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    Während der langen Leidenszeit von mehr als einem Dreivierteljahr auf ihrem nur 27 Fuß (etwa neun Meter) langen Boot hätten sie sich allein von rohem Fisch, Enten und Möwen ernährt, berichteten sie dem Sender. Ihren Durst hätten sie mit aufgefangenem Regenwasser gestillt. Zwei Wochen lang haben sie auch mal hungern müssen, weil sie nichts gefangen hatten, sagte der Fischer Jesús Vidaña. "Manchmal hat uns der Magen wehgetan. Es gab auch Zeiten, da konnten wir uns zu dritt eine Ente teilen", erinnert sich der 61-Jährige.
    http://www.welt.de/print-welt/articl...-gerettet.html
    Am 28. November geht mittags leichter Regen nieder, sie können einen halben Liter auffangen, für jeden einen Schluck.
    Der junge Miguel trinkt Salzwasser.
    Jesús isst die Zahncreme.
    Sie haben die Angelhaken ausgehängt, aber keine Köder, nur Stoff-Fetzen.
    Salvadors Speer ist fertig, als Schaft hat er ein Stück aus der hölzernen Sitzbank herausgeschnitzt. Anfang Dezember nähert sich eine Dorade dem Boot. Salvador wirft den Speer, aber die Dorade weicht mit einer fließenden Bewegung aus. Der Speer versinkt, von der schweren Spitze gezogen, als dunkler Punkt im Blau; Salvador hat vergessen, eine Schnur an den Schaft zu binden. Er bricht, zornig auf sich selbst, die Triebwelle aus dem zweiten Motor, macht sich ans Schleifen. Etwa am 5. Dezember verirren sich ein paar fliegende Fische ins Boot, auf der Flucht vor Doraden. Salvador kann die zappelnden Tiere erhaschen, er schneidet sie in fünf gleiche Stücke, jeder der Männer kriegt ein fingerlanges Stück Fisch. Die Gräten verwendet Jesús als Angelköder, ergebnislos.
    Huh!, das klingt heftig. (Also bei der Schildkröte glaube ich hätte ich nicht mitgemacht) (Da kann ich die anderen beiden verstehen)
    Zwei oder drei Tage nach dem Sturm, das Wetter hat aufgeklart, sehen die fünf Männer eine grüne Meeresschildkröte. Salvador springt ins Wasser, eine Schnur ums Handgelenk, die ihn mit dem Boot verbindet. Er kann die Schildkröte hinten am Panzer fassen. Sofort beginnt sie mit heftigen Flossenschlägen abwärtszuschwimmen. Salvador drückt sie mit aller Kraft hinten herunter, lenkt ihre Schwimmbewegungen aufwärts. Vom Boot aus wirft Lucio eine Schlinge um eine Vorderflosse. So können sie das Tier, das mit seinen krallenbewehrten Flossen schlägt, ins Boot hieven. Sie drehen sie um. Die Schildkröte zieht Kopf und Flossen ein. Salvador drückt das Messer schräg in die Kopföffnung, schlägt es mit dem Schleifstein tief in die Hautwülste. Der Reptilienkopf schnellt vor, beißt um sich. Jesús hat das zweite Messer parat, schneidet den Kopf ab, legt ihn beiseite, wo er noch eine Weile wie erstaunt blinzelt und um sich schnappt. Für jeden ein Blechbecher Blut, es muss getrunken werden, solange es warm ist, es gerinnt schnell.
    "Will nicht", sagt Juan, der Käpt'n, als Salvador ihm eine Blechtasse hinhält.
    "Nein", sagt Miguel.
    Die anderen drei Männer lösen den Panzer von der Bauchplatte, sie verschlingen die noch zuckenden, dampfenden Muskeln, die Därme, das Fett, sie knacken die Knochen, lutschen sie aus. Mehrmals, erinnern sich Salvador und die anderen heute, bieten sie Juan und Miguel etwas an, vergebens.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50034738.html
    Ein treibendes Boot in dieser unermesslichen Weite ist für Meerestiere eine Art Erlebnispark. Kleine Fische interessieren sich brennend für die Algen, Würmer und winzigen Muscheln, die sich am Rumpf festsetzen; die kleinen Tiere locken größere an. Haie nutzen den Schatten, den das Boot wirft, als Deckung. Manche rempeln das Boot an, wie um herauszufinden, was es damit auf sich hat, ob es als Beute taugt.
    Haie sehen die Fischer fast täglich. Blauhaie, schmal, schlank, nervös; Sandhaie,
    mit spitzer Schnauze; auch große Weißflossenhaie, stämmige Ungetüme mit Längen bis zu vier Metern. Eines Nachmittags Anfang Februar schwimmt ein Sandhai nur wenige Handbreit unter der Oberfläche backbords neben dem Boot. Salvador greift zum Speer, und er trifft den Hai, von vorn und kurz hinterm Kopf. Der Hai versucht abzutauchen. Aber die Speerspitze sitzt in einem für das Tier ungünstigen Winkel, der Hai kann nicht fliehen. Aus der Wunde strömt eine dunkle Blutfahne.
    "Halt ihn, lass ihn nicht entkommen!"
    Salvador übergibt den Speerschaft an Jesús, reißt sich das Hemd herunter.
    "Das Messer!"
    Die Messer der Fischer sind bessere Küchenmesser, die Klinge etwa 20 Zentimeter lang. Salvador klemmt sie quer zwischen die Zähne. Springt über Bord, packt den Hai mit beiden Händen an der Schwanzflosse, dreht sie mit aller verbliebenen Kraft, wie man einen riesigen Schlüssel drehen würde. Der Hai ist etwa eineinhalb Meter lang, in der Körpermitte dick wie ein junger Baum. Aber er könnte mühelos einen Arm abbeißen.
    Jesús hängt an der Bordwand, bemüht, den Speer tiefer ins Muskelfleisch zu bohren. Salvador muss die peitschende Schwanzflosse festhalten, mit der linken Hand hat er jetzt eine der Seitenflossen gepackt. Die Schwanzflosse darf er auf keinen Fall loslassen; doch wie den Stich führen?
    "Mehr Haie", brüllt Lucio, "da!"
    Salvador, Kopf unter Wasser, hört nichts, sieht fast nichts, das Wasser schaumig und aufgewirbelt, aber er muss die Hand freihaben, er nimmt das Messer aus dem Mund und beißt zu, mit aller Kraft. Er beißt in die raue, mit zahllosen kleinen Widerhaken besetzte Schwanzflosse des Sandhais. Von den Flossenschlägen wird sein Kopf hin- und hergeworfen.
    Salvador holt mit der rechten Hand aus. Sticht zu, das Messer rutscht ab, sein Kopf fliegt, er sticht wieder, hat Glück diesmal, die Klinge dringt ins Auge, nahe dem kleinen Gehirn des Tieres, dessen Bewegungen schlagartig ruhig werden, der Körper weich, schlapp. Lucio beugt sich über die Bordwand, packt die Rückenfinne und zieht, zusammen mit Jesús, erst den Hai, dann Salvador ins Boot. Das Messer steckt im Auge, die Kiefer schnappen noch. Lucio dreht die Klinge ins Hirn.
    Salvador bekommt das Herz und die Leber, die anderen beiden bestehen darauf. Sein Gesicht, Arme und Brust sind zerkratzt, die Lippen aufgerissen, zwei Zähne locker. Zusammen essen sie den Mageninhalt, das Hirn, die Augen, sie lutschen an den Knorpeln, brechen das Rückgrat, um an die gelbe, krümelige Gelatine zwischen den Wirbeln zu kommen. Sie legen Streifen aus, um sie an der Salzluft zu dörren.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50034738.html

    Von März an regnet es fast täglich. Immer öfter kommen Vögel - die keinen Schlafplatz an Land brauchen - und lassen sich auf dem Boot nieder, vor allem Tölpel, drollig aussehende Vögel mit bläulichen Füßen, ausdauernde Flieger und hervorragende Taucher. Das Pech dieser Tölpel ist, dass sie offenbar kaum Erfahrung mit Menschen haben. Die Männer ducken sich, sind reglos, sobald ein Vogel heranfliegt. Der Tölpel watschelt übers Deck, inspiziert eine Weile, und sobald er seinen Schnabel unters Gefieder schiebt, springen sie auf und erschlagen ihn mit dem Speerschaft.
    In den neun Monaten ihrer Reise fangen sie etwa 60 bis 70 Vögel. Die Männer essen die Knochen und knabbern die Schwimmfüße. Sie erbeuten etwa ein halbes Dutzend Schildkröten, Doraden, drei oder vier kleinere Haie, dazu Muscheln, Algen, Würmer, die sie regelmäßig vom Bootsboden pflücken - so kommen sie pro Kopf auf vielleicht 200 oder 300 Gramm rohes Fleisch beziehungsweise Fisch täglich. Sie haben rostige Nägel, an denen sie lutschen, der Mineralien wegen.
    Die Ernährung ist einseitig, aber erhält sie am Leben. Mit regelmäßigerem Essen kehrt ihr Stuhlgang zurück, ungefähr alle zwei Wochen, eine Prozedur, die sie verkrampft vor Schmerzen an der Bordwand erledigen.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50034738.html
    Doch im neunten Monat, im Juli, scheinen ihre Reserven aufgezehrt. Sie leiden an Muskelschwund. Jesús hat Nierenkoliken. Aus Lucios Ohren sickert Blut. Salvadors Augen haben schon länger gejuckt, im Juli sieht er einen dunklen Fleck, der jeden Tag größer wird. Sie dämmern oft.
    Der Juli ist der Monat, wo das langsame Sterben beginnt.
    "Ich habe keine Angst vor dem Tod", sagt Salvador eines Abends, "nicht mit euch." Die Männer weinen, umarmen sich.
    Doch dann - sie sind zu jenem Zeitpunkt zu apathisch, um sich an Details zu erinnern -, am 9. August, werden sie von einem Thunfisch-Fänger der taiwanesischen Koo's Fishing Company gefunden, westlich der Marshall-Inseln.
    Die Männer werden an Bord medizinisch behandelt und mit Suppen und Frühlingsrollen gepäppelt.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50034738.html

  5. #44
    Hmm, hätten die nicht auch Algen essen können?

    LG, Ralph
    instinktiv-roh seit 08/2012 - Vorstellung - über mich - Rohkost-Tagebuch

  6. #45

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    (Die Frage wurde von der Redaktion des Instincto-Magazins (nr.13) beantwortet) (Frühjahr 2007)

  7. Danke Ralph bedankte(n) sich für diesen Beitrag
  8. #46

 

 

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