserische Art zu leben, dass wir nicht traurig sind, wenn sie nicht da ist. Andererseits ermuntere ich sie aber auch, das Grundstück noch nicht zu verkaufen, weil die Vorstellung einer Baustelle nebenan und nachfolgend einer Familie mit fünf Kindern und drei Hunden (oder anders herum) als dauerhafte Nachbarn noch weitaus unattraktiver wäre. Und in der jetzigen Situation hilft eines am besten: die Flucht.

Daher warte ich, während ich im Schatten liegend diese Zeilen schreibe, auf den Herrn des Hauses, um dann wieder zu paddeln und zu schwimmen.

Falls es noch etwas zu essen gibt, werdet ihr es erfahren.
Ansonsten werde ich abends meine sieben Sachen packen und morgen Nachmittag hier entschwinden.