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  1. #1

    instincto articles

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    G.C. Burger empfahl für den Einstieg bestimmte Regeln einzuhalten bezüglich der Kombinationen (siehe Mahlzeiten-Fahrplan). Er meinte als Anfänger kann man so gleich ein paar positive Erfahrungen sammeln. Man kann von den Erfahrungen der anderen profitieren und erspart sich so einige Zeit an herumprobieren.

    Nicole Burger war da anderer Ansicht. Sie meinte jeder Anfänger sollte seine eigenen Erfahrungen machen und munter ohne Regeln darauf los experimentieren. Genauso wie beim Kleinkind wird jeder durch trial & error die geeigneten Kombis für sich entdecken.




    Weiteres Video: Présentation de l'instinctothérapie mit G.C.Burger und Nicole Burger (leider auch nur auf französisch)

    Video: Rohkost Instinctotherapie - So riecht man Früchte aus.. (auf deutsch)

    [Ich finde das Video gut, aber im klassischen Instincto beginnt man Mittags damit die Früchte durch zu riechen. Wenn man merkt dass man in letzter Zeit etwas wenig Gemüse gehabt hat, dann kann man ja mal mittags damit beginnen erst mal das Gemüse durch zu riechen]

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    Der erste Teil von dem Buch "Die Rohkosttherapie" als PDF

    Einführung in die Instinctotherapie nach G.C. Burger

    Der erste Teil von der "Rohkosttherapie" in englisch

    "Die Rohkosttherapie" - das ganze Buch in englisch. + weitere infos

    Anopsology Theoretical Basis by Guy-Claude Burger (englisch)

    Praktische Ratschläge für den Einstieg in die Instincto-Ernährung (englisch)

    Ein paar weitere Infos von einer US-Seite, aber an manchen Stellen nicht ganz astrein.

    Die ersten 50 Seiten von "Manger Vrai" auf französisch.

  2. #2
    Natürliche Ernährung

    Es gilt heute als allgemein anerkannt, dass eine natürliche Ernährung gut für die Gesundheit ist. Aber was versteht man genau unter einer „natürlichen" Ernährung? Lässt sich eine natürliche Ernährung über die traditionelle Ernährung definieren, indem man bestimmte Faktoren wieder natürlichen Bedingungen angleicht oder ist es sinnvoller, das Ernährungsverhalten in Betracht zu ziehen, das sich in der Natur vor dem Einschreiten des Menschen und seiner Kunstgriffe beobachten lässt?

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    Der Term „natürlich" bezeichnet keinen präzisen Zustand, auf dem sich eine solide Argumentation konstruieren ließe. Man sagt zum Beispiel, dass Pellkartoffeln ein natürliches Nahrungsmittel seien: dennoch findet man in der Natur praktisch niemals Knollenfrüchte, die auf die Temperatur kochenden Wassers erhitzt wurden. Gleichermaßen sieht man Milch als ein natürliches Nahrungsmittel an: Dies ist für Muttermilch mit Sicherheit der Fall, aber in der Wildnis kommt es quasi niemals vor, dass die Milch einer Tierart einer anderen Tierart als Nahrung dient. Man meint, dass Vollkornbrot natürlicher sei als Weißbrot, da die Raffination ein künstlicher Veränderungsprozess ist; man vergisst dabei jedoch, dass auch der Backprozess ein Eingriff ist, dem kein unter natürlichen Bedingungen verzehrtes Nahrungsmittel ausgesetzt wird. Die unter Hitzeeinfluss erzeugten chemischen Reaktionen erzeugen im Vollkornbrot mehr Maillard-Produkte als im Weißbrot, da letzteres keine Proteine aus den Randschichten mehr enthält; Weißbrot steht also, biochemisch gesehen, näher an der Natur als Vollkornbrot.

    Wie also ließe sich eine natürliche Ernährung klar und eindeutig definieren, ohne sich in weiteren Widersprüchen zu verstricken?

    Die Ernährung ist ein biologisches Phänomen. Seitens der Biologie muss also untersucht werden, was ein "natürlicher" Prozess ist. Die belebte Natur in ihrer Gesamtheit hat sich nach Jahrmillionen der Evolution zu ihrer heute beobachtbaren Form entwickelt. Die Gesetze der natürlichen Auslese führten zu einer stetigen Verbesserung des genetischen Erbgutes der verschiedenen Arten und zu einem hohen Perfektionsgrad ihrer vitalen Funktionen. Jede Spezies hat sich in einer Weise an ihr Milieu angepasst, die ein optimales Funktionieren ihrer Organismen und eine Begünstigung ihrer Fortpflanzung erzielt. Aus der sich nach und nach entwickelten funktionellen Harmonie ergibt sich die Definition des Gesundheitsbegriffes fast wie von selbst: demnach liegt Gesundheit im Fall der Abwesenheit von Störungen vor, die auf eine Gefahr oder einen Energieverlust hinweisen, durch die das Überleben des Individuums oder der Art beeinträchtigt wird.

    Die unterschiedlichen Spezies mussten sich gezwungenermaßen an ihr Ernährungsmilieu anpassen, um den bestmöglichen Nutzen aus den ihnen verfügbaren Nahrungsmitteln zu ziehen. Dieser Anpassungsprozess erfolgte auf zwei Ebenen: es war zunächst eine Herausbildung der Mechanismen der Nahrungsaufnahme erforderlich, um die verschiedenen Nährstoffe aus den verfügbaren Nahrungsmitteln optimal nutzen zu können. Ebenso mussten die aufgenommenen Mengen den Bedürfnissen des Organismus und dessen Assimilierungspotenzial angepasst sein. Ein Tier, das zur Aufnahme nutzloser oder schädlicher Nahrungsmittel veranlasst wird, ist seinen Artgenossen oder Raubtieren gegenüber unterlegen und verringert seine Überlebenschancen.

    Daraus ergibt sich umgehend eine „biologische" Definition der natürlichen Ernährung: die Ernährungsweise, die den genetischen Gegebenheiten des Organismus' entspricht. Demnach wäre es natürlich, ein Schaf auf einer natürlichen Wiese weiden oder es sich von Buschblättern aus Urwäldern ernähren zu lassen. Es wäre hingegen nicht natürlich, ihm bei hohen Temperaturen getrocknetes Heu zu verabreichen, selbst wenn dieses Heu frei von jeglichen chemischen Zusätzen ist. Es wäre natürlich, dass eine Katze Mäuse frisst, wohingegen es nicht natürlich wäre, sie mit Nieren oder andern Innereien zu füttern, da ihr Ernährungsgleichgewicht dadurch gefährdet werden würde. Ebenso wenig wäre es natürlich, ihr regelmäßig Kuhmilch zu geben, da eine derartige Situation in der gesamten Evolution der Art niemals aufgetreten und eine Anpassung daran folglich nicht möglich gewesen ist.

    Das Schaf ist genetisch auf den Verzehr von Gräsern und Blättern programmiert, die Katze auf den Verzehr von Feld- oder Waldmäusen. Niemand würde auf die Idee kommen, Schafe mit Mäusen und Katzen mit Gras zu ernähren. Der gesunde Menschenverstand stützt sich intuitiv auf den Begriff der genetischen Anpassung: Jede Tierart ist genetisch auf eine bestimmte Art der Ernährung programmiert, die man als die für sie natürliche Ernährung bezeichnen könnte. Je weiter man sich von dieser natürlichen Ernährung entfernt, umso höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass daraus dem Organismus Probleme erwachsen können.

    Zwei Konsequenzen ergeben sich aus dem bisher Gesagten:


    • Die natürliche Ernährung sollte dem Individuum eine bestmögliche Gesundheit sichern, da sich die Genetik unter natürlichen Bedingungen herausgebildet hat, um die größtmöglichen Überlebenschancen zu gewährleisten.


    • Die Regulierung der absorbierten Mengen muss sich ebenfalls bestmöglich nach den Bedürfnissen und dem Assimilierungspotenzial jedes Organismus richten; das ist beim Tier nur über einen Ernährungsinstinkt möglich: Der Begriff der natürlichen Ernährung beinhaltet also zwangsläufig eine instinktive Regulierung der Nahrungsaufnahme.


    Aus diesen beiden Punkten ergibt sich, dass eine gewisse Bandbreite natürlicher Nahrungsmittel und eine instinktive Regulierung der Auswahl und der Mengen unverzichtbare Bedingungen sind, von denen unsere Gesundheit abhängt.

    Die Erfahrung bestätigt diesen Standpunkt in hinreichendem Maße. Man weiß zum Beispiel, dass frittierte Kartoffeln schädlich sind, vor allem für das Herz-Kreislaufsystem, während in Wasser gekochte Kartoffeln weniger gefährlich sind; je mehr sich das Nahrungsmittel von seiner natürlichen Form entfernt, desto höher ist das Risiko, dass es schädliche Stoffe beinhaltet. Gleichermaßen auf der Ebene des Instinktes: Eine Gans zu mästen, selbst, mit den pflanzlichen Erzeugnissen, die sie normalerweise in der Natur vorfände, sprengt den Rahmen einer natürlichen Ernährung; das Tier reagiert mit der Ablagerung von Fetten in seiner Leber, aus der man später die traditionelle Gänseleberpastete (foie gras) herstellen kann, aber sie überlebt eine solche, ihrem natürlichen Instinkt entgegen gerichtete Ernährungsüberlastung nicht sehr lange.


    Bezüglich des Menschen stellt sich dieselbe Frage: Lässt sich eine für den Menschen natürliche Ernährung definieren? Welches ist das dem Menschen eigene Nahrungsspektrum und seine spezifische Ernährungsweise?


    Der Mensch hat diverse Situationen durchlebt, und man kann die Hoffnung hegen, dass sein genetisches Erbgut sich an die besonderen Gegebenheiten der verschiedenen Ernährungsweisen anpassen konnte, die ihm ein Überleben ermöglichten. Dennoch bedarf ein genetischer Anpassungsprozess mehrerer Generationen, um sich auf die gesamte Spezies zu erstrecken. Die vorangegangenen Fragen müssten also folgendermaßen formuliert werden: An welche Ernährungsweise ist die menschliche Spezies genetisch angepasst? Hat sich die menschliche Genetik an die diversen Faktoren anpassen können, die im Laufe der Geschichte die ursprünglichen Ernährungsbedingungen verändert haben?

    Zu diesen Veränderungen muss man entweder die Auswirkungen auf die Ernährung von in der natürlichen Umwelt aufgetretenen Veränderungen oder die neuen Ernährungsformen zählen, die infolge der verschiedenen Kunstgriffe auftraten, denen sich der Mensch zur Veränderung seiner Nahrungsmittel bediente. Mit anderen Worten, kann man eine Ernährung als für den Menschen natürlich bezeichnen, wenn sie folgende Produkte umfasst?



    • durch Hitze veränderte Nahrungsmittel
    • gewürzte Produkte
    • gesalzene Produkte
    • mit gebleichtem oder braunem Zucker gesüßte Produkte
    • vermischte Produkte
    • extrahierte Produkte wie Öle oder Fruchtsäfte
    • raffinierte Produkte wie Mehl
    • durch künstliche Auslese veränderte Früchte und Gemüse
    • Milch und Milchprodukte
    • Brot und andere Getreideerzeugnisse
    • Getreide in allen Formen?


    Die ursprüngliche Ernährung stand zweifellos der noch heute von den Primaten verzehrten Nahrung ziemlich nahe. Die meisten der oben angeführten Kunstgriffe sind davon ausgeschlossen.

    Definitiv gibt es zwei Wege, diese Frage zu beantworten:


    • Die Eigenschaften des Verdauungs- und Stoffwechselsystems zu untersuchen, um festzulegen, ob diese auf korrektere Weise mit ursprünglichen oder eher mit neu aufgekommenen Nahrungsmitteln funktionieren: Dieser Weg ist nicht leicht zu beschreiten, da die in den Assimilierungsvorgang einbezogenen Mechanismen und ihr Verhältnis zur Gesundheit außerordentlich komplex sind; darüber hinaus fehlt es an einem Normalitätsbegriff zur Erkennung der normalen Werte der verschiedenen Parameter, die das korrekte Funktionieren des Organismus kennzeichnen sollen, da alle zur Beobachtung verfügbaren Organismen unnatürlichen Ernährungsbedingungen unterliegen.
    • Das Experiment: Eine signifikante Anzahl von Individuen unter Ausschluss aller charakteristischen Faktoren der konventionellen Ernährung zu ernähren und sie daraufhin wieder einzuführen, um ihre Auswirkungen auf die Gesundheit zu beobachten. Eine solche Methode ermöglicht eine „Isolierung der Variablen", wie es der Vorgehensweise in den exakten Wissenschaften entspricht und die kausalen Beziehungen klarer herauszuarbeiten.


    Die üblicherweise angewandten Methoden, die darin bestehen, einen einzigen für schädlich befundenen Faktor auszuschließen, befähigen häufig nicht zu triftigen Schlussfolgerungen. Die schädlichen Auswirkungen mehrerer ineinander greifender Faktoren können die Auswirkung des zu beobachtenden Faktors überdecken.

    Die im Rahmen der instinktiven Ernährung seit 1964 gemachten Erfahrungen legen nahe, dass der moderne Mensch sich noch an keine der landwirtschaftlichen oder kulinarischen Kunstgriffe angepasst hat, die die so genannte traditionelle Ernährung kennzeichnen und noch weniger an die seit Beginn der industriellen Ära eingeführten Nahrungsmittel…

    Artikel von Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)

  3. #3
    Ursprüngliche Ernährung

    Die uns verfügbaren Nahrungsmittel lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:

    „ursprüngliche" Nahrungsmittel, wie sie in der Natur vorkommen und die in naturbelassenem Zustand verzehrt werden;
    „nicht ursprüngliche" Nahrungsmittel, die durch einen kulinarischen, mechanischen oder anderen Kunstgriff verändert wurden.
    Zu dieser ersten Unterteilung kommt eine zweite: Bestimmte unveränderte Nahrungsmittel, die heutzutage gängig sind, sind nicht Teil der ursprünglichen Nahrungspalette gewesen. Sie werden im Folgenden als „für den Menschen nicht ursprüngliche Nahrungsmittel" bezeichnet.

    Unter die Kategorie ursprünglicher Nahrungsmittel fallen unveredelte Früchte, Wildpflanzen, Meeresprodukte, Eier, Wild, Honig, Pilze, etc. Die Kategorie für den Menschen nicht ursprünglicher Nahrungsmittel umfasst alle zubereiteten oder gekochten Speisen, essbare Pflanzen aus künstlicher Züchtung oder gentechnischer Manipulation, Tiermilch und Milchprodukte, Brot, raffinierten Zucker, etc.

    Das Erbgut des Menschen hat sich im Einklang mit den im natürlichen Milieu verfügbaren Nahrungsmitteln entwickelt. Diese „ursprünglichen" Nahrungsmittel spielen demnach eine besondere Rolle bei den Überlegungen, die man auf dem Gebiet der Ernährung machen kann. Falls nicht eine genetische Degenerierung aufgetreten ist, ist man im Recht zu postulieren, dass die verschiedenen Assimilierungsmechanismen in korrekter Weise an diese Nahrungsmittel angepasst sind. Jede Tierart, die an die in ihrem natürlichen Milieu verfügbaren Nahrungsmittel schlecht angepasst ist, befindet sich gegenüber einer besser angepassten Tierart im Nachteil und wird gemäß der Darwinschen Gesetze der natürlichen Auslese über kurz oder lang von besser angepassten Arten verdrängt. Die genetische Anpassung an ursprüngliche Nahrungsmittel konnte sich so also im Laufe der Jahrmillionen dauernden Evolution der Spezies nur perfektionieren.

    Exotische Früchte müssen unter die Kategorie der ursprünglichen Nahrungsmittel des Menschen eingeordnet werden. Sie spielen eine besonders wichtige Rolle, da sich die menschliche Genetik - wie auch die der Primaten, aus der sie sich entwickelte - in tropischen Regionen herausgebildet hat.

    Ganz anders verhält es sich mit „nicht ursprünglichen" Nahrungsmitteln. Nichts stützt die Behauptung, dass lebende Organismen in der Lage sind, mit im Verlaufe der Enährungsgeschichte neu aufgekommenen Nahrungsmitteln korrekt zu funktionieren. Die Evolution der genetischen Gegebenheiten kann den Eigenschaften von Nahrungsmitteln, die nicht regelmäßig verzehrt wurden, keine Rechnung tragen. Die meisten Nahrungsmittel, aus denen sich die traditionelle Ernährung zusammensetzt, sind erst vor einigen tausend Jahren aufgekommen, was für die genetische Anpassung einer Spezies ein sehr kurzer Zeitraum ist.

    Die Erfahrung zeigt in der Tat, dass der menschliche Organismus wie der des Tieres mit ursprünglichen Nahrungsmitteln auf sehr viel zufriedenstellendere Weise funktioniert. Bleibt eine künstliche Veränderung der natürlichen Geschmäcker aus, sichern die alliästhesischen Mechanismen des Geschmacks- und Geruchssinnes die spontane Regulierung des Ernährungsgleichgewichtes. Die Verdauungsprozesse laufen ohne jegliche Störungen ab, der allgemeine Zustand verbessert sich manchmal sehr schnell, zahlreiche Krankheitssymptome verschwinden zugunsten einer bemerkenswert guten Verfassung und Gesundheit. Ausdauer, Schlankheit, Schlaf, Ausbleiben von Muskelkater und Entzündungsschmerzen und viele weitere positive Aspekte weisen auf ein optimales Funktionieren des Organismus hin.

    Unveränderte Nahrungsmittel erscheinen anfangs wenig verlockend. Man muss warten, bis die durch veränderte Nahrungsmittel, die den Geschmackssinn auf anormale Weise stimulieren, herbeigeführten Überlastungen abgebaut sind und sich die wirklichen Bedürfnisse des Organismus ausdrücken können. Der mit einem normalen Funktionieren des Ernährungsinstinktes in Zusammenhang stehende Genuss erreicht daraufhin ein Niveau, das selbst das der besten Küchenrezepte weit übertrifft.

    In der täglichen Praxis einer natürlichen Ernährung ist es schwierig, über ursprüngliche Nahrungsmittel im engeren Sinne zu verfügen. Die am Markt erhältlichen Früchte und Gemüse sind überwiegend behandelt und gezüchtet, Trockenprodukte werden chemischen oder thermischen Konservierungsmethoden unterzogen, tierische Produkte sind durch die auf hohen Ertrag ausgerichteten Aufzuchtsmethoden denaturiert, selbst die so genannten biologischen Erzeugnisse fallen infolge der vorherrschenden Anbaumethoden bestimmten Veränderungen zum Opfer etc. Die Geschmäcker dieser Produkte leiten das normale Funktionieren der Geschmackssinne fehl und führen zu ständiger Unausgewogenheit der Ernährung. Sie enthalten dem menschlichen Organismus fremde Moleküle und verhindern ein Abklingen der Störungen, die durch konventionelle Nahrungsmittel im Organismus verursacht wurden. Es ist daher unerlässlich, alles Nötige zu unternehmen, um über eine angemessene Versorgung zu verfügen.

    Artikel von Guy-Claude BURGER ( ungefähr im Jahr 2000)


  4. #4
    Rohkost

    Eine natürliche Ernährung ist zwangsläufig roh, da es in der Natur praktisch kein erhitztes Nahrungsmittel gibt. Selbst unter der Tropensonne erreichen die in den Wäldern oder Weiden wachsenden Früchte niemals Temperaturen über 40°C etwa, und das an den heißesten Tagen des Jahres. Solange die Pflanze lebendig ist, schützt sie sich gegen eine übermäßige Erwärmung, die ihre biologische Integrität gefährden könnte. Eine heruntergefallene Frucht kann sich in der Sonne bis auf 60°C erwärmen, aber das Blätterdach der umstehenden Bäume beschattet den Boden fast vollständig und schützt die Frucht vor direkter Sonneneinstrahlung. Darüber hinaus reagiert der Ernährungsinstinkt, wenn er nicht durch den Geschmack erhitzter Nahrungsmittel konditioniert wurde, gegen die Einnahme eines durch exzessive Temperaturen denaturierten Nahrungsmittels.

    Das genetische Erbgut hat sich in einer natürlichen Umwelt entwickelt, folglich haben sich die verschiedenen physiologischen Funktionen an rohe Nahrungsmittel angepasst. Die Rohkost ist also eine Möglichkeit, sich den Ernährungsbedingungen anzunähern, an die der menschliche Organismus genetisch angepasst ist.

    Eine rohe Ernährung ist allerdings nicht zwangsläufig eine natürliche Ernährung. Kuhmilch und bestimmte Milchprodukte werden beispielsweise keiner Erhöhung ihrer Temperatur unterzogen und müssen als rohe Nahrungsmittel angesehen werden; unter natürlichen Lebensumständen sieht man allerdings niemals ein Tier, das sich mit der Milch einer anderen Tierart ernährt, bis auf Ausnahmen, die Legenden oder sehr außergewöhnlichen Umständen zuzuordnen sind; weiterhin wird die Milch niemals über die erste Wachstumsphase hinaus verzehrt. Man kann den Verzehr eines Nahrungsmittels, das auch noch so natürlich sein mag, nicht als natürlich ansehen, wenn dieser Verzehr selber ein nicht natürliches Phänomen ist.

    Ein anderes Beispiel: Die üblichen Nahrungspflanzen existieren in der Natur ebenfalls nicht. Sie entstammen einer bestimmten Anzahl von Mutationen oder Hybridationen, die im natürlichen Milieu gelegentlich auftreten können; aber die auf diese Weise veränderten Pflanzen sind überwiegend über die natürliche Auslese eliminierte
    Fälle, während der Mensch sie aber über alle üblichen Schranken hinaus vermehrt, mit Hilfe von Anbautechniken, die sie aus dem natürlichen ökologischen Gleichgewicht isoliert. Getreide zum Beispiel, überlebt nicht länger als einige Generationen,wenn man es auf einer natürlichen Wiese aussät, oder fällt in ihren Wildzustand zurück. Es ist also nicht natürlich, sich regelmäßig von Nahrungspflanzen zu ernähren, selbst ohne kulinarische Zubereitung, wenn diese nicht mehr die Eigenschaften ihrer natürlichen Vorfahren aufweisen. Mutationen nehmen Einfluss auf die DNA, sodass die mutierten Pflanzen neue Proteine synthetisieren, an die die Organismen nicht zwangsläufig genetisch angepasst sind.

    Rohe Nahrungsmittel, die wie ihm Rahmen bestimmter Rohkostformen vermischt oder gewürzt verzehrt werden, können nicht als natürliche Nahrungsmittel angesehen werden. Ihr Geschmack wird durch die Überlagerung der Aromen und die chemischen Reaktionen zwischen den verschiedenen vorkommenden Substanzen verändert. Die Geschmacksmechanismen sind genetisch nicht für Geschmacksformen vorgesehen, die unter den Bedingungen natürlicher Ernährung nicht existieren und können die Dosierung der aufzunehmenden Nahrungsmengen nicht ermöglichen. Das Würzen von Salaten führt zu einem maßlosen Verzehr grüner Gemüse, der den Verkoster permanenten Verdauungsschwierigkeiten aussetzt. Vermischte oder gesüßte Früchte bewirken eine ständige Nahrungsüberlastung, vor allem einen zu hohen Säuregehalt in der Mundhöhle, was katastrophale Konsequenzen auf den Zustand des Gebisses haben kann. Ein Übermaß an Säure, das nicht von den Speichelenzymen ausgeglichen wird, führt zu einer Entkalzifizierung des Zahnschmelzes; dieser erweicht daraufhin und hält der Abnutzung nicht mehr stand, ein schnell einsetzender Gebissverfall ist die Folge.

    Rohe Nahrungsmittel führen häufig zu einem Austreten aus der Toleranz, wenn aber die Mengen bestimmte Grenzen überschreiten, geraten die Reaktionen außer Kontrolle und können Schäden herbeiführen. Eine rohe Ernährung ohne eine korrekte instinktive Regulierung der zugeführten Mengen kennzeichnet sich durch „Entgiftungskrisen", deren Symptome unangenehm und manchmal sehr gefährlich sein können.

    Eine fehlende instinktive Regulierung der Nahrungszufuhr kann auch zu Mangelzuständen, vor allem an Vitamin B12 oder Eisen führen. Die traditionelle Ernährung sichert diese Versorgungen mit einer dauerhaften Überlastung an tierischen Produkten. Übliche Rohkostformen schließen die meisten tierischen Produkte aus und können so manchmal irreversiblen Mangelzuständen den Weg ebnen. Man weiß zum Beispiel, dass der Organismus unterhalb einer bestimmten Schwelle nicht mehr in der Lage ist seine Vitamin B12 - Reserven wieder aufzufüllen.

    Eine weitere Falle ergibt sich Rohköstlern aus der Versorgung selber, da viele der im Handel verfügbaren Nahrungsmittel durch Hitzeeinwirkung denaturiert sind. Algen, die „garantiert unter 40°C getrocknet sind" z.B., werden meistens mehrere Minuten lang aufhohe Temperaturen erhitzt, um Keime und Schimmel zu zerstören, Datteln werden nach dem Waschen entweder mit heißer Luft getrocknet oder schockgefroren, um Parasiten abzutöten, getrocknete Früchte, Feigen, Rosinen, etc. werden während des Trocknungsvorgangs abgebrüht, um ihnen ihre „tradtionelle Weichheit" zu verleihen, Avocados, Mangos, Litchis und andere exotische Früchte werden grün geerntet und in Heißwasserbädern behandelt, um einen Reifungsprozess auszulösen, Nüsse werden systematisch bei hohen Temperaturen getrocknet, um die Bildung von Bakterien und Fäulnis zu verhindern, etc. Der natürliche Geschmack dieser Produkte wird verändert, die alliästhesischen Mechanismen können ihre regulierende Funktion nicht gewährleisten und die verzehrten Mengen nehmen in exzessivem Maße zu. Die Assimilierung wird dadurch gestört, woraus sich eine Tendenz zur Esssucht entwickelt, die viele Rohköstler als die notwendige Kompensierung einer angeblich schlechteren Verdaubarkeit roher Nahrungsmittel auslegen.

    Rohkost darf definitiv nicht mit einer natürlichen Ernährung gleichgesetzt werden. Sie stellt mit Sicherheit einen der wichtigsten Schritte dar, die bisher in Richtung einer Nahrungsreform unternommen wurden. Die übliche Rohkost lässt allerdings den fundamentalen Begriff des Ernährungsinstinktes unbeachtet, wie auch die Bedingungen, unter denen Instinkt auf korrekte Weise funktionieren kann, so dass sie ihre Anhänger zu schweren Unausgewogenheiten führt. Die Praxis einer ursprünglichen, durch den Instinkt regulierten Ernährung ermöglicht, ein sehr viel höheres Genuss- und Befriedigungsniveau zu erreichen und gleichzeitig sehr viel wirksamere therapeutische Auswirkungen zu erzielen.

    Artikel von Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  5. #5
    Was ist Instinctoernährung?

    Definition der Instincto-Ernährung
    (auch Instinctotherapie oderAnopsologie genannt)

    Die Hypothese von Guy-Claude Burger

    Angesichts dessen, dass das menschliche genetische Erbgut sich im Laufe von Jahrmillionen an eine Ernährung angepasst hat, die derjenigen von wildlebenden Tieren ähnlich ist und angesichts dessen, dass der Mensch seine Ernährung durch die Beherrschung des Feuers, der Einführung der Landwirtschaft, der Tierhaltung und der verschiedenen kulinarischen und industriellen Kunstgriffe erst seit relativ kurzer Zeit verändert hat, etwa seit Beginn des Neolithikums, lautet Burgers Hypothese wie folgt: Die menschliche Genetik habe sich nicht auf befriedigende Weise an alle Kunstgriffe anpassen können, die die modernen Ernährungsgewohnheiten nach und nach strukturiert haben. Burger zufolge könnte diese unvollständige Anpassung eine der Hauptgründe für das Auftreten und die Häufung so genannter Zivilisationskrankheiten sein.

    Die Praxis der Instincto-Ernährung

    Auf der Grundlage von Burgers Hypothese und dem Prinzip der Vorsicht gemäß,besteht die Praxis der Instincto-Ernährung darin, auf den Verzehr jedes Nahrungsmittels zu verzichten, dessen natürliche chemische Zusammensetzung durch einen kulinarischen oder industriellen Kunstgriff verändert wurde - es sei denn, die Unschädlichkeit dieser Verfahren könnte erwiesen werden. Ebenso ausgeschlossen sind Nahrungsmittel, die zwar als natürlich angesehen werden, an die sich die menschliche Genetik aber nicht habe anpassen können, da sie aus evolutionärer Sicht erst relativ spät eingeführt wurden (Tiermilch, Weizen).

    Der Ernährungsinstinkt


    Die Personen, die die Instincto-Ernährung lange genug praktiziert haben, beobachten während der Mahlzeit Geruchs- und Geschmacksschwankungen sowie Völle- und Ekelgefühle, die die Wahl der Nahrungsmittel beeinflussen und die Nahrungsaufnahme regulieren. Ebenso beobachten sie, dass die Befolgung dieser„Anweisungen" langfristig zu einer Ausgewogenheit der Ernährung führt, zu einem Anstieg der Leistungsfähigkeit, zu einer Abnahme von Entzündungszuständen und oft zu einer Normalisierung des Gewichts. Diese Geruchs- und Geschmacksänderungen werden wie auch das Völle- und Ekelgefühl als Ausdruck des Ernährungsinstinktes ausgelegt.


    Die Instincto-Ernährung besteht dem Prinzip nach darin, nur in ihrem Naturzustand belassene Nahrungsmittel zu verzehren. Ausgeschlossen sind vor allem:

    • Tiermilchund Tiermilchprodukte, deren Verzehr erst mit dem Beginn der Tierhaltungeingesetzt habe
    • Bestimmte gezüchtete Getreidesorten wie Weizen, die infolge von genetischen Mutationen zu Beginn der Landwirtschaft zu einer anormalen Erregung des Nervensystems zuführen scheinen
    • Erhitzte Nahrungsmittel: Tatsächlich ist vorhersehbar, dass die Moleküle, aus denen sich Nahrungsmittel zusammensetzen, untereinander reagieren und eine große Zahl von neuen chemischen Arten erzeugen, an die die menschliche Genetik möglicherweise nicht angepasst ist (kürzliche Studien zu AGE wie z.B. dem Acrylamid scheinen diese Befürchtungen zu bestätigen).
    • Vermischte oder gewürzte Nahrungsmittel: Ebenfalls auf Grund des möglichen Auftretens neuer chemischer Arten, an die die menschliche Genetik möglicherweise nicht zufriedenstellend angepasst ist
    • Gemahlene,zerstampfte, gepresste etc. Nahrungsmittel, die die Mechanismen der instinktiven Regulierung zu unterbinden scheinen.


    Die Frage nach Medikamenten und Impfungen

    Es gibt keinen praktischen Arzt der Instincto-Ernährung, da diese kein Heilverfahren ist, sondern eine Ernährungsweise. Daher kann es weder Diagnosen noch Verschreibungen geben. Der Nichtverzehr bestimmter Klassen von Nahrungsmitteln dient dem alleinigen Ziel, die besten Voraussetzungen zu schaffen, um Wohlbefinden und Gesundheit zu gewährleisten. Die Praxis der Instincto-Ernährung beinhaltet in keiner Weise die Unterbindung von Medikamenten oder Impfstoffen, jeglichen medizinischen Untersuchungen und der eventuellen Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln.
    Die Initiative einer Person, ein Medikament abzusetzen, eine Impfung zu verweigern oder sich einer ärztlichen Behandlung zu entziehen, betrifft nur sie selbst und kann in keinem Fall auf die Instincto-Ernährung zurückgeführt werden.

    Artikel des Redaktionsteams vom ehemaligen instincto.net (ungefähr im Jahr 2000)


  6. #6
    Kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen

    Der Ernährungsinstinkt stellt unmittelbar ein ausgewogenes Ernährungsgleichgewicht her, soweit man über die angemessenen Nahrungsmittel verfügt. Der Geschmacks- und Geruchssinn führen zu dem Produkt, das die uns fehlenden Elemente enthält und halten uns von Produkten fern, die den körperlichen Bedürfnissen nicht entsprechen.

    Sind die erforderlichen Nahrungsmittel nicht in der Auswahl enthalten, stellt sich das Ernährungsgleichgewicht auf langfristigere Sicht ein, entweder durch eine langsamere Zufuhr der fehlenden Nährstoffe oder nach Saisonbeginn des vom Körper gewünschten Produktes.

    Kurz- mittel- und langfristig lassen sich Verbesserungen des allgemeinen Zustands feststellen. Diese sind einerseits durch eine bessere Ausgewogenheit des Organismus über den Ernährungsinstinkt bedingt, andererseits durch die nach einem Verzehrstopp denaturierter Produkte spontan einsetzende Entgiftung.

    Kurzfristige Auswirkungen:

    Regelmäßig stellt man schon nach einigen Tagen oder Wochen eine Verbesserung der durch die tägliche Nahrungsüberlastung gestörten Funktionen fest: Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens, Regulierung der Verdauungsfunktionen, Verschwinden von Sodbrennen, Aufstoßen, Hungergefühlen („Loch im Magen"), schwerer Verdauung, Leberbeschwerden, Verstopfungen; Reduzierung der Insulindosen bei Diabetikern; Infektionen (vor allem durch Staphylococcus aureus) und Symptomlinderung von Infektionskrankheiten (Angina, Mandelentzündung, Kinderkrankheiten, virale und bakterielle Krankheiten im Allgemeinen).


    Mittelfristige Auswirkungen:

    Es bedarf im Allgemeinen einiger Wochen oder Monate, bis es zu einer Verbesserung der durch die tägliche kulinarische Intoxination gestörten Funktionen kommt: Eliminierung übermäßiger Kilos, geringere Tendenz zu fettiger Haut und fettigen Haaren; Erhöhung der körperlichen Ausdauer und Atemleistung; Regulierung von Entzündungstendenzen, Verschwinden von Entzündungsschmerz, Migräne, Kolitis, Muskelkater, Hautreizungen, Ödemen, Rheuma, Arthritis, etc.;Rückgang von Bluthochdruck, Normalisierung des Pulses, Verringerung des Cholesterinspiegels (LDL), Verbesserung der Durchblutung, Verschwinden von Hämorrhoiden; Verbesserung dann Verschwinden zahlreicher dermatologischer Erscheinungen wie Akne, Mitesser, Talgfluss, Ekzemen, Schuppenflechten, etc.; Verbesserung des nervlichen Zustands und der Konzentrationsfähigkeit.


    Langfristige Auswirkungen:

    Die Zeit, die notwendig ist, um Schäden einzudämmen, die langfristig erfolgt sind und bereits die tiefen Strukturen des Organismus erreicht haben, zählt man in Monaten, sogar in Jahren. Man kann allerdings in den meisten Fällen die folgenden Verbesserungen beobachten: Ausbesserung der Muskulatur, Verschwinden unschöner Fettablagerungen, Verbesserung der körperlichen Beschaffenheit,Verschwinden von Krampfadern; Rückgang oder Verschwinden von Allergien, partielle oder vollständige Remission von Autoimmunkrankheiten, rheumatischer Polyarthritis, Lupus erythematodes, Multipler Sklerose, Niereninsuffizienz;Vernarbung alter Läsionen, Atheromen, schlecht verheilter Wunden; Austreten aus der Immuntoleranz, Erhöhung der Anzahl an Eosinophilen, Verschwinden gut- oder bösartiger Tumore; geringere Behaarung, Nachwachsen ausgefallener Haare, Verbesserung des Fingernagelwachstums, Verschwinden weißer Flecken,Verbesserung des Hautbildes, Verringerung von Keratosen (trockene Haut, Falten,Hornhaut an den Füßen, Verschwinden von Hautrissen, etc.), allgemeine Verjüngerung des Organismus.


    Artikel von Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2000)


  7. #7
    Genetische Anpassung

    Das genetische Erbgut der Arten wandelt sich im Laufe der Evolution. Diese Wandelung kann wissenschaftlich mit der Mutation der DNA und der natürlichen Selektion erklärt werden. Durch „Kopiefehler" der DNA treten kleine genetische, den Zufallsgesetzen unterliegende Veränderungen von einer Generation auf die andere auf. Die Mutationen, durch die die Überlebenschancen der Individuen in ihrem natürlichen Milieu erhöht werden, begünstigen gleichzeitig ihre Vermehrung, infolgedessen kann sich das genetische Erbgut nur in Richtung einer besseren Anpassung der Spezies an ihr Milieu entwickeln.

    Wenn sich das Milieu verändert,vermehren sich die Träger von Genen, die bessere Überlebenschancen in diesem neuen Milieu haben. Nach einer bestimmten Anzahl von Generationen weist die Mehrheit der Individuen diese vorteilhafteren genetischen Eigenschaften auf.Die Art hat sich auf diese Weise an die neuen Bedingungen des Milieus angepasst. Eine Art, die nicht über ausreichende Anpassungsfähigkeiten verfügt,ist vom Aussterben bedroht und muss nach einem für sie besser geeigneten Milieu suchen.

    Die Veränderungen der Ernährung seit dem Beginn des Neolithikums stellen sicherlich eine der größten Milieuveränderungen dar, die seit den Ursprüngen des Lebens aufgetreten sind. Die meisten natürlichen Milieuveränderungen sind durch äußere Faktoren bedingt, wie eine klimatische Erwärmung oder ein neu hinzugekommenes Raubtier. Der Anpassungsvorgang liegt so an einem einzigen Faktor mechanischer, thermischer, konkurrentieller oder anderer Art. Die Veränderung der Ernährung hingegen bringt den Organismus von seinem Innern heraus aus dem Gleichgewicht und unterliegt der ganzen Komplexität der Makromoleküle und der biologischen Mechanismen, durch die eine geeignete Ernährung ermöglicht wird. Bei einem Milieuwechsel sind die Erfolgsaussichten der natürlichen Selektion je geringer desto höher die Anzahl neuer Faktoren ist. Wenn ein einziger Faktor die Überlebenschancen einer Art gefährdet, pflanzen sich die an diesen Faktor am besten angepassten Individuen schneller fort und verdrängen die anderen. Wenn mehrere Faktoren die Überlebenschancen verringern, hat das Individuum, das sich einem von diesen anpasst, ohne sich an die anderen anzupassen, nur wenig Chancen, sich unter den besten Bedingungen fortzupflanzen. Der Selektionsdruck verteilt sich auf die verschiedenen Faktoren. Jede der Mutationen, die notwendig sind, um eine Anpassung an einen der Faktoren zu ermöglichen, hat nur wenig Einfluss auf die Fortfpflanzungswahrscheinlichkeiten des Individuums und aus diesem Grund, sehr geringe Aussichten, sich durchzusetzen. Die denaturierte Ernährung ist auf Grund ihrer Anhäufung einer äußerst hohen Anzahl neuer Faktoren schädlich, sodass eine einzige Mutation praktisch keinen Einfluss auf die Überlebenschancen hat. Unter diesen Bedingungen hat ein genetischer Anpassungsvorgang geringe Aussichten, umgesetzt zu werden oder läuft Gefahr, übermäßig lange zu dauern.

    Die neuen Nahrungsmittel enthalten Moleküle, die ursprünglich in der Natur nicht existierten. Diese „Neuen Chemischen Arten", im Speziellen die sogenannten Maillard-Produkte, verändern den Geschmack der Nahrungsmittel und verhindern ein normales Funktionieren der Sinne. Die dem Geruchs- und Geschmackssinn eigenen alliästhesischen Mechanismen sind in der Tat genetisch programmiert. Das Erbgut, das dem Menschen von den Primaten vererbt wurde, hat sich zunächst im Kontakt mit primitiven Nahrungsmitteln und ihren natürlichen Geschmäckern entwickelt; Es besteht also Grund zu der Frage, ob unser Geschmacks- und Geruchssinn mit Nahrungsmitteln funktionieren kann, die ihren natürlichen Geschmack verloren haben.

    Die Gegebenheiten des Stoffwechsels sind ebenfalls genetisch bestimmt. Nach ihren Ursprüngen sind sie an natürliche Moleküle angepasst, die im primitiven Milieu zur Verfügung stehen. Man muss sich also ebenfalls fragen, ob die Assimilierungsmechanismen, über die der menschliche Organismus verfügt, in der Lage sind, mit den in den neuen Nahrungsmitteln enthaltenen Neuen Chemischen Arten zu funktionieren.

    Die menschliche Genetik müsste sich bereits in einem gewissen Maße an die neuen Ernährungsgewohnheiten angepasst haben. Diejenigen unter unseren Vorfahren, die sich auf die Veränderungen nicht einstellen konnten, sind durch natürliche Selektion eliminiert worden. Der moderne Mensch ist also der Nachfahre derer,die diese Veränderungen am besten verarbeiteten und sich am vorteilhaftesten fortpflanzen konnten; demnach muss er auch selbst dazu in der Lage sein. Dies ist allerdings keine Garantie für Gesundheit oder Langlebigkeit, da es weder nötig ist, länger als 40 Jahre noch in guter Gesundheit zu leben, um sich fortpflanzen zu können.

    Noch eine letzte Hypothese muss in Betracht gezogen werden: Hat die primitive Genetik des Menschen durch die Entwicklung der Intelligenz gewisse Ernährungsveränderungen „vorgesehen"? Eine solche Fähigkeit zur Voraussicht würde eine Organisation der Mutationen von außerordentlicher Komplexität beinhalten. Wir müssten über zusätzliche Enzyme für jede der unzähligen nicht aufspaltbaren Neuen Chemischen Arten verfügen, die durch die verschiedenen Kochrezepte in Nahrungsmitteln entstehen. Es ist offensichtlich, dass die Intelligenz, über die der Mensch verfügt, die Erfindung aller Arten von Kunstgriffen ermöglicht, an die sein Organismus nicht angepasst ist: zum Beispiel Drogen, schnelle Fortbewegung, städtisches Leben, etc. Gleichermaßen hat das Fortschreiten der Intelligenz die Erfindung aller kulinarischen Kunstgriffe ermöglicht, ohne dass ihre Auswirkungen auf die Gesundheit garantiert wären.

    Wir können auf keinen Fall a priori davon ausgehen, dass der menschliche Organismus sich genetisch an die zurzeit vorherrschenden Ernährungsgewohnheiten angepasst hat. Die Vielfalt und Häufigkeit von Zivilisationskrankheiten spricht eher für die Hypothese einer noch sehr unvollständigen Anpassung an die neuen Ernährungsgegebenheiten.

    Die Frage der genetischen Anpassung an eine Ernährungsveränderung baut auf drei Punkten auf, und zwar für jeden der neuen Faktoren, die Bestandteil der konventionellen Ernährung sind:

    • Ist eine genetische Anpassung notwendig gewesen?
    • Ist eine solche Anpassung möglich gewesen?
    • Stand genügend Zeit für eine solche Anpassung zur Verfügung?


    Zum Beispiel: Ist der menschliche Organismus von Anfang an in der Lage gewesen, die in der Kuhmilch und in Milchprodukten enthaltenen Elemente auf korrekte Weise zu assimilieren? Wenn dies für den prähistorischen Menschen nicht zutrifft, ist es möglich, dass eine Anpassung in der Zwischenzeit stattgefunden hat? Ist dieser Anpassungsvorgang heute vollständig abgeschlossen oder muss man die Ursachen für bestimmte Funktionsstörungen, die mit dem Verzehr von Milchprodukten zusammenhängen in einer partiellen Nichtanpassung an dieselben suchen?

    Ein anderes Beispiel: Brot und Getreideprodukte werden seit einigen Jahrtausenden regelmäßig verzehrt. Falls sie bestimmte Substanzen enthalten,die für die von den Primaten vererbten Enzyme des Menschen schwer aufzuspalten sind: Ist eine genetische Anpassung nötig gewesen, um die Synthese zusätzlicher Enzyme zu gewährleisten? Ist die Natur in der Lage zur Entwicklung geeigneter Enzyme gewesen? Ist der Organismus an alle neuen Moleküle angepasst, allen voran die Maillard-Produkte, die unter dem Einfluss hoher Temperaturen wie beim Brotbacken entstehen?

    Wissenschaftler, denen man diese Fragen stellt, antworten darauf üblicherweise: „Man isst doch schon seit so langer Zeit Brot und trinkt Milch, zweifellos hat sich der menschliche Organismus daran angepasst." Eine solche Antwort wäre akzeptabel, wenn es keine Krankheiten gäbe, die man mit der Ernährung in Zusammenhang bringen könnte. Epidemiologische Studien zeigen jedoch im Gegenteil, dass die für die größten Sterberaten verantwortlichen Krankheiten, Krebs und Herz-Kreislaufleiden, in engem Zusammenhang mit den Essgewohnheiten stehen. Die Paläopathologie konnte ihrerseits bestätigen, dass alle Krankheiten, deren Spuren auf Skeletten nachweisbar sind, vor dem Zeitalter der Beherrschung des Feuers und dem Einführen der Landwirtschaft nicht existierten.

    Vorzugeben, dass die traditionelle Ernährung „schon so lange Zeit" zurückreicht, lässt unbeachtet, was man über den für einen genetischen Anpassungsprozess erforderlichen Zeitraum weiß. Man darf kulturelles Alter nicht mit biologischem Alter verwechseln. Die DNA verändert sich innerhalb von einer Million Jahren um etwa 1%. Kürzliche Studien haben in der Tat erwiesen,dass das genetische Erbgut des Menschen und das des Bonobos zu 99% identisch sind. Alles spricht also dafür, dass der Mensch zum großen Teil genetisch noch an eine Ernährungsweise angepasst ist, die der von wild lebenden Primaten entspricht. Die so genannte traditionelle Ernährung reicht einige tausend Jahre zurück, was etwa ein Tausendstel der Zeit betrifft, die vergangen ist, seitdem sich die Entwicklung des homo sapiens von der der Primaten abgetrennt hat.

    Es stimmt, dass der Verzehr traditioneller Nahrungsmittel keine unmittelbaren Störungen hervorruft, zumindest in den meisten Fällen nicht. Ein solches Ausbleiben von Symptomen könnte man als Beweis für eine zufrieden stellende genetische Anpassung auslegen. Die Beobachtungen im Rahmen einer natürlichen Ernährung, zeigen jedoch, dass es sich vielmehr um ein einfaches Gewöhnungsphänomen handelt. Ein scheinbar guter Gesundheitszustand schließt die Möglichkeit tief liegender Störungen nicht aus, die unter den Auswirkungen eines bestimmten auslösenden Faktors ausbrechen können. Man kann in der Tat befürchten,dass der Organismus auf lange Sicht durch ein permanentes Ernährungsungleichgewicht gefährdet ist und noch mehr durch die allmähliche Ansammlung von Stoffen, die seinem natürlichen Funktionieren fremd sind, auch wenn sie keine unmittelbar sichtbaren Symptome hinterlassen.

    Die medizinische Forschung übergeht die Frage einer genetischen Nichtanpassungan die konventionelle Ernährung. Damit versetzt sie sich in eine Position, in der sie keine wirklich wissenschaftliche Herangehensweise an die menschliche Pathologie haben kann. Eine der elementarsten Regeln der wissenschaftlichen Methodologie besteht darin, alle möglichen Kausalitätsfaktoren in Betracht zuziehen. Den Einfluss einer genetischen Nichtanpassung an die neu aufgekommenen Ernährungsfaktoren zu ignorieren, schließt eine wichtige Kategorie möglicher Ursachen aus. Der Medizin bleibt letztlich nichts anderes übrig, als sich zur Ermittlung der Krankheitsursachen auf nebensächliche Faktoren zu konzentrieren. Infolgedessen ist es ihr unmöglich, der Gesamtheit aller beteiligten Ursachen Rechnung zu tragen und kohärente Theorien zu entwickeln.

    Genauso falsch wäre es von vornherein auszuschließen, dass eine zufriedenstellende Anpassung erfolgt sein könnte. Das Ziel dieser Ausführungen besteht lediglich darin, dem Leser bewusst zu machen, dass es für die Forschung wichtig ist, sich von allen existierenden Vorurteilen zu befreien. Nur so kann sie die aus der Vorgeschichte überlieferten Ernährungsgewohnheiten einer objektiven Kritik unterziehen. Es wäre ein schwerer Fehler, eine Frage, von der die Gesundheit mehrerer Milliarden Menschen abhängt, weiterhin unbeachtet zulassen.

    Die instinktive Ernährung versucht, eine erste empirische Antwort auf die Frage der genetischen Nichtanpassung an die traditionelle Ernährung zu geben, sie geht von der persönlichen Erfahrung bei einer Ernährungsweise aus, die den Essgewohnheiten unserer prähistorischen Vorfahren so nahe steht, wie es heutzutage möglich ist.


    Artikel von Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2000)


  8. #8
    Instinktive Sperre

    Die alliästhetischen Mechanismen des Geschmackssinnes verändern die Wahrnehmung von Geschmäckern in Abhängigkeit von den Bedürfnissen des Organismus. Ein Nahrungsmittel, das zu Verzehrbeginn nützlich ist, verliert seine Nützlichkeit, sobald der Bedarf gedeckt ist. Ein zusätzlicher Bissen würde zu einer Überlastung führen, die sich schädlich auswirken könnte. Es ist folglich logisch, dass der Ernährungsinstinkt sich über eine vom Angenehmen ins Unangenehme umschlagende Geschmacksveränderung des Nahrungsmittels ausdrückt. Tatsächlich wird genau das durch die Erfahrung bestätigt.

    Man kann vier aufeinander folgende Fragen in der alliästhetischen Entwicklung eines natürlichen Geschmacks unterscheiden. Ein starker Bedarf macht sich durch ein außergewöhnlich hohes Genussniveau bemerkbar, das die durch die besten Küchenrezepte erzeugten Empfindungen bei weitem übertrifft, die so genannte „himmlische Phase". Diese kann nur erreicht werden, wenn der Organismus absoluten Bedarf an dem verzehrten Nahrungsmittel hat. Eine gewisse Zeit der Ausbalancierung und Entgiftung ist in der Regel erforderlich. Sobald die aufgenommene Menge sich dem zu deckenden Bedarf nähert, sinkt das Genussniveau, bleibt aber noch positiv: Das ist die„angenehme Phase", die anzeigt, dass der Verzehr des Nahrungsmittels noch zu einer positiven Bilanz führt. Daraufhin übersteigt die aufgenommene Menge die Bedürfnisse und das Assimilierungspotenzial, die Geschmacksmechanismen signalisieren die Gefahr durch ein Auftreten negativer Geschmackskomponenten:die „unangenehme Phase" zeigt an, dass jede zusätzlich Nahrungsaufnahme eine negative Bilanz nach sich zöge. Setzt man den Verzehr des Nahrungsmittels über diese Schwelle hinaus fort, stellt man immer größere Unannehmlichkeiten während des Kauprozesses fest: unzureichender Speichelfluss, raue, pappige, astringierende Konsistenz, Brennen der Zunge oder der Mundschleimhaut, manchmal mit Blutungen verbunden, erschwertes oder unmögliches Hinunterschlucken: Diese„schmerzhafte" oder vierte Phase (der Term ist vorzuziehen, da sie nicht immer von Schmerz im engeren Sinne begleitet wird) signalisiert eine starke Überlastung: Der Organismus weist mit all den ihm zur Verfügung stehenden Mittel das Nahrungsmittel zurück, das man ihm aufzwingen will.

    Ein solcher Übergang vom Angenehmen ins Unangenehme erfolgt nur bei in natürlicher Form verzehrten Nahrungsmitteln, deren Geschmack in keiner Weise verändert wurde auf eindeutige Weise. Der Geschmackssinn ist genetisch an ursprüngliche Geschmäcker angepasst, wie sie in den Nahrungsmitteln vor der Ära der Landwirtschaft und der Kochkost zu finden waren. Man stellt sogar fest, dass die angenehme Phase bei gezüchteten Früchten, die in der Natur nicht existieren, sehr viel ausgedehnter ist. Es gibt auch keine wahrnehmbare Geschmacksveränderung mit Kuhmilch, deren regelmäßiger Verzehr etwa 8000 Jahre zurückreicht, was offensichtlich für einen genetischen Anpassungsprozess zu kurz ist.

    Andere Empfindungen kooperieren mit der Geschmacksalliästhesie, um zusammen die instinktive Sperre zu bilden: die Wahrnehmung der Konsistenz der meisten ursprünglichen Nahrungsmittel variiert gleichermaßen entsprechend den Bedürfnissen des Verdauungspotenzials. Eine zunächst buttrig erscheinende Avocado wird pappig, eine Birne, die zu Beginn des Verzehrs auf der Zunge zerging, bekommt plötzlich eine raue Konsistenz; eine Kartoffel, die nachdem man sie in den Mund nahm, knackig und angenehm salzig schmeckte, fängt von einem Bissen auf den anderen an, auf der Zunge zu brennen und mehlig zu werden,etc. Im Allgemeinen tritt die Veränderung der Konsistenz nach der Geschmacksveränderung auf und signalisiert ein Übermaß der bereits aufgenommenen Menge.

    Die Empfindung eines vollen Magens kann man auch als eine Komponente der instinktiven Sperre ansehen.

    Es ist vorzuziehen, den Verzehr eines Nahrungsmittels einzustellen, sobald die ersten Anzeichen einer Geschmacksveränderung auftreten, eine Minderung des Genusses oder eines Völlegefühls, selbst wenn das aufgenommene Volumen unzureichend für eine Überlastung des Organismus oder eine Füllung des Magens erscheint. Diese Signale werden von den nahrungsregulierenden Hirnzentren ausgesendet und entsprechen der biologischen Realität des Organismus, d.h. seinen wahren Bedürfnissen, in sehr viel präziserem Maße, als dies über mentale Spekulationen möglich ist.

    Ebenfalls hervorzuheben ist die Nützlichkeit, jedes Nahrungsmittel solange zu verzehren, bis eines der beschriebenen Anzeichen auftritt, da in unzureichenden Mengen eingenomme Nahrungsmittel dazu führen, eine übermäßig hohe Anzahl unterschiedlicher Produkte innerhalb einer Mahlzeit zu verzehren und damit das Risiko schlechter Kombinationen zu erhöhen.


    Artikel von Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2000)


  9. #9
    Alliästhesie

    Der Term Alliästhesie lässt sich noch in keinem Wörterbuch finden. Er ist jedoch zu Beginn der siebziger Jahre wissenschaftlich definiert worden. Das Phänomen war vom Autor 1964 beobachtet worden und wurde einige Jahre später veröffentlicht.

    Von Griechisch „allos" anders und „aisthesis" Wahrnehmung, bezeichnet der Begriff eine Änderung der Wahrnehmung und ist auf alle Arten der Wahrnehmung anwendbar. Es gibt beispielsweise eine thermische Alliästhesie, die darin besteht, dass eine gleich bleibende Temperatur auf ein-und dieselbe Person eine unterschiedliche Empfindung ausüben kann, je nachdem ob sie gut in Form ist oder Kalorienmangel aufweist.

    Die Alliästhesieformen, die wir in Erwägung zu ziehen haben,betreffen den Geruchs- und den Geschmackssinn. Die Erfahrung zeigt in der Tat,dass ein- und derselbe Geruch je nach dem innerem Zustand des Individuums angenehm oder unangenehm erscheinen kann. Ein Fischgeruch, der einer Frau im Normalzustand anziehend erscheint, kann ihr zu Beginn einer Schwangerschaft unerträglich vorkommen. Dieselbe Ananas kann einer Person süß und fruchtig vorkommen, während sie ihr einen Tag später sauer und abstoßend erscheint. Es ist interessant, die Erfahrung dieser Geschmacksverschiebungen an sich selbst auszuprobieren, unter Bedingungen, die dies ermöglichen (zum Beispiel indem man jeden Abend als Vorspeise dasselbe rohe und ungewürzte Nahrungsmittel zu sich nimmt).

    Diese Beobachtungen werfen mehrere Fragen auf, auf welche die Wissenschaft versucht, zufrieden stellende Antworten zu finden. Wie funktionieren diese Mechanismen, über welche Rezeptoren werden die steuernden Hirnzentren über die Natur des verzehrten Nahrungsmittels und über den Zustanddes Organismus informiert? Entsprechen die Anziehungen und Ablehnungen, die ein Nahrungsmittel auf der Sinnesebene auslöst, den wirklichen Bedürfnissen des Organismus für die verschiedenen in diesem Nahrungsmittel enthaltenen Nährstoffe? Empfinden Tiere analoge Wahrnehmungsveränderungen und in welche Maße sind diese Veränderungen in der Lage, ihre Ernährung im Gleichgewicht zuhalten? Sollten diese alliästhetischen Mechanismen dem Menschen ermöglichen,seine Mahlzeiten korrekt ausgeglichen zu gestalten oder sind sie soweit degeneriert, dass sie nicht mehr zu gebrauchen sind? Kann man sie als eine Form des Ernährungsinstinktes ansehen? Welchen Ursprungs sind sie in der Geschichte des Lebens? Unter welchen Umständen könnten sie wiederbelebt werden und wäre es dann möglich, sie zur Gewährleistung eines angemessenen Ernährungsgleichgewichts zu verwenden? Warum haben sich die Ernährungswissenschaftler diesem Problem niemals zugewandt, wenngleich doch die Ausgewogenheit der Ernährung ihrer eigenen Einschätzung nach unverzichtbar ist,um den Organismus bei guter Gesundheit zu halten?

    Die Darlegung der Sinnesmechanismen, über die eine spontane Ausgewogenheit der Ernährung möglich wäre, stellt eine fundamentale Lösung des Problems der Diätetik dar.

    Das grundlegende Ziel der Diätetik liegt genau darin, Regeln aufzustellen, um die Ernährung ausgewogen zu halten und den individuellen Bedürfnissen anzupassen. Die körperlichen Bedürfnisse unterliegen allerdings komplexen Vorgängen und können von einer Person zur anderen erheblich variieren,was es nicht einfach macht, sichere und leicht anwendbare Regeln aufzustellen.Sollte der Organismus dazu selbst in der Lage sein? Schließlich ist dieser besser als jeder Diagnostiker über seinen wirklichen Zustand informiert. Man weiß heute, dass die Gehirnzentren der Alliästhesie Signale von Rezeptoren aus allen Organen erhalten, über die die biochemischen Daten des gesamten Organismus unaufhörlich kontrolliert werden.

    Es scheint unverzichtbar für die Zukunft der Diätetik sowie für das Wohl der Volksgesundheit zu untersuchen, ob diese alliästhetischen Mechanismen verlässlich genug sind und unter welchen Umständen sie in der Lage sind, ein optimales Ernährungsgleichgewicht zu sichern. Eine gewisse Anzahl von Forschungen sind durchgeführt worden, beispielsweise um aufzuzeigen, dass der Geschmack von Traubenzucker nach einer kalorienreichen Mahlzeit weniger angenehm wird oder um festzulegen, über welche Rezeptoren der Organismus über die Menge an vorher aufgenommenen Kohlenhydraten informiert wird, etc.

    Die Forscher haben anscheinend nicht dem Umstand Rechnung getragen, wenngleich dieser auf der Hand liegt, dass die Mechanismen der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung wie alle andere physiologischen Mechanismen genetisch festgelegt sind. Diese Hypothese hätte ihnen ermöglicht, Experimentierbedingungen zu definieren, die der Natur so nahe wie möglich kommen, unter Berücksichtigung des Umstands, dass sich das genetische Erbgut größtenteils unter den Ernährungsbedingungen des primitiven Milieus entwickelt hat. Es ist nicht erstaunlich, dass die alliästhesischen Äußerungen sehr viel weniger eindeutig mit Glukosesirup sind, der in der Natur nicht vorkommt, als mit wilden Bananen oder naturbelassenem Honig.

    Darin genau liegt die Basishypothese der instinktiven Ernährung: Die menschliche Genetik reicht Millionen Jahre zurück, es besteht also Anlass dazu, den Organismus Bedingungen auszusetzen, die den Ursprüngen so nahe wie möglich stehen, wenn man dessen normales Funktionieren beobachten möchte.Dieses Prinzip gilt auch für die alliästhetischen Mechanismen des Geruchs- und Geschmackssinnes. Die Erfahrung zeigt in der Tat, dass die Geschmacks- und Geruchsveränderungen, die den wechselnden Zuständen des Organismus folgen, mit „ursprünglichen", d.h. ohne jegliche Veränderung ihres natürlichen Geschmackes verzehrten Nahrungsmitteln, außergewöhnlich klar sind.

    Darüber hinaus ermöglichen weiter reichende Beobachtungen aufzuzeigen, dass die Ausgewogenheit der Ernährung über das Spiel natürlicher Anziehung und Ablehnung bei weitem höher ist als alles, was über die Anwendung diätetischer Vorschriften von außen erreichbar ist. Zahlreiche Kriterien ermöglichen es, die Qualität einer auf diese Weise erreichten Ausgewogenheit unter Beweis zu stellen: das Fehlen jeglicher Verdauungsüberlastung, die Behebung von Mangelzuständen aus der vorhergehenden Ernährung, der Wachstumsverlauf von Kindern, denen die Freiheit gelassen wurde, sich unter instinktiver Auswahl der ihnen zusagenden (ursprünglichen) Nahrungsmitteln zu ernähren, das Verschwinden von Entzündungsschmerz, die Verringerung von Infektionen und viele weitere Phänomene, die die Medizin auf Grund des fehlenden angemessenen experimentellen Umfeldes nicht in Betracht ziehen konnte.

    Hervorzuheben ist überdies, dass eine auf den alliästhetischen Mechanismen basierende Ernährung einen großen psychologischen Vorzug hat: Das dem Gaumen zusagende Nahrungsmittel ist nützlich für den Organismus und das ihm abträgliche Nahrungsmittel erzeugt auch keinen Genuss. Auf diese Weise ist es möglich, zwei nur allzu oft als einander entgegengesetzt angesehene Pole zu vereinen: den Essgenuss und die Sorge um Gesundheit.


    Artikel von Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2000)


  10. #10
    Ausscheidung

    Der Ausdruck „Ausscheidung von Giften" ist heute weit verbreitet und selbst in der Werbung für Mineralwasser zu finden. Er fußt allerdings auf noch unzureichend definierten Begriffen. Handelt es sich um eine Ausscheidung der Abfallprodukte des normalen Stoffwechsels oder vielmehr um anormale Moleküle, die über konventionelle Nahrungsmittel zugeführt werden und im Organismus fehl am Platze sind?

    Die Medizin hat bisher nur assimilierbare Moleküle in Betracht gezogen, ohne sich über das Los von unvollständig abgebauten Molekülen aus nicht ursprünglichen Nahrungsmitteln Gedanken zu machen. In beispielsweise durch Hitze denaturierten Nahrungsmitteln finden ungeordnete chemische Reaktionen statt, während derer es zur Bildung zahlreicher Neuer Chemischer Arten (NCA) kommt. Diese Moleküle sind in natürlichen Nahrungsmitteln praktisch nicht auffindbar, sodass die Mechanismen der Verdauung und des Stoffwechsels nicht notwendigerweise in der Lage sind, sie vollständig abzubauen. Die genetische Anpassung vollzog sich in einem ursprünglichen Ernährungsrahmen, in dem Molekülarten, die erst viel später in Erscheinung traten, durch nichts vorhergesehen werden konnten.

    Die empirische Beobachtung lässt tatsächlich darauf schließen, dass sich nicht zu vernachlässigende Mengen unabgebauter Moleküle im Organismus ansammeln. Da eine solche Situation in der Vergangenheit niemals aufgetreten ist, zumindes tnicht in demselben Ausmaß, hat unser genetisches Erbgut nicht die angemessenen Entgiftungswege vorhergesehen. Somit liegt die Befürchtung nahe, dass der Körper bei seiner Arbeit auf Schwierigkeiten stößt, die den Ausscheidungsprozess verlangsamen und zum Auftreten unangenehmer Begleitsymptome führen.

    Die Abfallprodukte des normalen Stoffwechsels mussten hingegen bereits seit den Anfängen des Verdauungssystems ausgeschieden werden, das heißt seitdem es die ersten mehrzelligen Organismen gibt. In diese Zeit reicht die Herausbildung perfekt angepasster Ausscheidungswege zurück, über die toxische Abfälle problemlos ausgeschieden werden können. Die Nieren beispielsweise scheiden die bei der Verstoffwechselung von Proteinen anfallende Harnsäure aus, ohne dass dies mit irgendwelchen Symptomen verbunden wäre.

    Es gilt also, zwischen zwei grundlegend verschiedenen Phänomenen zu unterscheiden: der Ausscheidung der Abfallprodukte des normalen Stoffwechsels,der „Detoxikation", die unbemerkt abläuft und der Ausscheidung fremder Substanzen oder „Toxinen" aus der konventionellen Ernährung, die sich im Organismus angesammelt haben. Der letztere Vorgang, den man als „Detoxination" bezeichnen kann, ist mit mehr oder weniger deutlichen Symptomen verbunden.


    Artikel von Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  11. #11
    Wie konsequent soll man Instincto durchführen?

    Von Rohköstlern und sogenannten Instinctos, die sich zusätzlich nach meiner Instinkttherapie richten, werden immer wieder folgende Frage an mich gerichtet:

    Muss man Rohkost zu 100 Prozent praktizieren oder hat man nicht vergleichbare Ergebnisse, wen man sich mit einer annähernden Diät begnügt? Wenn so viele Menschen überleben, obwohl sie zu 100 Prozent Koch-Nahrung zu sich nehmen, kann man dann nicht bedeutende Vorteile aus einer nur teilweise verbesserten Ernährung ziehen? Eine kleine Abweichung von Zeit zu Zeit dürfte doch am Zustand eines Organismus oder der Entwicklung einer Krankheit nicht viel ändern.

    Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass eine nur zu 95 Prozent praktizierte Instinktotherapie weit davon entfernt ist, ein 95prozentiges Wohlbefinden zu gewährleisten. Dazu folgende Begründungen:

    Die Lust auf bestimmte Nahrungsmittel
    Da gibt es einmal das Problem mit der Lust: Ein Organismus, den man unter Missachtung der Wirkweise des Instinktes mit Koch-Nahrungsmitteln verwirrt, d.h. den man mit künstlichen Gerichten überlastet, kann einen normalen,instinktiven Impuls für die Rohkost nicht mehr einordnen. Außerdem ist unsere Lust auf Lebensmittel durch die Erfahrungen in unserer Kindheit geprägt. Deshalb wird man nicht das notwendige Maß an Lust erreichen, um sich mit naturbelassenen Lebensmitteln allein zufriedengestellt zu fühlen. Um den Teufelskreis mit der Lust zu entgehen, ist es empfehlenswert, sich von vornherein zu 100 Prozent mit Rohkost zu ernähren.Anders ausgedrückt: Es ist sehr viel leichter, 100 Prozent zu praktizieren. Und es sind tatsächlich die Diszipliniertesten, die am längsten durchhalten.

    Körperliches Wohlbefinden erlangen
    Dann gibt es auch das Problem des Wohlbefindens. Dieser Zustand der Vollkommenheit der Körperfunktionen, den man nach und nach mit einer strengen Praxis erreicht, bleibt sehr fraglich, wenn man sich hin und wieder kleine Abweichungen leistet. Das merkt man erst, wenn man wirklich ein ausreichendes Funktionieren kennen gelernt hat.

    Ein Stück Gebäck, ein Schluck Kaffee, selbst, wenn man ein denaturiertes Nahrungsmittel nur kostet und wieder ausspuckt, zieht schon eine Reihe von Reaktionen nach sich, die das tägliche Wohlbefinden außerordentlich schädigen. Wenn dies häufiger vorkommt, - einmal täglich oder einmal wöchentlich ( um eine Größenordnung zu nennen ) -, beginnt der Körper sich an das chronische Unwohlsein so zu gewöhnen, dass man nicht mehr die Beziehung zwischen der Ursache und den Wirkungen erkennt. Man glaubt, sich in einem normalen Schwankungszustand zu befinden, und die einzigen Zeichen einer Anomalie sind eine versteckte Unzufriedenheit, eine Gereiztheit zur Essenszeit oder eine unerklärliche Neigung zur Bulimie (Fresssucht).
    Eine Abweichung vom strengen Pfad kann durchaus der Psyche eine Lustbefriedigung vermitteln. Dies kann aber niemals den Verlust des Wohlbefindens aufwiegen, der durch neurophysiologische Störungen im Rahmen der
    "Speisenvergiftung“ entsteht.

    Der Einfluss auf Krankheiten
    Doch in einem anderen Bereich sind die Unterschiede noch spürbarer: in der Entwicklung der Krankheiten. Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass eine enge Beziehung zwischen der Aufnahme von offenbar kleinsten Mengen nicht originaler Lebensmittel und der Entwicklung von angeblich entzündlichen Prozessen besteht.
    Erst neulich kehrte ein Patient nach Hause zurück, machte einen kleinen Streifzug durch seinen Kühlschrank und erlebte, wie seine Ecephalitis ( Gehirnentzündung ) in wenigen Stunden derart explodierte, dass er wieder ins Krankenhaus musste ( wo man ihm sicher sofort eine gute Kantinenernährung verordnete ). Schlussfolgerung des Patienten: Die Instikttherapie hatte bei ihm keinen Erfolg.

    Rechnerische Logik fehl am Platz
    Diese Extremfälle zeigen ein Phänomen, dass unsere Verleumder unweigerlich dem Zufall, Beobachtungsfehlern und Fanatismus zurechnen. Zweifelsohne deshalb, wie es etwas Verunsicherndes in sich hat zudenken, dass eine Abweichung, winzig im Vergleich zu dem Umfang an Giftstoffen,die sich der übliche Feinschmecker zuführt, größere Störungen nach sich ziehen kann.
    Und überhaupt: Der Dreisatz ist fester Bestandteil unseres Seelenlebens geworden. Wenn ein Gefäß 10 Liter enthält, dann enthalten zwei Gefäße 20 Liter und ein halb gefülltes Gefäß enthält fünf Liter. Wenn ein Faktor die Wirkung x hat, muss das Zehnfache des Faktors das Zehnfache von x haben. 90 Prozent des Faktors müssen 90 Prozent der Gesamtwirkung haben. Das ist die rechnerische, elementarste Logik.
    Aber sie passt eben nicht auf ein so komplexes System wie den lebenden Organismus.
    Das Prinzip der Proportionalität bleibt ohne Zweifel gültig für kleinere Veränderungen in der üblichen Ernährung. Wenn man zum Beispiel zehn Prozent gekochter Nahrung durch Rohkost ersetzt, bringt man vielleicht zehn Prozent der gewöhnlichen Störungen zum Verschwinden.

    Kleine Abweichungen – große Wirkung
    Wenn man aber 100 Prozent störende Nahrungsmittel weglässt ändert sich diese Regel. Man begibt sich dann auf den Weg einer viel aktiveren Wiederherstellung der Gesundheit, unterbrochen von Krisen der Entgiftung. Ers tim Verlaufe einen längeren Zeitraums sieht man, wie sich das wirklich normale Funktionieren des Organismus einstellt, in unserer Ausdrucksweise: der Instinkto-Zustand.
    Wenn man um zwei Prozent davon abweicht, verringert sich nicht nur die Geschwindigkeit der Verbesserung um zwei Prozent, vielmehr riskiert man, dass die Reaktionen der Gesundung außer Kontrolle geraten und sich in Krankheiten verwandeln. Dann werden 98 Prozent der aufgewendeten Anstrengungen der Nutzlosigkeit preisgegeben.
    Das Problem stellt sich verschieden dar, je nachdem, ob ich unten oder oben auf der Leiter stehe. Ganz unten sind die Erfolge um so größer, je konsequenter die Anstrengungen sind. Ganz oben auf der Leiter ist sozusagen das Gegenteil der Fall: Kleine Abweichungen haben nicht kleinen Wirkungen,sondern Katastrophen zur folge.“


    (G.C. Burger in der Zeitschrift „Der Naturarzt“ 1990)


  12. #12
    Chemotaxis

    Chemotaxis ist die Eigenschaft bestimmter Zellen, von einer chemischen Substanz angezogen oder abgestoßen zu werden. Man kann die Chemotaxis kann als einen Vorläufer des Ernährungsinstinktes ansehen.

    Die ersten Zellen der Erde kannten schon das grundlegende Problem der Nahrungsauswahl: Sie mussten in der Lage sein, giftige von nährenden Substanzen zu unterscheiden, die ersteren zurückweisen und die letzteren phagozytieren (aufnehmen). Aus den Gesetzen der natürlichen Selektion ergibt sich, dass sich im Laufe der Zeit immer die am besten genährten Zellen vermehrten und die anderen zurückgedrängt oder eliminiert wurden. Die Funktion der Chemotaxis konnte sich im Laufe der Evolution also nur zunehmend verbessern und perfektionieren. Mit dem Auftretender ersten mehrzelligen Lebewesen blieb das Problem der Nahrungswahl weiterhin bestehen. Die Arten, die sich mit den ihrer natürlichen Umwelt verfügbaren Nahrungsmitteln nicht optimal ernähren konnten, unterlagen den Arten mit leistungsfähigeren chemotaktischen Funktionen und wurden von diesen verdrängt.

    Den Mechanismus der Chemotaxis findet man heute in einer besonders weit entwickelten Form bei höheren Tierarten. Bestimmte Zellen haben sich auf die Erkennung der chemischen Eigenschaften der Objekte ihrer Umgebung und besonders der Nahrungsmittel spezialisiert:die Riechzellen, die aromatische Substanzen auf Entfernung erkennen und die Geschmacksknospen, die an der Identifizierung der löslichen Komponenten beteiligt sind. Darüber hinaus haben sich Gehirnzentren entwickelt, um einen Gesamtüberblick über die von diesen Rezeptorzellen ausgesandten Signale zu ermöglichen und diese mit Informationen der Rezeptorzellen abzugleichen, die die biologischen Parameter des gesamten Organismus kontrollieren. Die Wahrnehmung der Geruchs- und Geschmacksinformationen erfolgt somit in Abhängigkeit von den körperlichen Bedürfnissen (Alliästhesie).

    Diese Regulierungsmechanismen konnten sich im Laufe von Hunderten Millionen von Jahren weiter entwickeln. Die für immer mit der Funktion, den Organismen die für sie notwendigen Nahrungsmittel zuzuführen. Sie sind daher als Bestandteile des Ernährungsinstinktes. Ihre Funktion,in der Zufuhr von für ihr Überlebennotwendigen Nahrungselementen zu gewährleisten, die für das Überleben notwendig sind. Sie sind Teil der Gesamtheit der Funktionen, die die Zufuhr der für das Überleben notwendigen Elemente sichern und müssen als Bestandteile des Ernährungsinstinktes angesehen werden. Ihre weit zurückreichende Existenzdauer garantiert, dass sie seit den Ursprüngen Teil des Ernährungsphänomens gewesen sind und sich parallel zu den Assimilierungsmechanismen entwickelt haben. Man kann demnach davon ausgehen, dass sie einen vergleichbaren Komplexitätsgrad aufweisen - eine der Voraussetzungen dafür, dass sie mit allen natürlichen Situationen auf korrekte Weise umgehen können, in die der Ernährungsapparat gelangen kann.

    Die Erfahrung zeigt, dass diese alliästhesischen Mechanismen beim Menschen genauso gut funktionieren wie beim Tier. Sie drücken sich über Genuss oder Abstoßung aus, je nachdem, ob die Nahrungsmittel für den Körper nützlich oder schädlich sind. Seine Intelligenz befähigt den Menschen jedoch dazu, den Geschmack natürlicher Nahrungsmittel mit Hilfe aller möglichen Kunstgriffe zu verändern. Die Kunst des Kochens besteht eben darin, den natürlichen Geschmack zu verbessern, sodass schädliche Nahrungsmittel für den Gaumen angenehm werden können. Man sagt, dass der Mensch seinen Instinkt zugunsten seiner Intelligenz verloren habe. Vernünftiger wäre zu sagen, dass die alliästhesischen Mechanismen sich infolge der Chemotaxis, die deren Grundlage ist, genetisch an natürlich vorkommende Substanzen angepasst haben und nicht an die durch kulinarische Kunstgriffe entstehenden neuartigen Kombinationen.

    Die ursprüngliche Chemotaxis drückt sich über Anziehung und Ablehnung aus: Die ersten lebendigen Zellen mussten, um zu überleben schon in der Lage sein,Nahrung abzulehnen oder anzunehmen. Mit anderen Worten, gibt es die „Ja/Nein-Funktion" schon so lange wie es die Ernährung gibt. Man findet sie heute im Ernährungsinstinkt: Angenehm und unangenehm sind die Ausdrucksmittel dieses Instinktes, dessen Funktion in Auswahl und Zurückweisung besteht.

    Die „Ja/Nein-Funktion" ist darüber hinaus auch die Grundlage unserer Psyche. Alle psychischen Funktionen drehen sich um den gemeinsamen Nenner von Annahme und Verweigerung. Daraus wird ersichtlich, dass die hochkomplexe Psyche des homo sapiens letztlich das Ergebnis der nahrungsbezogenen Chemotaxis primitiver Zellen ist und ferner, dass die Art und Weise, in der die psychische Strukturierung in der Kindheit abläuft, dadurch beeinflusst werden kann, ob der Ernährungsinstinkt nach den Regeln natürlicher Harmonie gelebt wird oder auf konfliktbeladene Weise, wie dies im traditionell kulinarischen Rahmen der Fall ist.

    Die Entwicklung der Chemotaxis und der auf ihrer Funktionsweise konstruierten Sinnesorgane erfolgte in ständigem Kontakt mit ursprünglichen Nahrungsmitteln, solange bis die Intelligenz des Menschen diesen dazu befähigte, den Geschmack von Nahrungsmitteln zu verändern. Der Zweck der Kochkunst liegt darin, den Geschmack natürlicher Nahrungsmittel zu verbessern und das natürliche Funktionieren des Instinktes zu unterbinden. Die instinktiven Signale, deren Zweck darin zu bestehen scheint, ein korrektes Ernährungsgleichgewicht herzustellen, werden als Alliästhesie bezeichnet.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  13. #13
    Arzt

    Es ist nicht immer einfach, einen zufrieden stellenden Kontakt mit den Vertretern der Ärzteschaft herzustellen, wenn man eine unkonventionelle Ernährung praktiziert.

    Die Verdrängung des Ernährungsproblems durch die Schulmedizin macht dieses Thema zu einem besonderen Konfliktherd. Ein Versäumnis, das die Gesundheit zahlreicher Individuen möglicherweise dramatisch beeinträchtigt hat, erzeugt unvermeidlich unbewusste Schuldgefühle. Seit einigen Jahren wird sich die Medizin mehr und mehr der großen Rolle bewusst, die die übliche Ernährung bei der Entstehung von Krebs und Herz-Kreislaufbeschwerden spielt. Diese positive Entwicklung der Kenntnisse zwingt die Medizin, die Öffentlichkeit vor traditionellen Ernährungsgewohnheiten zu warnen, eine neue Strömung in den Annalen der Ernährungswissenschaften. Doch dieses Geständnis kam nicht ohne Schmerzen zustande und hilft allen, die mehr wollen, als pflanzliche Fasern zu essen und aufs Grillen zu verzichten, nicht viel weiter.

    Die Ärzte kann man nicht dafür verantwortlich machen, kaum etwas über die schädlichen Folgen der üblichen Ernährung zu wissen. Ihr besonders langes und anstrengendes Studium rechtfertigt ihr Vertrauen in die Prinzipien, die ihnen eingeprägt werden. Was die Ernährungswissenschaften angeht, so wirken sie wie die Stiefkinder eines bereits überlasteten Programms. Darüber hinaus haftet ihnen eine folgenschwere Wissenslücke an elementarer Stelle an. Alle experimentellen Studien und alletheoretischen Entwicklungen, die Ernährungslehre und Pathologie vereinen sollten, vernachlässigen den wahrscheinlich wichtigsten Faktor: die Möglichkeit einer genetischen Nichtanpassung an die übliche Ernährung.

    Eine Lücke eines solchen Ausmaßes machte es der medizinischen Forschung lange Zeit über und auch jetzt noch unmöglich, die Ursachen von Krankheiten zu definieren, die mit einem Ernährungsungleichgewicht und dem Auftreten fremder Moleküle im Körper zusammenhängen. Die direkte Beziehung zwischen Nahrungsüberlastung und Entzündungsschmerz beispielsweise, die im Rahmen der natürlichen Ernährung offensichtlich wird, konnte unter den üblichen Ernährungsbedingungen niemals weder beobachtet noch erklärt werden, da alle Individuen von Störungen durch die Ernährung betroffen sind.

    Die häufigste Erklärung für Unterschiede in der Schmerzempfindung von einem Individuum zum anderen, ist ein Verweis auf irrationale Faktoren: "Das ist psychisch bedingt…". Es fehlt offensichtlich an einer rationalen Schmerztheorie, aus dem einfachen Grund, weil das Schmerzniveau in enger Beziehung zur Ausgewogenheit der Ernährung steht und diese Ausgewogenheit bisher nicht korrekt definiert werden konnte. Das wiederum aus dem ebenfalls einfachen Grund, weil die notwendigen Bedingungen zum Funktionieren des Ernährungsinstinktes allgemein unbekannt sind, da sie eine Ernährungsweise voraussetzen, die mit der Genetik des Organismus in Einklang steht…

    Unter den gegebenen Umständen ist es besser, sich auf keinen Dialog zum Thema Ernährung einzulassen, es sei denn man hat es mit Ärzten zu tun, die auf natürliche Ernährung sensibilisiert sind. Die Diskussion wäre mit ziemlicher Sicherheit schnell beendet, vor allem, wenn der Patient nicht über das erforderliche wissenschaftliche Vokabular verfügt, um seinen Standpunkt klar zu vertreten.Besser ist es also, den Mann der Kunst sein Wissen anwenden und seine Schlüsse ziehen zu lassen. In Notfällen ist es in jedem Falle ratsam, den Arzt nicht zu verunsichern, indem man versucht, ihn von bestimmten Naturheilprinzipien zu überzeugen. Ein ärztlicher Eingriff verlangt einen Zustand der Entspannung und Konzentration, dem offene Kontroversen nur abträglich sein können. Ärztliche Kunstfehler können, vor allem in der Chirurgie, gravierende Folgen haben,besser ist es, den Arzt im Rahmen seiner Möglichkeiten Freiraum zu lassen und seine Empfehlungen im Nachhinein zu überdenken.

    Die Zahl der Ärzte,die mit den Prinzipien der Instincto-Ernährung vertraut sind, nimmt mehr und mehr zu. Ein Dialog mit einem diesbezüglich vorgebildeten Arzt ist selbstverständlich einfacher und daher vorzuziehen.


    Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2000)


  14. #14
    Detoxikation

    Von der Medizin geprägter Begriff zur Bezeichnung der Ausscheidungsmechanismen von normalen Stoffwechselabfällen.

    Diese Mechanismen sind genetisch programmiert und zunächst für die in ursprünglichen Nahrungsmitteln enthaltenen Substanzen vorgesehen. Ihnen stand die Zeit seit der Entstehung des Verdauungskanals zur Verfügung, sich im Lauf der Evolution zu perfektionieren. Die Prozesse laufen aus diesem Grund unbemerkt ab, ohne dass irgendein Symptom auf ihre Aktivitäthinweisen würde. Die Nieren scheiden zum Beispiel Harnsäure aus, ein Abfallprodukt des Proteinstoffwechsels, ohne dass dabei besondere Anzeichen wahrnehmbar wären.

    Infolge kulinarischer Denaturierungen und des Verzehrs nichtursprünglicher Nahrungsmittel, sammelt sich eine bestimmte Anzahl von Molekülen, an die sich der Stoffwechsel nicht anpassen konnte im Organismus an, ohne vollkommen abgebaut worden zu sein. Solche der genetischen Programmierung des Stoffwechsels fremde Moleküle können nicht immer auf den Wegen der normalen Detoxikation eliminiert werden. Der Organismus setzt also sobald es ihm möglich ist, außergewöhnliche Ausscheidungsmechanismen in Gang, für die ich den Begriff „Detoxination" vorschlage.

    Die Detoxikation ist also eine Gesamtheit natürlicher Mechanismen und Teil der natürlichen physiologischen Funktionen. Sie unterliegt denselben Harmonieeigenschaften wie alle natürlichen Funktionen. Die Detoxination hingegen ist ein paradoxes, den Naturgesetzen nicht entsprechendes Phänomen.Sie unterliegt aus diesem Grund nicht denselben Harmonieeigenschaften und muss aufmerksam überwacht werden, um das Auftreten unangenehmer Symptome oder irreversibler Schäden zu verhindern.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  15. #15
    Darmschranke

    Die Theorie der Darmschranke war lange Zeit über das Standbein der Ernährungswissenschaften. Es galt als allgemein anerkannt, dass die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Makromoleküle die Darmwand nicht durchtreten und nur verdaute, d.h. von den Verdauungsenzymen in kleine Fragmente aufgespaltene Moleküle in den Organismus eindringen können.

    Diese Theorie erlaubte a priori jede Hypothese zurückzuweisen, die eine unter bestimmten Umständen schädliche Auswirkung der Ernährung in Erwägung zöge. Makromoleküle wie z.B. Proteine oder Polysaccharide, die der Arbeit der Verdauungsmechanismen entgingen, würden von der Darmwand zurückgewiesen und über den Stuhl ausgeschieden werden, könnten also nicht die Ursache von Schäden irgendeiner Art sein. Was die kleinen Moleküle wie Aminosäuren und einfache Zucker betraf,so konnten diese keinerlei toxische Wirkung ausüben. Der Organismus bedient sich dieser unter anderem, um die zu seinem Funktionieren notwendigen Makromoleküle zusammenzusetzen.

    Es steht fest,dass der Begriff der Darmschranke die medizinische Forschung tiefgehend beeinflusst hat und einer der Hauptgründe dafür war, weshalb diese über Jahrzehnte hinweg den Ernährungsfaktor unbeachtet ließ. Die Medizin hatte sich nicht um die Ernährungsgewohnheiten der Kranken zu kümmern, was ihre Verantwortung wesentlich einschränkte.

    Leider war die Theorie mit gravierenden Fehlern durchsetzt, wie dies spätere Entdeckungen gezeigt haben.Bestimmte Makromoleküle aus der Ernährung können offenbar durch die Darmwand gelangen und in Blut und Lymphe eindringen.Es handelt sich dabei nur um einen kleinen Prozentsatz der Nahrungsmoleküle,aber es genügen schon sehr kleine Mengen fremden Substanz, um schwere Störungen im Organismus zu verursachen. Ein täglich wiederholtes Eindringen fremder Moleküle kann entweder zu einer Ansammlung von toxischen Substanzen in der Art einer Schwermetallvergiftung oder zu einer wiederholten Stimulierung des Immunsystems führen. Das Immunsystem kann darauf entweder mit einem Intoleranz- oder einem Toleranzzustand reagieren, d.h. mit allergischen Reaktionen oder mit einem Verschwinden jeglicher Symptome. Beide Pathologien erzeugen Unordnungen,es wäre daher wünschenswert und seit langem notwendig, dass sich die Forschung ernsthafter mit diesem Thema befasste.

    Die instinktive Ernährung schützt im Prinzip vor Störungen dieser Art, da sie dem Organismus ermöglicht, unter Bedingungen zu funktionieren, an die er sich von seinen Ursprüngen an genetisch hat anpassen können. Die Verdauungsorgane und die Darmwand haben Millionen Jahre Zeit gehabt, sich herauszubilden und ein Eindringen gefährlicher Moleküle zu verhindern.

    Nach denEvolutionsgesetzen konnten sich die verschiedenen Arten nur in Richtung einer ständig zunehmenden Perfektionierung aller für das Überleben nützlichen Funktionen hin entwickeln. Die Verdauung und die Schutzmechanismen gegen schädliche Moleküle aus ursprünglichen Nahrungsmitteln sind zweifellos einer besonders starken Auslese unterzogen worden, ist das Überleben des Individuums doch direkt von diesen Funktionen abhängig.

    So zeigt die Erfahrung, dass eine natürliche, instinktiv regulierte Ernährung den Körper vor zahlreichen Störungen bewahrt, die unter dem Einfluss von Hitze erzeugten Fremdmolekülen beobachtet werden können.


    Guy-Claude Burger ( ungefähr im Jahr 2000)


  16. #16
    Esserziehung

    Die Esserziehung spielt nicht nur für das Essverhalten eine grundlegende Rolle, sondern für die gesamte psychische Strukturierung. Die täglichen Lust- und Unlusterfahrungen, die das Kind macht und die von den Anweisungen und Verboten der Eltern begleitet werden, speichern sich von seinen ersten Lebensjahren an in seinem Unterbewusstsein und bleiben sein ganzes Leben über in den Tiefen seiner Psyche verankert. Es handelt sich also um ein Thema, dem größte Beachtung zu schenken ist, wenn man dem Kind die besten Voraussetzungen für seine Zukunft sichern will.

    Die Psychologie lehrt uns, dass Lust und Unlust die Psyche strukturieren; übrigens ist dies eine der Voraussetzungen, um ein Tier zu dressieren. Wenn ein Hund durch einen Reifen springt, „belohnt" man ihn dafür, entweder streichelt man ihn, oder, was sehr viel besser wirkt, man gibt ihm einen Leckerbissen. Es genügt, diesen Vorgang ein paar Mal zu wiederholen, dann fängt der Hund schon beim Anblick eines Reifens automatisch an zu springen. Man nennt dies einen konditionierten Reflex. Ganz ähnlich verläuft die psychische Konditionierung beim Kind, vor allem in der Esserziehung, die ständig mit Erfahrungen von Lust und Unlust verbunden ist.

    Die vorherrschende Rolle des Gaumengenusses lässt sich besser verstehen, wenn man weiß, dass der Gaumengenuss der direkte Ausdruck des Ernährungsinstinktes ist und dieser Instinkt zu unseren fundamentalen und damit überlebenswichtigen Funktionen gehört. Die Psychoanalyse zeigte die grundlegende Bedeutung des Sexualinstinktes für die Entwicklung der Psyche. Die Frustrationen und Konflikte, die das Kind durchlebt, setzen sich in seinem Unterbewusstsein fest und führen oberhalb einer bestimmten Grenze zur Neurose. Die Genusserfahrungen durch den Ernährungsinstinkt sind zweifellos genauso wichtig und häufig wie die mit dem Sexualinstinkt verbundenen Lusterfahrungen, vor allem in der frühzeitigen Phase, in der orale Stimulierungen prägend und entscheidend sind.Der Mund ist das erste Organ zur Erforschung der Außenwelt. Die ersten Nahrungserfahrungen spielen daher eine genauso wichtige Rolle wie die ersten sexuellen Erlebnisse, und man kann nur bedauern, dass sich die Psychoanalyse niemals mit dem Ernährungsinstinkt beschäftigt hat.

    Unter natürlichen Umständen ist die Esserziehung auf ein Minimum reduziert. Das Kind findet von selbst die Nahrungsmittel, die es benötigt, seine Eltern vertrauen auf seinen Instinkt, dessen Präzision sie täglich an sich selbst erfahren und werden daher kaum regulierend einschreiten. Das Kind, von seinem Geruchssinn geleitet, verlangt nach der Frucht, die ihm gut tut und weist die zurück, die ihm nicht zuträglich ist. Es weiß besser als sonst irgendjemand,was es essen muss, um sich gut zu entwickeln. Seine Eltern haben ihm lediglich eine ausreichend große Auswahl natürlicher Nahrungsmittel zur Verfügung zustellen und ihm gewissermaßen zu gehorchen, indem sie ihm beim Verzehr der Produkte behilflich sind, die es auswählt.

    Unter den üblichen Ernährungsbedingungen, verläuft alles ganz anders. Das Kind kann sich nicht auf seinen Instinkt verlassen, um zu wissen, was es essen muss und was nicht. Wenn man ihm freie Hand lässt, wird es durch nichts davon abgehalten, sich mit Süßigkeiten, Teigwaren, Butterbroten und anderen seinem Gaumen schmeichelnden aber seiner Gesundheit abträglichen Nahrungsmitteln zu überlasten. Höchstwahrscheinlich würde es ebenso bestimmte Nahrungsmittel ablehnen, die ihm weniger verlockend erscheinen, aber für seinen Organismusu nerlässliche Elemente enthalten. Ein Einschreiten seitens der Eltern erweist sich als notwendig, um seine Ernährung einigermaßen ausgewogen zu gestalten. Da der Geschmack veränderter Nahrungsmittel kein Maß für ihren Nährwert ist,müssen die Eltern das Kind einerseits dazu zwingen zu essen, was sein Geschmackssinn ihm als schädlich signalisiert und ihm andererseits verbieten zu essen, was ihm gut schmeckt, was sein Körper ihm also nach dem Funktionsprinzip des Instinktes als notwendig für sein Überleben anzeigt. Aber auch die Eltern können nicht mit Bestimmtheit wissen, was dem Kind gut tut und was ihm schaden wird. Um es vor Unterernährung zu schützen, bleibt als einzige Möglichkeit, ihm so viele Nahrungsmittel wie möglich vorzusetzen, was das Kind dazu bringt, regelmäßig über sein Völlegefühl hinaus zu essen.

    Das Kind wird feststellen, dass seine Eltern sich zufrieden zeigen und ihm Zärtlichkeit entgegenbringen, wenn es seine instinktiven Impulse unterdrückt und gereizt reagieren, wenn es den Äußerungen seines Instinktes Folge leistet. Man kann sich die Folgen einer so widersprüchlichen Situation für die psychische Strukturierung ungefähr ausmalen, wenn man sie mit einem sehr bekannten Experiment vergleicht: Eine Katze, der man ein Stück Fleisch anbietet, sie aber mit Elektroschocks bestraft, sobald sie sich dem Fleisch annähert, zeigt nach einer bestimmten Zeit ein neurotisches Verhalten. Dies legt nahe, dass die endemische Neurose, die unsere Zivilisation kennzeichnet, nicht nur sexuelle, sondern auch ernährungsbezogene Komponenten enthält.

    Unser anerzogener Reflex ist, uns bei der Wahl der Nahrungsmittel nach dem Druck des Umfelds oder diätetischer Vorschriften zu richten oder auch nach unserer intellektuellen Geschmacksvorstellung. In den meisten Fällen ist eine Umerziehung notwendig, um Selbstvertrauen und die nötige Offenheit wieder zu finden, die Grundvoraussetzungen sind, um den Äußerungen des Instinktes auf korrekte Weise folgen zu können. Es ist möglich, diese Umerziehung zu beschleunigen,indem man sich an bestimmte Regeln hält, wie sie im Rahmen der Instincto-Ernährung definiert sind.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  17. #17
    Disziplin

    Auf den ersten Blick ist der Begriff der „Disziplin" mit dem des „Instinkts" unvereinbar. Mit Disziplin wird ein mentaler Vorgang bezeichnet, bei dem das sogenannte „Ich" den ungeordneten Impulsen des Instinktes seinen Willen auf zwängt Im Prinzip müsste eine Abwesenheit jeglichen mentalen Willens dem Instinkt ermöglichen, sich frei auszudrücken.

    Die Disziplin, um die es hier geht, ist selbstverständlich keine, die dem Körper aufgezwungen wird, sondern eine Regulierung des Ichs, um jegliche Intervenierung mentalen Willens bei der Auswahl der Nahrungsmittel auszuschließen; Es bedarf in der Tat eines willentlich gefassten Entschlusses, um willentlich gefasste Entschlüsse zu vermeiden, die sich dem natürlichen Funktionieren des Ernährungsinstinktes entgegen stellen könnten.

    Im Rahmen der konventionellen Ernährung wird die Nahrungsauswahl, soweit diese möglich ist, vielmehr durch einen mentalen Entschluss als durch den Instinkt getroffen. Das gleiche gilt für die Einnahme einer Mahlzeit, wenn diese vorgesetzt wird,. Die Erinnerung an einen Geschmack, eine Stimmung, ein Unbehagen im Zusammenhang mit einem bestimmten Nahrungsmittel diktieren die Lust oder die Angst, dieses wieder zu verzehren, ohne den wirklichen Bedürfnissen des Organismus Rechnung zu tragen. Das Scheitern der alliästhesischen Mechanismen weist dem Intellekt die Möglichkeit zu, die Dinge in die Hand zu nehmen.

    Im Rahmen der natürlichen Ernährung dominieren die alliästhesischen Veränderungen des Geruchs- und Geschmacksinns die Erinnerungen und Vorstellungen. Eine intellektuell getroffene Wahl führt häufig zu einem enttäuschenden, sogar abstoßendem Geschmack, im vollkommenem Gegensatz zum erwarteten Genuss. Für jemanden, der sich über Jahre hinweg daran gewöhnt hat,zu essen, was ihm sein Intellekt vorschreibt, ist es schwierig, diese Enttäuschungen zu akzeptieren. Nach und nach kommt in seinem Geist die Idee auf, dass ein verändertes Nahrungsmittel ihm ermöglichen könnte, die Leichtigkeit der Kochkunst wieder zu finden. Innerhalb dieses Rahmens muss man nicht mehr nach dem Nahrungsmittel suchen, das den körperlichen Bedürfnissen entspricht. Der Kunstgriff ermöglicht, Genuss zu erreichen, ohne sich um die Gesetze der Natur kümmern zu müssen.

    Genauso weisen nicht vollkommen natürliche Nahrungsmittel, wie diejenigen, die man im üblichen Handel anfindet, keinen normalen Vitalwert auf. Sie vermitteln aus diesem Grunde nicht denselben Genuss wie die von jeglicher Denaturierungfreien Nahrungsmittel.

    Letztendlich senkt jeder gegenüber den Naturgesetzen begangener Fehler das Genussniveau und führt ein Gefühl der Frustrierung herbei. Es ist daher sehr viel einfacher, die natürliche Ernährung unter aufmerksamer Beachtung der von der Natur vorgegebenen Regeln zu praktizieren. Das setzt eine ständige Disziplin voraus, vor allem zu Anfang, um ein angemessenes Genussniveau erreichen zu können. Man muss zunächst die „himmlischen Phasen" entdecken,das heißt, den Geschmack, den ein natürliches Nahrungsmittel annimmt, wenn kein Faktor das korrekte Funktionieren des Ernährungsapparates stört. Sobald dies der Fall ist, übernimmt der Genuss gewissermaßen die Funktion der Disziplin:Jeder Fehler führt zu einem Genussverlust; dieser wird als unangenehm und wie eine Bestrafung empfunden. Mit der Wiederholung wird der Fehler schließlich als ein negatives Element integriert und spontan vermieden.

    Eine Disziplin des bewussten Willens ist für einen guten Start unerlässlich.Die ersten Erfahrungen, die man mit der natürlichen Ernährung macht, sind für die Zukunft entscheidend. Schlechte Verhaltensweisen, die man sich zu Anfang an gewöhnt, werden zu einer ständigen Entgleisungsursache und stellen die Praxis auf lange Sicht in Frage. Die beste Lösung besteht darin, sich alles notwendige Vorwissen anzueignen, bevor man ein Eigenexperiment beginnt. Die ersten Reflexe, die sich im Unterbewusstsein eingravieren werden mit dem natürlichen Funktionieren des Instinkts in Einklang sein und allen weiteren Experimenten als Grundlage dienen.

    Ein Mindestmaß an Disziplin bleibt unerlässlich, wenn man nicht ständig zwischen dem Wunsch, im Interesse seiner Gesundheit zu handeln und Rückfällen in die Kochkunst hin- und hergerissen bleiben will. Eine Ausnahme führt im Allgemeinen zu einer Verminderung der instinktiven Anziehung auf natürliche Nahrungsmittel; der Genussmangel erhöht das Frustrierungsniveau, die Ausnahmen nehmen zu und machen die natürlichen Ernährung zu einem ständigen Kampf gegen Versuchungen. Es ist so viel einfacher, die natürliche Ernährung unter Anwendung einer gesunden Disziplin zu praktizieren, um so schnell wie möglich die wohltuende Ausgewogenheit natürlichen Verhaltens wieder zu finden.

    Man muss allerdings darauf achten, dass die Disziplin, der man sich unterwirft,nicht zu einer Art Religion wird. Die unbewussten Ängste, die mit dem Problem der Ernährung und Gesundheit in Zusammenhang stehen, erzeugen leicht ein Bedürfnis nach Absicherung. Die Disziplin wird daher als eine Garantie zur Erlösung wahrgenommen und jede Abweichung wird zum Sinnbild von Gefahr, sogar von Sünde. Eine solche Herangehensweise ist jedoch in vielerlei Hinsicht unproduktiv: Sie schließt das legitime Recht auf persönliche Erfahrungen aus; sie verschließt den Praktizierenden in einem System von Ängsten und Schuldgefühlen, das schließlich unerträglich wird; sie isoliert ihn von den anderen, die andere Sichtweisen haben und ihn als anschuldigend und moralisierend empfinden.

    Das richtige Maß an Disziplin erfüllt in etwa die Funktion der Spielregeln in einer sportlichen Disziplin. Auch wenn man diese für ein Praxis der Sportart nicht übermäßig entscheidend sind, verhindert in keiner Weise, dass die Regeln korrekt beachtet werden: Die Natur ist kein System und die Disziplin muss den Zweck erfüllen, die wahre Freiheit wieder zu entdecken, durch die man dem Wunder des Lebens gewahr wird.



    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  18. #18
    Gewöhnung

    Die Gewöhnung ist ein seit der Antike bekanntes Phänomen: Mithridates der Erste glaubte, dem Tod entrinnen zu können, indem er sich jeden Tag eine etwas höhere Dosis Gift zuführte. Sein fester Glaube an eine auf diese Weise mögliche Gewöhnung wurde jedoch enttäuscht, als eine vergleichsweise geringe Menge Gift ihm wenig später das Leben kostete.

    Heutzutage ermöglichen die Fortschritte der Immunologie einige Mechanismen der Gewöhnung besser zu verstehen. Die großen, unserem Organismus fremden Moleküle (oder„Antigene") werden vom Immunsystem erkannt und zerstört. Wenn sie regelmäßig in die Körperflüssigkeiten eindringen, wird die Immunreaktion intensiver; die allmähliche Sensibilisierung führt zu einer so genannten Intoleranz. Wiederholt sich die Zufuhr unerwünschter Moleküle jedoch zu oft, reagiert das Immunsystem schließlich nicht mehr, und es stellt sich der als „Immuntoleranz" bekannte Zustand ein.

    Das Phänomen der Gewöhnung lässt sich allerdings nicht nur bei Makromolekülen beobachten, durch die eine Immunreaktion ausgelöst werden kann, sondern bei allen Arten toxischer Moleküle. Es handelt sich um ein allgemeines Phänomen, das anscheinend von der Natur vorgesehen ist, um gegen unvorhergesehene Situationen gewappnet zu sein.

    Der Körper gehorcht hier einem Energieeinsparungsgesetz: Die zur Verteidigung einer als schädigend anerkannten Situation eingesetzten Kräfte stellen eine Energieverschwendung dar, wenn diese Situation sich systematisch wiederholt und unabwendbar ist. In diesem Fall ist es besser, die Energie anderweitig zu verwenden, zum Beispiel zur Verstärkung anderer Funktionen oder zur Reparatur von durch den schädlichen Faktor herbeigeführten Schäden.

    Die Verteidigungsreaktionen sind an bestimmten, manchmal unangenehmen Symptomen erkennbar. Die erste Zigarette zum Beispiel, löst Husten und Übelkeit aus,Warnsignale gegen eine Vergiftungsgefahr. Mit der Wiederholung verschwinden diese Signale und der junge Raucher meint, den Belastungen des Rauchens nun mehr zu „widerstehen". In Wirklichkeit aber hat sein Körper aufgegeben, Energie als Warnsignal einzusetzen, da sich die Warnungen als unnütz erwiesen haben.Das schließt allerdings nicht die Gefahren aus, die der wiederholte Kontakt mit den krebserregenden Teerstoffen des Tabakrauches beinhaltet, noch die durch das Nikotin ausgelösten Abhängigkeitsphänomene.

    Ebenso verhält es sich mit Alkohol. Die ersten Weingläser erzeugen ein Gefühl des Unwohlseins, manchmal Übelkeit und Erbrechen; mit zunehmender Gewöhnung ruft derselbe Wein angenehme Empfindungen hervor. Der Trinker schlussfolgert daraus, gegen Alkohol fortan gewappnet zu sein, obwohl sein Körper lediglich aufgehört hat, gegen weitere Giftzufuhren zu reagieren. Ein wiederholter Konsum von alkoholischen Getränken kann Leberzirrhosen oder Hirnschäden herbeiführen, ohne dass die Schwere der Vergiftung an Reaktionen des Körpers erkennbar wäre.

    Wie es durch diese Beispiele veranschaulicht wird, schließt eine Gewöhnung nicht die tödlichen Konsequenzen eines schädlichen Faktors aus, ein Verschwinden der Symptome kann auf einen Verzicht des Organismus hinweisen, auf die Fehler zu reagieren, denen er fortwährend ausgesetzt wird. Bestimmte Erscheinungen können auf die Abwehrprozesse zurückgeführt werden, die der Körper zur Erhaltung seiner Integrität ausführt. Folglich müsste man sich über das Verschwinden solcher Symptome eher beunruhigt als erfreut zeigen.

    Die Sensibilität des Organismus einem schädlichen Element gegenüber ist ein Zeichen seiner Wachsamkeit: Ein scheinbar unbeschwertes Tolerieren dieses Übels muss in den meisten Fällen als ein Verlust des vitalen Potenzials ausgelegt werden. Der infolge von Verletzungen auftretende Schmerz zum Beispiel, hat die Funktion, die Unversehrtheit des Organismus zu sichern. Individuen, die auf Grund vererbter Defekte kein Schmerzempfinden haben, unterliegen der ständigen Gefahr, Teile ihres Körpers zu zerstören, ohne dass ihnen diese Schäden in irgendeiner Weise signalisiert würden.

    Die Gewöhnung tritt auch bei durch die Nahrung herbeigeführten Schädigungen auf. Am häufigsten in der frühen Kindheit, wenn die Eltern ihrem Baby die erste Flasche oder den ersten Brei verabreichen. Zahlreiche Säuglinge reagieren mit Unwohlsein und Übelkeit, was man für einfache Verdauungsschwierigkeiten hält. Schreien, Erbrechen, Durchfälle, Fieber und Ausschlag verschwinden nach einer gewissen Zeit und man freut sich, dass sich das Baby an seine Ernährung "angepasst" hat. Das Verschwinden von Symptomen weist aber ganz im Gegenteil auf ein Absinken der körpereigenen Verteidigung hin, der einzige Ausweg des Organismus gegenüber schädlichen Nahrungsmitteln, die ihm jeden Tag aufs Neue zugefügt werden.

    Wiederholung führt zu Gewöhnung, aber Gewöhnung bedeutet kein Verschwinden der schädlichen Einflüsse.

    Wenn der Organismus seine Verteidigungsmechanismen nicht mehr zur Bekämpfung unerwünschter Substanzen einsetzt, können sich die fremden Moleküle ungehindert ansammeln, ohne dass irgendein Symptom auf die Gefahr hinweist. Mit der Zeit verschlimmert sich die Situation, bis zu dem Tag, an dem die Konzentration fremder Stoffe Funktionsstörungen oder irreversible Degenerierungen hervorbringt, die zum Auftreten anderer, sehr viel schwerwiegender Symptome führen.

    Eine natürliche Ernährung ermöglicht, die regelmäßige Zufuhr schädlicher Substanzen einzustellen und die Abwehrkräfte des Organismus wieder zu beleben. Genau wie die Bewohner eines regelmäßig bombardierten Gebietes zurückhaltend aus ihren Verstecken hervorkommen, sobald die Bombenangriffe eingestellt werden, setzt der Körper seine unterschiedlichen Verteidigungsmechanismen allmählich wieder in Gang. In den meisten Fällen macht sich die erfolgte Arbeit durch eine Rückkehr der vor der Gewöhnung aufgetretenen Symptome bemerkbar.Symptome dieser Art dürfen nicht mit Krankheitssymptomen verwechselt werden.Sie zeugen im Gegenteil von einer Wiederherstellung des normalen vitalen Potenzials und dauern nur die Zeit über an, die für den Entgiftungsvorgang benötigt wird.

    Durch kulinarische Kunstgriffe veränderte Nahrungsmittel führen ebenfalls eine Gewöhnung auf der Ebene der alliästhesischen Mechanismen herbei. Je länger man beispielsweise sehr salzig isst, umso fader erscheinen weniger stark gesalzene Speisen. Eine ständige Verwendung von Gewürzen führt zu einem Abstumpfen der Geschmackssensibilität und es braucht eine gewisse Zeit, um eine normale Fähigkeit zur Unterscheidung von Geschmacksaromata wiederzu erlangen DieGeschmackssensibilität spielt eine entscheidende Rolle als Schutzfunktion gegen schädliche oder nutzlose Nahrungsmittel. Man kann unangenehme Geschmacksempfindungen zu Recht als einen Abwehrmechanismus bezeichnen. Die Gewöhnung an einen zunächst als unangenehm empfundenen Geschmack muss demnach als eine Absenkung des Verteidigungspotenzials interpretiert werden. Die Rückkehr zu einer nicht-denaturierten Ernährung müsste erneut eine Erkennung schädlicher Lebensmittel ermöglichen. In der Tat verändern sich die angenehmen Geschmäcker, die man denaturierten Nahrungsmitteln vorher abgewann, nach und nach; wenig einladende Nachgeschmäcker, die man vorher nicht wahrnahm, weisen auf die Gefahr hin.

    So ergibt sich ein natürlicher Schutz gegen denaturierte Nahrungsmittel, der jedoch seine Grenzen hat:

    • Es braucht manchmal Jahre, um sich aus einer Gewöhnung zu lösen: Die Gewöhnung erfolgte über einen Zeitraum mehrerer Jahre, sodass es einer gewissen Geduld bedarf, bis man wieder auf eine natürliche Verteidigung zählen kann;
    • Die Verteidigungsmechanismen sind genetisch programmiert und sind ihrem Prinzip nach nicht für unnatürliche Situationen vorgesehen, sodass bestimmte schädliche Nahrungsmittel, die in der Natur gar nicht oder nur sehr selten vorkommen (zum Beispiel frittierte Kartoffeln, Süßigkeiten, Käse) die Geschmacksbarriere fehlleiten können; bestimmte Individuen werden keinerlei negative Geschmackskomponenten empfinden, wenngleich die Schädlichkeit offensichtlich ist.


    Auf den Punkt gebracht, ist eine Gewöhnung ein für den Körper gefährlicher Zustand. Die Wiederbelebung der Verteidigungsmechanismen ist mit dem Auftreten von Symptomen verbunden, die man korrekt zu interpretieren wissen muss.



    Guy-Claude Burger ( Ungefähr im Jahr 2000)


  19. #19
    Sinnesanalyse

    Die Gerüche und Geschmäcker beinhalten eine große Anzahl von Komponenten, die über die Analyse der eigenen Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen unterschieden werden können.

    Der Geruchsnerv (regio olfactoria) enthält einige 14 Milliarden Zellen,die auf einer Fläche von einigen Quadratzentimetern im oberen Teil der Nasenhöhle angeordnet sind. Die verschiedenen nebeneinander gestellten Zellen erfüllen nicht dieselbe Aufgabe: Sie erkennen jeweils unterschiedliche aromatische Komponenten, sodass die Wahrnehmung eines Geruchs einer Erkennung dessen „Geruchsbildes" gleichkommt. Die für die verschiedenen Komponenten eines Geruches empfänglichen Sinneszellen sind auf sehr präzise Weise aufgeteilt, und die Analyse eines Geruches kommt letztlich der Analyse eines auf die Netzhaut projizierten Bildes ziemlich nahe.

    Der Geruchssinn ist in unserer Kultur leider unterentwickelt und wenig gefordert und es bedarf langwieriger Einübungen, um sein gesamtes Potenzial wiederzubeleben. Eine ausgezeichnete Übung besteht darin, die Gerüche und Geschmäcker ähnlicher Nahrungsmittel aus unterschiedlicher Herkunft, die unterschiedlichen Behandlungen unterzogen wurden, zu vergleichen, zum Beispiel Tomaten aus dem eigenen Garten mit Tomaten aus dem Handel, auf unberührtem Boden angebaute Karotten mit Karotten, die unter Verwendung hitzedenaturierten Düngers kultiviert wurden, luftgetrocknete Walnüsse vom eigenen Nussbaum mit bei 60°C im Ofen getrockneten Walnüssen. Indem man abwechselnd von einem zum anderen Nahrungsmittel wechselt, lernt man nach und nach bestimmte in dem einen Nahrungsmittel enthaltene und in dem anderen fehlende Komponenten und umgekehrt zu erkennen. Man wird zum Beispiel ein thermisch denaturiertes Nahrungsmittel an dem Vorkommen von Maillard-Produkten identifizieren, Substanzen, die infolge von chemischen Reaktionen bei hohen Temperaturen entstehen, oder eine chemisch behandelte Frucht an dem Fehlen bestimmter aromatischer Komponenten erkennen,die das "Bouquet" der natürlich kultivierten Frucht ausmachen.

    Ein denaturiertes Produkt lässt sich allerdings nur ausfindig machen, wenn man über ein nicht denaturiertes Vergleichsprodukt verfügt. Die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung unterliegt seit der Geburt einer täglichen Konditionierung durch die eingenommenen Nahrungsmittel. Da diese aber durch Kochkunst und Agrochemie denaturiert werden, muss eine natürliche Geschmacksempfindung erst wieder angelernt werden, was Zeit und ein gewisses Training in Anspruch nimmt. Erst nach einigen Jahren Erfahrung sind die charakteristischen Geschmackseigenschaften natürlicher Produkte ausreichend gespeichert, um als Bezugspunkt dienen zu können. Dazu kommt, dass ein denaturiertes Nahrungsmittel, das einem hohen Bedarf des Organismus entgegenkommt, häufig nicht als solches erkannt werden kann, infolge der Überdeckung seiner negativen Komponenten durch die alliästhesischen Mechanismen.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  20. #20
    Loch im Magen

    Das Gefühl eines hohlen Magens wird allgemein als ein Hinweis auf einen Nahrungsbedarfs ausgelegt. Näher betrachtet handelt es sich um eine „kulturelle"Verwechslung zwischen dem Hungergefühl und dem Unwohlsein infolge der Verdauung unangemessener Nahrungsmittel und den sich daraus ergebenden Stoffwechselstörungen.

    Es ist richtig, dass die Empfindung eines Lochs im Magen inder Regel verschwindet, sobald man ein Nahrungsmittel zu sich nimmt. Aller Logik nach schließt man also darauf, dass es sich in der Tat um ein Hungergefühl handelte. Es handelt sich letzten Endes aber um ein Phänomen ganz anderer Art.

    Beispielsweise kann manfeststellen, dass die Empfindung eines hohlen Magens nach einigen Tagen des Fastens verschwindet und nicht wieder auftritt, selbst wenn dieses über mehrere Wochen durchgeführt wird und eine Wiederaufnahme von Nahrung wünschenswert oder dringlich wird. Das Gefühls des Lochs im Magen verschwindet ebenfalls nach einigen Tagen der Instinctotherapie; unterbricht man diese allerdings zum Verzehr einer ausgiebigen traditionellen Mahlzeit, tritt das Loch im Magen erneut auf, sobald die Verdauung beendet ist; es kann sich aller Vernunft noch nicht um ein Gefühl des Hungers handeln, da die eingenommene Nahrungsmenge weit über eine durchschnittliche Ration hinausging. Das Gefühl des Lochs im Magen tritt manchmal scheinbar ohne Grund wieder auf, eine aufmerksame Beobachtung zeigt darauf, dass sie sehr häufig eine Entgiftungsreaktion begleitet, die an diversen charakteristischen Zeichen erkennbar wird.

    Der Vergleich dieser unterschiedlichen Situationen legt nahe,das Gefühl eines Lochs im Magen als das Signal einer besonderen Schwierigkeit der inneren Organe in ihrer Entgiftungsfunktion auszulegen, d.h. einer Schwierigkeit darin, die nicht verstoffwechselbaren Moleküle aus der traditionellen Ernährung zu eliminieren.

    Warum genügt es dann roh zu essen, um das Gefühl eines Lochs im Magen zum Verschwinden zu bringen? Die Erklärung ist einfach: die Verdauungsorgane Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber, Darm können nicht alles auf einmal machen; entweder widmen sie sich der Verdauungsarbeit oder sie halten ihre Energie für die Entgiftung zurück, ein schwieriger Vorgang, da es sich dabei um die Eliminierung schädlicher Moleküle handelt, die in ihrem Programm nicht vorgesehen wurden. Die Einnahme einiger Bissen eines Nahrungsmittels reicht aus, um sie auf das Verdauungsprogramm umschwenken zu lassen, die Entgiftung wird unterbrochen und die sie begleitenden Erscheinungen verschwinden. Man fühlt sich unmittelbar besser, aber die allgemeine Vergiftung des Organismus verschlimmert sich auf Kosten der Gesundheit.

    Grund genug also, den alten Reflex "Ich habe ein hohles Gefühl im Magen, es wird Zeit, dass ich etwas esse", durch eine ganz andere Überlegung zu ersetzen: Ich habe ein hohles Gefühl im Magen, wie kann ich meine Entgiftung unterstützen?"

    Die Antwort ist nicht kompliziert. Verschiedene Wege ermöglichen, die Eliminierung schädlicher Moleküle oder Toxine zu beschleunigen und bringen auch das Gefühl eines Lochs im Magen so schnell wie möglich zum Verschwinden: ausreichend Wasser trinken; einige Scheiben Kassia; bestimmte Heilpflanzen; frische Luft und tiefes Atmen, wenn möglich in der Sonne, mäßige Bewegung; Ruhe und ausreichend Schlaf in der Nacht. Man wird lernen, instinktiv die best geeigneten Methoden zu erlernen, die von Fall zu Fall unterschiedlich sind, wie auch die immer unvorhersehbaren optimalen Dosierungen.


    Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahre 2001)

 

 

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