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  1. #21
    Umkonditionierung

    Die in der frühen Kindheit erlebten Erfahrungen hinterlassen unbewusste Konditionierungen, von denen man sich nicht innerhalb von wenigen Tagen loslösen kann. Die gefasste Entscheidung, sich den natürlichen Verhaltensweisen anzupassen, hält den Erosionskräften der kindlichen Strukturierungen nicht sehr lange stand.

    Die mit den besten Absichten der Welt unternommenen Anstrengungen erfolgen auf bewusster Ebene, die in den ersten Lebensjahren erlernten und über Jahre hinweg ausgeführten Konditionierungen haben hingegen tiefliegende unbewusste Wurzeln. Das Bewusstsein ist nur die Oberfläche der Psyche, der größte Teil der psychischen Energien liegt im Unterbewusstsein. Genauso wie man einen See nicht vollständig säubern kann, wenn man nur die Wasseroberfläche reinigt, kann man sich von den essspezifischen Konditionierungen nur befreien, wenn man bis in die Tiefen der Psyche vordringt. Dort wird man auf die Wurzeln der verschiedenen Automatismen stoßen,die sich unseren natürlichen Verhaltensweisen entgegenstellen. Eine wahrhaft psychoanalytische Arbeit, die dadurch erleichtert wird, dass man sich schon im Vorhinein ein Bild von den Situationen macht, im Laufe derer diese Konditionierungen erfolgt sind.

    Die Regeln guten Benehmens verbieten dem Kind, seine Nahrungsmittel mit dem Geruchssinn auszuwählen. Das Baby lernt von klein auf, das zu essen, was ihm seine Eltern vorsetzen. Wenn es von selbst auswählt, macht es dies aus Neugier oder um einen Genuss wieder zu erlangen, der sich in seinem Gedächtnis festgesetzt hat. Aus Mangel an Stimulierung entwickelt sich sein Geruchssinn nicht auf normale Weise, der natürliche Reflex, an dem Nahrungsmittel zu riechen, bevor man es in den Mund nimmt und das zurückzuweisen, das nicht anziehend erscheint, weicht einem Reflex der Neugier oder Gefräßigkeit.

    Die Tradition verlangt, dass die Eltern das Kind zwingen, seinen Teller leer zu essen. Später wird es Schuldgefühle dabei empfinden, wenn es den Verzehr einer Frucht in dem Moment unterbricht, in dem sein Instinkt es ihm abverlangt. Es wird sich zwingen, alles bis zum letzten Bissen hinunterzuschlucken, auch wenn diese weder seinem Gaumen noch seinem Körper gut tut.

    Die alliästhesischen Mechanismen funktionieren mit denaturierten Nahrungsmitteln nicht richtig, da sich ihr Geschmack nicht wie der natürlicher Produkte unangenehm verändert. Das traditionell ernährte Kind kann seinen Geschmackssinn nicht auf angemessene Weise schulen. Wenn später einmal ein natürliches Nahrungsmittel seinen Geschmack verändert, wird es die Unannehmlichkeit dem Nahrungsmittel selbst zu schreiben, anstatt es als ein Signal seines Instinktes zu begreifen. Um sich die Respektierung des körperlichen Willens wieder anzueignen, muss sich der Erwachsene mit dieser Situation auseinandersetzen. Das erfordert eine Arbeit an sich selbst, die nicht in der Lage ist, durchzuführen.

    Die üblichen Menüs setzen sich überwiegend aus mehreren Nahrungsmitteln zusammen, die man zusammen oder aufeinander folgend verzehrt: Vorspeise oder Suppe, Hauptspeise, Dessert. Das Kind gewöhnt sich auf diese Weise an schlechte Kombinationen und behält diese Tendenz im Erwachsenenalter bei. Es wird sogar den Eindruck haben, nicht satt zu werden, wenn es die Nahrungsmittel getrennt voneinander verzehrt.

    Die Konditionierung des Geschmackssinnes durch die salzigen, würzigen oder süßen Geschmacksnoten zubereiteter Nahrungsmittel führt zu einer Gewöhnung de rGeschmacksknospen. Beim ersten Kontakt erscheinen natürliche Aromen fade und uninteressant, aus dem einfachen Grund, dass die Sinne unter der Einwirkung künstlicher Empfindungen entgegen ihrer natürlichen Funktionen abgestumpft sind.

    Weil bei veränderten Nahrungsmitteln regelmäßig die instinktive Sperre fehlt, kommt es quasi zu einer permanenten Nahrungsüberlastung. Infolgedessen kann der Geschmack natürlicher Nahrungsmittel keine normale Anziehung mehr ausüben. Es dauert einige Tage oder Wochen, bis sich ein besseres Gleichgewicht einstellt und man das natürliche Genussniveau wiederentdeckt ( himmlische Phase ).

    Dazu kommen noch die Konditionierungen aus sozialen Verhaltensformen und Gastfreundschaft. Feste, Hochzeiten, Taufen, Versammlungen, Liebesbeziehungen werden von gutem Essen begleitet, die traditionelle Ernährung, vor allem die Vorstellung eines üppigen Mahls, nimmt dadurch den symbolischen Wert einer Art Glücksgarantie an.

    Diese Konditionierungen verknoten sich zu einem ganzen Bündel unbewusster Kräfte, die sich den instinktiven Signalen permanent widersetzen. Tritt man diesen jedoch entschlossen entgegen, zahlt sich das wieder aktivierte natürliche Funktionieren durch ein weitaus höheres geschmackliches Genuss- und Befriedigungsniveau als in der traditionellen Ernährung aus.

    Man muss sich dennoch auf eine kritische Periode gefasst machen, in der die instinktiven Signale nur mühevoll die starken Konditionierungen dominieren. Eine entschlossene Disziplin ist erforderlich, um nicht alten Routinen zu erliegen. Nur über wiederholte neue Erfahrungen wird man sich von den angelernten Gewohnheiten nach und nach befreien können. Das Ziel der im Rahmender Instinctotherapie definierten Regeln ist es, die vorteilhaftesten Bedingungen zu einer solchen Umkonditionierung zu schaffen und die Freuden und Wohltaten der natürlichen Ernährung so schnell wie möglich wiederzuentdecken.



    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  2. #22
    Zähne und Zahnpflege

    Die Zähne sind eines der wertvollsten Organe des Körpers, besonders für den Verzehr roher Nahrungsmittel, die im Allgemeinen härter als gekochte sind. Ihre Gesunderhaltung spielt also eine entscheidende Rolle.


    Schlechte Zähne gefährden die Ausgewogenheit der Ernährung, da ein schweres oder sogar schmerzhaftes Kauen unvermeidlich bewirken, immer die Produkte vorzuziehen, die wenig gekaut werden müssen. So kann man sich selbst im Rahmen der Instinctoernährung einseitig von weichen Produkten wie saftigen Früchten, Avocados und tierischen Proteinen angezogen fühlen und dabei beißfestere Früchte, Nüsse und Gemüse vernachlässigen. Die dadurch langfristig erzeugte Unausgewogenheit kann der Gesundheit im Allgemeinen und vor allem den Zähnen erheblich schaden.

    Die Menschen des Paläolithikums (Altsteinzeit) hatten praktisch keine Zahnkaries. Sie kannten weder Kochkunst, noch Getreide, noch Milchprodukte. Kinder, die sich von Geburt an instinktiv ernähren, sind ebenfalls deutlich weniger anfällig Zahnkaries,trotz der fehlenden Milchzufuhr, die für eine korrekte Kalziumversorgung als unverzichtbar angesehen wird. Das vermehrte Auftreten von Karies in den letzten Jahrhunderten scheint demnach hauptsächlich auf die veränderten Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen zu sein. Die gleichzeitige Zunahme des Verzehrs von Milchprodukten konnte dieser Entwicklung offenbar nicht entgegenwirken.

    Allein die Rückkehr zu natürlicheren Nahrungsmitteln schließt Zahnprobleme allerdings nicht aus. Bei vielen Rohköstlern beobachtet man Verschleißerscheinungen des Zahnschmelzes. Dieser Vorgang ist nicht nur auf mechanische Abnutzung, sondern vor allem aufeine regelrechte Erweichung des Zahnschmelzes zurückzuführen. Bestimmte Säuren aus natürlichen Nahrungsmitteln können das Kalzium auflösen, das dem Zahnschmelz seine natürliche Härte verleiht, und ihn weich wie Gummi machen.Die Zähne werden anfälliger für Abnutzung und Verschleiß, der Zahnschmelz kann sogar vollständig verschwinden und das Zahndentin bloßlegen. Die geschwächten Zonen halten Angriffen der Bakterien des Zahnbelags nicht mehr stand und ebnen einem schnellen Gebissverfall den Weg. Diese katastrophale Entwicklung beobachtet man vor allem bei reinen Obst-Rohköstlern infolge eines übermäßigen Verzehrs von Zitrusfrüchten.

    Dass der Verzehr von Früchten schädigend wirken kann, mag widersprüchlich erscheinen. Früchte gelten als das natürliche Nahrungsmittel par excellence und sind Sinnbild für Gesundheit. Das Paradox erklärt sich dadurch, dass es nicht natürlich ist,Nahrungsmittel (selbst natürliche) zu essen, ohne dabei den Instinkt zu berücksichtigen. Unter natürlichen Bedingungen neutralisiert der Speichel die Fruchtsäure während des Kauprozesses. Solange das Nahrungsmittel einem Bedarf des Organismus entgegenkommt, produziert dieser die erforderlichen Mengen an Speichelenzymen. Die Enzyme neutralisieren unter anderem die in den Früchten enthaltenen aggressiven Substanzen und schließen so eine mögliche Schädigung der Zähne aus. Andernfalls würde jede obstfressende Tierart ihr Gebiss innerhalb kurzer Zeit verlieren und über die natürliche Auslese eliminiert werden.

    Eine Gefahr tritt dann auf, wenn die Nahrungsmittel ohne Beachtung der instinktiven Signale verzehrt werden. Wenn ein durch Zufall gewähltes Nahrungsmittel dem Organismus zugeführt wird - "gegen seinen Willen" könnte man sagen - produziert der Körper nicht genug Speichel oder nur Speichel, dem die erforderlichen Enzyme fehlen. Die Fruchtsäure kann nicht mehr neutralisiert werden und löst das im Zahnschmelz enthaltene Kalzium auf: Die Zähne verfallen allmählich. Hinzu kommt die klassische Erklärung für Karies, die Umwandlung der Zucker in Säure durch die Bakterien der Mundflora.

    Vorsicht ist also angebracht beim Verzehr von sauren oder süßen Früchten oder allen anderen Nahrungsmitteln, deren Substanzen den Zahnschmelz angreifen könnten, erst recht bei einer rohen Ernährung.


    Die meisten aggressiven Substanzen in natürlichen Nahrungsmitteln werden nämlich durch thermische Veränderung inaktiv; deswegen kann man die Gewohnheiten im Umgang mit gekochten Nahrungsmitteln nicht einfach auf die rohe Ernährung übertragen. Die instinktive Steuerung der Nahrungsmengen ist ein entscheidender Gesundheitsfaktor.

    Dazu kommt, dass die Früchte der gemäßigten Regionen besonders stark gezüchtet sind, sodass die alliästhesische Sperre mit diesen nicht so eindeutig ist wie mit natürlichen Früchten. Die Zitrusfrüchte beispielsweise, die heutzutage angebaut werden, enthalten viel mehr Säuren und Zucker als die "ursprünglichen" Früchte aus tropischen Urwäldern. Der Säuregehalt einer Orange ist viel höher als der einer Jackfrucht oder Durian. Ein Übergehen der instinktiven Sperre zieht daher schwerere Konsequenzen nach sich.

    Zahnkaries scheint aber nicht allein durch die äußerliche Einwirkung aggressiver Substanzen ausgelöst zu werden, wie man es allgemein glaubt. Man kann im Laufe einiger schlecht kontrollierter Entgiftungen Verfärbungen des Zahndentins feststellen,die sich nur mit dem Einlagern unerwünschter Substanzen aus dem Inneren des Organismus erklären lassen. Die Zähne, in denen sich diese Stoffe ansammeln,werden besonders kariesanfällig und verfallen ohne zahnärztliche Behandlung innerhalb kurzer Zeit.

    Das Vorkommen von anormalen Molekülen im Organismus erklärt sich aus der Hypothese der genetischen Nichtanpassung an die traditionelle Ernährung. Die unvollständig aufgespalteten Moleküle, die dem Wirken der Verdauungsenzyme entgangen und durch die Darmschranke getreten sind, können sich in oder zwischen den Zellen,im Fettgewebe etc. ansammeln. In Entgiftungsschüben ausgeschieden oder direkt über die tägliche Ernährung aufgenommen, gelangen sie in den Blutkreislauf;dort werden sie bis zum Zahnnerv transportiert, von wo aus sie wie die im Blut enthaltenen Nährstoffe bis ins Dentin diffundieren können. Diese Moleküle können weder abgebaut werden, da sie nicht die erforderlichen biochemischen Eigenschaften aufweisen, noch ausgeschieden werden, da sie dafür zu groß sind. Sie setzen sich daher zu einem großen Teil im Inneren des Dentins fest, ähnlich Schmutzrückständen in einem Filter.

    Bakterien, denen es gelingt, die Mikroporen des Zahnschmelzes zu durchdringen (der seinerseits durch die falsch dosierte Ernährung beschädigt wurde), können sich in den verschmutzten Zonen vermehren und die Zellen des Dentins angreifen. Der Tod der so zerstörten Zellen begünstigt die Vermehrung zusätzlicher Bakterien, das Phänomen gerät außer Kontrolle und Karies entsteht.

    Welche Regeln zu befolgen sind, um Zahnproblemen entgegenzuwirken, ergibt sich direkt aus dem Gesagten:

    • möglichst auf nicht denaturierte Nahrungsmittel zurückgreifen, durch deren Geschmack die instinktiven Mechanismen nicht fehlgeleitet werden;
    • die alliästhesischen Signale des Geschmacks- und Geruchssinns genauestens beachten; niemals eine instinktive Sperre übergehen, vor allem, wenn sich diese durch stärkere Säure äußert oder der Kontakt mit dem Nahrungsmittel Reiz- oder Hypersensibilitätszustände auf der Zahnoberfläche hervorruft; bei gezüchteten, getrockneten oder sehr süßen Früchten wie Datteln aufpassen, am Ende der himmlischen Phase aufzuhören;
    • nach der Mahlzeit den Speichel wirken lassen, dessen Enzyme die Zucker- und Säurerückstände neutralisieren;
    • alles vermeiden, was den Verdauungsvorgang stören oder das Eindringen schlecht aufgespalteter Moleküle in den Organismus begünstigen könnte, vor allem Überlastungen und schlechte Kombinationen;
    • ebenso alle Faktoren vermeiden, die den Entgiftungsprozess außer Kontrolle geraten lassen könnten; die Empfindung eines Völle- oder Ekelgefühls genauestens berücksichtigen. Cassia (in Maßen) einnehmen, um die Ausscheidung von zirkulierenden Giften über den Darm zu begünstigen.
    • sich regelmäßig die Zähne putzen, um Speisereste oder andere Rückstände zu entfernen, die durch den Speichel allein nicht verschwinden.


    Die üblichen Zahncremes, die meistens konzentrierte Aromastoffe enthalten und die Geschmackssensibilität verändern, lassen sich vorteilhaft durch unraffiniertes Meersalz ersetzen (etwa 1 g pro Putzgang). Keine scheuernden Mittel wie Tonerde oder kreidehaltige Zahnpasta verwenden,die den Zahnschmelz beschädigen können.

    Es bleibt unerlässlich, den Zustand der Zähne regelmäßig überprüfen zu lassen und jede Karies sofort zu behandeln, unter Anwendung der besten verfügbaren Methoden. Je weniger lange man wartet, desto kleiner sind die Schäden und desto geringer die Belastung mit Quecksilber oder anderen Substanzen aus dem verwendeten Füllmaterial.

    Eine natürliche Ernährung verhindert gleichzeitig auch andere Zahnprobleme, allen voran die Paradontitis (oder Paradontolyse). Diese Zerstörung des Zahnhaltegewebes (Zahnfleisch, Bänder, Alveolen) ist die häufigste Zahnverlustsursache nach dem 30. Lebensjahr. Allgemein zieht man Zahnbelag und Zahnstein als Ursachen der Paradontitis heran.

    Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich Paradontitis in engem Zusammenhang mit der Ernährungsweise entwickelt. Auch hier liefert die Hypothese der genetischen Nichtanpassung andie traditionelle Ernährung eine fundamentale Erklärung: Nicht ursprüngliche Moleküle, die durch die Darmschranke dringen, ohne vorher vollständig abgebaut zu werden, können ihre antigenen Eigenschaften beibehalten. Unter anderem konnte bewiesen werden, dass die durch Kochen entstehenden AGE durch die Darmschranke treten und sich auf bestimmten Membranrezeptoren festsetzen: Es ist folglich plausibel, dass man sie auch auf den Odontozyten findet (die Zellen, aus denen sich das Dentin zusammensetzt). Auf diese Weise durch Antigene markiert, werden die Zellen des Zahnfleisches oder der Kieferknochen zur Zielscheibe des Immunsystems.

    So erklärt sich, dass Paradontitis meist von Entzündungen begleitet wird, die zur Zerstörung von Gewebe führen und „Zahnfleischtaschen" zwischen dem Zahnfleisch und den Zahnhälsen entstehen lassen. Bakterien vermehren sich und bilden die "Zahnplaque", aus der Zahnstein durch Kalzifizierung entsteht,es kommt zu einem autoimmunen Teufelskreis, da die Bakterien das Immunsystem ihrerseits stimulieren. Wenn nichts die Zerstörung unterbricht, kann sich das Zahnfleisch soweit zurückbilden, dass die Zahnwurzeln sichtbar werden.

    Die Paradontitis scheint erst mit den Ernährungsveränderungen zu Beginn des Neolithikums aufgekommen zu sein. Im Prinzip dürfte sie sich im Rahmen einer natürlichen Ernährung von Geburt an nicht entwickeln können. Der Übergang von einer traditionellen Ernährung zur natürlichen Ernährung ist hingegen mit Entgiftungsperioden verbunden, während der es zu Entzündungen des Zahnhalteapparates durch die ins Blut abgegebenen Moleküle kommen kann. Den Entzündungsprozess erkennt man an der Schwellung, Rötung und Empfindlichkeit des Zahnfleisches, sowie an übelriechenden, manchmal eitrigen Absonderungen zwischen Zahnfleisch und Zahnhälsen, eine Situation, der in jedem Fall entgegenzuwirken ist:

    Sobald man einen schlechten Geruch feststellt, ob auf der Zahnseide, auf Zahnstochern oder im Atem, empfiehlt es sich erstens, die Regeln einer natürlichen, gut ausgewogenen Ernährung genau zu befolgen (weiter oben erwähnt) und sich zweitens (mit der Zustimmung des behandelnden Zahnarztes) folgendermaßen die Zähne zu putzen:

    1. Die Zähne zunächst nur mit Wasser gründlich reinigen, am besten mit einer Antiplaque-Bürste. Das Wasser unterstützt die plaquelösende Wirkung der Borsten im Gegensatz zu üblichen Zahncremes, die schäumende Substanzen zur Erhöhung der Gleitfähigkeit der Borsten auf den Zahnflächen enthalten und dadurch an Wirksamkeit verlieren.
    2. Gleich nach dem Putzen mit Wasser den Mund gut ausspülen und einen Teelöffel (5 cm3) voll verdünnten (0,7 Vol.-%) Natriumbicarbonats auf den Zähnen verteilen.Danach dieselbe Menge Wasserstoffperoxid (5 Vol.-%) auf dieselbe Weise im Mund verteilen und gründlich putzen. Die beste Putzbewegung ist weder ein horizontales Putzen (das die Zahnfleischtaschen nicht reinigt) noch ein vertikales (das die Speisereste zwischen Zähnen und Zahnfleisch einmassiert), sondern eine kreisende Bewegung. Mit Interdentalbürsten geeigneter Größe lässt sich auf dieselbe Weise für die Zahnzwischenräume verfahren.


    Diese Methode hat sich seit einigen Jahren bewährt als ein hervorragendes Mittel, infektiösen Autoimmun-Prozessen vorzubeugen oder abzuhelfen. Sie scheint auch die Lebensdauer von Zahnprothesen bedeutend zu verlängern.

    Die erwähnten Produkte findet man in jeder Apotheke. Ein direkter Kontakt (ohne Bicarbonat) der Zähne mit Wasserstoffperoxid ist zu vermeiden, da eine zu brutale Einwirkung zu einer Verfärbung oder Beschädigung des Zahnschmelzes führen kann. Das normale Putzen wieder aufnehmen, sobald die Entzündung abgeklungen ist.



    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)

  3. #23
    Abnehmen

    Der Übergang von einer traditionellen zu einer natürlichen Ernährung führt in den meisten Fällen zu mehr oder weniger starkem Abnehmen. Man erklärt den Gewichtsverlust im Allgemeinen mit einer schlechten Verstoffwechselbarkeit von rohen Nahrungsmitteln oder mit einer unzureichenden Ausgewogenheit der Ernährung. Nach weit verbreiteter Überzeugung werden rohe Nahrungsmittel nicht so gut assimiliert wie zubereitete. Gerne macht man auch das Fehlen bestimmter als vollwertig oder aufbauend angesehener traditioneller Produkte verantwortlich, wie Tiermilch und ihre Derivate, Getreideprodukte, die tägliche Portion Fleisch, etc ..

    Personen, die eine natürliche Ernährung schon ausreichend lange durchführen, seit ihrer Geburt zum Beispiel, entwickeln jedoch eine überdurchschnittlich gut ausgebildete Muskulatur und erreichen ein vollkommen normales Gewicht. Der bei einer Umstellung der Ernährung einsetzende Gewichtsverlust lässt sich folglich nicht als eine einfache Unterernährung erklären.

    Ein gewisser Gewichtsverlust kommt vielen gelegen, die infolge schlechter Ernährungsgewohnheiten Probleme mit ihrer Linie haben. Der Gewichtsverlust darf allerdings eine gewisse Schwelle nicht überschreiten, andernfalls ist der Organismus gefährdet und kann womöglich irreparable Schäden erleiden. Ein Gewichtsverlust ist immer mit gewissen, teilweise gerechtfertigten Ängsten verbunden, die eine objektive Herangehensweise stark erschweren.

    Zunächst gilt es, die Ursachen des Abnehmens zu verstehen.Mehrere Mechanismen können dabei zusammenkommen:


    • Eine unzureichende Nährstoffzufuhr: Bestimmte Ernährungsweisen setzen den Organismus einer übertriebenen Askese aus und enthalten Ihm zu seiner Gesund- und Aufrechterhaltung notwendige Nährstoffe vor. Das Fehlen traditioneller Gerichte verringert die geschmackliche Anziehung der Nahrungsmittel und eine Tendenz zur Unterernährung ist zu befürchten. Lässt man den Instinkt seine regulierende Funktion ausüben, ist diese Gefahr binnen weniger Tage gebannt: Ein eventueller Mange! führt umgehend zu einer Zunahme der instinktiven Anziehung, Geruch und Geschmack der Nahrungsmittel gewinnen an Intensität und die verzehrten Mengen nehmen zu, sodass dar Mangel schnell behoben wird.


    • Ein unzureichendes Verdauungspotenzial: Die fehlende Stimulierung der Verdauungsorgane durch traditionelle Nahrungsmittel, die durch den Kochvorgang „vorverdaut“" wurden, kann langfristig zu einer Abnahme des Verdauungspotenzials führen, wodurch sich die Verdauung roher Nahrungsmittel zunächst als schwierig erweist; in den meisten Fällen hängt eine schlechte Verdauung jedoch eher mit einer unzureichenden Auswahl oder ungünstigen Nahrungsmittelkombinationen zusammen, auf die der Körper bei natürlichen Nahrungsmitteln sehr viel sensibler als bei zubereiteten reagiert. Eine korrekte Steuerung der Mengen und Zusammensetzungen, wie es über den Instinkt möglich ist, gewährleistet eine problemlose Verdauung und optimale Assimilierung.


    • Die Eliminierung von Fremdstoffen; die einem natürlichen Funktionieren des Organismus im Weg stehen: Fette sind nicht nur'Energiereserven, wie man es allgemein annimmt; die Erfahrung zeigt. dass der Organismus das Fettgewebe zur Ablagerung unerwünschter, manchmal toxischer Substanzen. aus denaturierten Nahrungsmitteln nutzt; eine regelmäßige Zufuhr dieser"Toxine'" über die Ernährung führt mit der Zeit zu einer Immuntoleranz. Weder vollständig aufgespaltet noch eliminiert dringen die Moleküle in den Blutkreislauf ein und werden vom Körper zum Teil in den Fettgeweben abgelagert. Der Übergang zu einer natürlichen Ernährung unterbricht diesen Zustrom und der Organismus ist daraufhin wieder in der Lage unerwünschte Moleküle zuerkennen und zu eliminieren; das Abnehmen wird in diesem Fall durch einen nützlichen Entgiftungsprozess herbeigeführt, der die gesundheitliche Perspektive des Organismus auf lange Sicht verbessert.


    • Die Zerstörung von Zellen durch Autoimmunität: Das Immunsystem erkennt fremde Makromoleküle aus der Ernährung (oder "Nahrungsantigene"}, die ins Blut übergehen, ohne vorher vollkommen aufgespaltet worden zu sein und hat zur Aufgabe, diese zu vernichten. Wenn fremde Moleküle regelmäßig In Blut- und Lymphkreislauf eindringen, geht das Immunsystem allgemein in einen Intoleranzzutand über, der an allergischen Symptomen erkennbar ist; wird die Zufuhr noch weiter über eine gewisse Schwelle hinaus verstärkt, kann er in einen Toleranzzustand übergehen und jegliche Reaktionen gegenüber den jeweiligen Nahrungsantigenen einstellen; im Gegenzug ruft eine Unterbrechung der Zufuhr dieser Antigene Infolge einer Veränderung der Ernährung umgehend wieder einen Intoleranzzustand hervor; die weißen Blutkörperchen machen sich erneut an die Arbeit und nehmen sich nicht nur die alten fremden Molekülen aus Blut und Lymphe zum Ziel, sondern auch die Zellen, auf denen sich ein Teil dieser Moleküle festgesetzt hat, oder deren eigene Proteine eine Ähnlichkeit mit den fremden Proteinen aufweisen. Eine bestimmte Anzahl an Zellen kann auf diese Weise durch das Immunsystem zerstört werden: Ein Phänomen, das im Prinzip unproblematisch ist, da sich der Körper auf diese Welse von alten Zellen befreit und diese alsbald durch neue ersetzt. Der Verjüngungsmechanismus kann allerdings zur Selbstzerstörung ausarten, wenn eine zu große Anzahl von z. B. Muskelzellen täglich zerstört wird, nicht ausreichend neue Zellen den Verlust kompensieren können und die Muskelmasse daraufhin abnimmt. Der Organismus ist jedoch in der Lage, den unter Kontrolle zu halten,unter der Voraussetzung, dass der Instinkt ein angemessenes Ernährungsgleichgewicht gewährleistet; eine Nahrungsüberlastung Iöst im Allgemeinen eine Überfunktion des autoimmunen Prozesses und damit ein beschleunigtes Abnehmen aus.



    Eine falsche Auslegung des Phänomens kann zu einem wahren Teufelskreis führen: Ein anfängliches Abnehmen ruft Angst hervor, diese Angst führt dazu, mehr zu essen um wieder zuzunehmen, man überlastet so das Verdauungssystem fortwährend mit zu großen Mengen, das Abmagern wird noch weiter beschleunigt, die Angst wird noch stärker, man isst noch mehr, und so weiter.


    Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2000)

  4. #24
    Wasser

    Wasser ist für das Funktionieren des Organismus unerlässlich. Es wird zum Teil über die Nahrung zugeführt, vor allem über Früchte und Gemüse, die sich im Schnitt zu 85% aus Wasser zusammensetzen. Trotzdem sollte man insbesondere während der Entgiftungsphasen weiteres Wasser durch ausreichendes Trinken zu sich zu nehmen. Das Wasser vereinfacht den Transport von Toxinen und sorgt für die nötige Dünnflüssigkeit von Blut und Lymphe. Es ist für die Arbeit der Nieren, des Darms und der Schleimhäute im Allgemeinen unverzichtbar. Es ist an der Zusammensetzung von Urin, Stuhl, Schleim und Schweiß beteiligt, den wichtigsten Substraten, die der Körper zur Eliminierung von dem normalen Stoffwechsel fremden Molekülen nutzt.

    Der tägliche Wasserbedarf hängt von der Wasserzufuhr über die Nahrung und der Intensität der Entgiftung ab. Er kann aus diesem Grunde sehr stark schwanken, zwischen 0 und 10 Litern am Tag. Der Instinkt ist nach einer gewissen Umerziehungsphase, die je nach der vorigen Ernährungsweise des Individuums unterschiedlich lange dauert, in der Lage, den wirklichen Bedarf anzuzeigen. Häufig nämlich neigt man dazu, Durst- mit Hungergefühlen zu verwechseln, weil man das Trinken in einer unnatürlichen Weise erlernt hat; denn die üblichen Getränke gleichen mehr Nahrungs- oder Aufputschmitteln als reinem Wasser.

    Ein Wassermangel führt automatisch zu einem Kompensationsversuch des Körpers mit einem höheren Früchteverzehr. Ein Zuviel an Früchten bewirkt jedoch eine Zunahme der Entgiftungsreaktionen. Mit einer stärkeren Entgiftung steigt auch der Wasserbedarf und man tendiert zu einem noch höheren Verzehr von Früchten. Ein Teufelskreis, in den man gar nicht erst geraten sollte. Die beste Lösung besteht darin, vor den Mahlzeiten ausreichend zu trinken, um seinen Wasserbedarf zu stillen. Bis noch vor etwa zwanzig Jahren riet die Medizin davon ab, kurz vor den Mahlzeiten zu trinken, um die Verdauungssäfte nicht zu verdünnen. Wie sich herausstellte, setzt die Sekretion der Verdauungssäfte erst mit dem Verzehr eines Nahrungsmittels ein und nicht schon vorher. Die permanent im Magen vorhandene Flüssigkeitsmasse besteht demnach nicht aus Verdauungssäften, sie erfüllt lediglich den Zweck, die Schleimhaut zu schützen,ähnlich wie auch der Speichel für eine intakte Mundschleimhaut unerlässlich ist.


    Es ist wichtig, über eine ausreichend abwechslungsreiche Auswahl unterschiedlicher Wassersorten zu verfügen.

    Wenn man immer dasselbe Wasser trinkt, kann es zu einer schädlichen Überlastung mit bestimmten Mineralsalzen kommen. Ausschließlich destilliertes Wasser zu trinken ist ebenfalls nicht sehr vorteilhaft, da bestimmte Mineralsalze offenbar für das korrekte Funktionieren des Organismus wichtig sein können. Es geht darum, die richtige Dosierung zu finden, was über den Instinkt spontanmöglich ist: Ein Mineralwasser, das unerwünschte Mineralsalze enthält, bekommt einen unangenehmen Geschmack; ein Wasser, das ein für den Organismus nützliches Mineralsalz enthält, kann an einem angenehmen Geschmack erkannt werden; wenn ein zu mineralstoffarmes Wasser vom Organismus abgelehnt wird, vermittelt es das unangenehme Gefühl einer zu trockenen Kehle. Da die Bedürfnisse regelmäßigen Schwankungen unterliegen, ändert sich auch der Geschmack der verschiedenen Mineralwässer. Das optimale Gleichgewicht findet man, indem man sich einfach vom Genuss leiten lässt, d.h. indem man immer das Wasser auswählt, das am besten schmeckt.

    Kohlensäurehaltiges Wasser ist als solches nicht schädlich. Das Vorkommen von CO2 ist ein natürliches Phänomen und erklärt sich durch die hohen Druckverhältnisse, denen das Quellwasser in den Tiefen ausgesetzt ist. Viele Quellen sind natürlicherweise kohlensäurehaltig und der Organismus scheint an diese Situation angepasst zu sein. Die sprudelnden Eigenschaften des Gases, das durch die Senkung des Drucks freigesetzt wird, stellt häufig sogar einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil dar: Bei starken Entgiftungen ist die Zunge mit Stoffen belegt, die einen unangenehmen Geschmack hervorrufen, sodass ein stilles Wasser wenig Genuss erzeugt. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass trotzdem in den meisten dieser Fälle ein Wasserbedarf vorhanden ist. Ein Widerspruch, der sich dadurch erklären lässt, dass es nicht natürlich ist, übelschmeckende Substanzen auf der Zunge zu haben, die durch anormale Moleküle aus der konventionellen Ernährung erzeugt werden.. Häufig ist die Zunge umso stärker belegt, je intensiver die Entgiftung verläuft, sodass der Wasserbedarf am höchsten ist, wenn seine Aufnahme am meisten durch störende Beigeschmäcker behindert wird. Ein kohlensäurehaltiges Wasser macht diese unangenehmen Ablagerungen weitaus weniger wahrnehmbar und erleichtert den Trinkvorgang.

    Die im Handel erhältlichen Sprudelwässer sind allerdings meist mit Kohlensäure übersättigt, gegebenenfalls empfiehlt es sich, sie offen stehen zu lassen oder durch Schütteln der Flasche eine natürlichere Konzentration herbeizuführen. Ebenfalls sollte man nicht nur kohlensäurehaltige Wässer zur Verfügung haben, da der Geschmack bestimmter Mineralsalze durch den Sprudelcharakter überdeckt werden und zu einer Überlastung mit anorganischen Mineralien führen kann. Es reicht aus, von Zeit zu Zeit den nach dem Entweichen der Kohlensäure verbleibenden Geschmack zu testen: Ist dieser unangenehm, liegt kein Bedarf an den in diesem Wasser enthaltenen Mineralsalzen vor.

    Wasser setzt sich aus elektrostatisch polarisierten Molekülen zusammen, die durch gegenseitige Anziehung ziemlich lange Ketten bilden können. Diese Ketten verlängern sich mit der Zeit, sodass ein Wasser, das lange in einer Flasche gelagert wird, nicht unbedingt mehr dieselben Eigenschaften aufweist wie ein frisch aus einer Quelle sprudelndes Wasser oder gerade auf die Erde fallendes Regenwasser. Die natürlichste Lösung bestünde darin, das Wasser so zu trinken, wie man es in der Natur vorfindet. Die Verschmutzung der Atmosphäre macht hingegen ein Genießen von Regenwasser unmöglich, außer vielleicht im Gebirge. Quellwasser hat zweifellos einen vergleichbaren "Vitalwert", enthält aber immer Mineralsalze. Vor allem sollte man darauf achten, nicht immer Wasser aus derselben Quelle zu trinken, selbst wenn sich diese im eigenen Garten befindet.

    Im Rahmen zahlreicher Tests schnitt Umkehrosmose-Wasser gegenüber heiß destilliertem Wasser geschmacklich besser ab, zumindest wenn es sich um qualitativ hochwertige Filter handelte. Die heiß destillierten Wassersorten wiesen oft unangenehme metallische Geschmacksnoten auf. Einige Aktivkohle-Filter scheinen ebenfalls verwendbar zu sein.



    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  5. #25
    Medizin

    Der Zweck der Medizin ist Krankheiten zu heilen und Leiden zu verhindern. Sie greift dazu auf Behandlungen zurück, die sie ausgehend von einer Diagnosestellung festlegt (nach den unterschiedlichen Pathologieformen). Die Wahl der Behandlung stützt sich entweder auf alte medizinische Beobachtungen, die eine große Anzahl empirischer Beobachtungen umfassen oder auf eine wissenschaftliche Theorie, die die Mechanismen dieser Krankheit beschreibt.

    Die theoretische Herangehensweise setzt eine Kenntnis der Krankheitsursachen voraus. Die Suche nach diesen Ursachen kann entweder durch eine analytische Nachforschung erfolgen zur Ermittlung der mikroskopischen Mechanismen, die von den Ursachen zu den Symptomen führen oder durch eine globale epidemiologische Studie, anhand der die Entwicklung einer selben Krankheit in Abhängigkeit unterschiedlicher Bedingungen vergleichen werden kann, denen der Organismus ausgesetzt sein kann.

    Diese epidemiologischen Studien können jedoch niemals stichhaltige Schlussfolgerungen ziehen lassen, da jeder den selben Ernährungsbedingungen unterliegt. Es ist daher unmöglich, die Ernährungsfaktoren hervorzuheben, die die Entstehung einer Krankheit auslösen oder begünstigen, da es keine Vergleichspersonen gibt, die nicht den selben Faktoren unterliegen. Die Medizin zog somit den Faktor Ernährung lange Zeit über niemals in ernsthaft in Betracht, und erst kürzlich erfolgte epidemiologische Studien konnten mithilfe von ausgearbeiteteren statistischen Methoden die Beziehungen zwischen verschiedenen Ernährungsweisen und dem unterschiedlichen Entwicklungsverlauf bestimmter Krankheiten hervorheben. Diese fehlende Objektivität fand Rückhalt durch die Theorie Darmschranke, die lange Zeit über den Glauben aufrechterhielt, dass die Darmwand für Makromoleküle vollkommen undurchlässig sei: Wenn Makromoleküle aus der Nahrung verdaut werden, blieben nur deren Grundbestandteile zurück, die aufgeteilt und klein genug seien, um durch die Membranen der Darmzellen zu treten; diese kleinen Elemente können im Prinzip keine schädliche Wirkung ausüben, da sie für alle Lebewesen gleich sind; der Organismus verwendet sie zur Konstruktion der Makromoleküle, die er für sein eigenes Funktionieren benötigt.

    Die Theorie der Darmschranke ermöglichte es, Ernährungsfehler unbeachtet zu lassen, da ihr zufolge nur verwertbare Elemente in den Organismus eindrangen und die anderen mit dem Stuhlgang ausgeschieden würden. Keine Beziehung zwischen unerwünschten Molekülen aus der Ernährung und Störungen jeglicher Art konnte in Betracht gezogen werden. Sich anschließende Entdeckungen zeigten allerdings, dass zahlreiche Moleküle, die den Verdauungsmechanismen entgehen, die Darmwand durchtreten und in die Körperflüssigkeiten eindringen können, zum Beispiel bestimmte Maillard-Produkte oder andere Neue Chemische Arten (NCA). Es muss befürchtet werden, dass Moleküle, die dem natürlichen Funktionieren des Organismus fremd sind, selbst in geringer Konzentration zu allen möglichen Störungen führen können, entweder durch ihre toxischen Auswirkungen oder durch eine Beeinträchtigung des Immunsystems oder wiederum durch das Hervorrufen von Mutationen während der Zellteilung.

    Logischerweise hätte die Widerlegung der Darmschrankentheorie die Medizin dazu bringen müssen, alle Theorien zu revidieren, die sich auf eine Undurchlässigkeit der Darmwand gegenüber Makromolekülen stützen. Die allgemeine Umstürzung des gesamten medizinischen Denkens, die eine solche Richtungsänderung mit sich gebracht hätte, ist zweifellos eine Erklärung dafür,weshalb sich aber bis heute wenig auf diesem Gebiet getan hat.

    Zahlreiche auf Mikroben zurückgeführte Krankheiten müssten mit dem Vorkommen anormaler Moleküle in Bezug gesetzt werden, die insbesondere erklären könnten, warum sich diese Mikroben anormal entwickeln, während sie unter natürlichen Umständen meist unschädlich bleiben. Autoimmunkrankheiten und Allergien, deren Ursachen man mit dem Vorkommen von Antigenen noch unbekannter Herkunft zu erklären versucht, könnte unmittelbar durch das Vorkommen von Nahrungsantigenen und deren Auswirkungen auf das Immunsystem Erklärung finden. Auf dem Gebiet von Krebserkrankungen wären neue Herangehensweisen möglich. Neben der Untersuchung der erhöhten Wahrscheinlichkeit von genetischen Unfällen durch mutagene Moleküle müssten auch Moleküle aus der Ernährung in Betracht gezogen werden. Deren tägliche Zufuhr kann eine Immuntoleranz herbeiführen, die bestimmten Zellen ermöglicht, sich ungehindert zu vermehren. Psychische Störungen fänden neben den psychoanalytischen Erklärungsansatz zusätzliche Erklärungen in der nervlichen Erregung durch bestimmt Moleküle aus der Ernährung, für die der normale Stoffwechsel nicht ausgerichtet ist.

    Das größte in der Verdrängung des Faktors Ernährung bedingte Missverständnis betrifft den Begriff der Krankheit selbst. Da die Medizin das Vorkommen anormaler Moleküle aus der Kochkost nicht in Betracht zieht, kann sie nicht alle Reaktionen des Körpers auf die richtige Weise interpretieren. Symptome,die mit dem Versuch des Körpers in Zusammenhang stehen, sich von diesen fremden Substanzen zu befreien, wird sie somit nicht als solche auslegen können.

    Dem medizinischen Prinzip der Homöostase zufolge, versucht der Körper, seinen ursprünglichen Zustand wieder herzustellen: In dem vorliegenden Fall kann er dies nur durch die Zerstörung oder Eliminierung unerwünschter Moleküle erreichen. Eine solche Eliminierung gehört allerdings nicht zu den normalen Detoxikationsmechanismen, die für natürliche Moleküle und deren Rückstände vorgesehen sind. Es handelt sich um eine Ausscheidung anormaler Moleküle, die neu in der Geschichte der Biologie sind und an die unsere Organismen kaum die Zeit hatten, sich genetisch anzupassen. Man kann also davon ausgehen, dass eine solche Eliminierungs- oder "Detoxinations"arbeit einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Diese werden an Symptomen erkennbar sein, die den durch die Nichtbeachtung des Instinktes herbeigeführten Ungleichgewichtszustand noch verschlimmern. Die Medizin, der diese Prämissen unbekannt sind, kann die Reaktionen des Organismus nicht nachvollziehen. Sie wird demnach unweigerlich Symptome dieser Art als krankhaft auslegen.

    So versteht man, wie es in der klassischen Medizin zu einer Verwechslung zwischen Krankheiten, die auf eine Degeneration des Organismus zurückzuführen sind und die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt und "nützlichen" Krankheiten kommen konnte. Die Symptome der letzteren erklären sich durch die Detoxinationsarbeit des Körpers, die im Gegenteil aufeine Wiederherstellung der Gesundheit ausgerichtet ist. Indem sie die "Krankheiten" der zweiten Kategorie in derselben Weise wie wirkliche Krankheiten bekämpft, arbeitet die Medizin, ohne es zu wissen, der Gesundheit der Patienten entgegen. Eine richtige Haltung bestünde darin, nach den Mitteln zu suchen, die ermöglichten, diese Entgiftungsvorgänge nicht zu unterbrechen, sondern in einer Weise zu kontrollieren, dass sie erträglich und ohne schädliche Nebenwirkungen bleiben.

    Darüber hinaus nimmt die Ausschließung des Faktors Ernährung der Medizin jegliche Möglichkeit, bis zu den Ursachen zahlreicher Krankheiten vorzudringen, die mit der Ernährung in Zusammenhang stehen. Das ist für die meisten Zivilisationskrankheiten der Fall, die einen wichtigen Platz in den üblichen Pathologien einnehmen. Die Medizin kann also nur nebensächliche Ursachen in Betracht ziehen und sich über ein Ausbleiben der erhofften Ergebnisse erstaunt zeigen. Durch die Umstände gezwungen, beschränkt sie sich auf die Behandlung von Symptomen und den Versuch, die durch diese herbeigeführten Leidenzustände abzumildern. So wird deutlich, wie es zu einer solchen Entzweiung zwischen den Grundsätzen Hippokrates, der gebot, immer nach den Ursachen der Ursachen zu suchen und der heute angewandten Symptommedizin kommen konnte.

    Offensichtlich wird der medizinischen Wissenschaft ein Entkommen aus dieser Sackgasse erst gelingen, wenn sie sich bereit erklärt, eine mögliche genetische Nichtanpassung an die konventionelle Ernährung in Betracht zu ziehen. Die heutigen Theorien gehen von dem Prinzip aus, dass alle vitalen Mechanismen auf molekularer Ebene ablaufen. Die hauptsächliche Quelle an Molekülen, ob schädlich oder nützlich, die dem Körper zugefügt werden, ist offenbar die tägliche Ernährung. Es hieße, hartnäckig eine widersprüchliche Situation aufrecht zu erhalten, wenn man sich weiterhin weigerte, diese tägliche Zufuhr an Molekülen als mögliche Ursache der so genannten Zivilisationskrankheiten in Betracht zu ziehen. Angesichts der Leiden und Dramen, die jede weitere Verspätung in der Forschung mit sich bringt, dürfte eine solche Zielsetzung nicht länger hinausgezögert werden.

    Was die Praxis einer natürlichen Ernährung anbelangt, ist die Medizin mit Vorsicht anzusehen. Die derzeitigen Theorien ermöglichen nicht, die Reaktionen des Organismus nachzuvollziehen und führen systematisch zu einer fehlerhaften Interpretation der mit der Detoxination in Bezug stehen den Symptomen. Auch tragen sie der regulierenden Auswirkung des Instinktes keine Rechnung und führen daher zu einem Vertrauensverlust in die natürlichen Mechanismen.
    Es gilt, den richtigen Mittelweg zwischen einem naiven Glauben in die medizinischen Dogmen und einem blinden Vertrauen in die Naturgesetze zu finden. Ein solcher Kompromiss ist nicht immer einfach umzusetzen, da das Problem der Gesundheit unweigerlich mit Ängsten verbunden ist. Objektivität ohne jeglichen Fanatismus ist erforderlich, um dem Druck einer Medizin stand zuhalten, die sich auf eben diesen Ängsten errichten konnte und trotzdem jederzeit auf medizinische Unterstützung zurückgreifen zu können,wenn die Umstände dies erforderlich machen.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  6. #26
    Körpergeruch

    Ein Tier begibt sich in Gefahr, wenn es einen Geruch verbreitet, der stark genug ist, um Raubtiere anzulocken. Je größer die Entfernung ist, auf die der Räuber seine Beute riechen kann, desto geringer sind die Überlebenschancen der Beute und ihrer Tierart. Es wird durch die natürliche Auslese eliminiert.

    Man sollte also davon ausgehen, dass sich der Geruch eines Organismus auf ein Minimum beschränkt. Die gilt nicht für Tierarten ohne natürliche Feinde, wie große Raubkatzen oder Elefanten, und tatsächlich riechen diese auch stärker als andere Tiere.

    Ein Tier, das an sich selbst einen unangenehmen Geruch wahrnähme, würde sich ebenfalls in einen Zustand der Unterlegenheit versetzen: Es müsste übermäßig viel Zeit und Energie für seine Körpertoilette aufwenden, das Interesse für den eigenen Körper würde einen zu großen Teil seiner Aufmerksamkeit beanspruchen und ihn der Gefahr aussetzen. Seine Art hätte nicht die gleichen Überlebenschancen wie die Arten, die über einen besser organisierten Geruchssinn verfügen.

    Zu Recht kann man sich also über unangenehme Gerüche des eigenen Körpers wundern. Der Geruchssinn hatte Millionen Jahre Zeit, sich an die verschiedenen Substanzen aus den verschiedenen Körperregionen anzupassen,es lässt sich daher schwer mit den Evolutionsgesetzen vereinbaren, dass einige unter diesen abstoßend, sogar unerträglich riechen.

    Dieselben Überlegungen sind auch für die Gerüche von Stuhl und Urin möglich. Ein intensiver Geruch würde Raubtiere anziehen und die Überlebenschancen einer Tierart verringern, ein unangenehmer Geruch würde das Verhalten der Individuen beeinträchtigen.

    Tatsächlich lässt sich feststellen, dass die Exkremente der meisten wilden Tiere fast nach gar nichts riechen. Die Fäkalien von Gemsen im Hochgebirge geben weniger Geruch als Heu ab, der Kot von Wildkatzen, die nicht in der Nähe von Siedlungen leben, riecht praktisch überhaupt nicht und nahezu geruchlos sind auch die Exkremente von Vögeln aus tiefen Waldregionen. Ähnlich verhält es sich mit dem Körpergeruch: derjenige wilder Tiere hat nichts mit den üblen Gerüchen zu tun, die man von Haustieren gewöhnt ist.

    Dieselben Unterschiede beobachtet man bei Mäusen, die man in Käfigen hält und jeweils mit natürlichen und denaturierten Nahrungsmitteln ernährt. Die Mäuse, denen man Küchenabfälle gibt (Brot, erhitztes Fleisch etc.) riechen äußerst unangenehm, während aber Mäuse derselben Gattung und in denselben Käfigen gehalten, nur einen ganz leichten, eher angenehmen Geruch haben, wenn man sie mit natürlichen Nahrungsmitteln ernährt. Für Stuhl und Urin gelten dieselben Unterschiede. Zahlreiche Beobachtungen dieser Art lassen den Schluss zu, dass die Körper- und Stuhlgerüche direkt mit der Ernährung zusammenhängen. Bedenkt man, dass ein Geruch immer auf Moleküle zurückzuführen ist, wird klar, dass sich unter dem Einfluss einer unnatürlichen Ernährung bestimmte anomale Moleküle in den Exkrementen, im Schweiß und in anderen Ausscheidungen des Organismus befinden. Es handelt sich offenbar um Moleküle,die nicht oder nur unvollständig abgebaut sind und den Enzymen des Stoffwechsels entgehen. Diese Stoffe werden in einer Form ausgeschieden, die dem körpereigenen Funktionieren fremd ist, der Geruchssinn identifiziert sie folglich als anormal.

    Das lässt sich auch beim Menschen feststellen. Die Individuen, die von Kind auf an die Prinzipien einer natürlichen Ernährung befolgt haben und deren Ernährung gut ausgewogen ist, kennen das Problem unangenehmen Körpergeruchs nicht. Stuhl und Urin sind ebenfalls quasi geruchlos. Diejenigen, die ihr Leben unter konventionellen Ernährungsbedingungen begonnen haben, weisen übliche Körpergerüche auf, die allerdings nach einigen Wochen natürlicher Ernährung deutlich nachlassen und nur in immer schwächer werdenden Schüben von Zeit zu Zeit wieder auftreten. Bei Kindern, die von einer Ernährungsweise zur anderen wechseln, weil ihre Eltern zum Beispiel getrennt leben, beobachtet man während und nach der konventionellen Ernährungsphase. ein sehr systematisches Wiederauftreten unangenehmer Körpergerüche (Atem, Kopfhaut, Füße, Stuhl etc.)

    Bei einem Übergang zur natürlichen Ernährung lohnt es sich, auf die Körpergerüche zu achten, da sie häufig Aufschluss über die Molekülarten geben, die der Körper in den aufeinander folgenden Phasen der Entgiftung ausscheidet. Manchmal erkennt man die Gerüche von Nahrungsmitteln wieder, von denen man vorher große Mengen gegessen hat.

    Die Vorteile, die ein Körper ohne unangenehme Gerüche für Hygiene und Lebensqualität bietet, liegen auf der Hand.



    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)



  7. #27
    Sektierertum

    Praktisch alle natürlichen Ernährungsmethoden sind von einer gewissen sektiererischen Neigung geprägt. Das liegt daran, dass diejenigen, die meinen, eine Ernährungsweise entdeckt zuhaben, die ihnen Gesundheit garantiert, sich an diese wie an einen Rettungsring klammern. Sie können es nicht akzeptieren, sie in Frage zu stellen, sie würden sich automatisch verunsichert fühlen.

    An der Tradition Festhaltende fühlen sich hingegen durch andere Ernährungsweisen verunsichert: Wer anders isst, stellt eine Bedrohung für sie dar, denn wenn er Recht hätte, hieße dies, dass sie selbst in Gefahr sind. Mehr- und Minderheiten stoßen so in einem Machtkampf aufeinander: Wir sind es,die Recht haben! Anzunehmen, dass unsere Ernährungspraktiken fehlerhaft sind, ruft unhaltbare Ängste hervor, denn Gesundheit und Leben stehen auf dem Spiel.

    So versteht man, warum Vegetarismus, Makrobiotik oder andere Methoden von der Gesellschaft als sektiererische Praktiken aufgefasst werden: Sie stellen eine Art Drohung oder Anschuldigung dar für diejenigen, die ihre Ernährungsgewohnheiten nicht aufgeben wollen. In derselben Weise flüchten sich die Anhänger alternativer Ernährungsweisen in eine Abwehrhaltung, um die Prinzipien zu schützen, auf denen sie ihre eigene Absicherung bauen und sind gezwungen, sich vom Rest der Gesellschaft abzuspalten.

    Es wäre bedauerlich, wenn der Instinctotherapie dasselbe Los widerführte, denn eine Abspaltung von der Gesellschaft ist niemals konstruktiv, sie verhindert die Kommunikation, die objektive Kritik an den Ideen und ihrer Verbreitung.

    A priori dürfte die Instinctotherapie nicht in diese Falle geraten, denn ihrem Prinzip nach ist sie nicht sektiererisch. Sie beruht auf einer fundamentalen Frage, die sich direkt aus den heutigen Kenntnissen in der Biologie und Archäologie herleitet: Ist der Organismus des modernen Menschen genetisch an die traditionelle Ernährung angepasst? Inwieweit sind Krankheiten und andere von der Medizin beschriebene Funktionsstörungen die Folge einer genetischen Nichtanpassung an die tägliche Ernährung?

    Es ist per definitionem unmöglich, ein sektiererisches Gerüst auf einer Frage zu errichten. Sektierertum bedeutet, sich um einen Glauben zu gruppieren, und glauben kann man nur an eine Behauptung. Eine Frage kann allenfalls einem Experiment als Grundlage dienen, was bei der Instinctotherapie der Fall ist:Ein Experiment ebenso für den Wissenschaftler, der eine Hypothese verifizieren will, wie für den Privatmenschen, der nach praktischen Anhaltspunkten für sein eigenes Leben sucht. Zwar eines, dessen positive Wirkung auf den Organismus durch die Erfahrungen von nunmehr 40 Jahren bestätigt wird, trotzdem aber ein Experiment bleibt; die vitalen Mechanismen sind zu komplex und das menschliche Wissen zu unbeständig, als dass endgültige Behauptungen in dieser Beziehung möglich wären.

    Wäre die Gesellschaft durch einen wirklichen Impuls zur Wahrheitssuche animiert, würde sie sich jeder neuen Idee annehmen, um sie objektiv auf ihre Richtigkeit oder eventuelle Gefährlichkeit hin zu untersuchen. So könnten die Urheber dieser Idee, oder diejenigen, die sie als erste verstanden haben, nur schwer dem Sektierertum verfallen (es sei denn, sie weigerten sich,Offensichtlichkeiten anzuerkennen). Da die Gesellschaft aber neue Ideen ablehnt, ohne sie ernsthaft untersucht zu haben, zwingt sie deren Urheber zur Isolierung und Bildung einer Sekte, die ihnen Absicherung verschafft; ein systematischer Vorgang, jedes Mal, wenn ein Individuum und seine Umgebung eine Wahrheit erkennen, die sich von dem sozialen Bezugssystem abhebt.

    Das beste Mittel, der Bildung von Sekten vorzubeugen wäre, neue Ideen mit der ganzen intellektuellen Aufrichtigkeit, die dies erfordert, anzugehen und sie einer Wirklichkeitsprüfung zu unterziehen, anstatt sie von vornherein zu verwerfen. Ein solches Vorgehen ist nur im Rahmen eines Dialoges möglich. Aber die Gesellschaft stellt selbst eine riesige Sekte dar, die sich an ihren Glauben und Tabus in derselben Weise festklammert wie die kleineren Sekten, mit dem Ziel ihren Zusammenhalt und Sicherheit aufrecht zu erhalten. Letztlich bringt sie durch ihr sektiererisches Verhalten die Unmengen von kleinen Sekten erst hervor. Um der Bildung der kleinen vorzubeugen, müsste man zunächst also das Problem der großen lösen …

    Die Isolierung und Ausgrenzung verschlimmern das Rechtfertigungs- und Absicherungsbedürfnis noch, so erklärt sich die Entgleisung jeder Gruppe, die eine wahre Idee entdeckt, aus der Notwendigkeit heraus, ihre Identität gegeneine Außenwelt zu behaupten, bei der sie auf Ablehnung stößt; sie entwickelt so alle möglichen Rituelle oder Gemeinplätze, die sie aus der gegenwärtigen oder früheren Kultur entnimmt und die sie als Wahrheitssymbole auffasst, z.B. „wir sind die 144 Erwählten", „unser Meister ist der Nachfolger aller großen Propheten", sie bedient sich der Gesten und überlieferten Kostüme der Tempelritter, ihre Anhänger tragen Kapuzen, die die Macht der Freimaurer wiederaufleben lassen, geben sich okkulten Zeremonien hin, in denen sie die Macht Satans preisen etc. Elemente, die ihnen ermöglichen, ihre Identität zu behaupten und gleichzeitig ihre Abtrennung von der Lügen tragenden Gesellschaft zu markieren, da es ihre Gruppe ist, die die Wahrheit gefunden hat (das ist die Funktionsweise des Gehirns nach dem Prinzip der Gleichsetzung: Da man im Hinblick auf den Ritus im Besitz der Wahrheit ist, gilt dies auch für die Ausgangsbotschaft, die sich tatsächlich einer Wahrheit annähert, aber an der Ablehnung der Gesellschaft zerschellt.
    Die Zurückweisung macht Kritik und Selbstkritik gleichermaßen unmöglich. Kritik aus dem Grunde, weil sich die Vertreter der traditionellen Denkweise die Möglichkeit nehmen, eine neue Idee über die ersten oberflächlichen Eindrücke hinaus zu verstehen und kritisch zu beurteilen, wenn sie diese von vornherein ablehnen. Selbstkritik daher, weil ihnen eine Gelegenheit zur Infragestellung entgeht, die ihnen ein neuer Standpunkt verschaffen würde. Sie sehen sich selbst auf einen Standpunkt abgewiesen, dadurch dass sie gezwungen sind, sie gegen eine Idee zu verteidigen, die ihre eigenen Überzeugungen ins Wanken bringen könnte.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  8. #28
    Versorgung

    Die Qualität der Versorgung ist für die Durchführung einer natürlichen Ernährung von herausragender Bedeutung. Es ist illusorisch, mit den Wohltaten einer rohen Ernährung zu rechnen, wenngleich man Produkte verzehrt, die überwiegend Denaturierungen durch Hitze oder Chemie unterliegen.

    Die meisten der im Handel auffindbaren Produkte werden leider unter Verwendung chemischer Dünger kultiviert, mit denen der Produktionsumsatz gesteigert werden soll. Sie werden chemischen oder thermischen Behandlungen unterzogen, um Schimmel- oder Fäulniskeime zu zerstören und ihre Haltbarkeit zu verlängern. Trockenfrüchte werden beispielsweise in kochendem Wasser denaturiert oder bei hohen Temperaturen getrocknet, um sie weicher und geschmacksintensiver zu machen und gleichzeitig zwecks besserer Aufbewahrung zu sterilisieren. Frische Früchte werden Heißwasserbädern unterzogen, um ihren Reifungsprozess zu beschleunigen oder sie angenehmer für den Verzehr zu machen.

    Chemische Kunstdünger verändern die Geschmacks- und Nährqualität der Nahrungsmittel. Sie führen zu einer „Fehlleitung" des Organismus' und seiner instinktiven Mechanismen. Der Verzehr einer bestimmten Menge eines solchen Nahrungsmittels wird von Empfindungen begleitet, die nicht dem Wert der tatsächlich zugeführten Nährstoffe entsprechen. Die Erzeugnisse aus Intensivkulturen sind im Allgemeinen mit Wasser auf gequollen und wenig schmackhaft. Man neigt daher dazu, zu große Mengen davon zu essen, als ob der Körper versuchte, den fehlenden Gaumengenuss und den geringen Nährwert durch ein Mehr an Volumen auszugleichen. Der Geschmack, der die instinktive Sperre anzeigen sollte, ist selber auch nicht präzise genug, sodass es schwierig wird, die aufzunehmende Menge in korrekter Weise zu begrenzen. Man beendet die Mahlzeit mit der Empfindung eines überfüllten Magens, einem Gefühl der Unbefriedigung, gefolgt von einer schwerfälligen Verdauung. Die schlechte Verdauung führt zu einer schlechten Assimilierung und zu einem bei der nächsten Mahlzeit umso stärkeren Hungergefühl, das dazu drängt, noch mehr zu essen. Pestizide verändern indirekt die Nährqualitäten der Nahrungsmittel. Sie stören das bakterielle Gleichgewicht des Humusbodens, sodass die Pflanze daraus nicht mehr alle komplexen Elemente ziehen kann, die sie für ein normales Wachstum benötigt. Folglich weist sie Nährstoffmängel und "unvollständige" Geschmacksnoten auf, die ein Gefühl der Unbefriedigung zurücklassen und Überlastungen begünstigen. Die Pestizidrückstände bringen ebenfalls die Darmflora und die Arbeit der Verdauungsenzyme durcheinander, was die Absorbierung von Nährstoffen zusätzlich erschwert.

    Die Denaturierung durch Hitze führt zu denselben Störungen, wenngleich auf heimtückischere und folgenschwerere Art. Die Geschmäcker werden auf eine Weise verändert, die das Produkt beim ersten Kontakt im Allgemeinen so gut wie unter natürlichen Umständen, sogar noch anziehender erscheinen lassen. Die die instinktive Sperre signalisierende Geschmacksumschwenkung ist hingegen meist nicht vorhanden oder sehr geschwächt; es ist daher unmöglich, die korrekte Menge genau zu erkennen. Der Verzehrer wird gegen seinen Willen dazu gebracht übermäßige Nahrungsmengen aufzunehmen. Eine Beeinträchtigung der alliästhetischen Mechanismen lässt sich ebenfalls nach kältebedingter Denaturierung beobachten.

    Darüber hinaus, erhöht sich die thermische Bewegung mit steigender Temperatur und begünstigt das Auftreten chemischer Reaktionen, in deren Verlauf sich die verschiedenen in den Nahrungsmitteln enthaltenen Nährsubstanzen neu kombinieren oder verändern. Das thermisch behandelte Nahrungsmittel enthält ebenso wie das gekochte eine unzählige Anzahl denaturierter Moleküle oder Neuer Chemischer Arten (NCA), an die der menschliche Organismus genetisch nicht angepasst ist. Die dem natürlichen Funktionieren des Organismus fremden Moleküle können weder korrekt verstoffwechselt noch eliminiert werden. Sie sammeln sich im Körper an und können Störungen auf der Ebene aller Organe und aller Funktionen hervorrufen. Sie verursachen insbesondere Störungen in den Entgiftungsmechanismen, indem sie diese entweder unterbinden oder zu starke Ausmaße annehmen lassen. Die Unordnung wird noch durch die Auswirkungen einer fehlenden instinktiven Sperre verstärkt, was die Symptome so weit zunehmen lassen kann, dass sie gefährlich werden.


    Die Gesamtheit dieser Mechanismen stellt einen wahren Teufelskreis dar. Die durch das schlechte Funktionieren der instinktiven Mechanismen herbeigeführte Nahrungsüberlastung führt zu einem unmittelbaren Rückgang der Anziehung nicht denaturierter Produkte.


    Eine Funktion der alliästhetischen Mechanismen liegt in der Tat darin, die Nahrungsmittel unangenehm erscheinen zu lassen, die den Bedürfnissen des Organismus nicht entsprechen. Die einzigen Nahrungsmittel, die für den Gaumen angenehm bleiben, sind infolgedessen denaturierte Nahrungsmittel, die über ein„Austricksen" der Geschmacksmechanismen Genuss erzeugen. Der Verzehrer gerät gegen seinen Willen in eine immer stärker zunehmende Nahrungsüberlastung, die ihm den Verzehr natürlicher Nahrungsmittel immer schwerer macht. Er weiß nicht, dass die Nahrungsmittel, die ihm anziehend erscheinen, denaturiert sind und kann nicht verstehen, aus welchem Grund er allen möglichen Unwohlseinserscheinungen ausgesetzt wird. Meistens entmutigt er sich schließlich, ohne zu verstehen, was ihm eigentlich genau widerfährt. Wenn er unbeirrt fortfährt, setzt er sich schließlich Nahrungsüberlastungen aus, die noch höher sind als mit einer konventionellen Ernährung: In der Überzeugung,auf seinen Instinkt vertrauen zu können, absorbiert er maßlose Mengen von den ihm am besten schmeckenden Nahrungsmitteln, die auch die am stärksten denaturierten sind. Fehler in der Versorgung sind die Hauptursache des Scheiterns einer begonnnen Praxis der Instinctotherapie. Eine konstante Wachsamkeit ist notwendig zur Vermeidung der unvermeidlichen Entgleisungen mit den auf dem Markt erhältlichen Produkten. Nichtsdestoweniger gleichen die mit dieser Ernährungsmethode möglichen Ergebnisse bei weitem die Bemühungen aus,die zur Zusammensetzung einer angemessenen Versorgung notwendig sind. Die zu befolgenden Regeln sind die folgenden:

    • Produkte aus biologischem Anbau vorziehen; man vermeidet auf diese Weise die in allen Erzeugnissen der Agrochemie enthaltenen chemischen Denaturierungen.
    • Darüber hinaus darauf achten, dass die Erzeugnisse nicht mit denaturiertem organischem Dünger angebaut werden oder mit Dünger aus durch Hitze denaturierten Produkten. Die Regeln des biologischen Anbaus schließen in der Tat die thermische Denaturierung nicht aus, während diese aber Neue Chemische Arten hervorbringt, die genauso gefährlich wie die synthetisierten Moleküle der Agrochemie sein können.
    • Darauf achten, dass die Erzeugnisse nicht thermischen Behandlungen durch Hitze oder Kälte unterzogen wurden und auch keiner Bestrahlung, die die Zusammensetzung lebendiger Materie verändert und die natürlichen Geschmäcker entfremdet.
    • Lernen, nicht denaturierte Produkte an der Vollkommenheit ihrer Aromata zu erkennen. Nach einer gewissen Einlernzeit, wird die Sinnesanalyse präzise genug, um die wichtigsten Denaturierungen zu erkennen. Das Vorkommen störender oder anormaler Geschmacksnoten lässt zu, auf eine Denaturierung zu schließen, aber der umgekehrte Fall trifft nicht unbedingt zu: Das Fehlen störender oder anormaler Geschmacksformen ist keine Garantie für eine fehlende Denaturierung, da die Geschmacksmechanismen auf eine Erkennung unnatürlicher Faktoren nicht ausgerichtet sind.


    Die beste Methode besteht darin, seinen eigenen Garten unter Vermeidung jeglicher Denaturierungsfaktoren zu bebauen. Dabei muss man zudem noch beachten, dass der Boden nicht vorhergehend durch Zufügungen denaturierter Dünger oder Pestizide verunreinigt wurde. Frisch aus der Erde gezogene Produkte weisen eine unvergleichliche Geschmackstiefe auf, die von ihrer hohen Nährqualität zeugt. Das allein schon macht die Mühe der Unterhaltung eines Gartens lohnenswert, ganz zu schweigen von den mit der Arbeit im Freien verbundenen Wohltaten.

    In Ermangelung dessen findet man in der näheren Umgebung vielleicht einige vom biologischen Anbau und der natürlichen Lebensweise ergriffene Landwirte, die sich für die Prinzipien der Instinctotherapie interessieren; erkundigen Sie sich auf diplomatische Weise nach den Anbauprinzipien, ob mit thermischen Denaturierungen in Beziehung stehende Techniken Anwendung finden, wie erhitzter Kompost, organischer Dünger, Mist von mit denaturierten Nahrungsmitteln ernährten Tieren etc. Ist dies der Fall, kann man versuchen, den Anbauern die diesen Methoden innewohnenden schädigenden Einflüssen zu erklären und die Konsequenzen, die diese auf ihre eigenen Erträge haben können. Der in den Kreisen um den biologischen Anbau herum noch weitgehend unbekannte Begriff "Neue Chemische Arten" erfordert durch solide Argumente untermauerte Erklärungen. Alle neuartigen Ideen stoßen auf Widerstände, vor allem wenn sie keinem unmittelbaren wirtschaftlichen Interesse entgegenkommen. Es besteht aller Grund dazu, dem Bauern zu zeigen, dass der Respekt der natürlichen Gesetze die Gesundheit seiner Kulturen wie auch die ihrer Konsumenten verbessert, darüber hinaus außerdem die Geschmacksqualität seiner Erzeugnisse. Die Perspektive eines neuen Marktes, bestehend aus für die im Rahmen der Instinctotherapie erforderlichen Produktionsgarantien sensibilisierten Verbrauchern, kann ihn dazu ermutigen, die nötigen Veränderungen in seiner Anbauweise vorzunehmen.

    Mit exotischen Früchten ist das Problem schwieriger. Eine Lösung bestünde darin, auf diese zu verzichten. Es ist möglich, ausschließlich von heimischen Früchten zu leben, vor allem, wenn Probleme mit dem Budget der Beschaffung teurerer Produkte im Wege stehen. Die Früchte der gemäßigten Zonen decken problemlos die grundlegenden Bedürfnisse des Organismus. Allerdings beschränken sich die vitalen Bedürfnisse nicht nur auf Kohlenhydrate, Fette, Proteine und Vitamine, wie man der Ernährungslehre zufolge zu glauben geneigt sein könnte. Sehr viel komplexere Substanzen sind an subtileren Mechanismen beteiligt, vor allem an solchen, die der Vorbeugung oder Heilung von Krankheiten dienen können. Nun befinden sich die wichtigsten vitalen Substanzen logischerweise in den Nahrungsmitteln, an die sich die Spezies genetisch anpassen konnte. Man weiß, dass das menschliche Erbgut - wie auch das anderer Primaten - dem tropischen Klima entstammt. Mit dem Ausschluss tropischer Produkte läuft man also Gefahr, dem Organismus eine Reihe vitaler Substanzen vorzuenthalten, die er für eine maximale Ausschöpfung seines Potenzials benötigt. Die Erfahrung bestätigt in der Tat die Wichtigkeit tropischer Früchte für das Wachstum von Kindern, die Aufrechterhaltung der Gesundheit, die Auslösung von Entgiftungsprozessen, die Wiedererlangung eines normalen Körpergewichts, das Wohlbefinden und die Verjüngung des Organismus sowie für den Gaumengenuss und die verdauungstechnische Befriedigung. Die Instinctotherapie mit einer ausreichenden Auswahl tropischer Früchte zu praktizieren, vermittelt sozusagenden Eindruck, ständig im Paradies zu leben, und es wäre bedauerlich, darauf verzichten zu müssen.

    Eine korrekte Versorgung mit exotischen Früchten stößt hingegen auf vielerlei Probleme. Zunächst auf ein finanzielles Problem, da sie überwiegend teurer als heimische Früchte sind. Abgesehen davon, ist es außerordentlich schwierig, die Anbauqualität zu kontrollieren, ohne sich ständig vor Ort zu befinden. Die in Süd- und Südostasien und anderen Entwicklungsländern verwendeten Mengen an Pestiziden und Kunstdüngern übersteigen die in den Industrieländern eingesetzten bei weitem. Das Bewusstsein der Toxizität dieser Produkte fehlt überwiegend, vor allem wenn es sich um für den Export vorgesehene Erzeugnisse handelt. Der durch den Luft- oder Schiffstransport hohe Selbstkostenpreis rechtfertigt darüber hinaus die Verwendung einer ganzen Reihe an Behandlungen zur Verlängerung der Lagerungszeit, zum Hinauszögern des Reifeprozesses bis zum wirtschaftlich bestgeeignetem Moment, zur Aromaintensivierung mit Hilfe von Geschmacksverstärkern, etc. Aus diesen Gründen ist von einer Versorgung mit auf dem konventionellen Markt erhältlichen exotischen Früchten nur abzuraten,selbst von solchen aus biologischem Anbau, der in der Regel nur die Verwendung chemischer Pestizide ausschließt und vor allen anderen Denaturierungsformen die Augen schließt.

    Die Versorgung mit Trockenprodukten wie Nüssen, Samen, Datteln,Trockenfrüchten, Honig, Pollen, etc. ist ein noch heikleres Problem. Diese Produkte werden allen möglichen Behandlungen unterzogen, die über keine bekannte Analysemethode ermittelt werden können. Nur Spezialisten der Sinnesanalyse können ein durch Hitze oder Bestrahlung denaturiertes Trockenprodukt als solches identifizieren. Diese Art der Denaturierung verwirrt die alliästhetischen Mechanismen, mit der Folge, dass man, ohne sich dessen gewahr zu werden, maßlose Mengen an Nahrung verzehrt. Die natürlichen Produkte erscheinen immer weniger anziehend, und man nimmt mehr und mehr denaturierte Produkte zu sich: Das ist der „Fass ohne Boden-Effekt", der alle Bemühungen um eine Durchführung der natürlichen Ernährung schnell zum Scheitern bringt und deren positive Auswirkungen zunichte macht.


    Guy-Claude BURGER (ungefähr im Jahr 2000)


  9. #29
    Diabolus ex coquina

    Haben Sie schon einmal etwas von Acrylamid gehört? Dabei handelt es sich nicht um einen neuen Comic- oder Horrorfilmhelden, sondern um ein besonders aggressiv wirkendes Molekül, das schwedische Forscher im April 2002 in den scheinbar harmlosesten Nahrungsmitteln fanden: Kekse, Chips, Pommes frites, Brot und sogar in dem für seine diätetischen Qualitäten bekannten skandinavischen Zwieback.

    Eine solche Entdeckung hat bei den Verfechtern der Ernährungswissenschaften und -industrie keinen geringen Skandal ausgelöst. Vielleicht wird man eines schönen Tages einmal die großen Fabrikanten beschuldigen, frühzeitige Todesfälle hervorgerufen zu haben, wie man dies seit kurzem der Zigarettenindustrie vorwirft. Nicht weiter als die Wolke von Tschernobyl drang der Skandal bis über die französische Grenze...

    Was die Spezialisten insbesondere beunruhigte, waren die immensen Mengen Acrylamid,die in zahlreichen alltäglichen Nahrungsmitteln nachgewiesen wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde dieses Molekül, das unter Chemikern für seine hochgiftigen Eigenschaften bekannt ist, zur Desinfizierung bestimmter als Trinkwasser geltenden Wassersorten verwendet. Die dazu von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Höchstwerte liegen unter einem Mikrogramm pro Liter (ein Millionstel Gramm pro Liter, also ein ppb). Eine Dosis, die ausreichte, um selbst die hartnäckigsten Bakterien zu beseitigen,vor allem, da Acrylamid und sein Stoffwechselderivat Glyzidamid die DNA zerstören.

    Tausendmal höher als die zugelassenen Grenzwerte

    Die Messungen für die ersten getesteten Nahrungsmittel ergaben Konzentrationen, die die zugelassenen Werte um mehr als tausendfach überschritten. Seither erweitert sich die Liste der als gefährlich eingestuften Produkte zunehmend. Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele aus kürzlich erschienenen Veröffentlichungen ( U.S. Foodand Drug Administration, 12/03/2003) in englischer Sprache:




    Das heißt: 100g unterwegs geknabberter Chips stellen ein toxische Dosis dar, die 276 Liter mit der Höchstdosis desinfiziertem Wasser entspricht: Aber nicht nur Snacks sind betroffen: Acrylamid wird in erster Linie durch eines der zwanzig Aminosäuren produziert, aus denen die Proteine aufgebaut sind, Asparagin, das unter Hitzeeinwirkung mit Zucker oder Stärke reagiert und dadurch das gefährliche Molekül zur Entstehung bringt. Da Proteine und Zucker fast überall in der Natur vorkommen, findet man Acrylamid in allen Nahrungsmitteln, die aus der Pfanne, Friteuse oder dem Backofen kommen. Wohin führt denn nun die Gastronomie?

    Bestätigungen seitens der FAO und WHO

    In aller Eile vereinten FAO und WHO ihre Kräfte, um von Anfang Juni 2002 an eine Expertenversammlung zur Verifizierung der störenden schwedischen Entdeckungen einzuberufen. Sie stellten sich als richtig heraus. Im Folgenden die hauptsächlichen Schlussfolgerungen aus den an Mensch und Tier gemachten Beobachtungen, die am Ende des Kolloquiums offiziell veröffentlicht wurden:

    - Eingenommenes Acrylamid wird vollständig von der Darmschleimhaut aufgenommen (dringt also quasi unverändert in den Blutkreislauf ein).

    - Acrylamid verbreitet sich in allen Geweben und Flüssigkeiten des Organismus, einschließlich der Muttermilch.

    - Punktuelle Dosen Acrylamid haben neurotoxische Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem,während sich eine dauerhafte Aussetzung spezifischer auf das periphere Nervensystem auswirkt.

    - Acrylamid erwies sich als genotoxisch, sowohl in den Körper- als auch in den Fortpflanzungszellen (Gameten): Es kann also Erbschäden in den Genen oder Chromosomen herbeiführen.

    - Glyzidamid, metabolisches Derivat des Acrylamids ist ein chemisch sehr reaktionsfreudiges Epoxid, das direkt mit der DNA reagiert und Mutationen herbeiführt: anscheinend kommt ihm die entscheidende Bedeutung in der Kanzerogenität des Acrylamids zu.

    - Die Kanzerogenitätbei Ratten ist mit der von Benzopyren vergleichbar (als Vergleichswert dienende krebserregende Substanz), aber die übliche Ernährung weist Dosen von Acrylamiden auf, die weit über denen jedes bekannten Kanzerogens liegen.

    - Der Durchschnittsbürger nimmt täglich etwa 0,3 bis 0,8 µg pro Kilogramm Körpergewicht auf, bei Kindern und Jugendlichen liegen die Werte etwa dreimal so hoch.
    - Die Bildung von Acrylamid ist von der Zubereitungstemperatur und der Dauer des Erhitzungsvorgangs abhängig.

    - Die Produktionsmechanismen dieses Moleküls sind noch unbekannt.

    Schlussfolgerungen, die nicht für die traditionelle Ernährung sprechen!

    Heutzutage gilt die Vorstellung, unerwünschte Moleküle in Kochgerichten zu finden nicht mehr als abwegig

    Hingegen wäre es unangebracht, sich über diese Entdeckungen erfreut zu zeigen. Zweifellos bestärken sie die Wahl, die wir trafen, Lebensmittel roh zu verzehren. Sie bestätigen sehr eindeutig die von mir 1964-65 aufgestellten Hypothesen: zu der Zeit erschien es praktisch undenkbar, dass die Erhitzung von Nahrungsmitteln die Entstehung schädlicher Moleküle herbeiführen könnte, die überdies die Darmschranke ungehindert durchdringen und sich im Organismus ansammeln.

    Ich stellte dieses Phänomen ganz zufällig in den sechziger Jahren fest, als ich wilde Waldmäuse zum Teil roh und zum Teil gekocht ernährte. Alles ließ darauf schließen, dass anormale Moleküle aus den erhitzten Nahrungsmitteln in den Organismus dieser kleinen Nagetiere eindrangen. Zum Beispiel: Ein über einen bestimmten Zeitraum mit erhitzten Nahrungsmitteln ernährtes Tier wies noch Wochen nach der Wiederaufnahme roher Nahrung anormalen Urin auf. Die Urintropfen kristallisierten auf anormale Weise, wenn sie auf Glasplatten abkühlten und verbreiteten einen unerträglichen Geruch, der in keiner Weise vergleichbar mit dem ausschließlich roh ernährter Mäuse war. Diese einfache Tatsache ließ darauf schließen, dass unabgebaute Substanzen in die Körperflüssigkeiten eingedrungen sein mussten, sich im Organismus ansammelten und schließlich über die Nieren ausgeschieden wurden.

    Eine undenkbare Theorie, die mir einige entrüstete Reaktionen einbrachte. Ich erinnere mich an die Antwort des Direktors des I.S.R.E.C. (institut suisse de recherche sur lecancer - Schweizer Institut zur Krebsforschung), Dr. Neukomm, den ich an meinen Beunruhigungen teilhaben ließ. Nach einer anfänglichen Pause musterte er mich mit hochgezogenen Brauen und entgegnete mir die alles bedeutende Formel: „Und die Darmschranke...?"

    Heute, vierzig Jahre später, haben sich die Zeiten geändert. Jeder weiß inzwischen, dass die Darmschranke bei weitem nicht so undurchlässig ist, wie man glauben wollte. Die unter dem Einfluss des Kochens entstehenden denaturierten Moleküle wurden sogar„Neue Chemische Arten" getauft. Die Vorstellung, dass sich unerwünschte Moleküle durch den Kochvorgang bilden, gilt nicht mehr als abwegig.
    Es fehlte nur noch das krönende Sahnehäubchen: Das Acrylamid konkretisiert die formlosen Befürchtungen,die um die Küche herum in der Luft liegen. Es gibt dem Phänomen, das fortan nicht mehr übergangen werden kann, einen Namen. Der Kochvorgang führt in den üblichsten Nahrungsmitteln zur Bildung toxischer Moleküle, die über den Organismus herfallen und zu nervlichen Störungen, Krebs, vererbbaren genetischen Unfällen führen...

    Aus einer allgemeineren Sichtweise heraus, ist dies allerdings eher eine schlechte Neuigkeit. Zum einen im Hinblick auf die Wissenschaft, die erst im 21. Jahrhundert eine Entdeckung offenbarte, die seit Darwin hätte vorhersehbar sein können: dass wir genetisch an bestimmte Moleküle nicht angepasst sind, die infolge der durch Hitze hervorgerufenen chemischen Reaktionen entstehen. Man kann sich die Frage stellen, warum unsere Gelehrten solange brauchten, um sich eines solch offensichtlichen Umstandes bewusst zu werden. Ein derartiges Versäumnis lässt sich nur durch ein vorherrschendes Tabu erklären, das selbst den intelligentesten Geistern untersagt, die großen Schemata der Kultur und ihren kulinarischen Entgleisungen in Frage zu stellen. Bezüglich der von der Wissenschaft zu erwartenden Objektivität ist dies alles andere als beruhigend...

    Unsere Genetik könnte Schaden erlitten haben

    Auch im Hinblick auf unser genetisches Erbgut ist dies keine gute Neuigkeit. Nach zehntausend Jahren unschuldiger Zufuhr stark stärkehaltiger und bei hohen Temperaturen zubereiteter Nahrungsmittel ist es mehr als wahrscheinlich, dass genetische Unfälle in der menschlichen Spezies vermehrt auftreten.

    Das Potenzial durch die DNA übermittelter Krankheiten in der zivilisierten Welt dürfte um einiges höher sein als in primitiven Bevölkerungen. Die weit zurück reichenden Anfänge von Landwirtschaft und Kochkunst einschließlich des Verzehrs von Weizen, der über Jahrtausende hinweg in zahlreichen Koch- und Backrezepten bei hohen Temperaturen zubereitet wurde, haben uns zweifellos einen nicht unerheblichen Vorsprung in der genetischen Degradierung ermöglicht. Was alle möglichen Konsequenzen auf der Ebene der Pathologie, der Ästhetik, der Lebenserwartung etc. haben kann.

    Und davon sind auch Instinctos direkt betroffen: Im Prinzip kann selbst die beste Ernährung der Welt die Fehler innerhalb eines Genoms nicht beheben. Sie ermöglicht lediglich, den bestmöglichen Nutzen aus den verfügbaren Genen zuziehen.
    Das einzige Kriterium, über das wir verfügen, ist die Beobachtung: Welche Verbesserungen können wir mit der Praxis der instinktiven Ernährung beobachten? Wir fahren zweifellos besser mit unserer Rohkost, als wenn wir jeden Tag immense Dosen Acrylamids aufnähmen.
    Ganz zu schweigen von allen anderen bereits bekannten oder noch unbekannten Molekülen, die der Teufel in seiner Küche zusammenkocht...

    Pressemitteilung der Food Standards Agency vom 31.10.2002

    In April 2002, scientistsin Sweden discovered unexpectedly large amounts of the chemical acrylamide in foods rich in starch that had been cooked at high temperatures. These included crisps, chips, bread and crisp breads. Acrylamide is known to cause cancer in animals and its presence in some foods may harm people's health.

    Im April 2002 entdeckten schwedische Forscher entgegen aller Erwartungen bedeutende Mengen Acrylamid in stärkereichen und auf hohe Temperaturen erhitzten Nahrungsmitteln wie Keksen, Chips, Brot und selbst Zwieback.Acrylamid ist bekannt dafür, Krebs bei Tieren auszulösen und sein Vorkommen in bestimmten Nahrungsmitteln kann womöglich auch der menschlichen Gesundheit schaden.

    (...)

    Meanwhile, the Agencyhas advised that people do not need to change their diet or alter the way in which they cook their food and should continue to eat a healthy, balanced diet including plenty of fruit and vegetables.

    Zunächst empfiehlt die Food Agency der Bevölkerung ihre Ernährungsweise und Art der Zubereitung ihrer Nahrungsmittel nicht zu verändern und eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse beizubehalten.



    Guy-ClaudeBurger (ungefähr im Jahr 2002)


  10. #30
    AGE: Beginn eines New AGE der Medizin?

    Dies wäre wünschenswert, denn die medizinische Forschung erweiterte sich um eine neue Namensschöpfung: AGE, die Abkürzung für Advanced Glycosylation Endproducts. Aus diesen drei Buchstaben könnte ein neues Zeitalter der Medizin zutage treten. Dies wird zweifellos Zeit in Anspruch nehmen, wie jedes Mal, wenn eine neue Idee aufkommt. Und noch mehr,wenn diese Idee unsere gastronomischen Freuden in Frage stellt.

    Die Namensgebung bezeichnet Stoffwechselendprodukte, die aus chemischen Reaktionen zwischen Proteinen und Zuckern wie Glucose entstehen können. Der Traubenzucker, die schnelle Energiequelle der gesamten belebten Welt, hat in der Tat eine ausgeprägte Neigung dazu, sich auf Proteinen zu fixieren.


    Alle Zucker der Aldose-Klasse verfügen über eine Carbonylgruppe (-C=O). Diese neigt zu einer Bindung an die Aminogruppe (-NH2) der Aminosäuren, welche die Grundbausteine der Proteine sind.

    Bisher nichts Neues, sagen Sie? Man wisse schon seit langem, dass sich Zucker an Proteine binden: Maillard stellte es bereits vor knapp einem Jahrhundert fest und ein gewisser Burger brachte diesen Umstand in seinen Schriften und Vorträgen wiederholt zur Sprache.

    Das ist richtig, nur verhält es sich mit der Wissenschaft ein wenig wie mit der Haute Couture. Beides ist teuer und unterliegt den Schwankungen der Mode. Alte Modelle, die man nicht nach den aktuellen Erfordernissen neu überarbeitet, erscheinen überholt. Produkte der Maillard-Reaktion (die zunächst als Melanoidine bezeichnet wurden, da einige unter ihnen für die bräunliche Verfärbung erhitzter Nahrungsmittel verantwortlich sind) verstauben seit über achtzig Jahren in den Schränken der Wissenschaftler und fern lag das Interesse,sie daraus hervorzubefördern.

    Was aber die Forschernicht in den Kochtöpfen entdeckten, fanden sie jetzt im Blut von Diabetikern

    Wer hätte sich also, abgesehen von einigen isolierten und über den Genüssen der Kochkunst stehenden Forschern, für chemische Reaktionen zwischen Molekülen interessieren können, die unter Hitzeeinwirkung miteinander reagieren? Da der Mensch ohne den Kochvorgang nicht überleben könne, galt es, die Produkte der Maillard-Reaktion als notwendigen Bestandteil der Existenz anzusehen: Ihre schädliche Auswirkung auf die Gesundheit unter Beweis zu stellen, hieße, den Menschen zur Krankheit zu verurteilen. Die Anzahl der verschiedenen Maillard-Produkte ist außerdem viel zu groß, als dass Chemiker das Problem in seiner ganzen Komplexität erfassen könnten. Weshalb sich auch die Forscher des nichtärztlichen Bereichs zur Schweigepflicht genötigt sahen.

    Was aber die Forscher nicht in den Kochtöpfen entdeckten, fanden sie jetzt im Blut von Diabetikern. Beide Orte begünstigen die Reaktionen zwischen Zuckern und Proteinen. Der Kochtopf wegen der entstehenden Hitze und der dadurch verstärkten Molekularbewegung und das zuckerreichere Blut von Diabetikern auf Grund der höheren Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffens zwischen Glucose und anderen Molekülen jeder Art.

    Nicht mehr nötig, die Kochkunst an den Pranger zu stellen. Maillard-Reaktionen bei Kranken zu finden, vereinfacht das Problem in bedeutendem Maße. Da es nur einige wenige betrifft, diejenigen, die den recht geringen Anteil von Diabetikern an der Gesamtbevölkerung ausmachen. Jetzt musste für die alten Moleküle nur noch ein neuer Namen gefunden werden, dreilettrig und in englischer Sprache zur Hervorhebung der wissenschaftlichen Seriosität. Der Begriff der AGE wurde geprägt und mit ihm ein neuer Forschungszweig, der sich mit gastronomischer Beunruhigung nicht zu befassen hatte.

    Diabetiker sind in der Tat ein hervorragendes Studienmodell. Bei ihnen entwickelnsich alle altersbedingten Veränderungen in sehr viel schnellerem Maße als beiNormalpersonen. Arterien und Kapillaren degenerieren, verhärten sich,verstopfen mit atheromatöser Plaque und können die Gewebe nicht mehrausreichend versorgen, was diese innerhalb von hochdestruktivenEntzündungsprozessen absterben lässt. Die Folge: Degenerationen der Netzhaut,Nierenschwäche, frühzeitige Demenz und Gewebenekrosen der Zehen infolge derein-, zwei- oder dreimal täglich erfolgenden Insulinspritzen...

    Die AGE vernetzen die Proteine, aus denen sich die Gefäßwände zusammensetzen

    Schon seit einiger Zeit legten statistische Studien eine Verbindung zwischen einem überhöhten Blutzuckerspiegel und der Degeneration der Blutgefäße nahe. Die ersten Erklärungen blieben jedoch wenig überzeugend. Warum sollte Glucose, deren Vorkommen im Blut von Sportlern bis hin zu Intellektuellen unverzichtbar ist, Läsionen auf den Wänden der Arterien und Kapillargefäßen hervorrufen? Und das selbst bei den gewissenhaftesten Diabetikern, die die empfohlenen Kalorienzufuhren und Insulindosierungen genauestens beachten. Richtig dosierte Insulininjektionen halten den Blutzuckerspiegel nahezu im Normalbereich, die relativ geringen Abweichungen können schwer als die Ursache der oftmals tödlich endenden Schädigungen betrachtet werden.

    Die erste Überraschung: In den neunziger Jahren entdeckte man in den atheromatösen Plaques große Mengen AGE. Diese Verdickungen der Arterienwände enthalten also nicht nur Cholesterinablagerungen, wie durch die ersten Theorien postuliert, sondern auch eine bedeutende Anzahl an Maillard-Produkten.

    Die zweite Überraschung: Die AGE vernetzen die Proteine, aus denen sich die Gefäßwände zusammensetzen. Diese Proteine sind normalerweise parallel angeordnet, gleiten übereinander und verleihen den Gefäßwänden auf diese Weise ihre hohe Elastizität. Die AGE allerdings heften sich längs, quer und diagonal, es entstehen so genannte Quervernetzungen. Die Proteine können nicht mehr übereinander gleiten und die Gefäßwand verhärtet sich zunehmend: der als Arteriosklerose bekannte Prozess.

    Die dritte Überraschung: Die AGE setzen sich an bestimmten Rezeptoren auf den Zellmembranen fest und werden so zu Angriffszielen des Immunsystems. Man beobachtet im Rahmen eines Entzündungsprozesses, der für alle degenerativen Erscheinungen kennzeichnend ist, eine Aktivierung der Monozyten, die mit der Zerstörung der Gefäßwandszellen beginnen, innerhalb eines Entzündungsprozesses, der für alle degenerativen Erscheinungen kennzeichnend ist. Es gilt also, alle klassischen Theorien zu rheumatischer Polyarthritis, Multiple Sklerose, dissemeniertem Lupus erythematodes, etc. neu zu überdenken. Krankheiten, deren direkter Zusammenhang mit der Ernährung seit langem beobachtet werden kann.

    Die vierte Überraschung: Wenn sich die AGE auf den Zellmembranen fixieren,verkompliziert eine Endozytose die Situation noch weiter: Die Zelle nimmt AGE auf, transportiert sie in tiefere Schichten der Gefäßwand weiter und beschleunigt dadurch ihre Degeneration.

    Lediglich die Herkunft dieser Unheil stiftenden AGE bliebe noch zu klären. Man kann nur schwer annehmen, dass die Natur Störungen dieser Art von selbst produziert. Aber da Diabetes automatisch den Gedanken an einen überhöhten Blutzuckerspiegel hervorruft, bestand die erste Erklärung darin, dass sie den chemischen Reaktionen zwischen der im Blut von Diabetikern zirkulierenden Glucose und Proteinen entstammen würden.

    Die Reaktion - die später als Maillard-Reaktion bezeichnet werden sollte - schon bei Raumtemperatur auftreten kann

    Einigewerden einwenden, dass Produkte der Maillard-Reaktion erst bei hohenTemperaturen entstehen. Der Gedanke ist in der Tat weit verbreitet. Als ichanführte, dass auch bei sehr schonenden Garprozessen Maillard-Reaktionenmöglich seien, hielten mir viele dieses Argument entgegen.

    Als eine amüsante, um nicht zu sagen schmähliche Erinnerung denke ich an diese sonderbare, älteren Instinctos bekannte Bewegung zurück, nach der sehr schonend gegarte Nahrungsmittel (nur soweit, bis Geschmack und Konsistenz sich zu verändern beginnen) die Praxis der Instincto einfacher gestalteten. Die Erfahrung zeigt das genaue Gegenteil und die Tatsache, dass sich der Geschmack der Nahrungsmittel bei 80°C verändert beweist eben, dass auch die molekularen Strukturen Veränderungen erfahren...

    Natürlich gibt es weniger veränderte Substanzen als bei 180°C bei gleichbleibender Zubereitungsdauer, da es zu weniger Kollisionen zwischen den Molekülen kommt. Aber der Prozess tritt auf, sobald man Aldosen (Zucker) und Proteine zusammenbringt.

    Interessanterweise war es Maillard selbst, der dies weit vor mir sagte! Eine meiner Mitarbeiterinnen fand kürzlich die erste öffentliche Mitteilung, die der nunmehr berühmte Chemiker gegenüber der „Académie des Sciences" in Paris im Jahre 1912 hielt: Er bemerkt, dass die Reaktion - die später als Maillard-Reaktion bezeichnet werden sollte - schon bei Raumtemperatur auftreten kann.

    Diejenigen also, die Maillard-Reaktionen im Blut von Diabetikern vermuteten,liegen nicht falsch. Diese können in der Tat bei 37°C auftreten. Aber genauso gut können sie im Blut von Nicht-Diabetikern vorkommen, da Glucose und Aminosäuren bei jedem in den Körperflüssigkeiten zusammentreffen können. Und der in Einzelfällen trotz Insulintherapie geringfügig höhere Blutzuckerspiegel bei Diabetikern reicht offensichtlich nicht aus, um eine um so viel höhere AGE-Konzentration zu erklären. Das Problem ist offenbar komplexer.

    Paradoxerweise suchten die Forscher, die sich auf diese Herangehensweise stützten, überall nach der Quelle der neuartigen Moleküle, nur nicht in der täglichen Nahrung. Verspätete Nachwirkungen der Darmschrankentheorie? Die unbewusste Angst vor einer Infragestellung der gastronomischen Kultur?

    Das Sprichwort, dass man „so alt wie seine Arterien sei", bekommt einen ganz neuen Stellenwert durch den Umstand, dass die Alterung der Arterien in großem Maße AGE-bedingt ist!

    Es genügte allerdings, sich bis zum November des zweiten Jahres dieses neuen Jahrtausends zu gedulden, um die Offensichtlichkeit klar vor Augen zu haben. In einem von der „Rockefeller University of New York" herausgegebenen wissenschaftlichen Magazin beseitigt ein von acht Forschern unter der Leitungvon H.Vlassara verfasster Artikel jegliche Zweifel bezüglich der Herkunft der AGE.

    Verabreicht man einer ersten Gruppe von Diabetikern eine AGE-arme Kost und einer weiteren Gruppe eine AGE-reiche Kost, variieren die im Blut messbaren AGE-Konzentrationen proportional zu den eingenommenen Mengen, unabhängig vom Blutzuckerspiegel der Probanden. Der Unterschied ist schon nach einigen Tagen messbar.

    Weiterhin diesen Arbeiten zufolge, stehen noch andere Variablen in direktem Zusammenhang mit dem AGE-Spiegel: alle klassischen Anzeichen eines Entzündungsprozesses. Nun steht eine Entzündung, selbst wenn sie in bestimmten Fällen nützlich ist, auf latente Weise immer mit degenerativen Erscheinungen in Zusammenhang, also mit Autoimmunkrankheiten, Altern der Organe,Herz-Kreislaufbeschwerden... Das Sprichwort, dass man „so alt wie seine Arterien sei", bekommt einen ganz neuen Stellenwert durch den Umstand,dass die Alterung der Arterien in großem Maße AGE-bedingt ist!

    Das erklärt, weshalb die Entzündungstendenz und die damit in Zusammenhang stehenden Schmerzen zunehmen, wenn man sich gekocht ernährt und abnehmen, wenn man roh isst... und noch weiter abnehmen, wenn man sich unter Beachtung der alliästhesischen Signale - der instinktiven Sperre - roh ernährt und ungünstige Kombinationen vermeidet, da Überlastungen und Vermischungen die Verdauung verkomplizieren und zu vermehrten Reaktionen zwischen Molekülen während des Darmtransits führen. Shelton lag nicht falsch, aber es brauchte ein Jahrhundert, um dieses Phänomen zu verstehen...

    Hieraus wird ein bisher vernachlässigter Zusammenhang zwischen AGE und Organkatastrophen wie Krampfadergeschwüren und Aortenruptur ersichtlich. Angefangen bei Herzinfarkt und Schlaganfall, den beiden häufigsten Todesursachen in den Industrieländern.

    Die kulinarische Zubereitung eine „molekulare Unordnung" herbeiführt

    Weitere Ergebnisse der New Yorker Studie: Glucose und ähnliche Zucker reagieren nicht nur mit den Proteinen, sondern auch mit bestimmten Fetten, die über eine Aminogruppe (NH2) verfügen. Die Erhitzung fetthaltiger Nahrungsmittel, selbst wenn diese kaum Proteine enthalten, bringt also ebenfalls AGE hervor. Die US-Forscher unterscheiden zwischen „AGE-proteins" und „AGE-lipids". Auf eine französische Übersetzung wird man noch warten müssen, angesichts der Tatsache, dass die neue Nomenklatur gerade erst den Atlantik überquert hat und noch den gesamten gastronomischen Ozean Frankreichs vor sich hat.

    Das Ärgernis für die Wissenschaftler besteht, wie Maillard es seinerzeit schon bemerkte, darin, dass es so viele verschiedene AGE gibt, dass man die Situation niemals in den Griff bekommen könnte. In der Sprache des Physikers müsste man sagen, dass die kulinarische Zubereitung eine „molekulare Unordnung"herbeiführt: Man weiß immer noch nicht, was in einem Kochtopf vor sich geht und erst recht nicht in einer Bratpfanne oder in einem Backofen, und man wird es mit Sicherheit niemals nur annähernd vollständig wissen.

    Hinter den drei Initialen, die die Forscher zur Benennung dieses Phänomens wählten, verbirgt sich eine unermessliche Komplexität. Die einzige Lösung des Problems besteht darin, zu verhindern, dass es sich stellt - durch die einfache Rückkehr zu nicht-denaturierten Nahrungsmitteln, an die unsere Assimilierungsmechanismen seit Urzeiten angepasst sind. Es scheint allerdings,dass wir soweit die einzigen sind, die dies für möglich halten...

    10% der eingenommenen AGE belasten den Organismus

    Zum Abschluss noch ein weiterer Grund, sich der Erhitzung von Nahrungsmitteln zu enthalten: Nach den Schätzungen der New Yorker Forscher gehen 15% der eingenommenen AGE ins Blut über (der Rest landet in den Kläranlagen). Und zwei Drittel der im Blut zirkulierenden AGE fixieren sich auf den Geweben unter Beibehaltung ihrer bio-reaktiven Form, das heißt ihrer Fähigkeit, alle möglichen Störungen in den vitalen Mechanismen herbeizuführen.

    Endlich liegen also einmal konkrete Zahlen vor: 10% der eingenommenen AGE belasten den Organismus des Verbrauchers bis in die Tiefen unter Beibehaltung ihrer toxischen Eigenschaften. Das sind keine Mutmaßungen mehr. Wenn man den Prozentsatz an AGE in der gekochten Nahrung auf 1% einschätzt, ist die jährliche Zufuhr nicht weit von einem Kilogramm entfernt... Oder 50 kg in 50 Jahren, die sich im Organismus ablagern.

    Der Begriff der „Intoxination", der während meines Prozesses zur illegalen Ausübung des Heilberufes - und auch danach - noch als Produkt der Scharlatanerie, sogar der sektiererischen Dogmatisierung angesehen wurde, fällt uns aus dem im Licht der Wissenschaft leuchtenden Amerika zu... Ein Augenzwinkern im Vorbeigehen an die Naturheilkunde, die seit Generationen von Entgiftungsprozessen spricht, ungeachtet des heftigen Widerstands von Seiten der Schulmedizin.


    AGE-Konzentration einiger gängigenNahrungsmittel

    Ich muss zugeben, in gewisser Weise erleichtert über diese neue Entwicklung in der Medizin zu sein. Die Hypothese nicht ursprünglicher Moleküle, hervorgebracht durch die chemischen Reaktionen in Kochprozessen, die ich in den sechziger Jahren aufstellte und die mir jahrelanges Ankämpfen gegen die vorherrschenden Ideologien einbrachte, wird auf der ganzen Linie bestätigt. Ebenso wie die Entzündungsprozesse, die ich nach jeder „Ausnahme" beobachten konnte und die mich als Besessenen oder Fanatiker hinstellten. Selbst die Wiederauslösung von Entzündungen nach einer einfachen Überlastung mit natürlichen Nahrungsmitteln. Man versteht auf diese Weise besser, wie wichtig optimal ausgewogene Mahlzeiten sind. Verdauen wir also in Frieden...




    Guy-Claude Burger (ungefähr im Jahr 2002)


  11. #31
    Folgender Text ist ungefähr vor 20 Jahren verfasst worden. Ich denke von GCB.

    INSTINKTOTHERAPIE - Notizen zum Einführungskurs 1


    I. Theoretische Grundlagen


    1. Ein Nahrungsmittel wird als ursprünglich bezeichnet, wenn es durch keinen Kunstgriff
    verändert wurde, der der begrifflichen Intelligenz zu eigen ist, also wie es unmittelbar in der Natur
    vorkommt, z.B. so wie es sich ein Tier in seinem natürlichen Lebensraum verschaffen kann.

    2. Man kann die Kunstgriffe, die es dem Menschen ermöglicht haben, seine Nahrung zu
    verändern, in fünf Hauptgruppen unterteilen:



    • a) Denaturierung durch Wärme: Verschiedene Arten des Garens, Trocknen durch Hitze,
      Einfrieren, Tieffrieren, Bestrahlen usw.
    • b) Mechanische Denaturierung: Mischen, Würzen, Übereinanderlegen, Gewinnen von
      Extrakten, Schroten, Pressen, Mixen
    • c) Gebrauch von Tiermilch und ihren Produkten
    • d) Anwendung von Chemie: Dünger, Pestizide, künstliche Zusätze, Syntheseprodukte,
      Medikamente usw.
    • e) Künstliche Auslese und bestimmte Anbau- und Aufzuchttechniken




    3. Wie wir weiter unten sehen werden, scheint der menschliche Organismus genetisch an nicht-
    ursprünglichen Nahrungsmittel nicht angepasst zu sein. Bei der vollständigen Rückkehr zur
    ursprünglichen Nahrung stellt man in der Tat fest, dass der Nahrungsinstinkt wieder äußerst
    präzise funktioniert. Er äußert sich hauptsächlich durch Veränderungen der Geruchs- und
    Geschmacksempfindungen, Alliästhesien genannt. Sie treten im Mund-, Nasen-, Rachenraum
    auf, und man darf sie nicht mit Völle- oder Ekelgefühlen verwechseln.

    4. Aus Erfahrung können wir also Gesetz des Nahrungsinstinkts aufstellen : Jedes
    ursprüngliche Nahrungsmittel, das auf den Geruchs- und Geschmackssinn anziehend wirkt, nützt
    dem Organismus. Dasselbe gilt auch umgekehrt : Schädliche oder unnütze Nahrungsmittel
    wirken auf den Geruchs- und/oder Geschmackssinn im allgemeinen 'abstoßend.

    5. Dieses Gesetz lässt sich unmittelbar aus den Gesetzen der Evolution ableiten: Ein Tier, das
    durch seinen Instinkt dazu veranlasst würde, giftige Pflanzen zu fressen oder sich unausgeglichen
    zu ernähren, würde sich selbst in den Zustand der Unterlegenheit bringen und durch die natürliche
    Auslese aussterben. Der Nahrungsinstinkt musste sich also im Laufe der Zeit im gleichen Maß wie
    jede andere Funktion des Organismus vervollkommnen.

    6. Es ist jedoch festzuhalten, dass diese Entwicklung in Verbindung mit ursprünglicher Nahrung
    stattgefunden hat : Infolgedessen ist es nicht erstaunlich, dass die Alliästhesie-Mechanismen
    durch nicht-usprüngliche Nahrungsmittel zum Entgleisen gebracht werden, da solche
    Nahrungsmittel erst vor zu kurzer Zeit entstanden, als dass sich unser genetischer Code an sie hätte
    anpassen können. Die Existenz einer angeborenen Programmierung des Nahrungsinstinkts
    bestätigt sich z.B. an Neugeborenen, die sofort in der Lage sind, ihre (ursprünglichen!)
    Nahrungsmittel auszuwählen und korrekt zu dosieren.

    7. Auf den ersten Blick können die gesamten Alliästhesie-Erscheinungen ziemlich
    verschiedenartig wirken. Durch die Tatsache, dass sie spontan zu einem optimalen
    Ernährungsgleichgewicht führen, das durch die Normalisierung von Entzündungsvorgängen
    (Verschwinden des Schmerzes) ebenso wie durch eine vollkommene Regulierung des
    Wärmehaushalts, des Gewichts, der Vitamin- und Mineralstoffzufuhr etc. charakterisiert ist, kann
    man Jedoch zeigen, dass sie Teil eines zusammenhängenden Ganzen sind (dass sie eine
    zielgerichtete Bedeutung haben).

    8. Ein nützliches Nahrungsmittel kann während des Verzehrs unnütz oder schädlich werden,
    sobald der Bedarf des Organismus gedeckt ist. Man beobachtet in der Tat, daß sein Geschmack
    sich plötzlich verändert (manchmal von einem Bissen auf den anderen) oder daß verschiedene
    unangenehme Wahrnehmungen auftreten (saurer, scharfer, zusammenziehender, beißender,
    brennender, herber Geschmack; raue, trockene, klebrige Konsistenz).
    Wir bezeichnen diesen Wechsel als "instinktive Sperre".

    9. Es ist anzumerken, dass Geruchs- und Geschmackssinn keine Sinne wie die anderen sind: Sie
    sind Ausdruck des Nahrungsinstinkts, wie es die neurophysiologische Struktur des bulbus
    olfaktivus im Riechhirn und des Hypothalamus zeigt, der die an die Gehirnrinde übermittelten
    nervlichen Einwirkungen je nach den Gegebenheiten des Stoffwechsels kontrollieren kann.
    Geruch und Geschmack eines Nahrungsmittels sind daher keine objektiven Gegebenheiten wie
    seine Farbe und seine fühlbare Konsistenz (die Banane schmeckt nach Gummi und wird rau auf
    der Zunge, sobald der Bedarf an Banane gedeckt ist, ihre gelbe Farbe jedoch bleibt immer
    erhalten).

    10. Geruch und Geschmack spielen nicht dieselbe Rolle. Der Geruch zieht das Tier selektiv zu
    den ihm zuträglichen Nahrungsmitteln hin, der Geschmack stimuliert anschließend das Kauen
    und Schlucken und hemmt diesen Vorgang, sobald der Bedarf gedeckt ist oder das
    Verdauungsvermögen an seine Grenzen gelangt. Man wird übrigens feststellen, dass der Geruch
    des Nahrungsmittels fast völlig verschwindet, sobald der Kauvorgang beginnt. Der Geruchssinn
    schaltet sich ab diesem Zeitpunkt nur noch ein, um ein Nahrungsmittel oder Teile davon (weil
    schadhaft, verdorben, schimmlig oder dergleichen) abzulehnen.
    Zusammenfassend lässt sich sagen:

    Geruch = Anziehung + Auswahl

    Geschmack = Stimulation + Begrenzung



    11. Die Kunst des Kochens besteht darin, die Nahrungsmittel besser erscheinen zu lassen als sie
    von Natur aus sind. So entspricht ein Nahrungsmittel, das in unbehandeltem Zustand nicht
    anziehend wirkt, aufgrund des Gesetzes des Nahrungsinstinkts nicht den Bedürfnissen des
    Organismus. Indem die Kochkunst die Nahrung angenehmer macht, tut sie der natürlichen
    instinktiven Sperre Gewalt an. Sie besteht mit anderen Worten darin, das essbar zu machen. was
    man nicht essen soll .


    12. In dem Maß, in dem sich der Organismus von den Überlastungen und Verdauungsstörungen
    durch die zubereitete Nahrung frei macht, werden die verschiedenen instinktiven
    Wahrnehmungen klarer und stärker. Man entdeckt auf diese Weise den ursprünglichen
    Geschmack von Obst, Gemüse, Fleisch und anderen Naturprodukten, die einen Grad der
    Sinnesfreude vermitteln, an den die gewohnten Empfindungen in keiner Weise heranreichen.
    Letzten Endes erweist sich die ursprüngliche Ernährung als eine reichere und befriedigendere
    Form der Gastronomie als die der Kochkunst.

    13. Vom anthropologischen Standpunkt aus gesehen kann man die Kochkunst als das Ergebnis
    einer Art Kurzschluss zwischen Verstand und Instinkt betrachten.
    Der Verstand ermöglicht eine derartige Veränderung der äußeren Gegebenheiten, dass nach
    Belieben Genuss erlangt werden kann, was wieder darauf hinausläuft, den Verstand zu täuschen.
    Der durch einen Kunstgriff erlangte Genuss, auf den unser Nervensystem genetisch nicht
    vorbereitet ist, wäre also in Wirklichkeit nur eine Sinnestäuschung. Darüber hinaus führt er zu
    einer fortschreitenden Überlastung des Organismus, mit der eine allmähliche Minderung des
    Vergnügens einhergeht. Dies ist genau das Gegenteil des erstrebten Ziels.
    Die Überlastung macht vor allem ursprüngliche Nahrungsmittel unangenehm (bei denen die
    sinnesverändernden Mechanismen korrekt funktionieren), so dass Genuss nur noch mit
    zubereiteter Nahrung erreicht werden kann. Die Kunst des Kochens würde also eine Art Falle
    darstellen, in die die Menschheit infolge der Entwicklung der begrifflichen Intelligenz geraten
    wäre.

    14. Ursprünglich gilt folgendes Schema (das, ebenso wie das Gesetz des Instinkts, aus dem es sich
    unmittelbar ableitet, aus den Evolutionsgesetzen folgt):

    Gaumen __ Körper
    GUT = GUT
    SCHLECHT = SCHLECHT


    Das heißt, daß alles, was für den Gaumen gut ist, sich auch als gut für den Körper erweist, und
    daß alles, was für den Körper schlecht ist, sich auch als schlecht für den Gaumen erweist. Daraus
    geht ein Zustand der Harmonie hervor. Genügt es doch, sich zu dem leiten zu lassen, was von
    Natur aus anziehend wirkt; das ist das Gesetz des Genusses.
    Mit dem künstlichen Eingriff des Kochens bringt man sich einfach auf die erste Diagonale des
    obigen Schemas: Man kann für den Gaumen gut machen, was für den Körper schlecht ist. In der
    Folge wird man sich vor dem Vergnügen hüten, der Versuchung widerstehen müssen. Die
    Vergiftung und Überlastung des Körpers; die dem gewaltsamen Übertreten der instinktiven
    Sperre zuzuschreiben sind, bewirken darüber hinaus, dass die ursprünglichen Nahrungsmittel
    schlecht erscheinen oder Übelkeit hervorrufen, so dass man sich auch auf die zweite Diagonale
    versetzt sieht.
    Das obige Schema verkehrt sich vollständig ins Gegenteil:

    Gaumen __ Körper
    GUT = SCHLECHT
    SCHLECHT = GUT



    Der Nahrungsinstinkt drückt sich in einem Konflikt aus; der Genuss führt in die Irre. Man muss
    Regeln aufstellen und mit dem Willen intervenieren, um den Schaden zu begrenzen. Genau das
    zeigt sich einerseits an dem Durcheinander, das man der Üblichen Ernährung verdankt (Fettsucht,
    Herzkranzgefäßerkrankungen usw.) und andererseits an dem Raum, der von der
    Ernährungswissenschaft, der täglichen Suche nach neuen Gerichten, den Diäten usw.
    eingenommen wird.

    15. Mit dem Gesetz des Nahrungsinstinkts kann man auch den Begriff der Völlerei genau
    definieren. Fürs erste wird man feststellen, dass es mit der ursprünglichen Nahrung keine Völlerei
    gibt; denn es kann nicht gleichzeitig Genuss und Schaden geben (wenn die Nahrung gut schmeckt,
    ist sie nützlich, und wenn sie schadet, schmeckt sie schlecht). Es ist also notwendig, einen
    Kunstgriff anzuwenden, um das Gesetz zu umgehen: Das zubereitete Nahrungsmittel kann
    nämlich in der Tat gut erscheinen, auch wenn es schädlich ist. Die Völlerei erweist sich
    infolgedessen als die Suche nach Genuss außerhalb der Bedürfnisse unter Zuhilfenahme des
    kulinarischen Kunstgriffs.
    Vom philosophischen Standpunkt aus gibt es die so definierte Völlerei (= Genuss + Schaden) in der
    ursprünglichen Natur nicht. Sie ist das Erbe des homo sapiens und seiner begrifflichen Intelligenz
    und wird durch einen Zustand der Überlastung, Abhängigkeit und Krankheit bezahlt, der
    teilweise erklären könnte, warum die Völlerei als eine der sieben Todsünden angesehen wurde.

    16. Man braucht nur ein einziges denaturiertes Nahrungsmittel auf den Tisch zu stellen, um durch
    seinen Verzehr (den der Instinkt nicht einschränken kann) eine Überlastung hervorzurufen. (Man
    hat den Eindruck, auf das denaturierte Nahrungsmittel "hereinzufallen".) Der allgemeine Genuss
    nimmt zusehends ab, was ein Gefühl der Frustration hervorruft. Man wird somit verleitet sein,
    wieder einen ausreichenden Genuss herzustellen, in dem man nach weiteren kulinarischen
    Kunstgriffen sucht. Dies wirft ein erklärendes Licht auf das Phänomen, dass sich die Kochkunst
    von dem Zeitpunkt des ersten, möglicherweise sogar unfreiwilligen Kochens immer weiter
    entwickelt hat. Ein Prozess, der seit der Entdeckung des Feuers statistisch unvermeidlich war. Man
    versteht ebenfalls, dass die ursprüngliche Ernährungsweise, um jedes Gefühl der Frustration zu
    vermeiden, den notwendigen Genuss nur spendet, wenn man sie 100%ig praktiziert, und dass jede
    Ausnahme sich durch eine Steigerung der "Versuchung", die die kulinarische Umwelt ausüben
    kann, bemerkbar macht.

    17. Wenn man den Nahrungsinstinkt in seine Überlegungen miteinbezieht, kann man die
    Probleme der Ernährungswissenschaft in ganz einfacher und wirkungsvoller Weise angehen.
    Anstatt die Bedürfnisse des Organismus von außen abzuschätzen (was die Unsicherheiten einer
    Diagnostik mit einschließt, die mit der außerordentlichen Komplexität der Ernährung und den
    sich unweigerlich im Laufe der Zeit einstellenden Schwankungen kollidiert), reicht es aus,
    einfach dem Genuss von Mund und Nase nachzugehen. Dies sind instinktive Äußerungen, die in
    unmittelbarem Kontakt mit den tatsächlichen Bedürfnissen des Körpers stehen, und die deren
    unvorhersehbaren und manchmal mengenmäßig überraschenden Schwankungen Folge leisten
    können.
    Halten wir fest, dass die Instinktotherapie keine "Diät" ist Sie schließt weder eine widernatürliche
    Verpflichtung noch ein Verbot ein; sie beruht darauf, die Kunstgriffe zu umgehen, die die
    wahrnehmungsverändernden Mechanismen vereiteln (und somit die gesamte Verdauung vor
    unlösbare Probleme stellen). An die Stelle des Systems Abschätzung – Vorschrift setzt sie ganz
    natürlich die Funktion Fragen - Gehorchen.

    18. Aus dem bisherigen geht hervor, dass das Instinktsystem offensichtlich genetisch nicht an
    zubereitete Nahrung angepasst ist; man muss sich also fragen, wie es in dieser Hinsicht mit den
    übrigen Stoffwechselorganen bestellt ist. Jede Gattung passt sich durch die natürliche Auslese an
    die Gegebenheiten ihrer Umwelt an. Eine solche Anpassung erfordert jedoch zahlreiche
    Generationen. Der genetische Code variiert im Laufe der Zeit sehr langsam (um weniger als 1 %
    in 6 Millionen Jahren seit der Trennung von den Schimpansen), und das regelmäßige Kochen hat
    wahrscheinlich erst vor etwa 10 000 Jahren begonnen, was im Verhältnis zu biologischen
    Zeitspannen erst sehr kurz ist. Aber jede der neuen Gegebenheiten im Nahrungsumfeld, die durch
    den verstandesmäßigen Kunstgriff herbeigeführt wurden, kann den Stoffwechsel vor ein neues
    Problem stellen und pathologische Konsequenzen nach sich ziehen. Für jede kulinarische
    Neuerung besteht also Veranlassung zu der Frage:
    - Ob die genetische Anpassung notwendig war oder gewesen wäre
    - Ob eine solche Anpassung möglich ist
    - Ob sie die Zeit hatte, sich durchzusetzen

    Diese Frage, die von der Medizin anscheinend totgeschwiegen wird, ist von äußerster
    Wichtigkeit, denn sie steht im Mittelpunkt des Gesundheitsproblems der Welt. Die Prognose für
    jede Krankheit ist abhängig von der körperlichen Konstitution, die wiederum unweigerlich von
    der Ernährung abhängt; Krankheiten hängen somit von der Ernährung ab (selbst wenn man
    noch nicht weiß, durch welche Mechanismen). Man müsste also das Problem der Anpassung
    angehen, bevor man sich auf gut Glück in die Forschung nach therapeutischen Methoden stürzte,
    die sonst Gefahr laufen, am Wesentlichen vorbeizuzielen und in Wirklichkeit zahlreichen
    Krankheiten hilflos gegenüberstehen (3/4 der Bevölkerung sterben an Krankheiten der
    Gewebswucherung und der Herzkranzgefäße. was von der Natur nicht unbedingt vorgesehen ist).

    19. Die nicht-ursprünglichen Nahrungsmittel bringen Moleküle in den Organismus, von denen
    überhaupt nicht garantiert ist, daß die vom genetischen Code programmierten Enzyme an sie
    angepaßt sind. Diese "nicht-ursprünglichen Moleküle" können aus chemischen Reaktionen
    stammen, aus der Zubereitung durch Kochen herrühren oder durch Nahrungsmittel zugeführt
    werden, die nicht zum ursprünglichen Speisezettel des Menschen gehörten (wie z.B. Tiermilch
    und Weizen). Möglicherweise können einige von ihnen im Stoffwechsel nicht normal verarbeitet
    werden, bleiben auf einer gewissen Stufe der Umwandlung blockiert, häufen sich im Organismus
    an und verursachen so eine langsame kulinarische Vergiftung. Man würde sie dann entweder in
    den zirkulierenden Stoffen (Blut, Lymphe) oder in den Zellvakuolen sowie dem Bindegewebe
    (Amylose), im Fettgewebe oder auch in den Zell- und Gewebestrukturen (Membrane, Kollagen,
    Bälkchenstruktur der Knochen, Zahnbein usw.) gespeichert finden.

    20. Die gegenwärtigen Untersuchungen über die Verdauung haben von diesen anormalen
    Molekülen noch keine Notiz genommen, deren 'Umwandlung eine Art paradoxe (= vom
    genetischen Code nicht vorgesehene) Verdauung darstellen, die wir "Parabolismus" nennen.
    Einige dieser Substanzen können Störungen aller Art hervorrufen. (So viele verschiedene
    Störungen wie es Arten von Substanzen und Funktionen im Organismus gibt). Mit anderen
    Worten, die kulinarische Vergiftung leitet eine "molekulare Pathologie" ein, die teilweise oder im
    ganzen die Ursache für zahlreiche Krankheiten sein kann.

    21. Der Begriff der Intoxikation, wie ihn die Medizin versteht, bezieht sich entweder auf
    chemische Substanzen, auf Vergiftungen durch Nahrungsmittel, die zufällig durch
    Bakterienentwicklung verseucht sind, auf den Verzehr von giftigen Pflanzen oder auf irgend eine
    Unverträglichkeit des Organismus sowie, in pathologischen Fällen, auf ein Übermaß an
    Abfallprodukten des normalen Stoffwechsels. Die alternativen medizinischen Richtungen legen
    mehr Gewicht auf die Ernährung, aber gegenwärtig hat es den Anschein, dass weder von der einen
    noch von der andern Seite ein deutlicher Unterschied zwischen ursprünglichen und nicht-
    ursprünglichen Toxinen
    gemacht wird.
    Bestimmte Moleküle in den ursprünglichen Nahrungsmitteln sind in der Tat toxisch, ebenso wie
    gewisse Abfallprodukte der Verdauung. Diese Moleküle haben jedoch seit eh und je existiert, so
    dass unser genetischer Code ihre Ausscheidungen auf den normalen Wegen zu programmieren
    versteht (Detoxikation). Auf neue Moleküle, die aus dieser Programmierung herausfallen, trifft
    dies nicht unbedingt zu. Sie müssen wahrscheinlich durch alle möglichen unvorhergesehenen
    Mechanismen (ergänzende Ausscheidungsorgane) und über viel längere Zeiträume hinweg
    ausgeschieden werden. In diesem Fall sprechen wir von nicht -ursprünglichen Toxinen; die vom
    Kochen oder nicht-ursprünglicher Nahrung herrühren, und von Detoxination.

    22. Verschwindend geringe Mengen an parasitären Molekülen genügen, um schwerste Störungen
    hervorzurufen (20 millionstel Gramm für das Toxin des Botulismus). Es ist daher gar nicht
    einfach, diese nicht-ursprünglichen Toxine, die in alle Lebensprozesse mit ihrer bekannten
    Komplexität verwickelt sein können, ausfindig zu machen. Bei der auf diesem Gebiet
    herrschenden Unklarheit wurde es möglich, mit Hilfe des Geruchssinns den Mangel an
    analytischen Mitteln auszugleichen. Die Erfahrung zeigt, dass jede Substanz, die den Organismus
    verlässt und dabei einen anormalen Geruch verbreitet, von einem pathologischen Prozess herrührt.
    Dies ist der Fall bei vielen Substanzen kulinarischen Ursprungs, deren charakteristische Gerüche
    man nach einer gewissen Entgiftungszeit in Schweiß, Urin, Stuhl, Atem, Talg, Ohrenschmalz
    usw. wieder erkennt. Dies gibt uns gleichzeitig die Mittel in die Hand, die flauen Gefühle und
    andere Symptome, die mit diesen Ausscheidungsprozessen verbunden sein können, richtig zu
    interpretieren (durch den Vergleich von Symptomen und Gerüchen).

    23. Die ganze Medizin wurde aufgebaut, ohne die parasitären Substanzen kulinarischen
    Ursprungs im Organismus zu berücksichtigen. Es ist daher angebracht, die gesamte Nosologie in
    Beziehung zu diesem Postulat neu zu überdenken, da selbiges eine einleuchtende Begründung für
    die Veränderung der körperlichen Konstitution darstellt.
    Aufgrund des Prinzips der Homöostase (Trend des Organismus, sein Gleichgewicht und seine
    Unversehrtheit spontan wiederherzustellen) lassen sich gewisse Detoxinationsprozesse
    erwarten, die dazu bestimmt sind, wenigstens einen Teil der nicht-ursprünglichen Toxine wieder
    auszuscheiden. Solche Prozesse sind von verschiedenen Zeichen begleitet, die die Medizin - in
    Unkenntnis der der molekularen Pathlolgie - mit echten Krankheitssymptomen verwechseln
    könnte. Man muss sich also innerhalb der gesamten Krankheiten auf eine gewisse Anzahl
    "nützlicher Krankheiten" oder Detoxinationsprozesse (oder auch "Orthopathien") gefasst
    machen, die in Wirklichkeit dazu bestimmt sind, die Gesundheit wieder herzustellen. Solch eine
    grundsätzliche Verwechslung hat äußerst schwerwiegende Folgen. Denn alle therapeutischen
    Methoden, die man als heilsam für diese Krankheiten betrachtet, unterbrechen in Wirklichkeit nur
    den vom Körper gewollten Prozess und halten ihn in einem Zustand der Vergiftung, die mit den
    Jahren zunimmt und wirklichen Krankheiten sowie dem vorzeitigen Altern den Weg bereitet. Zur
    Bestimmung, welche Krankheiten diesen Orthopathien zuzuordnen sind, könnte man folgende
    Kriterien heranziehen :

    24.
    a) Positive Bilanz :
    Nach einer Gesundung muss eine "nützliche Krankheit" eine Verbesserung der
    Gesamtkonstitution bewirkt haben, die sich z.B. durch die Verringerung der Symptome
    wirklicher Krankheiten äußert.

    b) Programm:
    Ein vom Körper programmierter Prozess läuft wahrscheinlich so ab, wie er auch bei anderen
    Individuen anzutreffen ist.

    c) Spontane Rückentwicklung:
    Ein solcher Prozess muss spontan zur Heilung führen, sofern nicht unvorhergesehene
    Faktoren, wie nicht-ursprüngliche Ernährung, das im Gang befindliche Programm
    vereiteln.

    d) Ausfluss von Stoffen:
    Man beobachtet vermutlich die Ausscheidung von Substanzen in Form von Katarrhen,
    Durchfällen, trübem Urin, Schweiß, Blutungen, Eiter, anormalen Gerüchen usw...

    e) Verhältnismäßigkeit :
    Die Detoxination wird um so länger dauern, tiefgehender sein oder häufiger auftreten, je
    bedeutsamer die Intoxination war - unter dem Vorbehalt, dass der Körper infolge einer
    übermäßigen Intoxination (vgl. § 31) sich nicht schon in einem Zustand der "Toleranz"
    befindet.

    t) Übertragbarkeit:
    Es ist für eine Art nützlich, dass ein Programm der Detoxination, das von einem Individuum
    ausgearbeitet wurde, sich auf andere übertragen lässt, so dass gewisse nützliche Krankheiten
    "ansteckend" sein können.

    g) Neubeginn:
    Ein zur Ausscheidung einer bestimmten Sorte von Toxinen bestimmter Prozess wird sich
    tendenziell intensivieren, wenn man eine gewisse Menge der gleichen Gifte (z.B. aufgrund
    einer "Ausnahme") ins Blut bringt.

    h) Heilbarkeit :
    Durch verschiedene Eingriffe, die den Körper bei seiner Arbeit stören können, lässt sich
    dieser Prozess relativ leicht unterbrechen. Man läuft dabei Gefahr, diese Unterbrechungen
    für "Heilungen" zu halten.

    i) Umkehrbarkeit : ,.
    Nach der Heilung sollen alle Symptome ohne Folgeerscheinung (z.B. sichtbare Narben)
    verschwunden sein.

    j) Existenz einer abgeschwächten (latenten) Form :
    Die Krankheit kann auch ohne die typischen Symptome (also nur sehr viel weniger schwer)
    verlaufen, obwohl die entsprechenden Bakterien oder Viren nachweisbar sind.


    25. Die Erfahrung scheint zu zeigen, dass die meisten so genannten ansteckenden Krankheiten den
    vorstehenden Kriterien entsprechen, wenn die Ernährungsweise die von der Instinktotherapie
    aufgestellten Normen genau einhält. Es ist infolgedessen notwendig, die klassische Auffassung
    vom Virus und der Bakterie, die hinfort nicht mehr zwingend als pathogen wirksam betrachtet
    werden können, neu in Frage zu stellen. Der Virus fügt in Wirklichkeit der Zelle ein DNS- oder
    RNS-Fragment hinzu, das, makroskopischer Beobachtung entsprechend, als eine Art
    zusätzliches Programm einzugreifen scheint, indem es den genetischen Code ergänzt und ihm die
    Möglichkeit gibt, verschiedene Arten toxischer Stoffe, die ursprünglich nicht vorgesehen waren
    (eben jene nicht-ursprünglichen Moleküle), auszuscheiden. Die Bakterien scheinen vom Körper
    (der unter instinktotherapeutischen Bedingungen ihre Vermehrung vollständig kontrolliert) dazu
    benutzt zu werden, um durch eine "Zwischenperson" über Enzyme zu verfügen, die in der Lage
    sind, nicht-ursprüngliche Moleküle und ihre unerwünschten Derivate, die außerhalb der
    Kompetenz seiner eigenen Enzyme stehen (weil von vornherein an ursprüngliche Moleküle
    angepasst), abzubauen.

    26. Anstelle mit Antibiotika, Impfungen, Desinfizierungen usw. gegen die Mikroben zu kämpfen,
    wäre es also vielmehr die Aufgabe der Medizin darüber zu wachen, dass es dem Organismus
    gelingt, den Prozess der Detoxination, mit dem die Mikroben in Verbindung stehen, in
    befriedigender Weise zu kontrollieren; ja es wäre sogar ihre Aufgabe, Mittel zu suchen, die
    derartige Prozesse auslösen, um so die Integrität der körperlichen Konstitution wieder
    herzustellen und dadurch wirklichen Krankheiten vorzubeugen. Beim aktuellen Stand der Dinge
    könnten die scheinbaren Erfolge, die bei Infektionskrankheiten erreicht werden, die Ursache für
    die durch Krebs und Herzkranzgefäßkrankheiten erhöhte Sterblichkeitsrate sein, und zwar durch
    eine allgemein erhöhte Vergiftung.

    27. Es ist angebracht, insbesondere die medizinische Interpretation von drei Phänomenen neu zu
    überdenken, deren Bedeutung erst unter dem Postulat klar wird, dass sich im Organismus fremde
    Substanzen befinden:
    Der Schleimhautkatarrh, der den Austritt von fremden Stoffen in Form von anormal dickem
    Schleim ermöglicht, wobei die normalen Wege der Absonderung ausnahmsweise als
    Ausscheidungsorgane für unerwünschte Substanzen dienen.
    Die Hautausschläge aller Art, die so etwas wie ein Sicherheitsventil sind, das eine
    Austrittsmöglichkeit für die Substanzen liefert, die nicht auf anderen Wegen ausgeschieden
    werden können.
    Die Entzündung, bei der eine Wirkung darin besteht, dass weiße Blutkörperchen durch die
    erweiterten Wände der Kapillaren treten, um so eine Säuberungsarbeit im Gewebe zu bewirken.
    Diese Vorgänge müssen respektiert werden, solange sie nicht die Grenze des "Erträglichen"
    überschreiten, ein Kriterium, das unter den Bedingungen der Instinktotherapie immer eingehalten
    zu werden scheint.

    28. Die in Blut und Lymphe oberhalb von bestimmten kritischen Konzentrationen vorhandenen
    Toxine können diverse Funktionen des Organismus stören (ohne dass es sich diesmal um
    Detoxinationsvorgänge handelt); insbesondere die Verdauung, den Stoffwechsel, die
    Nierenausscheidung und den Stuhlgang, den Blutkreislauf, den Wärmehaushalt sowie die Arbeit
    von Leber, Gallenblase und Pankreas, den Wuchs von Haaren und Nägeln, die
    Talgabsonderungen und die der endokrinen Drüsen. Das gleiche gilt auch für das gesamte
    Nervensystem. Diese Störungen (oder auch funktionelle Krankheiten)verschwinden relativ
    schnell, sobald die Zufuhr an Nahrungstoxinen aufhört, sie sind leicht umzusteuern. Dennoch
    treten sie jedesmal von neuem auf, wenn der Grad der Vergiftung die kritische Grenze übersteigt,
    entweder unter Einwirkung einer neuen Zufuhr von Nahrungsgiften ("Ausnahmen" ), oder durch
    eine Detoxination, die die früher angehäuften Gifte wieder ins Blut bringt.
    Die Rückkehr der alten Symptome dieser Art ermöglicht folglich, einen Prozess der Detoxination
    zu diagnostizieren, solange kein neuerlich zugeführtes schadhaftes Nahrungsmittel daran
    schuld ist.

    29. Werden gewisse Grenzen überschritten, so ist zu vermuten, dass die Anhäufung der Giftstoffe
    die Entartung verschiedener Strukturen nach sich zieht: Die Zellvakuolen breiten sich auf die
    ganze Zelle aus und hindern die Lebensprozesse; durch äußerst konzentrierte Stoffablagerungen
    in den Säften bilden sich Steine, die Gewebe zeigen Fett- und Kalkabsonderungen, das Zahnbein
    kann eine dunklere Farbe annehmen, die auf die Stoffe zurückzuführen ist, die durch das Blut
    herangeführt werden und sich von der Wurzel aus verteilen, die Bildung der Knochenbälkchen
    (mikroskopische Struktur der Knochen) ist anormal, in das Kollagen dringen Eiweißarten ein, die
    die Geschmeidigkeit der Gewebe verändern usw. Zu diesen Störungen, die weit weniger
    umkehrbar sind als die vorangegangenen, kommen noch die Entartungen, die den autoimmunen
    Krankheiten zuzuschreiben sind.

    (GCB)

  12. #32
    INSTINKTOTHERAPIE - Notizen zum Einführungskurs 2


    30. Der Organismus verfügt über eine Art Polizeisystem, das dazu bestimmt ist, fremde Zellen
    und Moleküle zu erkennen und zu zerstören. Man nennt es das Immunsystem, dessen
    hauptsächliche Agenten die weißen Blutkörperchen darstellen (einige von ihnen sind fähig,
    Antikörper zu bilden), und als Ergänzung Eiweißarten, die auf Abfallbeseitigung spezialisiert
    sind. Dieses System ist zur vollständigen Aufrechterhaltung des Organismus unabdingbar und
    war zunächst an fremde Elemente in der ursprünglichen Umgebung genetisch angepasst. Es ist
    also nicht unbedingt in der Lage, auf die nicht-ursprünglichen Moleküle korrekt zu reagieren,
    ebenso wenig wie auf Krebszellen, die nicht in seiner Programmierung vorgesehen sind (z.B.
    Zellen, die durch das Eindringen eines nicht-ursprünglichen Moleküls in den Kern vom Krebs
    befallen sind).

    31. Wenn das Immunsystem zu regelmäßig von einem fremden Molekül beansprucht wird, streikt
    es : In einem solchen immunologischen Toleranzzustand lässt der Organismus diejenigen
    Moleküle ein, die ihn von Grund auf unterminieren, sich in die Zellen einschleichen, sich auf den
    Membranen festsetzen usw. Wenn nun gelegentlich eine Krebszelle auftritt, kann es sein, daß die
    Moleküle seiner Membrane, die durch das Immunsystem erkannt werden sollten, zufällig unter
    die Klasse der "tolerierten" Moleküle fallen, so dass die Zelle weder erkannt noch zerstört wird und
    die Bildung eines Tumors einleitet. Um den Prozess umzukehren, muss das Immunsystem aus dem
    Toleranzzustand heraustreten, dies erfordert insbesondere, dass jede weitere Zuführung fremder
    Moleküle durch die Ernährung aufhört. Die anderen Zellen des Körpers jedoch, die durch die
    gleichen Moleküle gekennzeichnet sind, werden ebenfalls als fremd erkannt und zerstört. Daher
    die schnelle Abmagerung, die allgemein mit Krebs oft verbunden ist.

    32. Gewisse Virusarten scheinen den Auftrag zu haben, den Abbau und die Erneuerung der Zellen
    zu programmieren, die verschiedenen Organen angehören, die besonders leicht einer Entartung
    ausgesetzt sind (Rückenmarkscheide, Gelenkköpfe, Nieren usw.). Wenn diese Zellen von
    fremden Molekülen überrannt werden, kann das Immunsystem, das mit ihrem Abbau beauftragt
    ist, seine Arbeit derartig beschleunigen, dass der Vernarbungsprozeß, der normalerweise genügt,
    um die im Abbau befindlichen Zellen allmählich zu ersetzen, nicht mehr in der Lage ist, mit dem
    Tempo Schritt zu halten, insbesondere wenn die Virentätigkeit durch zusätzliche Aufnahme von
    fremden Molekülen durch die Nahrung verstärkt wird. Daraus folgt eine scheinbare
    Selbstzerstörung, die sich stabilisieren kann, wenn man zur ursprünglichen Nahrung zurückkehrt,
    und durch eine langsame Vernarbung abgelöst werden kann. Diese Hypothese wird bestätigt bei
    der Beobachtung der so genannten „autoimmunen" Krankheiten, wie Multiple Sklerose,
    rheumatische Gelenksentzündungen und Haut-TBC.

    33. Die gleiche Theorie (die auf den "gekreuzten Toleranzen" beruht) liefert uns ebenfalls eine
    Erklärung für die Allergien: Wenn die Gewebe fremde Moleküle (Antigene) aus der Nahrung
    angehäuft haben, reicht ein winziger, aber auf einem überraschenden Weg eindringender Faktor
    (Pollen, Staub, Medikamente) um den Organismus aus dem Toleranzzustand wachzurufen. Dies
    zeigt sich durch eine unverhältnismäßig große Entzündung. So wird verständlich, wie die
    Entgiftung, die durch die ursprüngliche Ernährung eingeleitet wird, es ermöglicht, die
    verschiedensten Allergien zu heilen (die Gräserpollen-Allergie verschwindet, sobald die
    Giftstoffe eliminiert sind, die durch den früheren Verzehr von erhitztem Getreide in Form von
    Brot, Kuchen usw. zugeführt wurden).

    34. Die im Blut anwesenden anormalen Moleküle können das Funktionieren der Neuronen und
    Synapsen entweder durch Hemmung oder Erhöhung ihrer Reizbarkeit stören. Die über das
    normale Maß hinaus gesteigerten nervlichen Einwirkungen können den Zustand der
    Selbsterregung (Rückkoppelung) hervorrufen, der sich durch alle möglichen Veränderungen des
    psychischen Gleichgewichts äußern kann, von der einfachen Tendenz zur Zwangsvorstellung bis
    zur Schizophrenie. Man stellt in der Tat fest, dass mit der Instinktotherapie Angst, Stress und
    Aggressivität schnell abnehmen sowie dass Schlaflosigkeit, unruhige Träume, "Ticks" usw.
    verschwinden. Insbesondere der Sexualinstinkt wird durch keinerlei endogene Reize mehr
    gestört, so dass er spontan dazu neigt, seine ursprüngliche Funktion wieder aufzunehmen, die auf
    dem zu beruhen scheint, was die Alten" sakrale Erotik" nannten. Das führt uns dazu, die gesamte
    Psychoanalyse neu zu überdenken (Metapsychoanalyse ).

    35. Die Gesundheit wird nicht mehr als Abwesenheit von Krankheiten definiert, sondern im
    Gegenteil als die Fähigkeit des Organismus, auf die fremden Stoffe zu reagieren; das heißt, dass
    nützliche Krankheiten auftreten müssen, solange die Entgiftung dauert. Dank der instinktiven
    Regulierung der Nahrungsportionen bleiben die von außen beobachtbaren Zeichen minimal (die
    Organe schweigen!) oder sie bleiben zumindest ohne größere Bedeutung. Unter den
    herkömmlichen Ernährungsbedingungen lässt die Neigung zu Entzündungen die üblichen
    Symptome hervortreten, so dass die Abwesenheit von sichtbaren Störungen eher die Abwesenheit
    einer Reaktionsfähigkeit (immunologische Toleranz) und somit eine eine schlechte Gesundheit
    anzeigt.
    Abschließend lässt sich sagen, dass fehlende Symptome entweder ein Anzeichen von fehlender
    Vergiftung oder von fehlender Entgiftung ist. Die Gesundheit ist die Fähigkeit des Organismus,
    seine Integrität (= normaler genetischer Code + normale molekulare Strukturen)
    aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

    36. Das Experiment zeigt, daß die Entgiftung ungefähr genauso lange dauert wie vorher die
    Vergiftung gedauert hat. Dabei entsprechen die aufeinander folgenden Phasen der Entgiftung den
    Toleranzzuständen, wie diese durch die verschiedenen Giftsorten verursacht worden sind. Die
    heftigsten Entgiftungserscheinungen stellen sich für gewöhnlich am Anfang ein (daher die
    Notwendigkeit, sich bei einem ersten Versuch einen guten Rahmen zu schaffen). Die
    Verbesserung des Allgemeinzustandes und die Heilung von Krankheiten beginnt, wenn der Grad
    der Vergiftung wieder unterhalb der kritischen Grenze liegt, was umso schneller der Fall ist, je
    weniger weit der Beginn der Krankheit zurück liegt. So heilen wirkliche Krankheiten relativ
    schnell aus, während Störungen und nützliche Krankheiten bis zur vollständigen Ausscheidung
    der Fremdstoffe auftreten (und zwar in stark abgeschwächter Form, sofern das
    Nahrungsgleichgewicht gewahrt ist).

    37. Wenn man die allgemeine Verbreitung des Kochens in Betracht zieht, ist es schwierig,
    abzuschätzen, wie alt der Mensch ursprünglich hätte werden können. Die Vergiftung trägt
    sicherlich die Schuld an einem pathologischen Altern, das das programmierte genetische Altern
    überdeckt. Das Immunsystem greift zu sehr vergiftete Zellen an. Dies ist eine Veranlassung für
    mikroskopisch kleine Entzündungen, die die Tendenz zu sichtbaren Entzündungen verstärken
    (welche durch die Unausgeglichenheiten und Vergiftungen der zubereiteten Nahrung sowieso
    gesteigert wird). Die Organe bilden somit mikroskopisch kleine "Löcher", die von nicht-
    spezialisierten Narbenzellen ausgefüllt werden, so dass die benachbarten funktionellen Zellen
    noch mehr beansprucht sind. Daher stammt die beschleunigte Entwicklung zur Insuffizienz von
    Niere, Leber, Herzkranzgefäßen, Gehirn, usw. (Theorie des autoimmunen Alterns). Sobald die
    Vergiftung durch das Kochen aufhört, wird dieser Alterungsprozess durch die abnehmende
    Entzündungstendenz gehemmt und die funktionellen Zellen ersetzen zunehmend die
    Narbenzellen (wenigstens teilweise). Daher rührt die Verjüngung, die man z.B. bei älteren
    Personen beobachtet, die die Instinktotherapie lange genug praktizieren.

    38. Ein Gewichtsverlust kann entweder das Ausscheiden von Fremdstoffen oder den Verlust von
    nützlichen Stoffen (Reserven, aufgelöste Zellen, Entwässerung) anzeigen. Der Übergang zur
    Instinktotherapie ist gewöhnlich von einem ersten Gewichtsverlust begleitet. Dieser entsteht
    teilweise durch den Abbau von im Körper zur Kompensierung von Kochsalz gespeichertem
    Wasser (ungefähr l kg), und teilweise durch die Ausscheidung unerwünschter Substanzen, die
    sich durch die Wirkung von Toleranzzuständen angehäuft haben. Man darf ein solches vom
    Organismus "gewolltes" Abmagern nicht mit einem pathologischen Abmagern verwechseln, wie
    es durch Nahrungsentzug, durch eine Verdauungsstörung oder einen autoimmunen Prozess
    entsteht, der der genetischen Kontrolle entgleitet. Paradoxerweise kann die Entgiftung manchmal
    von einer Gewichtszunahme begleitet sein, sei es, dass die Detoxination durch eine ausnehmend
    hohe Konzentration von Giften im Darm gehemmt wird (" Ausnahmen ", Verstopfung, zu schnelle
    Zellentgiftung), sei es, dass die Gifte, die ausgeschieden werden sollen, für den übrigen
    Organismus (insb. das Nervensystem), zu gefährlich sind. In diesen Fällen werden sie
    wahrscheinlich in den Fettgeweben abgelagert. Es kann demnach nicht ratsam sein, das
    Abmagern durch starke Mittel zu forcieren (Sauna, Massagen, übertriebene Anstrengungen). Auf
    die Phase des anfänglichen Gewichtsverlusts folgt eine Wiederherstellung der Muskulatur und
    eine Stabilisierung des normalen Gewichts.

    39. Verschiedene Faktoren können die Entgiftung stimulieren und dementsprechende Symptome
    treten auf.
    Das Abkühlen des Körpers beschleunigt die Wärmebildung und bringt die abgelagerten Stoffe in
    Bewegung. Deswegen steht der Schleimhautkatarrh mit Kälteeinwirkung in Zusammenhang
    ("Erkältung"!). Die verlängerte Erwärmung beschleunigt die Austauschvorgänge und provoziert
    die Freisetzung bestimmter Gifte; dieselbe Wirkung haben Überanstrengung. Schocks, längere
    Ruhe
    und Schlafmangel; der Verzehr eines neuen Nahrungsmittels sowie das Forcieren der
    instinktiven Sperre mit einem Nahrungsmittel, das zunächst besonders gut den Bedürfnissen des
    Organismus entsprach, können die Zellen veranlassen, unerwünschte Stoffe, die früher
    abgelagert wurden, auszuscheiden und durch -entsprechende Moleküle, die durch das Blut
    herbeigeführt werden, zu ersetzen (Gesetz des Austauschs).
    Sonnenbestrahlung ruft eine Hautentzündung und ein Ausscheiden der in den subkutanen
    Fettgeweben angesammelten Giften hervor. Nach einer ausreichenden Zeit ursprünglicher
    Ernährung verursachen jedoch sogar lange Sonnenbestrahlungen weder den klassischen
    Sonnenbrand mit Rötung und Blasen noch einen Sonnenstich.
    In jedem dieser Fälle äußert sich der Entgiftungsprozess durch das Auftreten leichter
    Unpässlichkeiten (Schwitzen, Unwohlsein, Durst usw.), was einen Toleranzabbruch anzeigen
    kann. Man erkennt diesen manchmal auch an einer schlagartigen Veränderung der
    Geschmacksvorlieben und Abneigungen, sowie an unangenehmen Gerüchen der
    ausgeschiedenen Stoffe (Stuhl, Urin, Atem, Haut, Gase usw.).

    40. Ein Nahrungsstoff kann nur assimiliert werden, wenn alle zu seiner Verdauung nötigen
    Substanzen im Organismus vorhanden sind (Gesetz des Minimums). Pflanzliche Eiweiße sollen
    nach wissenschaftlichen Erkenntnissen tierisches Eiweiß nicht ersetzen können, denn sie
    enthalten nicht genügend Lysin, eine der acht unentbehrlichen Aminosäuren. Die Beobachtung
    der Alliästhesiemechanismen scheint tatsächlich die Unmöglichkeit eines vollkommenen
    Vegetarismus zu zeigen. Darüber hinaus zeigt sich die Notwendigkeit, genügend verschiedene
    Quellen von Eiweißarten zur Verfügung zu haben (Eier, Schalentiere, verschiedene Sorten von
    Fleisch und Fisch), wenigstens um eine optimale therapeutische Wirkung zu erzielen. Es scheint
    sogar, dass es nicht nur um diese Aminosäuren geht, und dass das Problem der zusammengehörigen
    Nahrungsstoffe viel komplexer ist, als es die moderne Diätetik denken lässt. Mit dem Kochen tritt
    dieses Problem viel weniger in Erscheinung, da die Nahrungsmoleküle durch die
    Wärmebehandlung teilweise zerlegt werden und dadurch Verdauungsstufen übersprungen
    werden können. Es ist daher wichtig, die verfügbare Auswahl so weit als möglich zu variieren.

    41. Nach einer Zeit strikter Durchführung der Instinktotherapie kann die Tatsache, die
    Mundschleimhaut mit einem nicht-ursprünglichen Nahrungsmittel in Berührung zu bringen
    (indem man es einige Augenblicke kaut oder gar verzehrt) ein Toleranzabbruch auslösen. Das
    Immunsystem wird so von außen sensibilisiert. Man kann aufgrund solcher Reize ziemlich
    heftige Reaktionen beobachten (Muskelkater, Fieber, besondere Ausdünstungen).



    ll. Praktische Ratschläge

    Auf jeden Fall ist es absolut notwendig, den Einführungskurs zu besuchen und danach noch
    einmal gründlich zu durchdenken. (Diese Kurse gibt es nicht mehr, ich glaube nur noch Bernd Bieder
    bietet so einen ähnlichen Kurs an)

    Am besten sehen Sie einen dreiwöchigen Aufenthalt in Montramé vor. Es wird demnächst einen regelmäßig
    wiederkehrenden dreiwöchigen Zyklus von Seminaren geben, bei dem an jedem Tag ein wichtiges Thema der
    Instinktotherapie durch genommen wird. (diese Kur-Möglichkeit besteht nicht mehr soweit ich gehört habe)

    Außerdem sollten Sie, damit Ihnen ein erfolgreicher Übergang zur Instinktotherapie gelingt,
    folgende Punkte beachten :

    1. Bereiten Sie sich psychologisch auf die Umstellung vor. Es gibt zahlreiche Indizien für die
    genetische Nicht-Anpassung des Menschen an die herkömmliche Ernährung (z.B. Übergewicht,
    Schwitzen, Verdauungsprobleme, Erkrankungen, Nervosität, Aggressivität). Machen Sie sich
    dies bewusst, indem Sie sich und Ihre Umgebung beobachten.

    2. Bereiten Sie ebenfalls Ihre Umgebung darauf vor, indem Sie ankündigen, ein zeitlich
    begrenztes Experiment zu machen und achten Sie darauf, niemanden mit Schuldgefühlen zu
    belasten, was seine eigene Ernährung betrifft.

    3. Wenn der Übergang nicht in Montramé geschehen ist, nehmen Sie sich für den "großen Sprung"
    von vornherein einen bestimmten Tag fest vor.

    4. Entfernen Sie am Abend vorher alle Vorräte aus Schränken, Keksdosen, Pralinenschachteln ...

    5. Praktizieren Sie die ursprüngliche Ernährung ohne "Übergangszeit" von Anfang an
    hundertprozentig (die allmählichen Übergänge schlagen fehl, aufgrund der
    Unausgewogenheiten, des Mangels an Vergnügen und der zu starken Entgiftung).

    6. Achten Sie auf die Qualität des Proviants : Ein einziges selbst indirekt denaturiertes
    Nahrungsmittel (Fleisch, Fisch, Eier etc.) stellt den ganzen Versuch in Frage.

    7. Bereiten Sie sich darauf vor, den "Versuchungen" zu widerstehen. Jede "Ausnahme"
    vergrößert das anfängliche Gefühl der Frustration (Überlastung + Verdauungsstörung =
    Minderung des Vergnügens) und kann die Entgiftung zu stark werden lassen.

    8. Sollte der Organismus zu intensiv reagieren, bleiben Sie in der "angenehmen Phase". Essen Sie
    keinen Bissen mehr als bis zur instinktiven Sperre oder einem ersten Ekelgefühl. Besorgen Sie
    sich eine ausreichende Anzahl an Gemüse (Petersilie, Kohl und Kartoffeln haben meistens eine
    entzündungshemmende Wirkung) und gehen Sie mit süßen Früchten, Honig, Trockenfrüchten
    etc. vorsichtig um. Ziehen Sie die Möglichkeit in Betracht, dass vielleicht durch Hitze oder
    Bestrahlung denaturierte Produkte auf Ihrem Tisch an Ihrer Entzündung Schuld tragen.

    9. Vergessen Sie nicht, einmal am Tag Manna (Kassie) zu probieren (oder auch öfter, nämlich
    jedes Mal, wenn die Entgiftungsreaktion gemindert werden muss). Bei Durchfall Johannisbrot
    probieren (während der Mahlzeit).

    10. Wenn es Probleme gibt, oder auch um diesen vorzubeugen, kommen Sie, ohne zu lange zu
    warten, ein zweites Mal nach Montramé.

    11. Je dringender die therapeutische Notwendigkeit der Instinktotherapie ist, umso wichtiger ist
    es, eine ausreichende Auswahl an Nahrungsmitteln zur Verfügung zu haben, die jedem Kriterium
    der Instinktotherapie entsprechen (z.B. Orkos Produkte). Achtung: Fleisch, Eier, getrocknete
    Früchte, bestimmte Samen, Oliven, Honig und Pollen sind im Handel praktisch immer
    denaturiert.

    12. Es ist prinzipiell vorzuziehen, bei jeder Mahlzeit so wenig verschiedene Nahrungsmittel wie
    möglich zu sich zu nehmen. Dennoch ist es notwendig, so viel Auswahl wie möglich zu haben.
    Erfahrungsgemäß ist es am besten, folgende Nahrungsmittelgruppen anzubieten:
    a) Mittagessen: Zuerst frische Früchte. Wenn keine Frucht anziehend wirkt, probieren Sie
    Ölfrüchte und Samen. Sollte auch davon nichts attraktiv erscheinen, greifen Sie evtl. zu Gemüse.
    Falls Sie sich mit Gemüse nicht gesättigt fühlen, können Sie danach wieder auf die Früchte
    zurückgreifen.
    b) Abendessen : Beginnen Sie damit, alle Sorten Proteine durchzuriechen (Ölfrüchte,
    Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch, Eier und auch Avocados, Oliven, Hülsenfrüchte, Kokosnüsse
    usw.).
    Es ist nicht notwendig, jeden Tag Proteine einzunehmen, aber begrenzen Sie sich normalerweise
    auf eine Sorte Proteine pro Mahlzeit.
    Probieren Sie anschließend das Gemüse. Wenn Sie sich dann nicht gesättigt fühlen, dürfen Sie
    sich entweder eine frische Fruchtsorte, eine getrocknete Fruchtsorte, Datteln, Feigen, Rosinen
    oder Honig aussuchen.
    Dabei muss man jedoch folgende Regeln beachten:

    14. Nach Fleisch ist es prinzipiell besser, nichts mehr zu essen. Riechen Sie immer alle
    Nahrungsmittel einer Gruppe nacheinander durch; kratzen Sie die Oberfläche von denjenigen an,
    bei denen der Geruch nicht deutlich wahrnehmbar ist. Man kann bei diesen Nahrungsmitteln auch
    einen Einschnitt machen oder das Nahrungsmittel mit dem Atem erwärmen (und evtl. probieren
    ohne hinunterzuschlucken).
    Gehen Sie danach noch mal diejenigen durch, die am anziehendsten gerochen oder geschmeckt
    haben, bis eines von ihnen über die anderen die Oberhand gewinnt. Man darf im Prinzip nur in
    das. was einem wortwörtlich das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt
    (Speichelreflex).

    15. Essen Sie das ausgewählte Nahrungsmittel bis zur instinktiven Sperre (Übergang von der
    "himmlischen" zur angenehmen Phase), vor allem wenn Sie die Entgiftung verhindern oder
    bremsen wollen. Wenn man eine Entgiftungsreaktion auslösen will, kann man leicht forcieren.
    Ein Gefühl des Ekels zeigt gewöhnlich das Heraustreten aus der Toleranz an.
    So kann man die Tätigkeit des Immunsystems regulieren. Jede Anregung ist allerdings bei
    Autoimmunkrankheiten zu meiden.

    16. Vom ersten zum zweiten Nahrungsmittel darf man nur dann übergehen. wenn man sich von
    dem ersten nicht gesättigt fühlt. Noch vorsichtiger sollte man mit jedem weiteren Nahrungsmittel sein.
    Jeder Bissen zuviel würde nur die Verdauung überlasten und Störungen hervorrufen.

    17. Wenn in einer Nahrungsmittelgruppe nichts gut erscheint, geht man sofort, ohne etwas zu
    essen, zur nächsten Gruppe über. Wenn bei einer Mahlzeit kein Nahrungsmittel gut ist, fastet man
    bis zur nächsten Mahlzeit. Es ist manchmal heilsam, den Verdauungstrakt in Ruhe zu lassen.
    Wenn während mehrerer Tage nichts gut schmeckt, sollte man sich nicht weiter beunruhigen. Der
    Organismus braucht wahrscheinlich ein längeres Fasten (instinktives Fasten). In diesem Fall sind
    Wasser und Manna ganz besonders wichtig. Probieren Sie jeden Tag, ob irgend ein
    Nahrungsmittel anziehend wirkt. In diesem Fall sollten Sie das Fasten mit diesem Nahrungsmittel
    brechen.
    Wenn gar nichts besonders gut schmeckt und daraus ein Zustand der Frustration folgt (körperlich
    oder psychisch), sucht man , ob nicht ein Nahrungsmittel in der zur Verfügung stehenden Auswahl
    fehlt. Hüten Sie sich vor vorgefassten Meinungen gegen das eine oder andere Produkt (Fleisch,
    exotische Früchte usw.). Achten Sie gleichzeitig darauf, dass sich nicht aus Unachtsamkeit ein
    denaturiertes Nahrungsmittel in Ihrer Auswahl eingeschlichen hat.

    18. Niemals dürfen Sie ein neues Nahrungsmittel zu schnell nach dem vorangegangenen zum
    Mund führen, um jede Geschmacksüberlagerung zu vermeiden. Schließen Sie ebenfalls aus, das
    ein Nahrungsmittel durch den Saft eines anderen beeinträchtigt wird (Messer abwischen!). Stets
    ohne Hast kauen und warten, bis sich der Schluckreflex spontan äußert. Zwingen Sie sich nicht,
    länger zu kauen als spontan.

    19. Essen Sie nichts zwischen den Mahlzeiten. Das kompliziert nur die Verdauung und öffnet den
    Weg zur Bulimie. Essen Sie nichts zum Frühstück um nicht die nächtliche Entgiftungsphase zu
    unterbrechen, die sich bis zum Mittagessen hinziehen soll. Das „Loch im Magen“ ist ein Zeichen
    von starker Entgiftung und darf nicht mit Hunger verwechselt werden, der sich hauptsächlich
    durch den Geruchssinn äußert.

    20. Verwechseln Sie auch nicht Hunger und Durst. Versuchen Sie bei jedem Gefühl der
    Unzufriedenheit zwischen den Mahlzeiten, Wasser zu trinken. Man muss mehrere Sorten
    Mineralwasser von verschiedener Zusammensetzung und auch hochfiltriertes Wasser haben, und
    wählt dann jedes Mal das beste aus. Man trinkt bis zur instinktiven Sperre (parasitäre
    Geschmacksempfindungen und leichter Widerstand beim Hinunterschlucken). Trinken Sie nie
    chloriertes Leitungswasser.

    21. Waschen Sie die Nahrungsmittel lieber nicht. Schälen oder Abreiben ist in jedem Fall besser.
    Verwenden Sie vor allem kein chloriertes Leitungswasser zum Waschen
    (Geschmacksveränderung!) Weichen Sie niemals die Trockenfrüchte ein.

    22. Essen Sie nie auf "gut Glück", auch nicht nach der Vorstellung oder Erinnerung, die man von
    einem Nahrungsmittel haben kann. Die Wahrnehmungsveränderungen in Geruch und
    Geschmack sowie Ekelgefühle sind als einzige in der Lage, genau und rechtzeitig die
    tatsächlichen Bedürfnisse, die genauen Dosierung (manchmal winzige, manchmal riesige),
    nicht zusammenpassende Verbindungen usw. anzuzeigen. Eine strenge Disziplin vor allem am
    Anfang ist notwendig, um gegen den unbewussten paranoiden Widerstand anzukämpfen, der
    jeden kulinarisch erzogenen Menschen glauben lässt, er könne das Nahrungsmittel essen, von
    dem er vorher beschlossen hat, es gut zu finden.

    23. Manna (Cassia) spielt eine wesentliche Rolle für die Erleichterung und Regulierung der Entgiftung.
    Es wirkt hauptsächlich nach zwei Richtungen hin: Es aktiviert die Darmentleerung, was eine
    bessere Ausscheidung der Gifte aus dem Blut durch den Stuhlgang ermöglicht, und es scheint
    auch die Ausscheidungsvorgänge der Zellen zu erleichtern, indem es direkt auf die
    Durchlässigkeit der Zellmembran einwirkt. Vergessen Sie nicht, dass ein Ekelgefühl bei Manna
    zweierlei Bedeutungen haben kann: Entweder, dass Sie eine zu starke Ausscheidung entwickeln
    würden oder, dass Ihr Organismus eine gewisse Trägheit überwinden muss, um einen bestimmten
    Ausscheidungsprozess in Gang zu setzen.

    24. Die Früchte wurden ausgelesen um roh gegessen zu werden, während das Gemüse ausgelesen
    wurde um gekocht gegessen zu werden. Deswegen sind die ersteren, relativ gesehen, zu gut, und
    die letzteren in unpräpariertem Zustand zu scharf. Daraus entsteht ein Ungleichgewicht in der
    Tätigkeit des Instinkts, das man, besonders am Anfang, teilweise korrigieren kann, indem man
    ein Maximum an Gemüse (bis zur unangenehmen Phase) isst und ein Minimum an Früchten (nur
    bis zur angenehmen Phase). Nach und nach passen sich Geruchs- und Geschmackssinn an diese
    Verschiebung durch die künstliche Auslese an.

    N.B. Diese Notizen zum Kurs sind nur eine Gedächtnishilfe und nicht ausreichend, um eine
    korrekte Praktizierung der Instinktotherapie zu garantieren. Aus den Hunderten von Misserfolgen
    lässt sich ersehen, dass es angebracht wäre, einen Vorbereitungszeitraum auf die Instinktotherapie
    vorzusehen. Dieser sollte, wie schon erwähnt, unbedingt den Einführungskurs sowie nach
    Möglichkeit einen dreiwöchigen Aufenthalt in Montramé umfassen .
    (Wie schon gesagt, Kurs und Aufenthalt gibt es nicht mehr)



    Merkmale der Ausgeglichenheit

    Eine Ernährung, die an die genetischen Veranlagung des Organismus angepasst ist, hat einen
    positiven Einfluss auf seine Organe und Funktionen. Man stellt also mehr oder weniger rasche
    Änderungen in den verschiedenen Gesundheitsbereichen fest, insbesondere die folgenden:

    1. Allgemeines Wohlbefinden, gute Laune, nervliche Entspannung.
    2. Ausbleiben jeglicher Verdauungsbeschwerden, Verschwinden von Magenknurren,
    Übelkeit, Schwerfälligkeit der Verdauung, Aufstoßen, Sodbrennen, Seekrankheit usw.
    3. Ausbleiben von Schwitzen, Exsudaten, starken Talgablagerungen (z.B. in Form von
    Mitessern), fettigen Haaren usw.
    4. Minimale Körpergerüche (Atem, Achseln, Füße, Geschlechtsteile, Urin, Stuhlgang
    usw.)
    5. Leichter Stuhlgang (ein- Oder zweimal am Tag, geformt und nicht schmierend).
    6. Tiefer und leicht zu findender Schlaf; leichtes Erwachen.
    7. Ruhige und leicht zu ertragende Entgiftungskrisen.
    8. Intensives Vergnügen bei den Mahlzeiten, kein Gefühl der Frustration.
    9. Mäßiger Durst, angenehmer Geschmack des Wassers.
    10. Ausdauer bei körperlicher und intellektueller Anstrengung.
    11.Verschwinden von Nervosität, Stress, Ängsten, Reizbarkeit, Schüchternheit,
    Lampenfieber, Schwindel, wirren Träumen usw.
    12. Normalisierung der sexuellen Funktionen und der Menstruation.
    13.Verringerung von Blutungen, blauen Flecken, Blutgeschwülsten, Hämorrhoiden,
    Krampfadern usw.
    14. Normalisierung von Entzündungsvorgängen. Verschwinden von Migräneanfällen.
    Angina, Zahnschmerzen, Stirnhöhlenvereiterungen. Sonnenstichen usw.
    15. Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen (Desinfektionsmittel und Antibiotika
    überflüssig).
    16. Verschwinden von Allergien, Heuschnupfen, Nesselsucht, Ausschlägen, Asthma usw.
    17. Widerstandsfähigkeit gegenüber Parasiten Oder deren rasche Ausscheidung (Spul-,
    Faden-, Maden-, Bandwürmer, Amöben, Plasmavergiftung. Malaria usw.)
    18. Leichte Virusübertragung. aber spontane Kontrolle der Reaktionen (fast vollständiges
    Ausbleiben der gewöhnlichen Symptome, abgeschwächte Form). _
    19. Verbesserung des Hautbildes, Verschwinden von übermäßigen Hornhäuten, Rissen und
    Schründen, Hühneraugen, überflüssigem Haarwuchs usw.
    20. Verschwinden von feuchten Händen und Füßen.
    21. Verschwinden von Kälteempfindlichkeit. kalten Händen und Füßen usw.
    22. Verbesserung der intellektuellen Klarheit (Geschwindigkeit, Konzentration,
    Gedächtnis, Reflexe, Empfindungsfähigkeit. Intuition).
    23. Verbesserung Oder spontane Heilung von zahlreichen Krankheiten, einschließlich
    Krebs- und Autoimmunkrankheiten.

    (der Verfasser von dem Einführungskurs war wahrscheinlich G.C.Burger. Das war so ein gelber Hefter,
    aber ohne Angabe des Autors)

  13. #33
    Nach dem Krebstod von Nicole Burger wurde natürlich der Fleischverzehr nochmal besonders unter die Lupe genommen.
    - Guy Claude Burger Zum Krebstod Seiner Frau - (Die Sache mit dem Fleisch wird am Ende des Artikels angesprochen)

    In den folgenden Instincto-Magazinen erschien eine Vielzahl von Artikeln zu dem Thema.

    Ausschnitt aus dem Artikel "Krebs unter der Lupe" instinctomagazin juni 1994 (das ist ein ziemlich langer Artikel, und ich habe jetzt nur den letzten Teil herausgenommen, deshalb fehlt etwas der Gesamtzusammenhang)

    Der Fall Fleisch

    Eine Frage Steht noch offen: Warum erscheint das Fleisch als gemeinsamer Nenner bei allen Tumoren, die wir beobachten konnten?
    Ich sehe dafür zwei Gründe: Die Proteine der Säugetiere sind unseren sehr viel näher als alle anderen. Sie sind unsere nächsten Verwandten auf dem Familienstammbaum der Evolution und unterscheiden sich von uns durch eine viel geringere Anzahl an Mutationen als die Vögel, Reptilien, Fische, Krustentiere oder Weichtiere.
    Und Proteine, die denen ähneln, die unser eigener Organismus synthetisiert, können umso leichter unser lmmunsystem in die Irre führen. Die Arbeit unserer Lymphozyten besteht präzise darin, die körpereigenen Antigene von den nicht -körpereigenen Antigenen zu unterscheiden. So erkennt es Bakterien, Viren, Krebszellen und die größeren von draußen stammenden Moleküle (Gifte, Pollen, Staub auf den Schleimhäuten, etc). Das regelmäßige Eindringen von Nahrungsmolekülen, deren Gestaltung den Antigenen stark ähnelt, die er für diese Erkennungsarbeit benutzt, kann das Immunsystem eindeutig sehr viel leichter in die Irre führen. Solche Verwirrungen können das Immunsystem entweder dazu führen, die Zellen des Organismus zu attackieren, die analoge Proteine tragen, oder die fremden oder anormalen Moleküle nicht mehr zu erkennen. So können wir einerseits Autoimmun- und Allergieerkrankungen. und andererseits die bakteriellen, viralen oder krebsartigen Erkrankungen erklären.

    Rinder-Moleküle in unserem Blut
    Jedes von außen stammende Molekül, das die Darmschranke überschreitet und dennoch ausreichend komplex bleibt, um das Immunsystem in Aufregung zu versetzen, kann im Prinzip solche Verwirrung anstiften. Man sollte sich also vor jeder Ernährungsüberlastung hüten, weIcher Art auch immer: Die pflanzlichen wie auch die tierischen Proteine sind Antigene, lösen also immunologische Reaktionen aus, aber dies ist ebenso der Fall für bestimmte Fettstoffe und Polysaccharide (komplexe Zucker).

    Dennoch tragen die Proteine des Fleisches der Säugetiere Folgen von Aminosäuren, die den menschlichen Proteinen am meisten ähneln. Die sind es, die im Falle einer Überlastung am meisten Chancen hätten, unser Immunsystem aus der Bahn zu bringen. Ich kann nur bereuen, daß ich diese Schlußfolgerung nicht ausreichend früh gezogen habe, die doch ziemlich klar, ja sogar mathematisch ist. Ich hätte vielleicht einige Dramen vermeiden können, unter anderem den Tod meiner eigenen Frau. Zu meinen Gunsten muß ich dennoch hinzufügen, daß all meine Warnungen, die vorher auf meiner Intuition basierten, oftmals auf taube Ohren stießen. Besuchet z.B. kaufte häufig Fleisch bei Produzenten, von denen ich ihm abgeraten hatte, da ich beim Test anormale Geschmäcker bemerkt hatte. Sobald ein Fleisch "schlecht aufgezogen" wird, verfälschen die Substanzen, die sich in ihm. anhäufen, das Funktionierendes Geschmackssinnes, meistens verschwindet auch die instinktive Sperre. Das denaturierte Nahrungsmittel ist normalerweise viel faszinierender, und das genügt um eine Fleischboulimie zu erklären; und auch die Möglichkeit, ein ganzes Schwein in drei Monaten zu verschlingen: Das von Patrick erstandene Fleisch kam von einem französischen Produzenten, der eine gewisse Anzahl von Instinctos beliefert, denen ich schon seit langem signaIisiert hatte, daß die Tests negativ waren. Nicht erstaunlich, daß der Instinkt mit einem unter schlechten Bedingungen produzierten Fleisch schlecht funktioniert: Parasitäre Beigeschmäcker können einen dazu bringen, übermäßig viel davon zu essen, leicht zwei bis dreimal mehr als normalerweise. Im Falle von Nicole lag aber doch nur Fleisch vor, das all unseren Aufzuchtskriterien voll entsprach. Wie kommt es, daß sie der Instinkt nicht schützen konnte? Ich hätte früher daran denken sollen: Zuchttiere, wie Kühe, Schweine, Schafe, wurden im Laufe der Generationen gezüchtet, und ihr Fleisch gibt nicht mehr die Geschmäcker ihrer wilden Vorfahren frei. Das Fleisch von Bison, Wildschwein, Gemsen ist extrem stark im Geschmack, und die instinktive Sperre läßt kein Überschreiten zu. Ich konnte dies im Laufe meiner Überlastungsperiode feststellen: Ein Stück Gernsenfleisch .das mir ein Schweizer Freund' geschickt hatte, erschien mir so stark im Geschmack, fast so brennend wie eine wilde Feige, so daß ich gerade einen Bissen schlucken konnte. Es besteht also mit einer gezüchteten Fleischsorte die Gefahr, sich ziemlich leicht zu überlasten, selbst wenn das Tier unter natürlichen Bedingungen aufgezogen wurde: Seine Genetik ist nicht mehr natürlich, .und unsere alliesthesischen Mechanismen können uns nicht normal davor schützen.

    Fleisch: Gebrauchsanweisung
    Die Regel, die ich seitdem mir das Phänomen bewußt ist, lehre, ist folgende: Man sollte nur Fleisch verzehren, das unter korrekten Bedingungen produziert wurde, und dem jeglicher täuschender Geschmack fehlt. Man sollte es nur in der "himmlischen Phase" verzehren, und genau dann aufhören, sobald sein "Bouquet" zu verschwinden beginnt. Zudem sollte man vermeiden, ein anderes Lebensmittel bei derselben Mahlzeit zu verzehren, denn hier besteht das Risiko, die Verdauungsmechanismen zu komplizieren und so den Abbau der fremden Moleküle scheitern zu lassen.

    So verzehrt man also automatisch Fleisch seltener, in weniger häufig aufeinanderfelgenden, aber größeren Rationen. Dies vereinigt alle Vorteile: So kann man über eine Ration an Proteinen an Fettsäuren, an Vitamin B12, etc verfügen, die ausreichend' ist, um alle Zellen des Körpers zu befriedigen; dies garantiert zudem einen so vollständigen Abbau der fremden Proteine wie nur möglich, da die Verdauungsmechanismen weder durch eine Unordnung aufgrund der Menge noch durch die unerwünschten chemischen Reaktionen gestört werden, die aus den schlechten Zusammenstellungen entstehen.
    Eigentlich empfehle ich nun schon seit Jahren, diese selben Regeln, beim Fleischverzehr zu respektieren, einfach aus dem Versuch, die natürlichen Bedingungen wiederherzustellen: Ein Schimpanse findet nicht jeden Tag ein Wildschweinkottelet an einem Zweig abgehängt. Es gibt keinen Kühlschrank im Urwald, und wenn unsere nächsten Tierverwandten ein Ferkelchen erwischen, teilen sie es bei einer Mahlzeit untereinander auf, die Reste werden von den Geiern Ameisen und Würmern gefressen ...
    Die Technik, überlagert von unserem Geist als notorischer "Wiederholungstäter", gestattet es uns unglücklicherweise, jeden Tag wieder neu anzufangen, die gemilderten Geschmäcker der gezüchteten Fleischsorten schützen uns nicht unwiderruflich gegen eine Wiederholung, und die bringt automatisch Unordnung in das Immunsystem.

    Die einzige Lösung: Das Gleichgewicht
    Man sollte aus alldem nicht schlußfolgern, daß Fleisch nun an sich schädlich sei. Die Erfahrung zeigt, daß es eine essentielle Rolle beim Wiederaufbau des Organismus, bei der Gewichtszunahme und bei der Heilung bestimmter Krankheiten spielt, vor allem bei Krebs. Das, was schädlich ist, ist das Ungleichgewicht. Unnötige Ängste gegenüber den tierischen Proteinen aufzubauen, wie es so viele Vegetarier machen, ist ebenso schädlich, wie das aus der' Ernährungslehre stammende Vorurteil, jeden Tag davon essen zu müssen. Jedes Lebensmittel wird schädlich, wenn man es in übertrieben kleinen und vor allem exzessiv großen Mengen verzehrt. Das Ausschließen einer Klasse Lebensmittel kann zu ebenso schädlichen Mängeln führen. Die einzige Lösung kann uns nur der Instinkt geben: Er allein kann uns anzeigen, welches Lebensmittel wir verzehren sollen, und wann wir, vor einer Überlastung, aufhören sollen. Dazu muß man nur seine Gesetze kennen und seine präzisen Mechanismen nicht übergehen

    ~G.C.Burger~


    -An anderer Stelle sagte Burger dass vielleicht in einem seltenen Fall der Körper vielleicht ein Kombination von Fleisch und danach Banane brauchen könnte.

    -Burger hatte gehört dass bestimmte Schimpansen in Afrika das Fleisch bevor sie es aßen in Blätter einwickelten. Er meinte dass es nicht unbedingt gesagt ist dass das auch gut für die Affen ist. Sie sind intelligent!


    -Siehe auch die neuesten Stellungsnahmen von GCB zum Thema Fleisch:
    http://www.abenteuer-rohkost.net/thr...eisch-essen-ab
    http://www.abenteuer-rohkost.net/thr...gnahme-von-GCB

  14. #34
    1991 ließen sich 3 Orkos-Mitarbeiter im indonesischen Urwald aussetzen:

    Es ging darum festzustellen in wieweit unser Organismus noch an das ursprüngliche Leben angepasst ist, also in einem natürlichen Rahmen, ohne menschlichen Einfluss, und vor allem ohne Kochkunst überleben kann.
    Hier ein Ausschnitt aus dem Artikel:

    Im Dschungel von Borneo

    Von unten aus keine Möglichkeit, die Fruchtbäume auseinander zuhalten und zu erkennen, deren Krone sich in luftigen Höhen, meist 30 m über den Boden befindet. Am Boden selbst kann man manchmal Schalenreste finden, und dann abschätzen, welchen Baum wir am ehesten erklimmen könnten. Wir müssen viel stehen lassen, da sie uns unbegehbar scheinen, selbst wenn die Reste der Früchte uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Der erste Versuch geht gut. Der Baum ist hoch, aber glücklicherweise für uns ringelt sich eine Liane um seinen Stamm bis ganz nach oben, wo ich, oben angekommen, mit einem Stab die Früchte herunterschlagen kann: Orange Kugeln mit zarter Schale, und innen ein göttliches Fruchtfleisch: Ein echtes Sorbet aus Exotenfrüchten! Anscheinend braucht unser Geschmackssinn nicht viel Zeit, um sich an die tiefsten Landesfrüchte zu gewöhnen.

    An diesem Punkt werden wir uns über etwas für unsere Studie besonders wichtiges bewusst: Es ist doch recht schwer, sich hier mit genau der Frucht zu versorgen, die am besten auf die momentanen Bedürfnisse passt.
    Im Wald ist es anscheinend eher der Körper, der sich innerhalb der Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit an das
    anpasst, was er findet, je nach den Gegebenheiten der Umgebung. Wenn ihm das, was er antrifft, nicht entgegenkommt, bleibt ihm nichts anderes übrig als noch ein wenig mehr herumzulaufen, um was besseres aufzutreiben…
    So hatten auch wir am nächsten Tag genug von jener orangen Frucht und steuerten nicht mehr auf diese Bäume zu, sondern sollten bald eine andere, uns noch unbekannte Frucht finden, und auch da wieder ein Volltreffer!
    Eine Art kleine , grüne Sapotille mit schmelzenden Fleisch, die stark an eine Pralinencreme erinnerte. Eine der wirklich außerordentlichsten Früchte, die wir antreffen sollten war eine olivenartige Frucht, etwas größer , fettiger, und die exakt, nach einer gelungenen, salzigen, deftigen Mayonnaise schmeckte…

    Also noch eine Entdeckung und Überraschung. Der Wald quillt über vor außergewöhnlich geschmackvollen Früchten, die auch leicht lagerfähig wären, die aber niemals im Handel zu finden sind. Der Mensch scheint diese Reichtümer nicht nur zu ignorieren, sondern hackt und sägt dieses unschätzbare Potential zugrunde, im Namen eines immer nur kurzfristigen Profites.
    Wir haben entgegen aller Warnungen keine Schlangen in den Bäumen gesehen, diese Gefahr wird völlig überschätzt. Und zu den Moskitos: Sie sind da, aber nur in bestimmten Zonen, und man kann ihnen ausweichen. In der Natur gibt es viel weniger davon, als in den Stadt- oder „vermenschlichten“ Zonen, in denen sich die Abfälle häufen. Diese erstaunte uns ziemlich , denn eigentlich waren diese kleinen Tierchen unsere größten Angstmacher vor der Reise gewesen.

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    Dieses Experiment war wahrhaft erschöpfend, physisch und psychologisch. Aber wir haben viel gelernt, und etwas fundamentales ist uns bewusst geworden: Die im Wald gefundenen Produkte sind deliziös, und unser zivilisierter Geschmackssinn ist noch ausreichend an sie angepasst. Der ursprüngliche Dschungel ist kein feindliches Gebiet, wie man normalerweise vorgibt, er quillt vor Früchten über, die zudem gerade am Aussterben sind, trotz ihres unleugbaren Nähr-, Geschmacks- und Verkaufswertes.

    Ausgehend von der Idee einer Überlebenserfahrung, die auch eine Herausforderung an alle vorgefertigten Meinungen sein sollte, und von einem Bedarf an „Natur pur“ sind wir zurückgekehrt voller Motivation, etwas zu unternehmen um diese Schätze in Gefahr zu schützen. Wir haben also einen Verein gegründet um alle wilden Fruchtsorten der Regenwälder zu sammeln und an einem sicheren Ort ( einem gekauften Terrain etwa ) zu pflanzen.
    Der Wald war die Wiege der Evolution des Menschen. Unsere Art hat alles überrannt, Städte aus Beton konstruiert und macht weiter damit, die Natur, die uns das Leben geschenkt hat , zu zerstören.
    Ob wir wohl jemals den Respekt vor unseren Ursprüngen wieder finden werden…“

    (Quelle: instincto-magazin)

  15. Gefällt mir Domi C gefällt dieser Beitrag
    Danke Domi C bedankte(n) sich für diesen Beitrag
    Liebe ich Domi C liebt / lieben diesen Beitrag
  16. #35
    Der Kartesianismus:

    Neurose des Westens?

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    Es ist ein in unserer Welt der Wissenschaften tief verwurzelter Hochmut, alles abzuweisen, was diesen nicht zur erklären gelingt. Der materialistische Reduktionismus, der unsere Denkweisen dominiert, verurteilt das Übersinnliche a priori und heftet ihm das Etikett des Aberglaubens oder des Scharlatanismus auf. Der Widerspruch wird nur noch größer, wenn übersinnliche Fähigkeiten in großer Anzahl und systematisch verifizierbar auftreten, wie sie jeder im Rahmen der Metapsychoanalyse beobachten kann.


    Mit der empirischen Realität des Übersinnlichen konfrontiert, sieht sich der Kartesianismus, der die Verneinung jeder Interaktion zwischen Geist und Materie sowie die Unfehlbarkeit der Raum-Zeit- Gesetze (was Telepathie und Hellsichtigkeit ausschließt) lehrt, nicht nur einer Argumentationslücke gegenüber, sondern auch an den Pranger gestellt: Man stellt in der Tat fest, dass die der rationalen Vorgehensweise eigene psychologische Einstellung nur schwer mit dem normalen Funktionieren der übersinnlichen Fähigkeiten zu vereinbaren ist. Es ist so als ob das logische Denken, obwohl eine unveräußerliche Komponente unserer Vernunft, sich dem entgegenstellt, was in unserem geistigen Potential über die Aktivität unseres Intellekts allein hinausgehen könnte. Die Art der Konzentration, die dem spekulativen Denken seinen logischen Aufbau ermöglicht, ist sozusagen die Antipode einer anderen Konzentrationsform, oder exakter, einer Art Dezentrierung des Bewusstseins, die einhergeht mit einer inneren Öffnung und dem völligen Verzicht auf individuelle Absichten. Bedingung für die Entfaltung metapsychischer Funktionen. Man stellt allgemein fest, dass die durch ihre intellektuellen Fähigkeiten am meisten hervorstehenden Menschen weniger empfänglich für übersinnliche Fähigkeiten sind als einfachere Geister, die großen theoretischen Erhebungen unzugänglich sind. "Selig sind die arm im Geiste": Sollte dies die Bedeutung des berühmten Bibelsatzes sein?

    In der Tat finden wir uns beim Auftreten übersinnlicher Fähigkeiten in einem doppelten Teufelskreis eingesperrt:
    Wir bedürfen der von Déscartes aufgeführten Denkmethoden, - die keine andere als die gesunder Logik sind - um diese Irrationalen Phänomene zu beobachten, zu vergleichen, bewerten und zu verstehen, während aber dasselbe Denksystem selbst die eventuelle Möglichkeit ihrer Existenz ausschließt: Und der Einbruch rationalen Denkens in das Bewusstsein, unerlässlich, um die besagten Phänomene zu analysieren und zu interpretieren, erläutert gleichsam ihr natürliches Auftreten, aus Gründen die keiner bis heute ans Licht gebracht zu haben scheint. Dieser zweite Punkt ist es, den ich mir hier vorgenommen habe, ein wenig näher zu untersuchen.

    Die Logik ist Teil unserer Psyche. Sie erscheint bereits beim kleinen Kind, und wir können sie nicht von unseren mentalen Fähigkeiten loslösen.
    Wir müssen also akzeptieren, dass sie zu unserer primären Natur gehört, sowie jede andere biologische oder psychologische Funktion. Daher ist es überraschend, dass sie scheinbar inkompatibel mit einer weiteren Einrichtung ist, die unserer Natur innewohnt: Den paranormalen Potentialitäten, die sich spontan entwickeln, sobald die natürlichen Gesetze der Liebe respektiert werden, wie ich sie im Rahmen der Metapsychoanalyse zu definieren versucht habe.

    So gäbe es also eine schon in der Beschaffenheit begründete Unvereinbarkeit zwischen zwei Sektoren unseres psychischen Apparates.
    Solch eine Situation erscheint wenig konform mit der Idee natürlicher Harmonie und der Perfektion der menschlichen Schöpfung, die wir uns aufgrund der Evolutionsgesetze machen können. Wir sehen uns schließlich der Alternative gegenübergestellt: Entweder ist die Natur unvollkommen und sperrt uns in folgenschwere Widersprüche ein, oder aber dieser Widerspruch Ist die Folge von Irrtümern, die wir irgendwo begehen, dieser selben Natur gegenüber. Folgenschwer, weil der Verlust des Paranormalen den Verlust des natürlichen Zugangs zur übersinnlichen Dimension der Realität bedeutet; definitiv die wichtigste. (...) Umgekehrt untersagt uns der Verzicht auf Logik den Zugang zu rationaler Erkenntnis, unerlässlich für die gesunde Bewältigung unseres alltäglichen Lebens und für das Verständnis der Gefühlswelt.

    Vorzugeben, dass die Natur unvollkommen ist und sich mit dem status quo zufrledenzugeben, erzeugt keinen Fortschritt.
    Ein solcher Weg der Resignation darf auf keinen Fall eingegangen werden, bevor man nicht alles versucht hat, das Paradox zu überschreiten. Ein Erforschungsprinzip, das ich zunächst im Bereich der Ernährung und der Gesundheit angewendet habe: Müssen wir Zivilisationskrankheiten und andere Fehlfunktionen unserer Organismen als der Natur innewohnende Unvollkommenheiten akzeptieren, oder im Gegenteil, damit beginnen, nach den eventuellen Fehlern zu suchen, die wir gegenüber der natürlichen Gesetze der Ernährung begehen? Diese Vorgehensweise hat ihre Früchte getragen, und so können wir uns angeregt fühlen, sie gleichermaßen anzuwenden, wenn es sich um unsere psychischen und metapsychischen Fehlfunktionen handelt: Entweder ist die rationale Logik von der Natur so konstruiert, dass sie uns den Zugang zu den übersinnlichen und spirituellen Werten versperrt; oder aber Irrtümer sind in die Art und Weisen, mit denen wir von diesen logischen Funktionen Gebrauch machen, hineingeschlittert - vielleicht in Bezug auf die Art und Weise wie wir sie mit unseren anderen bewussten und unbewussten Funktionen verbinden.

    Solch eine Heuristik könnte uns dabei helfen, ein Problem zu entwirren, für das nichts in unserer Kultur eine zufriedensteIlende Lösung bietet. Wie also müssen wir bei der Hypothese einer Überschreitung der natürlichen Gesetze argumentieren?

    Wenn es einen Irrtum gibt in Bezug auf die Stellung, die das logische Funktionieren in unserer Psyche einnimmt, müssen wir als erstes untersuchen, wie sich diese in unseren anderen psychischen und metapsychischen Funktionen manifestiert und in sie integriert ist,
    und das von den ersten Entwicklungsstadien des Kindes an. In der frühzeitigen Periode sowie die gesamte Erziehung über können wir von Anfang an die perversen Auswirkungen zweier unserer Kultur eigenen Faktoren befürchten, die in offenkundigem Widerspruch zu den natürlichen Gegebenheiten stehen:
    Die der traditionellen Ernährung und der unterdrückenden Moral.

    Der Emährungsinstinkt ist so konzipiert, dass jedes natürliche Lebensmittel, so verzehrt, wie die Natur es bietet, gut schmeckt, wenn es nützlich ist und schlecht wenn es schädlich ist.
    Immer basierte die psychische Strukturierung unserer Vorfahren auf Erfahrungen von Lust und Unlust, die diesem elementaren Gesetz gehorchten - die Unlust, die das Falsche anzeigte, und der Genuss, der zum Richtigen führte. Unter natürlichen Umständen manifestiert sich die Genusswahrnehmung als Garantie für Wohlsein, Gesundheit und Überleben. Ab dem frühesten Alter verstärkt jede alimentäre Erfahrung das Vertrauen, das das Individuum in seinen Instinkt, seinen eigenen Organismus, seine Sinneswahrnehmungen und sein Umfeld im allgemeinen haben kann. So entwickelt sich um die Genusserfahrungen ein Komplex von Harmoniegefühlen, von Sicherheit, Unschuld und, was uns hier vorrangig interessiert, von logischer Kohärenz.

    Mit dem Auftreten der Kochkunst dreht sich die Situation vollkommen ins Gegenteil um:
    Das veränderte (gekochte, vermischte, gewürzte) Nahrungsmittel erzeugt Genuss unabhängig von seiner Nützlich- oder Schädlichkeit. Das Baby hat angenehme Empfindungen, wenn es am Fläschen saugt und Unwohlsein bei der Verdauung einer seinem Stoffwechsel fremden Milch. Dem älteren Kind werden die Süßigkeiten verboten, die es anziehen und die seine Mutter als schädlich erklärt, während man ihm Zubereitungen vorsetzt, die es hasst, unter dem Vorwand, daß diese gesund seien. Mit fortschreitender Wiederholung entwickeln sich die Genusserfahrungen zu einem Komplex negativer und widersprüchlicher Gefühle, Ängste, Schuldgefühle, Freiheitsverluste, Widerstände und logischer Inkohärenz.
    Die ursprüngliche Gleichung:
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    die das Ernährungsverhalten seit den Ursprüngen steuerte, nimmt eine unbestimmte Form an:

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    Das grundlegendste Bezugssystem, das seit den Ursprüngen der Tierwelt das Überleben im natürlichen Milieu sicherte, zerbricht vollkommen mit dem Auftreten der Kochkunst.
    Die Bedingungen, auf dessen Basis sich die genetische Programmierung unseres psychischen Apparates und seiner Entwicklung vollzogen haben, werden durch eine fragwürdige Basis von Geschmäckern ersetzt, die die alliästhesischen Mechanismen täuschen und umgehen.

    Genuss und Ungenuss spielen also eine vordergründige Rolle in der Strukturierung der Psyche.
    Eine der elementärsten Regeln der Psychologie, die jeder Dompteur anzuwenden weiß, wenn es darum geht, einen braven Hund oder akrobatischen Affen zu fabrizieren: Der Im richtigen Moment verabreichte Leckerbissen fixiert den erwünschten Reflex, und so automatisiert man schließlich selbst die lächerlichsten Verhaltensweisen. Diese Fixierungsmechanismen existieren ohne Zweifel auch beim Menschen.

    Die Psychologie und Psychoanalyse haben erstaunlicherweise bis heute noch nicht die Funktion, die der Gaumengenuss auf die Strukturierung der menschlichen Psyche oder bei der Entstehung ihrer eventuellen Störungen haben kann, in Betracht gezogen.
    Allerdings sind diese hädonischen Erfahrungen entscheidend, zum einen durch ihre Häufigkeit (Multiplizieren der täglichen Nahrungsaufnahmen), zum anderen durch ihre Intensität (Vorrang und Dauer der geschmacklichen Wahrnehmungen). Außerdem treten diese Erfahrungen schon mit den ersten Lebensmonaten des Kindes auf, wenn die Geschmackspapillen, bisher ohne Kontakt mit Nahrung, über ein Maximum an Empfindlichkeit verfügen und eine Sensibilisierungsperiode durchlaufen (mit der die Ausbildung jeglicher Instinkte immer verbunden ist). Unter diesen Umständen schreiben sich die Gegebenheiten des Individuums irreversibel in die tiefsten Schichten seines Unterbewusstseins ein und legen so die späteren Reaktionen und Verhaltensweisen schon in frühzeitlichem Stadium fest.

    Zwangsläufig muss man annehmen, dass eine Entfremdung der ersten Geschmacks- und Verdauungserfahrungen auch eine fundamentale Entfremdung des psychischen Funktionierens zur Folge hat.
    Dieser Einfluss darf unter keinen Umständen vernachlässigt werden. Es handelt sich hier um die Entgleisung eines essentiellen Ordnungszustandes, der durch Unschuld, Logik und Vertrauen in sich und die Natur gefestigt war, in einen Zustand pathogener Missordnung voller Ängste, Zweifel, Verbote, Versuchungen, Schuldgefühle und Inkohärenzen in den Verhältnissen von Ursache und Wirkung.

    Das Kind, das zum Beispiel die Tafel Schokolade oder die Tüte Bonbons stibitzt, die ihm verboten ist, erfährt einen lebhaften Genuss (prägender als ein natürlicher Genuss) , und folgende Elemente fixieren sich mehr und mehr in seinem Unterbewusstsein je älter es wird und je häufiger sich diese Situation wiederholt: Angst, sich Schaden zuzufügen (seine Eltern haben ihm gesagt, dass die Schokolade ungesund sei) der Widerspruch zwischen Genuss und Schädlichkeit, Schuldgefühle, das Verbot zu durchbrechen, Misstrauen in Geschmackssinn und Körper. Umgekehrt wird jedes Mal, wenn es gezwungen wird, die ihm widerstrebende Kürbissuppe oder seinen Spinat herunterzuschlucken, das Missvergnügen auf die Situation von Gehorsam und Unterwerfung, die Ratschläge und das Bild seiner Eltern, den Verzicht auf seine eigenen Wünsche und selbst seinen guten Willen negativ fixieren. In beiden Fällen ist es dieselbe Art von internen Konflikten, die sich herausbildet und an der Basis seiner späteren psychischen Entwicklungen steht. Immer, wenn das Kind ein Vorhaben verwirklichen möchte, wird derselbe Komplex negativer und widersprüchlicher Erfahrungen sein Verhalten beeinflussen und Ängste, Schuldgefühle und Gefühle logischer Inkohärenz vorherrschen lassen.

    Die klassische Psychologie, die das natürliche Funktionieren des Ernährungsinstinktes nicht kennt, hat sich zunächst auf zwischenmenschliche oder umweltbestimmte Faktoren beschränkt, um defekte psychische Strukturierungen zu erklären.
    Der Mangel an Zärtlichkeit, an Anerkennung, intellektueller Stimulierung, an Sicherheit, an klaren Grenzen, an elterlichen Modellen einer ungemäßen Erziehung seien demnach die Gründe für spätere VERHALTENSSTÖRUNGEN. Unerwarteterweise fügte die Psychoanalyse am Anfang dieses Jahrhunderts noch die bis dato vernachlässigte Rolle frühzeitlicher sexueller Impulse und Frustrationen dazu. Die unterdrückende Moral, die die Zurückdrängung der so genannten lnzestimpulse des Kindes beinhaltet, erwies sich als die Hauptursache der Neurose der neuen "Nervenkrankheit", die gerade im Zeitalter des Puritanismus unter dem Etikett der Hysterie (etymologisch Gebärmutter) erstmalig in Erscheinung trat. Die sexuelle Moral wurde so ins Zentrum unbewusster Konflikte, Blockierungen, Schuldgefühle und destruktiver Impulse gerückt, die das Verhalten und die Lebensqualität des als normal angesehen Erwachsenen und als Folge daraufhin das allgemeine Klima unserer modernen Gesellschaft grundlegend veränderten.

    ................ [hier habe ich einen Teil heraus genommen]

    Dieses Problem nimmt jedoch eine ganz andere Dimension ein, wenn man weiß, dass die Finalität des menschlichen sexuellen Instinktes bei weitem das Fortpflanzungsbediirfnis überschreitet, wie auch die Suche nach simplem Genuss.
    Am Anfang des Jahrhunderts, als Freud die Grundlagen seiner Theorie aufstellte, war der Glaube in die materialistische Metaphysik so mächtig, dass sie selbst den mutigsten wissenschaftlichen Geistern jede Infragestellung des biologischen Modells untersagte, auf das die menschliche Psyche reduziert wurde. Die Liebe konnte nur als ein Epiphänomen ohne eigene Bedeutung aufgefasst werden, im Dienst der tierischen Funktionen der Kopulation und des Überlebens der Art.

    Das Experiment der Rückkehr zu natürlichen Werten zeigt, dass dem sexuellen lnstlnkt beim Menschen und vielleicht bei einigen anderen höheren Säugetieren wie Delphinen oder Bonobos, Funktionen ganz anderer Art zukommen.
    Wenn nichts ihr natürliches funktionieren stört, scheinen die verschiedenen Liebesimpulse in der Tat zu einem klar definierten Ziel zu führen: Der Zutragung einer subtilen Energieform zwischen Geist und Körper, die sich vordergründig in der Entfaltung übersinnlicher Fähigkeiten äußert. Eine Beobachtung, die zunächst ohne große Bedeutung erscheinen mag.

    Das Übersinnliche wird in unserer Gesellschaft meist als Illusionen oder Randerscheinungen abgetan, eben aus dem Grunde, dass sie dessen ursprüngliche Dimension verloren hat
    - sowie Musik wenig Bedeutung in einer Gesellschaft von Taubstummen hätte. Die wenigen Medien, Hellsichtige oder Verbieger von Löffeln, die man finden kann, nehmen die Form von Scharlatan- oder Zirkustierfiguren an. Langzeitwirkungen von der Hexenjagd, die früher von einer um ihr Wundermonopol fürchtenden Kirche unternommen wurde. Allerdings lässt eine tiefgehendere Überlegung ganz andere Schlussfolgerungen annehmen: Das Übersinnliche ermöglicht denen, die dessen Ausdrucksformen kennen, sich einer transzendenten Ebene des Kosmos bewusst zu werden, der unserer sinnlichen Wahrnehmung und intellektuellen Analyse unzugänglich ist. Der Weg wird geebnet zu einer zweiten Bewusstseinswerdung. Die Existenz suprasensibler Werte (Jungs "Archetypen"), die ständig zugänglich sind, wenn die paranormalen Fähigkeiten auf natürliche Weise funktionieren, stellt uns vor eine jahrtausend alte Erkenntnis: Dass wir nicht nur aus Materie bestehen, und dass unser Bedürfnis nach spiritueller Entwicklung eine authentische Realität ist, direkt verbunden mit unseren Liebesbestrebungen und definitiv allein in der Lage, unserer Existenz den Sinn zu geben, den wir in ihr suchen.

    Eine Brücke wird so geschlagen zwischen dem Begriff der Liebe , und dem der Göttlichkeit:
    Dem berühmten Ausspruch "Gott ist Liebe" kommt eine unmittelbare Bedeutung zu, die die Einheit zwischen Körper und Geist wiederherstellt, im Widerspruch zu jeder Metaphysik, spirituell oder materialistisch. Über diese Öffnungen allein könnte man endlos dissertieren, allerdings ist das nicht das Ziel dieses Artikels.

    Es geht zunächst vielmehr darum, zu verstehen, warum die rationale Logik, die doch unverzichtbare Instanz unserer Vernunft ist, einen so dominanten Platz in unserer Psyche einnimmt, dass sie die metapsychischen Fähigkeiten unterbindet.
    Wir sehen umgehend, wie sich die erste Unvereinbarkeit abzeichnet. Das natürliche Funktionieren des Instinktes folgt, wie wir es gesehen haben, einer fundamentalen Logik: Was gut schmeckt tut gut, und was schlecht schmeckt ist auch für den Körper schlecht. Diese Basis ist für die korrekte Integrierung des ursächlichen Zusammenhangs in die logische Funktion im allgemeinen notwendig: Besonders prägnant ist sie durch ihre Häufigkeit und die Frühzeitigkeit der mit ihr im Verhältnis stehenden Genusserfahrungen. Die Abwesenheit dieser Basis oder besser, ihre Deorganisation und Widersprüchlichkeiten in einer den natürlichen Gegebenheiten nicht entsprechenden Umgebung führt mit allen sich daraus entwickelnden Ungewissheiten zu Ängsten und inneren Konflikten, die an der Wurzel des logischen Denkens stehen werden. Aber das ist nicht alles. Fragen wir uns auf allgemeinere Art und Weise welche Faktoren in der Lage sind, den Überinvestition des Intellekts auszulösen oder zu verstärken.

    Es ist klar zu sehen, dass das spekulative Denken immer dann stimuliert wird, wenn Gefahren oder Leiden auftreten.
    Wenn Sie völlig entspannt spazieren gehen und plötzlich einen stechenden Schmerz unter Ihrem Fuß spüren, werden Sie sich sofort fragen, ob irgendetwas ihre Schuhsohle durchstoßen hat, ob diese vielleicht ein Loch hat, das einer Wanze Zuritt verschaffte, ob die Sache mit Absicht gemacht wurde, ob sich die Wunde vielleicht infizieren wird, etc. Daraufhin werden Sie einen Moment brauchen, um Ihren Kopf von allen Gedanken frei zu machen. Unser Intellekt reagiert auf jedes Schmerz- oder Angstgefühl unverzüglich mit einem Zuwachs an Aktivität, was auch durchaus natürlich ist. Die Intelligenz hat es dem Menschen immer ermöglicht allen Gefahren zu entkommen, gegen die er sich weder mit Tigerzähnen, noch mit Schildkrötenpanzern, noch mit der Agilität der Gazelle zur Wehr setzen konnte. Die direkte Beziehung zwischen Angst und Intellekt erscheint als ein archaischer Überlebensreflex, Ergebnis einer langen biologischen Evolution, die uns ermöglicht hat, quasi die Gesamtheit aller möglichen Gefahren und tierischen Spezies in den Griff zu bekommen.

    Der Verlust der natürlichen Äußerungen des Ernährungs- und Liebesinstinktes stellt eine doppelte Quelle existentieller Ängste dar.
    Die erste betrifft das körperliche Leben, da eine fehlerhafte Ernährung in freier Wildbahn immer zum unmittelbaren Tod führt durch den Verlust an Wachsamkeit, Kraft oder Schnelligkeit gegenüber den Raubtieren. Dessen Intensität können wir an der Verwirrung messen, die innerhalb einer Fasten- oder Hungerperiode auftritt, and den oft fanatischen Schwärmereien für die eine oder andere Diätform, oder einfach an den Schreien, die ein Säugling ausstößt, wenn man das Stillen unterbricht.

    Die zweite betrifft das spirituelle Leben: Das Scheitern des sexuellen Instinktes in Bezug auf seine metapsychische Finalität hat den Verlust der höheren Bedeutung unserer Existenz zur Folge. Von übersinnlichen Fähigkeiten entbehrt, befinden wir uns unseren spirituellen Potentialitäten gegenüber ein wenig wie ein Blinder, der zu einer Bergbesteigung aufbricht und unfähig Ist, den Weg vor ihm zu erkennen. die Tücken und Fallen zu umgehen, die Hindernisse wegzuräumen und die Landschaft zu betrachten, die sich vor seinen Augen ausbreitet.

    Diese unglücklichen unserer Kultur innewohnenden Umstände konfrontieren uns permanent, mit einer doppelten Todesangst: Die Angst vor dem körperlichen, und die vor dem spirituellen Tod.
    Und das praktisch seit der Geburt, da es sich um genetisch programmierte Reaktionen handelt (wie der Grimassenreftex eines Babys, wenn eine Frucht zu sauer ist, oder der des Armeverschränkens. wenn man es allein zurücklässt). Entgegen der Spekulationen verschiedener Verhaltensforscher ist das Baby schon sehr früh, selbst schon als Fötus, in der Lage, auf bestimmte Auslöserschemen zu reagieren, die Gefahren anzeigen, Die Angst hat beim Tier schon immer existiert, ihr Sitz ist das instinktive Gehirn, dessen Erbe wir an der Basis unseres Hirnstammes tragen. Sie ist daher auch beim Menschen angeboren.

    Seit seinen friihesten Lebensjahren erleidet das Kind Ängste, hervorgebracht durch das Scheitern seiner fundamentalen Instinkte. Als Folge reagiert es schon in den ersten Stadien seiner Entwicklung mit einer konstanten Überstimulierung seiner beginnenden intellektuellen Fähigkeiten.
    Da es keinen Ausweg aus seinen inneren Konflikten findet, bleibt ihm nur die Flucht ins Geistige, vor allem in die rationale Logik, der Hauptkomponente seines Intellekts. In eine Logik aber, die, wie wir schon gesehen haben, durch das Scheitern ihrer genussbestimmten Strukturen fehlgeleitet, dominant wird. Das erklärt den enormen, fast ''irrationalen'' Stellenwert, die die Vernunft beim Erwachsenen und allgemein in unserer Kultur einnimmt.

    Eine solche Flucht- und Absicherungsposition ist per Definition neurotischer Natur.
    Die Energie, die auf harmonische Weise die Ernährungs-, Liebes- und metapsychischen Funktionen ernähren sollte, wird in den Abwehrwegen des Intellekts fehlgeleitet. Das rationale Denken Ist zwar eine unveräußerliche Funktion der normalen Psyche, verliert aber seine natürliche Stellung - die der Unterordnung unter die Intuition und den subtilen Botschaften der übersinnlichen Wahrnehmung - und verankert sich in den verzerrten Windungen der Neurose. Es ist daher nicht erstaunlich, dass die Hindernisse enorm sind, sich von dieser mentalen Hyperaktivität zu befreien. Wir sind die Opfer einer pathologischen Identifizierung mit unserem eigenen Verstand, so sehr, dass wir die Loslösung und innere Ruhe verlieren, die für die Entfaltung der transzendenten Funktionen notwendig sind. Das Problem wird noch heikler, als das metapsychische Funktionieren auf einem subtilem Gleichgewicht zwischen dem für die Empfängnis der archetypischen Botschaften vorteilhaften Öffnungszustand und der für ihre Interpretation erforderlichen mentalen Aktivität beruht.

    Definitiv beherrscht die kartesianische Funktion, die wir nur als eine Art Werkzeug benutzen sollten, das man aus seinem Etui herauszieht, wenn es uns nützlich sein kann, unser Bewusstsein auf solche Weise, dass sie uns den so viel wichtigeren Zugang zur Übersinnlichkeit versperrt.
    Im Laufe der Jahrhunderte hat sich schließlich unsere gesamte Kultur auf der Grundlage dieses neurotischen Modells aufgebaut und versorgt uns heute mit Alibis und Rechtfertigungsformulierungen (Sieg über den Animismus, Fortschritt, Menschenrechte, etc.), die wir benötigen, um unsere Illusionen von Normalität und Überlegenheit aufrechtzuerhalten.

    Die mentale Funktion auf ihren Platz zurückzusetzen ist für uns genauso schwierig wie für einen Gourmand, sich von seiner Fresssucht zu befreien oder für einen sexuell Besessenen, seine Obsessionen hinter sich zu lassen: Beide Fälle sind In der Neurose verwurzelt. Die Intensität der Ängste, die auftreten, wenn wir versuchen, dieser Überinvestition des rationalen Denkens zu entkommen, ist durch die Konfusionen der beteiligten psychischen Energien nicht weit von denen entfernt, die ein Verzicht auf unsere physische Existenz und auf unser Liebesleben mit all seinen spirituellen Auswirkungen auslösen würde, also dem wertvollsten, was wir haben.

    Überdies führt uns unser gesamter Lebensrahmen ständig auf das Gleis der Überintellektualisierung zurück:
    Technische Anforderungen, Konflikte in der Liebe, in Gesellschaft und Politik, rassistische und totalitäre Bedrohungen, religiöser Dogmatismus. Bis hin zu unserer Sprache, die sich durch entsprechende semantische Entgleisungen nach diesem neurotischen Denkmodell gebildet hat. Die Worte und Symbole sind von ihren ursprünglich transzendenten Inhalten geleert und sperren uns in ein Zierrat mentaler Konstruktionen ein, die nicht mehr viel gemein mit der natürlichen Wahrnehmung des Kosmos und seinem tieferen Wesens haben.


    Zu diesen Punkten fügt sich noch ein weiterer, nicht weniger bedeutender hinzu:
    Das Scheitern der fundamentalen Instinkte hat nicht nur eine Neurotlslerung der verschiedenen psychischen Funktionen zur Folge, es kann bis zu einer Beeinflussung der Ich-Struktur selbst führen, das heißt Störungen psychotischer Art den Weg ebnen.

    Die Neurose wird durch die Fehlleitung von Impulsenergien charakterisiert, an denen der Betroffene unter vollem Bewusstsein Opfer anormaler Tendenzen zu sein, leidet - selbst wenn er sich In der Lage sieht, sie zu kontrollieren. Die Grenze zur Psychose wird dann überschritten, wenn eine Identifizierung des Ichs mit den pathologischen Verhaltensweisen stattfindet, so dass der Betroffene diese nicht mehr als Störungen empfindet. Der Neurotiker könnte zum Beispiel sagen: "Seltsam, immer wenn ich von Napoleon höre, gibt es irgendetwas in mir das nicht erträgt dass er so berühmt gewesen ist. Der Psychotiker hingegen würde behaupten: "Ich bin die Wiedergeburt Napoleons und jeder lehnt es ab, mich anzuerkennen." Sein Ich ist nicht mehr Beobachter sondern Zentrum der psychischen Störungen geworden und mit ihnen verwachsen.

    Untersuchen wir einmal, was sich in der frühen Kindheit in Bezug auf die Position des Ichs ereignet, zunächst gegenüber dem Emährungsinstinkt.
    Unter natürlichen Bedingungen kann der höchste Genuss nur nach der Befragung des Geruchssinn erreicht werden:
    Das dem Geruchssinn angenehmste Lebensmittel ist auch das, welches den Bedürfnissen des Körpers am besten entspricht, also das, welches den höchsten Genuss erzeugen wird. Im natürlichen Funktionieren der alliästhesischen Mechanismen (Variabilität der Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen) kann das Kind Genuss oder Missvergnügen nicht vorhersehen. Jedes Mal aufs Neue muss es sich fragen: „Welches ist das Lebensmittel, das am besten schmecken wird?" Sein Geruchssinn weist ihm den Weg und mit der Zeit wird der so erreichte Genuss den Befragungsszustand als den Grundzustand fixieren.

    Das Gegenbeispiel läuft in dieselbe Richtung: Ein natürliches Lebensmittel, in das das Kind zufällig durch intellektuelle Entscheidung, hineinbeißt hätte alle Gründe, nicht seinen wirklichen Bedürfnissen zu entsprechen, also eine schlechte Geschmacksempfindung auszulösen. Der dem Mentalen eine vorrangige Stellung einräumende Zustand ("Ich mag Erdbeeren, also müssen sie gut schmecken") wird sich in den meisten Fällen mit einem Genussverlust bezahlt machen, sogar durch prägend unangenehme Erfahrungen (saurer Geschmack, Brennen auf der Zunge, schmerzhaftes Hinunterschlucken). So lernt das Kind, dass nur der Befragungszustand - also jener des Verzichts auf die Vorherrschung des Intellekts - ihm ein Maximum an Genuss sichert. Die elementarsten Regeln der Biologie weisen so der mentalen Aktivität einen untergeordneten Platz zu. Unter Naturbedingungen lernt der Intellekt sozusagen von Anfang an, dem Instinkt zu gehorchen.

    Im Rahmen der Kochkunst dreht sich die Situation um. Die Kochrezepte sind so erstellt, dass sie die alliästhesischen Mechanismen umgehen, um eine Veränderung der Geschmäcker vom Angenehmen ins Unangenehme zu vermeiden.
    Sie ermöglichen es, von wahren Bedürfnissen unabhängige Genüsse zu erreichen, die systematisch den Geschmacksvorstellungen entsprechen, die man sich vorher gemacht hat. Mit fortschreitender Wiederholung fixiert der Genuss in der Psyche die Vorherrschung des Intellekts über den Instinkt. Das Kind fixiert die Möglichkeit, Genuss aus seinen willkürlichen Auswahlen heraus zu erreichen. So entwickelt sich schon in den ersten Lebensjahren eine Verwechslung zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Es reicht aus dass das Ich wünscht, der Genuss verwirklicht sich jedes Mal. Durch unzulängliche Gegenerfahrungen nimmt das Ich gegenüber der Realität eine immer beherrschendere Stellung ein, die fundamentale Funktion des Wunsches wird weit reichend entstellt.

    Eine Abdriftung derselben Art produziert sich rund um den sexuellen Instinkt.
    Unter natürlichen Bedingungen stellt man fest, dass sexueller Genuss nur erreicht werden kann, wenn die Affinitäten unter den Partnern und ihre Bewusstseinszustände einen geeigneten Energieaustausch gestatten. Die Natur der Liebesimpulse ist die, dass nur ein Zustand der Befragung und des Gehorsams gegenüber den überbewussten Gegebenheiten die körperliche Verwirklichung der Liebe ermöglicht. Eine mental gesteuerte sexuelle Beziehung schlägt in den meisten Fällen fehl und lässt Gefühle von Enttäuschung, Depression oder Ekel hinter sich. Das Spiel von Genuss und Missgenuss fixiert, wie vorhergehend, den Befragungszustand als fundamentalen Zustand und den Zustand mentaler Vorherrschung als eine Ausnahmeverfassung, unvereinbar mit wahren Befriedigungen und im allgemeinen enttäuschend.

    Im Rahmen der üblichen Ernährung dreht sich die Situation ins Gegenteil um: Die Erregung des Nervensystems durch die Einwirkung verschiedener Toxine (Alkaloide, Exorphine, Maillard-Moleküle, Gluten. etc.) ermöglicht es, sexuellen Genuss unabhängig von einem wahren Energieaustausch zu erreichen - was zu schon von vornherein zum Scheitern verurteilten Beziehungen, zu kompulsiver Masturbation, ehelichen Verpflichtungen, Prostitution, etc. führt. Der Genuss, der Dank der Übererregung der Sinne regelmäßig erreichbar ist, festigt noch einmal die mentale Vorherrschung, die zur Verdunkelung der subtilen Intuitionen führt, die zum Liebesprozess und seiner spirituellen Funktion gehören. Wir finden also auf der sexuellen Ebene, wie auf der Ebene der Ernährung dieselbe Verwechslung zwischen Wunsch und Wirklichkeit wieder.

    Eine solche Verwechslung, die das Ich dazu bringt, systematisch die Möglichkeiten des Wirklichen vorherzusagen, ist per definitionem psychotischer Natur.
    Anders ausgedrückt erzeugt das Scheitern des Ernährungs- und Liebesinstinkts paranoide Tendenzen, die sich ganz besonders in einer der charakteristischsten des Ichs ausdrücken werden: Dem rationalen Denken.

    Ist es nicht genau das was sich in unserer Kultur beobachten lässt: Die Illusion alles zu wissen (denken wir an die Medizin ... ), die Illusion die Natur beherrschen zu können (das ökologische Desaster sollte uns zur Ordnung rufen), die Illusion. alles mit Hilfe der Vernunft machen zu können, der Fortschritt, Kriege, Religionen, mit all den Folgen. die wir sehr gut kennen ... Wir glauben, dass das psychische Funktionieren, das wir bei uns selbst und bei anderen beobachten können, normal ist. Aber näher betrachtet erweist sich die Paranoia als allgegenwärtig, sie hat sich sozusagen in unsere Lebens- und Denkweise eingefügt. Ihre Gegenwart lässt sich an den vielen Widersprüchen feststellen an denen unsere Gesellschaft leidet. Nicht umsonst spricht man von der prometheuischen Kultur: Derjenige, der Zeus das Feuer stahl, um den Menschen das Kochen zu ermöglichen, sah zweifellos nicht die weit reichenden Konsequenzen seiner Tat voraus, die durch seine beispielhafte Bestrafung symbolisiert werden. Der Kult, den wir um Vernunft und Wissenschaft machen heiligt die höchsten Errungenschaften des Geistes und wir bleiben blind gegenüber all den Desastern, deren gefährliche Erzeuger wir sind.

    Das Aufkommen des Kartesianismus war eine Revolution, die zweifellos nötig war, um die Menschheit von der animistischen und scholastischen Sklaverei zu befreien. Das Problem liegt vielmehr in der Position, den der reduktionistische Rationalismus mehr und mehr in unserer Beziehung zum Kosmos und zu uns selbst eingenommen hat.
    Durch die vorgehende Demonstration können wir in dem besessenen Charakter unserer Vernunft ein Ungleichgewicht neurotischer Natur feststellen und in den Schwierigkeiten, die wir damit haben, ihr wieder ihren ursprünglichen Platz des Gehorsams dem Instinkt und der Intuition gegenüber einzuräumen, eine Überinvestierung paranoider, also psychotischer, Natur. Unter dieser Perspektive liegt der scheinbare Widerspruch zwischen rationalem Denken und übersinnlichen Fähigkeiten also nicht in einer Unvollkommenheit der Natur begründet, sondern vielmehr in den Störungen, die sich seit der frühen Kindheit in unseren psychischen Strukturen unter dem Einfluss einer den Naturgesetzen nicht entsprechenden Erziehung festsetzen.

    Nehmen wir dabei zur Kenntnis, dass das Aufkommen des materialistischen Reduktionismus der bis dahin beispiellosen Verhärtung der unterdrückenden Moral folgt, die im 18. Jahrhundert durch das Masturbationsverbot markiert wird.
    Es ist sicher kein Zufall, dass der Puritanismus, der Höhepunkt der sexuellen Neurose mit dem Materialismus zusammentrifft, dem Synonym übersinnlichen und spirituellen Scheiterns. Diese Entwicklung ist zweifellos noch tiefer verwurzelt in den ersten Schuldsprüchen der Inquisition, der Hexenjagd und dem Kampf gegen die Fleischeslust, einer Doppeljagd, die im selben Schuss Sexualität und Übersinnlichkeit verteufelte - zwei Pole ein und derselben Funktion.

    Traurige Wandlung einer um Ihr Heiligkeitsmonopol fürchtenden Kirche, die unfähig ist den fundamentalen Irrtum zu entschlüsseln, der selbst am Anfang Ihrer Geschichte steht, symbolisiert im Mythos der Ursünde...


    Guy-Claude Burger - Instincto Magazin Nr.5/1998

  17. #36

  18. #37
    Phytotherapie

    Bei Orkos gab es mal ein Phytotherapie-Set mit 48 Gläschen mit getrockneten Kräutern zum täglichen durch riechen.
    Wäre schön wenn jemand so etwas wieder anbieten würde.

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  19. #38
    Habe eine 20 Jahre alte Beschreibung der Orkos-Produktgruppen gefunden. Das waren die glorreichen Zeiten von Orkos-Diffusion. Heute sehen die Produktbeschreibungen und Garantien weniger ausführlich aus.

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