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Die Gefahren einer „Zero Carb“/„Very Low Carb“-Ernährung

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  • Die Gefahren einer „Zero Carb“/„Very Low Carb“-Ernährung

    http://www.rawpaleodietforum.com/hot-topics/zero-carb-and-vlcketogenic-a-lethal-recipe-for-disaster/msg118860/

    Hier ist folgende interessante Diskussion verlinkt:
    http://freetheanimal.com/2014/01/carbing-this-beast.html

    Ein Exzerpt findet sich hier: http://frohkost.blogspot.de/2013/10/...ernahrung.html
    Bitte dazu nach unten scrollen und ab „Ergänzung…“ lesen. Hoffe, ich habe nichts Interessantes überlesen.

  • #2
    Das scheint dieser, nicht anonyme Arzt zu sein:
    Low T3 levels can cause all of the symptoms of hypothyroidism. But in many cases, the problem isn't with the thyroid at all.


    Diskussionen verlinken, finde ich unangebracht in größerem Ausmaße, vielleicht hast du selbst ja hier im Forum-und auch nicht nur im Blog, dazu mittlerweile schon eine eigene Meinung?

    T3 ist ein wichtiges Thema, dazu werde ich noch einen Thread eröffnen, ich kann nur jetzt schon mal im Vorwege was vom Stapel lassen:
    Es ist gut, hin und wieder high carb day´s zu machen, lg Morgan

    Tut er hier auch :

    Kommentar


    • #3
      Mir scheint das Thema gehört eher in das LowCarb-Forum.
      Nein, ich habe (noch) keine eigene Meinung zum Thema. Daher habe ich auch im Blog die oben verlinkten Äußerungen des Arztes lediglich zitiert. Ich hatte ein Minimum von 80 g/d, allermindestes 50 g/d für Experimente empfohlen; dies entspricht den Empfehlungen des zitierten Arztes (50-80 g/d als Untergrenze), doch hat er für seine Empfehlungen andere und weit ernsthaftere Gründe als ich, drohen doch nach seiner Aussage u. U. tödliche Konsequenzen. Diese "Drohung" erschien mir zu wichtig, um sie euch vorzuenthalten.

      Wenn jemand über längere Zeit weniger als 50-80g KH/d gegessen hat, würde mich das interessieren! Inger ist ein Beispiel...

      Kommentar


      • #4
        Die ersten 4 Monate meiner Atkinsphase war ich immer um die 20 g KH / Tag.
        Mir ging es ausgezeichnet - für Kochkost.

        Langzeitfolgen sind aber wahrscheinlich andere, als bei einer eher KH lastigen Diät.


        Warum sollte es auf kurze Sicht tödlich sein mit wenig KH zu leben?


        Das Gehirn kann Ketone in ATP umwandeln.

        Dass es einen bei einer instinktiven Ernährungsweise zu denken geben sollte meine ich auch. Wir sind auf Zucker geprägt.

        Eine Zufuhr aller anderen Nährstoffe sollte vorausgesetzt sein.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Rohan Beitrag anzeigen
          Mir scheint das Thema gehört eher in das LowCarb-Forum.
          Dort ist es jetzt



          Zitat von Morgan le Fay Beitrag anzeigen
          T3 ist ein wichtiges Thema, dazu werde ich noch einen Thread eröffnen, ich kann nur jetzt schon mal im Vorwege was vom Stapel lassen:
          Es ist gut, hin und wieder high carb day´s zu machen, lg Morgan
          Cheat Days



          Ich finde die Idee der Cheat Days ohnehin gut für jeden, der etwas extremere Ernährungsversuche macht.

          Wenn man einfach merkt, dass man wahnsinnige Lust auf gewisse Nahrungsmittel hat, dann muss das nicht immer nur aufgrund von 'Sucht' und Gewohnheit sein. Das kann dann schon öfter auch mal einen triftigeren Grund haben. Die Cheat Days machen eigentlich überhaupt nichts kaputt finde ich, denn immerhin hat man seine Versuche eine Zeit durchgezogen und den Körper in eine gewisse Richtung trainiert.

          - Wenn die angepeilte Ernährung wirklich auf längere Sicht eine bessere Sache ist, dann wird man das Cheaten irgendwann ohnehin einstellen...
          - Wenn es ohne cheaten gar nicht geht, muss man sich vielleicht mal überlegen, ob es auf Dauer so gut ist..

          Also zumindest sehe ich das so.

          Ok, wenn man dauerhaft vegan leben will und dann immer wieder mit Fleisch cheatet, dann kann das vielleicht schon etwas hinderlicher sein. Da müsste man dann anfangs vielleicht eher mal mit Sojaprotein oder dergleichen einen Cheattag einlegen....

          Schöne Grüße
          Markus

          Kommentar


          • #6
            Ich bin mittlerweile auch der Ansicht, dass sich keine Ernährungsweise lohnt, die man nicht auf Dauer einhalten kann.

            Es ist schlichtweg dumm, zum einen bewusst einen Mangel herbeizuführen und zu anderen die körperliche Leistungsfähigkeit nicht auf einem hohen Niveau halten zu wollen.

            Cheat Days sind geeignet für kurzzeitigen Genuss. Also als Droge. Man spürt ja, das einem dieser Betrug an einem selbst nach dem Hochgefühl schadet.
            Wenn es einem nicht schadet ist es kein Betrug, sondern Teil der eigenen ausgewogenen Ernährung.
            Hier muss man auf sich hören, und nicht auf die Regeln irgendeines Vorsagers.

            Kommentar


            • #7
              Ich habe die letzten Tage (selbst) so viel über die Rohkosternährung geschrieben, über AGE´s aufgeklärt und Low Carb, dass ich jetzt mal richtig frech & faul bin,jawoll und hier einfach die für mich lukrativste Antwort des Themas plus Studie hier rein kopiere, die auch mir entspricht.

              Re: Beeinflussung der Schilddrüsenhormone


              Hallo,

              > 1. Stimmt es, dass Alpha-Liponsäure die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 zu T3 behindern kann?

              Es ist nicht sehr bekannt, und nicht etabliert, aber es gibt tatsächlich eine Studie, die eine 22% Reduzierung der T3-Neubildung durch ALA zeigt: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1815532 Allerdings sind die Studiendaten (ALA-Dosis, Studiengrösse) nicht kostenlos einsehbar, daher kann man nicht einfach sagen, wie verlässlich das Ergebnis ist und wie sehr diese 22% schwanken können. Ein denkbarer Mechanismus wäre einfach der, dass ALA bekanntermassen den Blutzuckerspiegel etwas senkt (der Mechanismus könnte aber durchaus auch viel komplexer sein).

              > 2. Kann eine Low-Carb Ernährung die Schilddrüsen-Hormonproduktion zurückfahren? Wie könnte man das eventuell verhindern?

              Ja, definitiv: die Umwandlungsrate von T4 in T3 wird durch den Blutzuckerspiegel gesteuert. Der Körper fährt freies T3 und damit die Stoffwechselrate bei kalorischer Restriktion (CR) und auch bei Low-Carb zurück -- daraus entstehen dann aber auch viele der gesundheitlichen Vorteile von Low-Carb bzw. CR.

              Was man nicht machen sollte ist, ein paar Monate sehr strikte CR oder Low-Carb einhalten, und dann wieder normal (bzw. zuviel) essen, der Körper wird sich dann deutlich mehr an aufgenommene Kalorien klammern und der Fettaufbau würde schneller gehen. Man kann das durch leichtere Low-Carb oder CR vermeiden. Eine der besten Strategien ist aber, ab und zu normal zu essen und dafür an anderen Tagen deutlich weniger. D.h. am Wochenende oder an einem Trainingstag mal kohlenhydratreicher Essen, evtl. auch mehr Obst oder eine kleine Süssigkeit wenn man darauf Appetit hat, und dafür dann alle 2-3 Tage die Kalorien bzw. Kohlenhydrataufnahme stärker reduzieren, z.B. statt einer Mahlzeit nur etwas trinken. Unter dem Stichwort "Intermittent fasting" oder "Intermittent calorie restriction" kann man mehr Details zu dieser Strategie nachlesen, die, wenn man sie gewissenhaft einhält, ähnlich deutliche Auswirkungen wie kalorische Restriktion bzw. Low-Carb bei optimaler Nährstoffzufuhr haben kann.
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              • #8
                Dieser Artikel hat mir heute den ganzen Tag über sehr viel zu Denken gegeben:

                Das mit dem Unterschied "Blutzucker" und "Insulin" hatte ich gestern noch auf fb jemanden mit dem Streichen einer blauen Wand erklärt, die am Ende rosa sein soll. Am Ende des Streichens ist die Wand rosa, aber niemand weiß sofort, wie viel Farbe (Insulin) dafür der Maler gebraucht hat. Sichtbar ist nur der Blutzuckerspiegel (rosa).

                Ich schließe daraus Folgendes (nicht neu, aber nochmal ins Gedächtnis gerufen): solange ich am Schreibtisch sitze, sind KH schädlich, egal, woher sie stammen. Jemand sagte mal, dass man sich seine KH verdienen bzw. abtrainieren muss. Sogar Bodybuilder, die sich eingehender damit beschäftigen, wissen, dass man am besten kohlenhydratleer trainiert. Mach ich derzeit auch. Morgens. Gleich nach dem Aufstehen. Hart aber wirkungsvoll. Ich lege den KH-Konsum jetzt auf die 2. Tageshälfte. Da hab ich dann auch Lust drauf. Bei mir bedeutet es aber gleichzeitig, dass ich derzeit immer so ab 14:00 Uhr ins Stolpern gerate, wenn mein Blutzucker zu krass absinkt durch IF. Ich muss dann immer noch 2 Stunden am PC arbeiten, also zu lange, um Obst zu verbrauchen. Ich arbeite dran.

                (von der Website "team-andro", die haben viel gute Infos im Portal)

                Was passiert im insulinresistenten Zustand mit den aufgenommenen Kohlenhydraten?

                Der Start einer "Ganzkörperinsulinresistenz", oder des metabolischen Syndroms, ist in der Regel die Insulinresistenz der Muskulatur (Petersen KF et al 2007). Diese wird in der Anfangszeit vor allem durch Inaktivität (Biensø RS et al 2012), gefüllten Kohlenhydratspeichern (Litherland GJ et al 2007) und wie im immunologischen Teil schon beschrieben durch Aktivität der Stressachsen und des Immunsystems ausgelöst (Ruzzin J, Wagman AS, Jensen J. 2005, Nieto-Vazquez I et al 2008, Picardi PK et al 2010, Zabolotny JM et al 2008, Dresner A et al 1999).

                Die "aufgenommenen" Kohlenhydrate sind die Krux. Diese werden bei Insulinresistenz kaum bis gar nicht aufgenommen. Die Aktivität der Glukosetransporter und der Glykogensynthase ("produziert aus aufgenommenen Blutzucker in der Zelle Glykogen, um es zu speichern") ist in diesem Zustand stark reduziert. Der Blutzucker bleibt erhöht.

                Die Glykogenspeicher der Leber sind natürlich auch nicht unerschöpflich und sind sehr schnell gefüllt. Wenn diese voll sind, dann produziert die Leber freie Fettsäuren, welche auch wieder insulinresistenter machen (Dresner A et al 1999), und schickt diese ins Blut. Ein Insulinsignal zur Unterdrückung kommt bei der Leber irgendwann nicht mehr an, wenn sich in dieser durch ständig erhöhte Blutzuckerspiegel und gefüllte Glykogenspeicher Fett bildet.



                Bei dieser "nichtalkoholischen Fettleber" wird die Blutzuckerproduktion nicht mehr durch Insulin oder den Parasympathikus unterdrückt und sie erhöht weiter den Blutzucker, auch wenn dieser schon erhöht ist. Dadurch produziert die Bauchspeicheldrüse noch ein bisschen mehr Insulin, um den "toxischen" Blutzucker irgendwie in die Zellen zu schleusen (Taylor R. 2008, Cusi K.2009, Smith BW, Adams LA. 2011, Birkenfeld AL, Shulman GI.2013, Kasturiratne Aet al 2013).

                Eine nichtalkoholische Fettleber ist ein unabhängiger Prädiktor für die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes! Wenn die Speicher voll sind, sind diese voll und der Teufelskreis beginnt, unabhängig von dem Kaloriengehalt der Nahrung… Sollte man wirklich essen, wenn man keinen Hunger hat?

                • __________________________________________________ __________________
                  Da wir schon gesehen haben, dass unser heiß geliebter Sport, sei es Bodybuilding, Powerlifting oder eine andere kraftbetonte Sportart, gar nicht so sehr viele Kohlenhydrate verbraucht, brauchen wir noch andere Möglichkeiten, um unsere Insulinsensitivität zu erhöhen, als "bloß" Sport zu treiben. Denn viele aktive Personen tragen trotz körperlicher Aktivität erhebliche Schwimmringe und Armwinker mit sich herum.
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                Wenn ein Insulinsignal nicht mehr in der Muskelzelle ankommt, dann steigert es weder mTOR, die Ribosomen ("Proteinsynthese"), noch befördert es Nährstoffe wie Aminosäuren ins Innere der Zelle. Zudem sorgen ständig erhöhte Insulinspiegel auch für eine schlechtere Fettverbrennung.

                Ein Schritt zurück… Was bedeutet denn jetzt eigentlich Hormonsensitivität?

                Sensibilität auf ein Hormon im menschlichen Körper bedeutet, dass dieses Hormon eine hohe biologische Aktivität auf das Zielgewebe ausübt. Je sensitiver, desto stärker kann die gleiche Menge eines Hormones seine biologische Wirkung entfalten. Wir brauchen also "weniger Hormon" für "gleiche Wirkung". Das führt auch zu weniger "Nebenwirkungen".

                Bei einer Resistenz kommt es in der Regel zu einer reduzierten Hormonwirkung und teilweise einer verstärkten "Nebenwirkung", da nicht jedes Gewebe gleich sensibel oder resistent wird. Um diese reduzierte Wirkung zu kompensieren, erhöht sich die Menge dieses Hormones in unserem Blut. Das hat auf der einen Seite mit der "Rezeptorzahl" und der "Rezeptorform" zu tun.

                Wenn beispielsweise der Schilddrüsenhormonspiegel abfällt, und die Rezeptorzahl ansteigt, so ist es möglich, dass die Wirkung dieser geringeren Hormonmenge immer noch dieselbe ist, wie bei einem höherer Spiegel bei reduzierter Rezeptorzahl. Ohne Rezeptorfunktion nutzen auch unphysiologische hohe Hormondosen nichts. Der Körper möchte ein Gleichgewicht behalten! Daher ist es oftmals auch nicht ganz so einfach von "außen" durch "ausgeklügelte" Ernährungstechniken seine Körperzusammensetzung zu verändern.

                Auf der anderen Seite, wir denken an Testosteron, wird die "benötigte" Menge im Körper sehr stark kontrolliert und ist teilweise genetisch vorgegeben. Die Devise: "Je mehr Testo, desto besser!" passt also nicht immer. Erhöht sich der Testosteronspiegel, so registriert dein Hypothalamus: "Okay, wir brauchen nichts mehr produzieren!" und fährt die Produktion und die dazugehören Strukturen herunter. Auch die Rezeptorzahl kann sich verändern oder aber, ein weiterer Mechanismus, die Hormonbindung im Körper, nimmt zu. Denn vor allem freies, ungebundenes Hormon hat eine Wirkung.

                Das heißt: Es spielt nicht nur die Menge eines Hormons eine Rolle, sondern auch seine Rezeptoren, seine hormonelle Bindung und seine Regulierung über den Hypothalamus, denn ein Hormon wirkt nach dem "Schlüssel- Schloss"- Prinzip ("Hormon- Rezeptor"- Prinzip).

                Zurück zum Insulin: Das Problem ist, dass nicht alle Organe oder Zellen "resistent" werden und auch nicht, wenn sie dann doch resistent werden, in gleichem Maße. Ein Organ, was beispielsweise nicht resistent wird, sondern Insulin als Wachstumsfaktor benutzt, reagiert bei hohen Insulinspiegeln einfach mal mit Wachstum. Das sind zum Beispiel die Eierstöcke.

                Das "polyzystische Ovariensyndrom" der Frau ist ein Zeichen, dass mit großer Wahrscheinlichkeit eine Insulinresistenz vorliegt, oder zumindest ein erhöhter Insulinspiegel! Daneben reagieren auch Keratinozyten ("Hautzellen") auf Insulin mit Wachstum. Beispielsweise können Akne oder aber Warzen entstehen.

                • __________________________________________________ __________________
                  Wenn wir davon sprechen, dass uns Sport immer insulinsensitiver macht, dann ist das nicht die volle Wahrheit. Wir werden durch hartes Training nicht unbedingt insulinsensitiver, sondern wir benötigen weniger Insulin, weil die Muskulatur, durch Kohlenhydratspeicherdepletion die Kohlenhydrate INSULINUNABHÄNGIG speichern kann.
                  __________________________________________________ __________________

                Die Mechanismen wie Muskelkontraktion, die Glukostransporter der Klasse 4 erhöhen kann, sind aber noch nicht vollständig geklärt. Die Hauptmechanismen scheinen ein erhöhter Calciuminflux, einer vermehrte Bildung von freien Radikalen, Stickstoffmonoxid und einer Aktivierung von AMPK (Adenosin- Monophosphat- Kinase) zu sein (Troy L. Merry und Glenn K. McConel 2009). Also es wird weniger Insulin für die gleiche Menge an Kohlenhydraten benötigt!

                Denn Sport, wie wir noch sehen werden, kann durch hervorgerufene Entzündungen, aber auch durch Aktivierung der beiden Stressachsen (Cortisol, Katecholamine) die Insulinkaskade sogar hemmen!



                Und wie wird's diagnostiziert?

                Das fatale an den heutigen Diagnosemethoden ist Folgendes: Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, welche das Insulin produzieren, kompensieren die schlechte Sensitivität. Zumindest in der ersten Zeit! Da der Onkel Doktor nur den Blutzucker misst, dieser durch die Kompensation aber gleich bleibt, bleibt eine Insulinresistenz für einige Jahre unentdeckt! Wenn er den Insulinspiegel oder den HOMA
                INDEX messen würde, dann würde es ihm direkt auffallen.

                Hannele Yki- Järvinen von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Diabetologie der Universität Helsinki erklärt, dass eine Insulinresistenz stärker mit dem Leberfett, als mit dem BMI korreliert. Das heißt Insulinresistenz hat nicht direkt etwas mit dem BMI zu tun, sondern mit dem Fett, was die Organe umgibt.

                Kennst du die "one packs"? Die Männer, die stolz auf ihren knallharten Bauch sind? Genau das ist das, was Professior Yki- Järvinen beschreibt. Wird das viszerale, das Organfett, operativ entfernt, so bessert sich die Insulinresistenz sofort (Erik Hansen MD et al. 2006)! SOFORT!

                Ein großes Problem, da Insulin unzählige Wirkungen neben der Reduktion des Blutzuckerspiegels hat, ist, dass es Menschen gibt, die, egal was sie essen und egal wie hoch die Insulinspiegel sind, keinen Diabetes entwickeln. Der Insulinspiegel, sie haben eine Bauchspeicheldrüse wie ein Pferd, erhöht sich aber trotzdem. Und sie entwickeln ihre Warzen, ihre Akne, füttern Tumoren, werden fettleibig, speichern Organfett, bekommen einen Schlaganfall.

                Also: Deine Lebensweise fordert ihren Tribut, so oder so. Eine falsche Ernährung ist und bleibt also Raubbau an deiner Gesundheit.

                Praxis: Wie bleibe ich insulinsensitiv?

                1. Kohlenhydratspeicher entladen oder die aufgenommenen verbrauchen
                2. körperliche Aktivität im nüchternen Zustand
                3. Immunreaktionen reduzieren ("antientzündliche Nahrungsmittel")
                4. chronischen Stress vermeiden ("sein Leben ordnen")

                Praxis: Wie werde ich insulinresistent?

                1. Kohlenhydratspeicher täglich überladen und die aufgenommenen nicht verbrauchen
                2. exzessive körperliche Aktivität zur Aktivierung des Immunsystems und der Stressachsen und einem Preworkoutbooster mit Koffein und Kohlenhydraten
                3. ständiges Snacken und Organverletzung
                4. Vollkorngetreide und Haferflocken, glutenhaltiger, exzessiver Kohlenhydratkonsum, Fruchtsäfte und Gainer
                5. scheiss Job, scheiss Beziehung/Ehe

                Der Gnadenstoß für Low Carb?

                In einer Untersuchung mit 132 Personen wurde untersucht was eine "low carbohydrate" Diät hinsichtlich der Körperfettreduktion so erfolgreich macht. Es kam heraus, dass eine kohlenhydratreduzierte Kostform dann erfolgreich ist, wenn die Proteinmenge angehoben wird, auch dann, wenn die Kohlenhydratmenge gar nicht zu sehr reduziert wird (Soenen S et al 2012), sie also nicht mehr "low carb" ist. Ich sagte ja schon "nicht das low carb, sondern das high an dem Rest ist wichtig". Gib deinem Körper, jeder Zelle deines Körpers, was er benötigt!

                In der linken Ecke steht die Aktivität

                Da die Insulinresistenz der Muskelzelle der Start einer systemischen Insulinresistenz ist, scheint regelmäßiges Training seiner Muskulatur die evolutionär sinnvollste Therapie zu sein, um dieser Resistenz und seiner Folgen zu entkommen. Dazu zählen die Reduzierung von atheriosklerotischen Blutparameter, Abbau einer nicht-alkoholischen Fettleber und die Vorbeugung des metabolischen Syndroms (Rabøl R et al 2011).

                Wenn es nur eine Pille gäbe, welche die Effekte von regelmäßigem Sport reproduzieren könnte, dann wäre diese Pille unbezahlbar. Vor allem Krafttraining (Strength First!) mit "energieverbrauchenden" Grundübungen ist vielen anderen Trainingsmethoden, was den gesundheitlichen Wert angeht, überlegen. Dazu zählt jedoch auch Turnen an den Ringen oder Sprinttraining. Nicht bloß schweres Kreuzheben. Und das derzeit so gehypte "Training schwerer Grundübung mit schlechter Technik unter Zeitdruck" wäre ein Beispiel für ein Training zur Verstärkung einer Insulinresistenz (und eines Bandscheibenleidens …).

                Hat der moderne Mensch gejagt, das heißt trainiert, dann leeren sich seine Glykogenspeicher in der Muskulatur und der Leber. Dadurch kann die Denovolipogenese auf Grund von reichlichen Kohlenhydraten in der Nahrung stark reduziert werden. Der Körper versucht erst einmal seine Glykogenspeicher zu füllen, um für eine neue "Flucht oder Kampfsituation (oder Training)" gewappnet zu sein (Jorgen Jensen et al 2011). Dieser Mechanismus kann auch zur Behandlung von Diabetes und anderen Erkrankungen, welche schon besprochen wurden und auf einen zu hohen Kohlenhydratverzehr zurückzuführen sind, benutzt werden. Krankheit kann "weg trainiert" werden. Aber das ist gar nicht so einfach. Schwere Grundübungen.

                In der rechten Ecke steht die Inaktivität

                Wird sich nur noch ins Bett gelegt, dann wird man innerhalb von 7 Tagen insulinresistent. Auch wenn man vorher total gesund war. Bewegung ist neben der richtigen Ernährung eine absolut physiologische Notwendigkeit, um gesund zu sein, zu werden und zu bleiben. Und Kraft ist die Voraussetzung, um sich bewegen zu können!

                Durch Inaktivität reduziert sich die Glykogensynthaseaktivität, es kann kaum noch Glykogen gespeichert werden und die Glukosetransporter bauen drastisch ab. Der Blutzucker kann kaum gesenkt werden und der insulininduzierte Kohlenhydrateinstrom in die Zelle bleibt nahezu aus (Biensø RS et al 2012).

                Wir haben nach 7 Tagen ohne Bewegung schon einen prädiabetischen Zustand bei Gesunden! Um das schon einmal zusammenzufassen: Diabetes ist kein Mangel an Metformin oder Sulfonylharnstoffen.

                Die Aufgaben von Insulin im Überblick!
                • entzündungshemmend
                • Rückresorption Natrium, Zink, Calcium in den Nieren
                • erhöht eNOS und Stickstoffmonoxid
                • stimuliert Ribosomen zur Produktion von Proteinen
                • steigert Glykogeneinbau, hemmt Glykogenabbau
                • erhöht Glukoseabbau (Phosphofruktokinase)
                • steigert die Fettsäureherstellung und Speicherung (Pyruvatcarboxylase und Acetyol CoA Carboxylase, sowie Fettsäuresynthase)
                • steigert die HormonsensitiveLipoproteinlipase und hemmt die hormonsensitive TAG lipase
                • hemmt die HMG COA Synthase (Ketonkörperproduktion)
                • reduziert die Harnsäureausscheidung in der Niere
                • ist das einzige Hormon, welches Fett in den Fettzellen halten kann
                • Insulin erhöht den Cholesterinspiegel (HMG COA Reduktase)

                Der Fettsäuretransporter CPT1, notwendig für die Fettverbrennung, wird von Insulin ebenfalls indirekt gehemmt. Und ja, Insulin senkt den Blutzuckerspiegel.

                Insulin hat mehr Funktionen als gedacht? Da gibt es sicherlich noch mehr.

                Ich möchte nur zeigen, dass das "Insulin senkt den Blutzucker" stark minimalistisch ist und es weitreichende Konsequenzen für unseren Körper hat, wenn Insulin, oder ein anderes Hormon, plötzlich nicht mehr richtig funktioniert oder wenn versucht wird, seinen Hormonhaushalt durch die Substitution zu manipulieren. Jedes Hormon hat mehr als nur eine Wirkung!

                Insulinresistenz: Aber es hat auch Vorteile!

                Wie wir schon gesehen haben, hat eine Insulinresistenz auch Vorteile! Die insulinunabhängigen Organe, dazu gehört auch das Gehirn, Teile des reproduktiven Systems und das Immunsystem bekommen, wenn wir insulinresistent werden, all die Kohlenhydratenergie, die wir so aufnehmen. Evolutionär betrachtet ist das ein sinnvoller Überlebensvorteil.

                Erst die Veränderung der Ernährungsweise, von low carb zu high carb, und der mangelnden Notwendigkeit uns überhaupt noch zu bewegen, da Nahrung immer verfügbar ist, macht Insulinresistenz heute zu einem ultimativen Krankheitsgenerator, welcher über Hyperinsulinämie und am Ende in Krebs, Herzkreislauferkrankungen, Hauterkankungen, entzündlichen Erkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen und vielen weiteren mündet (Colagiuri S, Brand Miller J. 2002, Miller JC, Colagiuri S. 1994). Ohne Kohlenhydratverzehr ist eine Insulinresistenz nicht tragisch. Es kommt nie zu einem hohen Blutzucker- oder Insulinanstieg!

                Bisheriger Stand …

                Kohlenhydrate machen nicht krank und nicht dick! Sie machen nicht insulinresistent, Fett macht nicht Fett und grünes Gemüse macht nicht grün.

                Wenn die Speicher aber voll sind und man viel sitzt, dann sollten wir den Kohlenhydratkonsum drastisch reduzieren! Ein relativ neu definiertes Krankheitsbild nennt sich daher "Sedentary Death Syndrom" oder "Diseasome inactivity" (Owen N et al 2010, Lees SJ, Booth FW.2004, Pedersen BK. 2009). Typ2 Diabetes ist durch körperliche Aktivität vollständig vorzubeugen. Krankheiten wie Typ2 Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Dickdarmkrebs, Brustkrebs, Depressionen und Demenz werden als "a diseasome of physical inactivity'" definiert.

                Körperliche Inaktivität ist einer der stärksten Risikofaktoren für die Akkumulation von ektotopen ("verirrtes") Fett in den Organen, welches einen der Hauptverursacher von chronischen und systemischen Entzündungen mit den schon beschriebenen Effekten darstellt. Der anti-entzündliche Effekt von regelmäßiger körperlicher Aktivität darf hier nicht unterschätzt werden! Die Entleerung der Kohlenhydratspeicher stellt hier aber nur einen, wenn auch wichtigen, Mechanismus dar.

                Als Basis kann eine kohlenhydratreduzierte Ernährung mit 50-150g Kohlenhydraten am Tag mit den schon vorgestellten Lebensmitteln dienen. Für den "Hobbysportler" erhöht sich der Kohlenhydratbedarf nicht. Diese Menge lässt es zu, dass ausreichend der essentiellen Nährstoffe in die Nahrung integriert werden können und ist in der Lage den Insulinhaushalt drastisch zu verbessern.

                __________________________________________________ ___

                Kommentar


                • #9
                  So ein mexikanischer Fischer hat auch über 12 Monate lang Low Carb praktiziert und hat es überlebt.

                  Das glückliche Ende einer 13-monatigen Odyssee auf hoher See macht derzeit weltweit Schlagzeilen: Die Geschichte eines Mannes, der im Dezember 2012 in Mexiko zum Fischen rausfuhr, doch dann auf hoher See Schiffbruch erlitt. Während sein Begleiter, der 15-jährige Ezekiel, nach einigen Wochen gestorben sein soll, kam José Salvador Albarengo durch – weil er rohe Fische und Vögel aß, Schildkrötenblut trank. Rund 8800 Kilometer von Mexiko entfernt wurde er von der Meeresströmung auf ein Atoll im Pazifik gespült.
                  http://www.bild.de/news/ausland/seen...7628.bild.html
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                  Es gelang ihm, kleine Fische zum Verzehr zu fangen, indem er seine Hand in die Fluten steckte und mit den Fingern wackelte. Dadurch wurden die Fische angelockt. "So konnte ich sie schnappen", sagt er. Dann kam Ende letzter Woche der große Tag. Alvarenga erwachte am Morgen – wie er glaubt durch ein Zeichen Gottes – und sah einen Vogel am Rand seines Bootes sitzen.
                  "Ich kroch sehr leise an das Tier heran, fasste es, riss den Kopf ab und trank das Blut, wie ich es immer gemacht hatte. Als ich den Kopf zum trinken zurück warf, sah ich Land."
                  http://www.welt.de/vermischtes/artic...hoher-See.html

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                  • #10
                    Steinzeit-Diät macht Veronica Ferres so schön

                    Sie sieht mit fast 50 unverschämt jung, pfirsich-glatt und schlank aus.
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ID: 26878

                    hr Geheimnis kommt aus der Steinzeit!
                    Die Ferres erklärt: „Ich ernähre mich nach der Paleo-Diät. Ich habe damit fünf Kilo abgenommen. Mir war nie bewusst, wie wichtig gute Fette – wie Lein- und Kokosöl oder Avocado – fürs Wohlbefinden und die Gesundheit sind, obwohl ich schon sehr viele Diäten ausprobiert habe.“
                    „Ich esse keinen Zucker, kein Getreide, keine Milchprodukte. Ich backe mir mit Nüssen und Cranberries mein eigenes Brot und schlage ein Ei rein. Absolut köstlich. Meine Haut war noch nie so glatt und feinporig.“
                    http://www.bild.de/unterhaltung/leut...6986.bild.html
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                    • #11
                      Zitat von coffee addict Beitrag anzeigen
                      So ein mexikanischer Fischer hat auch über 12 Monate lang Low Carb praktiziert und hat es überlebt.
                      Wirkt allerdings nicht wirklich fit - hier ist ein Video:

                      http://edition.cnn.com/2014/02/05/wo...ands-castaway/

                      Auch hat sein Immunsystem gelitten:
                      Doctors in the Marshall Islands have told government officials that the castaway's immune system is very weak and that his symptoms are consistent with someone who has signs of severe dehydration and a diet of only meat. But his condition is improving and he was released from the hospital Tuesday.

                      Und die Leber hat Schaden genommen.

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                      • #12
                        Wie rührend, dass du dir solch große Gedanken um die Low Carber machst und dementsprechend aufklärst, Rohan.

                        Ausgewogene Rohkost ist wahrscheinlich doch das Klügste, was denkst du?

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                        • #13
                          Aber wer isst denn auch als Low carber unentwegt Fleisch? Da gibt´s doch auch noch Gemüse mit Avocado etc. Und riesige Salate im Sommer.

                          Wobei ich denke, dass bei einem geringen Gemüseanteil schon Verstopfung auftreten kann und das ganze Zeug dann ewig im Darm brach liegt.

                          Bei fb habe ich gerade noch mit Petra kurz drüber geschrieben; sie sagte, dass bei ihr unter low carb der Blutzuckerwert ständig erhöht war, jetzt mit 811 wieder sehr gut. Zu viel Glukagon?

                          Und worüber ich mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht habe: die Lebenserwartung. Ich habe noch keine Studie / keinen Bericht gelesen, die / der bestätigt, dass eine fett- und/oder eiweißlastige Ernährung verlängernd wirkt, eher das Gegenteil. Eskimos werden ja sogar trotz Fisch nicht alt. Ok., denen fehlt auch Sonne und Gemüse, aber irgendwie …..

                          Vielleicht mag der ein oder andere hier mal schreiben, wie oft er / sie Stuhlgang täglich hat.

                          Was ich auch überlegt habe, eben wegen der Ferres, weil die Haut so gut sein soll: kann es sein, dass wir durch den Verzehr von vielen KH alle Antioxidantien (die aus Obst reichen ja bei Weitem nicht aus und Brot schon mal gar nicht), Mineralstoffe und Vitamine verbrauchen, die wir eigentlich für den fetthaltigen Teil unserer Zellmembranen benötigen? Das würde evtl. erklären, warum Ketarier / low carber jünger aussehen, obwohl Fette / Öle viel mehr AGEs/ALEs haben als KH.

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                          • #14
                            Dass auch Petra (wer immer das ist) bei (very?) low carb erhöhten Blutzucker hatte, passt doch zu dem, was Very low carber anderswo berichten. Hat sie viel Fleisch/Tierisches gegessen? Irgendwo las ich, dass die Bakterienfütterung im Dickdarm durch die sog. Ballaststoffe zu einem ausgeglichenen Blutzuckerspiegel beitragen soll. Keine Ahnung (mehr), warum und wieso. Jedenfalls beginne ich allmählich zu begreifen, was den gesundheitlichen Nutzen einer Rohgemüsediät ausmachen könnte.

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                            • #15
                              Passend dazu berichtet PaleoPhil, dass die Einnahme resistenter Stärke (ein Ballaststoff, dem besonders gesundheitsförderliche Eigenschaften zugeschrieben werden) sein Blutzuckerproblem (verursacht durch LowCarb, wie er meint) löste.

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