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Sabine

Hürden, Hindernisse, Stolpersteine - und Lösungsansätze

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So, jetzt folgt mal wieder ein Bienenbericht, wie ich die letzte rohe Zeit erlebt habe.

Es fing schon im letzten Herbst an, als ich hier noch regelmäßig mein Tagebuch veröffentlichte, dass ich zunehmend Verdauungsprobleme hatte.

Ich habe mittags oft bis zur letzten Sperre Landesobst gegessen, oft im Bereich von einem Kilogramm. Abends gab es dann regelmäßig Fleisch, schließlich wollte ich Muskeln aufbauen und weiter zunehmen. Immer wieder fiel mir morgens mein überlastetes Aussehen auf. Aber ich vertraute auf den Instinkt, dass er schon alles regeln werde. Pustekuchen. Das war eine völlig falsche Annahme bei unserem überzüchteten Obst.

Später folgten Magenschmerzen, die mir ebenfalls die ganze Misere veranschaulichten. Hinzu kamen die ominösen Schmerzen in der Brust, über die ich auch im Blog berichtet hatte. Wechseljahre hin oder her, Schmerzen gleich welcher Form sind Anzeichen für ein Ungleichgewicht des Körpers und Alarmsignal zugleich. Aber ich kam nicht aus den Überlastungen raus.


Ich war heilfroh, als wir Mitte Dezember nach Thailand flogen. Hier besserte sich mein Zustand in Windeseile. Auf dem Weg zum Flughafen hatte ich noch einen beginnenden Herpes bemerkt. Na klasse, in die Tropen mit Herpes fliegen...

Ich fastete >24 h und aß erst wieder nach der Ankunft im Paradies. Durian natürlich, hihi. Und der Herpes heilte völlig problemlos ab, trocknete einfach ein, ohne jemals richtig aufzublühen. Auch mit diversen Kratzern und Schrammen, die ich mir beim Transport von ganzen Durianen an den Beinen zugezogen hatte, gab es keine Probleme. Sie verheilten ohne Entzündungen. Auch von Mücken blieb ich absolut verschont.

Was aber dieses Mal anders war: Ich konnte nicht so gut schlafen. Es gab viel mehr Geräusche in der Umgebung. Direkt gegenüber bauten Burmesen eine Unterkunft. Der Winkelschleifer war somit unser Urlaubsbegleiter. Ich genoss dort die Wärme, das Meer, unsere Unternehmungen, die stets lauwarmen hocharomatischen Früchte, aber ich spürte hinterher den Schlafmangel. Und ich kam, wie schon im letzten Bericht hier im Blog erwähnt, mit dem hiesigen Klima nicht (mehr) zurecht. Ich fand nicht mein Schlüsselprodukt, kam nur schwer an Proteine ran, fror entsetzlich und bekam schließlich einen heftigen Infekt.

Als ich wieder arbeiten ging, hatte ich immer noch im Bereich zwischen Nase und Mund kleine rote Bläschen, so dass es aussah, als wenn ich vom ständigen Nase putzen wund sei. Ich hatte aber keinen Schnupfen. Dieses Ekzem blühte immer wieder auf, mal mehr und mal weniger. Ich fand keine Relation zu bestimmten Nahrungsmitteln, hatte aber den Verdacht, dass sich jegliche Form von Überlastungen darin niederschlugen. Vor ein paar Wochen schließlich griff die Entzündung erst auf die Nasolabialfalten, dann auf die Augenwinkel und schließlich die Augenlider über, schuppte und spannte.

Letzte Woche war für mich das Maß voll und ich bin zu meiner Hausärztin gegangen. Ich fühlte mich so unwohl mit der Haut und spürte, dass ich meine Ernährung neu justieren muss. Der lange Winter hatte mir arg zugesetzt.

Zu Beginn des Frühjahrs hatte ich das Gefühl, einen rheumatischen Schub zu bekommen, ich hatte massive Schmerzen in den Sehnen und Schleimbeuteln an Füßen und Knie. Ich liebäugelte immer wieder mit einem Flug nach Bangkok, zumal ich in der Zeit auch nichts lieber tat als thai zu lernen. Aber mal vom finanziellen Aspekt abgesehen, fehlten mir auch schlicht Urlaubstage dafür. Und so hoffte ich inständig auf baldiges Sonnenwetter.

Zwar war mein Gewicht dank ausufernder Mahlzeiten mit frischen Erdnüssen und Honig aus dem Glas bei 49 kg und ich fühlte mich damit sehr wohl, aber ich spürte auf anderen Ebenen die Folgen der ständigen Überlastungen. Die schlimmste Strafe bestand und besteht für mich in Schlaflosigkeit. Das ist auch meine aktuell größte Motivation zu einer ausgewogenen Praxis.

Meine Ärztin diagnostizierte eine Mundrose, sagte aber zugleich lachend, dass sie keine Ahnung davon habe und ich mich mal dazu belesen solle. Ich werde sowieso meine eigene Lösung finden. Hihi. Im Internet las ich, dass es eine typische Hautkrankheit bei überpflegter Haut sei und die Therapie darin bestehe, nichts, aber auch gar nichts auf die Haut zu geben. Das Spannungsgefühl müsse man aushalten. Nach sechs Wochen bis drei Monaten sei es in der Mehrzahl der Fälle abgeheilt. Wie bitte???

Ich bestellte mir eine gute Auswahl an tropischen Früchten wie Pomelo, Rambutan, Jackfrucht, Bananen, Zuckermelone, Palmenherz, Papaya, Ananas und Mangos. Ohnehin aß ich oft Durian. Gut tat mir auch eine Mahlzeit mit Kokosnusspagoden. Und nach einer Woche ist nun kaum noch etwas zu sehen. Jetzt scheint Fleisch im Kommen zu sein, aber bei Eiweißen werde ich wachsam sein.

Ich werde mir keineswegs mehr Kokosnussöl oder tierisches Fett ins Gesicht schmieren. So bin ich wieder mal eine schlechte Angewohnheit los.

Im Zuge dieser ganzen Geschichte habe ich wieder sehr viel bewusster gegessen. Zu Hause isst es sich auch sehr viel besser, weil regelmäßiger und sämtliche Produkte aktuell ausgewählt werden können. Keine Gerichtsverhandlungen oder sonstigen Termine um die Mittagszeit, kein Überhungern, weil ich im Stress nicht esse. Und abends lieber ein bisschen mehr, um den nächsten Tag gut zu bewältigen? Völlig falsch.

In diesen Tagen habe ich mich wiederholt gefragt, was wir im Essen suchen. Kürzlich las ich im Vorbeifahren auf einem Schild den Satz: "So jung wie nie". Ich wusste sofort, dass das mein neues Motto ist. Mit korrekter Praxis sehe ich um Jahre jünger aus.

Und noch etwas hat mir geholfen: Nachdem Angelikas Rohkostbuch seit vier Jahren in Originalverpackung bei mir im Schrank gestanden hatte, habe ich mich nun darin vertieft. Man wird nie dümmer. Nicht alles passt für mich und zum Teil ist es mir für die breite Masse an Interessierten zu intellektuell unterfüttert, weil das niemand ohne Ahnung in Biochemie verstehen kann. Auch ist es für mich fraglich, ob man wirklich jeden Tag mit dem Kopf die sieben Helfer auswählen muss, um von jeder Pflanzenfamilie gegessen zu haben. Ich halte es eher mit dem Instinkt, der mal verschiedene Sorten bevorzugt und mal nach einer Sorte genug hat. Gleiches gilt für die sonstigen Nahrungsbestandteile des Tages.

Aber was ich für mich durch dieses Buch entdeckt habe, sind die Lindenblätter, wovon wir einen großen Baum im Garten haben, die Malven und den Hibiskus, von denen ich verschiedene Pflanzen und Samen bestellt habe sowie genell eine sehr viel größere Auswahl an Kräutern regelmäßig zu testen, das eingefahrene Fahrwasser zu erweitern.

Und noch etwas habe ich verändert: Ich habe mir im Haus und Garten mehrere störungsfreie Essplätze geschaffen, um in dieser Zeit nur bei mir sein zu können. Meine Lieblingsplätze sind gerade das große Bett meiner Tochter, wo ich direkt unter einem Dachfenster sitze, frische Luft und Sonne abbekomme, Vogelgezwitscher inklusive. Alternativ sitze ich gerne in einem kleinen Zelt, wo ich auch zukünftig übernachten möchte. Dort bin ich vor Wind und den Geräuschen der Nachbarschaft gut abgeschirmt und finde daher sehr viel konzentrierter zu einem befriedigenden Ende. Ich mag es, auf den ersten Hinweis einer Sperre sofort aufzuhören und beende dann ohne Bedauern das Essen. Das funktioniert gerade richtig gut.

Monomahlzeiten sind immer wieder am besten. Da tue ich mich mitunter noch schwer, wenn zum Beispiel Durian oder Jackfrucht schon nach 100 g sperren. Und das tun sie (nun) durchaus. Aber egal, womit ich dann kombiniere, so richtig gut passt nichts. Auch da hatte ich die besten Ergebnisse mit nachfolgenden Kräutern.

Ich war ja schon immer Fan eines zeitigen Abendessens. Nun habe ich durch die Freundin unseres großen Sohnes darin Unterstützung. Nach dem Vorbild seines Bruders hat er sein Herz im Urlaub verschenkt. Lera stammt aus Weißrussland und hatte schon vor ihrem Kennenlernen in Deutschland an einem Kolleg ihr Abitur begonnen. Sie spricht nach drei Jahren bereits so gut deutsch, dass ihr nächstes Ziel ist, ihren ohnehin nur geringfügigen Akzent zu verlieren. Sie ist sehr ehrgeizig und plant ein Studium im Lehramt für das Gymnasium.

Auf jeden Fall hat es mich gefreut, als sie berichtete, gerade die Frauen in ihrer Heimat würden vorzugsweise bis 16 Uhr die letzte Mahlzeit zu sich nehmen, um am nächsten Tag gut auszusehen. Sie selbst esse bis maximal 18 Uhr, niemals später. Aufgrund ihrer finanziellen Situation isst sie auch sehr einfache Mahlzeiten in kleinen Mengen. Sie sieht wunderhübsch aus, nach den Worten meiner Kollegen wie ein Modell. Und niemals hätte ich gedacht, dass unser Sohn jemals rohen Fisch essen wird, aber bei Leras Sushi wird er schwach und hat Gefallen daran gefunden.

Als ich unlängst zu einem Familienpicknick für Liza, die thailändische Freundin unseres Jüngsten, Jackfrucht mitgenommen habe, fanden auch Lera und Sohnemann Geschmack daran. Früher hat er den Geruch schlimmer als Durian empfunden.
Den größten Anteil hat jedoch Maria, unsere fünfjährige Enkelin mit Hingabe verspeist, während ihr großer Bruder mit Mangos Amelie eine himmlische Phase erlebt hat. Das war sehr schön mitzuerleben. Ebenso Lizas unbändige Freude über Durian. Hihi.

So ist die Familie sehr angenehm bereichert worden.

Marlene, deren Hausgeburt ich vor knapp einem Jahr hier schilderte, nimmt eine sehr schöne Entwicklung. Seit Ostern läuft sie, ist ein fröhliches und robustes Mädchen. Sie wird noch größtenteils gestillt und leckt mehr am Essen. Die Mangos fand auch sie lecker. Ansonsten hat sie aber durch die Kochkost ihrer Mama leider auch einiges zu leiden.

Was mich gerade sehr erfreut: Dank der im Vorjahr angeschafften Wildbienen haben wir in diesem Jahr volle Obstbäume, wo sonst nie etwas dran war. Auch die im letzten Herbst gepflanzten Bäume und Sträucher tragen bereits. Das gefällt mir insbesondere bei den Mispeln.

Aktuell kommen eine sibirischen Blaubeere, Herbsthimbeeren und Brombeeren sowie ein paar interessante Heilkräuter von Rühlemanns dazu. Mit Gemüse habe ich nach wie vor nicht viel am Hut. Es bläht mich mehr, als dass es mir Kraft gibt. Ich bevorzuge Kräuter oder Obst.

Und ich liebe meine neue Hängematte auf der Terrasse. Zum Schlafen eignet sie sich nicht, aber ich lese hier für mein Leben gern. Erfahrungsberichte und Biographien ziehen mich gerade besonders an.

Hier erhole ich mich von dem mitunter anstrengenden Zusammenleben mit Kochis. Der von ihnen im beruflichen wie privaten Kontext praktizierte Aktionismus ist mir manches Mal zu viel.

Sie kennen keine Ruhe, notfalls gibt's Kaffee und weiter geht es. Aber ich habe gelernt, meine Interessen zu verteidigen! ich muss mich nicht mehr auf jedes Pferd setzen, auf dem ich reiten könnte...

Soweit mal wieder von mir. Die Rohkost bleibt eine Herausforderung. Es wird noch etwas dauern, bis ich meinen Darm regeneriert habe, aber für die nächsten warmen Monate mit Grünzeug im Garten bin ich erst einmal guter Dinge. Und wenn mich der nächste Winter auch wieder so anstrengt, quartiere ich mich bei Lizas Familie in Südthailand ein und verkaufe Vogelkäfige, hihi.

Auf jeden Fall werde ich das derzeitige wenigere und zeitigere Essen versuchen beizubehalten, weil ich gerade wieder erlebt habe, dass ein gutes Gewicht nicht zwangsläufig eine gute Gesamtverfassung beinhaltet. Ich denke aber, dass ein entlasteter Organismus sich eher aufbauen kann als ein ständig mit der Verdauung beschäftigter. Zudem ist die Anziehung nach 24 h höher , die Intensität des Geschmacks deutlich stärker und die Sperren super deutlich.

So manches Essen war eher der Lust als dem wirklichen Bedarf geschuldet. Um das zu verhindern, werde ich mir für zwei örtliche Yogaschulen Zehnerkarten kaufen. Dann bin ich mal weg, wenn die häusliche Umgebung ein ruhiges Essen nicht zulässt und ich eine Alternative zu Fitnessstudio oder Sauna möchte. Ich habe endlich verinnerlicht, dass das Leben (m)ein Ponyhof ist, hihi.

Liebe Grüße.

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Aktualisiert: 27.05.2016 um 19.36 von Sabine

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Kommentare

  1. Avatar von Stefan
    Hallo Sabine,

    ich kombiniere mal munter darauf los...

    Ich habe mittags oft bis zur letzten Sperre Landesobst gegessen, oft im Bereich von einem Kilogramm.
    ...
    Aber ich vertraute auf den Instinkt, dass er schon alles regeln werde. Pustekuchen. Das war eine völlig falsche Annahme bei unserem überzüchteten Obst.
    Na ja, bevor ich das Problem bei der Überzüchtung des Obstes suche, würde ich vielleicht einmal schauen, ob ich etwas defensiver essen kann als "bis zur letzten Sperre". Nach meiner Erfahrung gibt es diese bei handelsüblichem Früchten nämlich kaum jemals bzw. es ist meist die Bauchsperre (und dann ist man schon überlastet). Bei Obst aus Kleingärten oder aus Wildsammlung sieht das ganz anders aus. Der kommerzielle Anbau hat seine Tücken, wenn man Rohköstler ist.

    Später folgten Magenschmerzen, die mir ebenfalls die ganze Misere veranschaulichten.
    Dies ist meiner Erfahrung nach keine Folge von Überlastungen, sondern eine Folge einer mangelhaften Verdauungskraft. Selbstverständlich kann letztere durch ersteres zustande gekommen sein, aber dann muß man das Spiel schon ziemlich lange so treiben.

    Was aber dieses Mal anders war: Ich konnte nicht so gut schlafen. Es gab viel mehr Geräusche in der Umgebung. Direkt gegenüber bauten Burmesen eine Unterkunft. Der Winkelschleifer war somit unser Urlaubsbegleiter.
    Schau an. Das waren Hinweise darauf, daß immer noch einiges nicht in Ordnung war, tropisches Paradies hin oder her. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, kaufe ich keine thailändischen Produkte, die es hier in die Bioläden verschlägt, weil sie immer mit Pestiziden belastet waren. Daß diese einiges im Gehirn durcheinander bringen, so daß z.B. der Schlaf-/Wach-Rhythmus leidet, wundert mich nicht.

    Dieses Ekzem blühte immer wieder auf, mal mehr und mal weniger. Ich fand keine Relation zu bestimmten Nahrungsmitteln, hatte aber den Verdacht, dass sich jegliche Form von Überlastungen darin niederschlugen. Vor ein paar Wochen schließlich griff die Entzündung erst auf die Nasolabialfalten, dann auf die Augenwinkel und schließlich die Augenlider über, schuppte und spannte.
    Ekzeme sind eines der möglichen Symptome einer mangelhaften Verdauungskraft: Warum zu wenig Magensäure krank macht. Danke an Susanne, die in einem anderen Forum diesen Artikel verlinkt hat.

    Die schlimmste Strafe bestand und besteht für mich in Schlaflosigkeit.
    Dieses Symptom sieht für mich so aus, als ob der Körper sehr viel zu entgiften hätte und wenn das nach Thailand immer noch bei dir passiert(e), dann würde ich mir zwei Fragen stellen:

    1. wie steht es mit der Qualität meiner Produkte?
    2. wie steht es mit meiner Verdauungskraft?


    Ich bestellte mir eine gute Auswahl an tropischen Früchten wie Pomelo, Rambutan, Jackfrucht, Bananen, Zuckermelone, Palmenherz, Papaya, Ananas und Mangos.
    Wer heilt, hat Recht, das gilt für uns beide. Ich habe jedesmal große Verbesserungen meiner Gesundheit erzielt, nachdem ich aufgehört hatte, bei einem Versender für tropische Früchte zu bestellen. Ich kann das anhand meines privaten Tagebuchs für zwei Versender sehr gut nachvollziehen. Danach war dann Schluß mit dem Kaufen von Katzen im Sack.

    Ich werde mir keineswegs mehr Kokosnussöl oder tierisches Fett ins Gesicht schmieren. So bin ich wieder mal eine schlechte Angewohnheit los.
    Das eine ist ein extrahiertes Produkt, das andere nicht. Beim zweiten hätte ich keine Bedenken und wenn man nicht sehr aufpaßt, passiert es beim Essen so oder so in kleinem Umfang.

    In diesen Tagen habe ich mich wiederholt gefragt, was wir im Essen suchen.
    Gar nichts, sonst wäre es ja eine Sucht. Wir nähren unseren Körper und das ist alles.

    Und noch etwas hat mir geholfen: Nachdem Angelikas Rohkostbuch seit vier Jahren in Originalverpackung bei mir im Schrank gestanden hatte, habe ich mich nun darin vertieft. Man wird nie dümmer.
    Ich habe mittlerweile herausgefunden, daß es keine so schlechte Idee ist, mit dem Verstand seine Ernährung zu begleiten. Anderenfalls kann man unter den heutigen Umständen ziemlich leicht in einem Mangel- oder Überlastungs-Loch landen. Von daher finde ich Angelikas Ansätze zumindest bedenkenswert. Ich sehe aber keinen Sinn darin, mir Dinge reinzudrücken, die mir nicht schmecken, weil mein Verstand meint, ich brauche deren Nährstoffe. Das sollte anders funktionieren.

    Aber was ich für mich durch dieses Buch entdeckt habe, sind die Lindenblätter, wovon wir einen großen Baum im Garten haben...
    Wenn ich mich erinnere, wie oft ich in meinem damaligen Tagebuch von Lindenblättern geschrieben habe, zum Beispiel hier: Mit dem Fahrrad auf Kräutertour. Na ja, besser eine späte Erkenntnis als keine.


    Und noch etwas habe ich verändert: Ich habe mir im Haus und Garten mehrere störungsfreie Essplätze geschaffen, um in dieser Zeit nur bei mir sein zu können.
    Du wirst das Universum nicht überlisten können. Wenn Störungen kommen sollen, dann kommen sie.

    Alternativ sitze ich gerne in einem kleinen Zelt, wo ich auch zukünftig übernachten möchte. Dort bin ich vor Wind und den Geräuschen der Nachbarschaft gut abgeschirmt...
    Ein schalldichtes Zelt, so etwas habe ich noch nie gehabt.

    Ich mag es, auf den ersten Hinweis einer Sperre sofort aufzuhören und beende dann ohne Bedauern das Essen. Das funktioniert gerade richtig gut.
    Das liest sich gut.

    Monomahlzeiten sind immer wieder am besten. Da tue ich mich mitunter noch schwer, wenn zum Beispiel Durian oder Jackfrucht schon nach 100 g sperren. Und das tun sie (nun) durchaus. Aber egal, womit ich dann kombiniere, so richtig gut passt nichts.
    Tipp: diese Früchte gar nicht mehr essen und bei keinem Versender mehr bestellen. Ich lebe gut ohne sie und die teilweise bösen Folgen nach dem Verzehr mangelhafter Import-Produkte. Im Land selbst sollte es möglich sein, gute Qualität zu bekommen, aber vermutlich muß man auch dann ein wenig suchen.

    Marlene, deren Hausgeburt ich vor knapp einem Jahr hier schilderte, ...
    Marlene hatte andere Pläne
    und Simone Beauvoir sagt: "Gott bewahr"
    Doch vor dem ersten Kinderschrei(e)n
    muß ich mich erstmal selbst befrei(e)n
    Und augenblicklich fühl' ich mich
    unbeschreiblich weiblich.

    (Liedtext Nina Hagen)

    Fiel mir ein, als Du anfingst, von den diversen Kinderchen zu berichten.

    Was mich gerade sehr erfreut: Dank der im Vorjahr angeschafften Wildbienen haben wir in diesem Jahr volle Obstbäume, wo sonst nie etwas dran war.
    Ein kluger Schachzug und absolut im Einklang mit der Natur.

    Mit Gemüse habe ich nach wie vor nicht viel am Hut. Es bläht mich mehr, als dass es mir Kraft gibt.
    Geht mir genau so. Selbst Spargel wird bei mir nach 100g uninteressant und die Verdauung ist nicht richtig erfreut.

    Die Rohkost bleibt eine Herausforderung.
    Es gibt viel zu tun - packen wir's an! (Alter Werbespruch von Esso, gefällt mir immer noch)

    Es wird noch etwas dauern, bis ich meinen Darm regeneriert habe, ...
    Die Darmschleimhaut erneuert sich alle 3-5 Tage. Wenn das länger dauert, stimmt noch etwas mit der aktuellen Ernährung nicht. Jegliche Überlegungen, daß dies und das noch so und so lange brauchen werde, haben sich bei mir immer wieder als falsch erwiesen. Wenn man die Fehler abstellt, heilt sich der Körper fast sofort. Es gibt nur wenige Tage Verzögerungszeit.

    So manches Essen war eher der Lust als dem wirklichen Bedarf geschuldet.
    Nun ja, daß man mit dem Essen keine Mangel-Löcher an anderer Stelle stopfen kann, wissen wir beide, oder? Es geht nichts über ein ausgefülltes, geistig produktives Leben.

    Um das zu verhindern, werde ich mir für zwei örtliche Yogaschulen Zehnerkarten kaufen.
    Weiter so!
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    Aktualisiert: 29.05.2016 um 21.11 von Stefan (Fehler korrigiert.)
  2. Avatar von Sabine
    Hallo Stefan,

    danke für deine Anregungen. Vieles davon haben wir schon auf privater Ebene oft genug diskutiert, daher gehe ich nicht auf alle Argumente ein, sondern beschreibe eher noch ein paar aktuelle Impressionen.

    Die Zitatfunktion klappt am Handy nur eingeschränkt. Was das nun wohl zu bedeuten hat, hihi. Daher heute mal etwas einfacher...

    >> Na ja, bevor ich das Problem bei der Überzüchtung des Obstes suche, würde ich vielleicht einmal schauen, ob ich etwas defensiver essen kann als "bis zur letzten Sperre".

    Ich glaube, wir verstehen darunter etwas grundverschiedenes, hihi...

    Übrigens bin ich schon vor einiger Zeit wieder regelmäßig zur Aromatherapie übergegangen, die Burger empfahl. Man muss nicht immer alles essen, es reicht mitunter, daran intensiv zu riechen. Oder ich empfinde im Anschluss einer Mahlzeit die Genüsse noch einmal gedanklich nach.

    >>Nach meiner Erfahrung gibt es diese bei handelsüblichem Früchten nämlich kaum jemals bzw. es ist meist die Bauchsperre (und dann ist man schon überlastet).
    Bei Obst aus Kleingärten oder aus Wildsammlung sieht das ganz anders aus. Der kommerzielle Anbau hat seine Tücken, wenn man Rohköstler ist.

    Kommerzielle Ware gab es bei mir im letzten Jahr an einer Hand abzählbar und die Qualität war indiskutabel.

    Ich konnte mit frisch gepflückten Mirabellen, kleinen Wildbirnen, selbst mit Maulbeeren frisch vom Baum locker überziehen. Mir fällt das bei süßem Obst genell auf.

    >> Schau an. Das waren Hinweise darauf, daß immer noch einiges nicht in Ordnung war, tropisches Paradies hin oder her.
    Wie schon an anderer Stelle geschrieben, kaufe ich keine thailändischen Produkte, die es hier in die Bioläden verschlägt, weil sie immer mit Pestiziden belastet waren. Daß diese einiges im Gehirn durcheinander bringen, so daß z.B. der Schlaf-/Wach-Rhythmus leidet, wundert mich nicht.

    Ich hatte dazu eher folgenden Gedanken: Wenn der Winkelschleifer zu unserem Abendessen wieder oder immer noch in Aktion war, hätte ich besser auf die Mahlzeit verzichtet.
    Den gestörten Schlaf habe ich eher durch äußerliche Faktoren bedingt gesehen. Zum Beispiel musste ein riesiger Baum gefällt werden, der die Terrasse in einen kleinen Urwald verwandelt hatte. Dadurch waren Geräusche von der Straße nun deutlich intensiver. Für dieses Jahr habe ich aber eine Lösung dafür im Kopf.

    >> Ekzeme sind eines der möglichen Symptome einer mangelhaften Verdauungskraft: Warum zu wenig Magensäure krank macht (http://de.sott.net/article/18073-Ein...s-man-tun-kann). Danke an Susanne, die in einem anderen Forum diesen Artikel verlinkt hat.

    Danke an euch beide. Das passt zu dem, was ich auf einer Webseite las: dass die Mundrose häufig mit einer vegetative Labilität wie Schlaf- und Verdauungsproblemen einhergehe. Auch beruflicher oder privater Stress werden ursächlich genannt. Nun, den größten Stress bereitet mir nicht meine Arbeit, sondern meine stressigen Kollegen. Und privat tue ich sowieso (fast) nur noch, was mir gefällt, hihi.

    Meeresprodukte sollte ich mehr einbeziehen, aber da komme ich nicht oft ran. Vielleicht habe ich aufgrund der reduzierten Verdauungskraft in den letzten Wochen einen verstärkten Drang nach Obst. Proteine waren eher die Ausnahme. Und es passt zu meiner Lust auf Kräuter.

    Wohl nicht ohne Grund finde ich diese Pflanze gerade besonders gut:

    La Mo Long (Pflanze)

    Der exotische Geschmack vietnamesischer Küche

    Von einem Vietnamesen in Deutschland bekamen wir ein paar Stecklinge geschenkt mit dem Hinweis „Gesund und lecker, aber der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig“. Naja, gewöhnungsbedürftig finde ich den Geschmack eigentlich nicht, seitdem ich weiß, womit ich ihn vergleichen kann. Der Geschmack und Duft liegt irgendwo zwischen Rettich und Kohlrabi, was man natürlich nicht an einer Rankpflanze vermutet. Es schmeckt darüber hinaus leicht bitter, aber sehr angenehm. Das typische Aroma kommt von schwefelhaltigen Verbindungen, die auch bei der Eiweißverdauung helfen, deshalb wird es wohl auch so viel mit proteinreichen Speisen zusammen verwendet.
    (von Rühlemanns Website kopiert)

    >> Wer heilt, hat Recht, das gilt für uns beide. Ich habe jedesmal große Verbesserungen meiner Gesundheit erzielt, nachdem ich aufgehört hatte, bei einem Versender für tropische Früchte zu bestellen.

    Und ich kann für mich eindeutig feststellen, wann es mir am besten geht: wenn ich mittags eine gute Auswahl habe und meinen aktuellen Bedarf nicht mit nur zu 80 % passenden, am Morgen ausgewählten Produkten decken kann und wenn ich zu jeder Zeit Durian verfügbar habe.

    Für mich funktioniert deine Variante der täglichen Einkäufe in verschiedenen Bioläden schon aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht. Und die Qualität dieser Produkte ist für mich auch zweifelhaft.

    ---Zitat---
    Ich werde mir keineswegs mehr Kokosnussöl oder tierisches Fett ins Gesicht schmieren. So bin ich wieder mal eine schlechte Angewohnheit los.
    ---Zitatende---
    Das eine ist ein extrahiertes Produkt, das andere nicht. Beim zweiten hätte ich keine Bedenken und wenn man nicht sehr aufpaßt, passiert es beim Essen so oder so in kleinem Umfang.

    Stimmt. Ich sollte die Kokosnuss lieber komplett essen, nur kam ich da bisher nur selten heran.
    Und (fast) nichts ist schöner, als mit dem ganzen Gesicht in einem Stück fetten Fleisch zu versinken, hihi. Aber zumindest werde ich mich nicht mehr anschließend mit dem Fett eincremen.

    >> Ich habe mittlerweile herausgefunden, daß es keine so schlechte Idee ist, mit dem Verstand seine Ernährung zu begleiten. Anderenfalls kann man unter den heutigen Umständen ziemlich leicht in einem Mangel- oder Überlastungs-Loch landen. Von daher finde ich Angelikas Ansätze zumindest bedenkenswert.

    Genau.

    >> Wenn ich mich erinnere, wie oft ich in meinem damaligen Tagebuch von Lindenblättern geschrieben habe, zum Beispiel hier: Mit dem Fahrrad auf Kräutertour. (http://www.rohkost-tagebuch.de/weblo...f-Kraeutertour) Na ja, besser eine späte Erkenntnis als keine.

    Damals hat es mich eher geschüttelt, wenn ich an die dreckigen Blätter dachte, die du dir reingehauen hast. Insofern war das für mich absolut keine Motivation.
    Und geschmackvoll empfand ich sie bei mir im Garten aber auch nicht. Alles zu seiner Zeit.

    >> Du wirst das Universum nicht überlisten können. Wenn Störungen kommen sollen, dann kommen sie.

    Oh ja. Gestern Abend, als ich ganz störungsfrei in der Hängematte sitzend Bananen essen wollte, hat doch tatsächlich so ein großer Vogel angefangen, Radau zu machen. Hat der denn nicht gesehen, dass ich esse, hihi? Geschlafen habe ich heute wie ein Baby.

    Oder heute Mittag fiel meinen Mann ein Kajak krachend zu Boden, während ich auf der Bank gerade gedankenversunken einen Fenchel aß. Erst rollte ich mit den Augen in Anbetracht der ungebetenen Störung, aber schnell wurde mir die Botschaft klar: Schluss mit dem Fenchel. Das war letztlich gut so, weil ich zusammen mit einigen Kräutern, Stangensellerie und einem Kohlrabi bei 450 g zufrieden aufhören konnte. Für mich sind diese Mengen die besten. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

    Meine Intention war eher, mich mehr auf die internen als auf die externen Sperren zu konzentrieren. Aber was kommt, das kommt sowieso.

    Durian und Jackfrucht
    >> Tipp: diese Früchte gar nicht mehr essen und bei keinem Versender mehr bestellen. Ich lebe gut ohne sie und die teilweise bösen Folgen nach dem Verzehr mangelhafter Import-Produkte. Im Land selbst sollte es möglich sein, gute Qualität zu bekommen, aber vermutlich muß man auch dann ein wenig suchen.

    Mit Sicherheit. Ich empfinde die Qualität der Versender zum Teil besser als vor Ort. Noch nie habe ich zum Beispiel eine Chemiebelastung bemerkt.
    Und was ist schlecht daran, wenn diese Früchte gut und zeitig sperren? Ich bin Angelika dankbar für den Hinweis, dass Durian und Lindenblätter in ein und dieselbe Pflanzenfamilie gehören.

    So wenig, wie ich dich bisher dazu bringen konnte, deinen Popo Richtung Natur zu bewegen, um dich dort mit guten Kräutern zu versorgen, so wenig werde ich vom Durian Abstand nehmen. Die schnellste Heilung erreiche ich bei mir oft und ausschließlich mit Durian. Auch die Mundrose besserte sich (erst) damit erfolgreich.

    >> Wenn man die Fehler abstellt, heilt sich der Körper fast sofort. Es gibt nur wenige Tage Verzögerungszeit.

    Ja, das stimmt, der Organismus ist immer auf Homöostase bedacht und regeneriert sich schnell. Ich dachte da an Halima Neumann, die in ihren Büchern von der Regeneration ihres Darms schrieb und für den Wiederaufbau der Darmzotten ein Jahr angab. Und darüber seien die Ärzte noch begeistert gewesen...

    >> Nun ja, daß man mit dem Essen keine Mangel-Löcher an anderer Stelle stopfen kann, wissen wir beide, oder? Es geht nichts über ein ausgefülltes, geistig produktives Leben.

    Genau. Ich habe gerade für mich eine weitere neue Aufgabe entdeckt:

    Samuel Koch ist sicher vielen ein Begriff: der bei "Wetten, dass..." verunglückte junge Mann, der seitdem Tetraplegiker ist, also komplett bewegungsunfähig. Nur der Kopf funktioniert noch.

    Damit erinnert mich seine Situation sehr an die meiner mit 25 Jahren verstorbenen Schwester, die nach einer akuten Meningitis mit 12 Jahren durch revidierende Schübe und unzählige Enzephalitiden über mehrere Jahre hinweg fortlaufend gelähmt wurde. Oft genug schwebte sie zwischen Leben und Tod. Wenn bei uns zu ungewohnter Zeit das Telefon klingelte, befürchteten wir stets das Schlimmste.

    Und dennoch gibt es keinen Menschen, der mich stärker geprägt und beeindruckt hat als sie. Nach ihrem Tod formulierte ich es in meinem Tagebuch so: "Sie war für mich nicht nur die beste Schwester der Welt, sondern zugleich meine liebende Mutter und innigste Freundin. Das alles auf einmal zu verlieren ist schwer." Ich weine heute noch um sie.

    In ihrem Umgang mit der Krankheit, der extremen Behinderung, in ihrem lebensbejahenden Kampf um jeden klitzekleinen Fortschritt war sie so voller Charme, sie verzauberte die Menschen mit ihrem Interesse, mit ihrer Liebenswürdigkeit, ihrem Optimismus. Ähnlich wie bei Samuel scharrten sich die Menschen um sie, bekam sie noch Jahre später Post und Besuche von ehemaligen Patienten oder Pflegepersonal. Sie diskutierte mit mir meine Probleme in der Pubertät, musste zusehen, wie ich mein Abitur ablegte, während sie als Klassenbeste nach der achten Klasse aufgeben musste. Aus der Traum vom geplanten Medizinstudium. Fortan bestimmten Lumbalpunktionen und andere Quälereien ihr Leben, immer in Sorge vor dem nächsten Schub. Irgendwann wurde sie gegen sämtliche Antibiotika resistent. Sie wusste in ihrem letzten Sommer, in dem sie endlich ein paar Wochen zu Hause sein konnte, dass es ein Spiel auf Zeit war. Und dann kam der nächste Schub. Sie ließ sich ihre Verzweiflung nicht anmerken und ich dachte, sie wäre unsterblich.

    Jedenfalls hat sie nie aufgegeben und hat sich geistig beschäftigt. Sie hatte viele Talente, u.a. schrieb sie immer gerne Berichte, Geschichten und Gedichte Als sie gar nichts mehr bewegen konnte, lernte sie das Schreiben mit dem Mund. Mein Vater hatte ihr ein Gestell bauen lassen, damit sie das Buch oder Blatt direkt vor der Nase hat.

    Es gab zahlreiche kleine Veröffentlichungen und Auszeichnungen.

    Ihr großer Traum war ein Buch zu schreiben. Es trug den Arbeitstitel: "Ich sage JA zu diesem Leben. Körperbehinderte geben Auskunft über ihren Alltag"
    Sie verarbeitete in einem Dialog zweier Menschen ihre eigene Geschichte, die Beziehung zu ihrem Verlobten, den sie aus der Depression nach seiner unfallbedingten Querschnittslähmung zurück ins Leben holte. Dazu natürlich viele Erfahrungen im Umgang mit ihr und anderen Erkrankten. Es ist sehr amüsant geschrieben, keinesfalls ein Mitleid erregendes Werk, sondern ein Ausdruck ihrer Kraft und Ausdauer. Mitten im Satz bricht es ab...

    Ich trage mich seit Jahren mit dem Wunsch, ihr Werk unter die Menschen zu bringen. Sobald ich es in die Hand genommen habe, brach wieder die ganze Wucht der Trauer über mich herein. Nun aber sehe ich eine große Motivation: Ich möchte Samuel von meiner Schwester erzählen. Sein Buch "Meine zwei Leben" berühren mich gerade zutiefst. Er ist ähnlich gestrickt wie meine Schwester. Gerade hat er sein zweites Buch "Rolle vorwärts" veröffentlicht. Als früherer Turner geht er auch jetzt aktiv durch sein Leben, hat sein Schauspielstudium beendet, ist ständig mit Lesungen unterwegs, war in Afrika zu einer Safari, hatte kleine Rollen im Fernsehen und einen unerschütterlichen Glauben an Gott. Er kann nicht einmal seine Körpertemperatur alleine halten, benötigt dafür Wärmeplatten und 24 h Hilfe am Tag. Ich finde seinen Kampf ähnlich beeindruckend wie den meiner Schwester und werde den Kontakt zu ihm aufnehmen.

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    Aktualisiert: 29.05.2016 um 18.07 von Sabine
  3. Avatar von Stefan
    Hallo Sabine,

    schauen wir mal, was noch übrig ist...

    was verstehen wir denn anders unter "Essen bis zur letzten Sperre"? Ich würde das so verstehen, daß man ißt, bis beim besten Willen nicht mehr hineingeht bzw. die Signale des Unwillens des Körpers so stark werden, daß man sie nicht mehr ignorieren kann.

    Ich konnte mit frisch gepflückten Mirabellen, kleinen Wildbirnen, selbst mit Maulbeeren frisch vom Baum locker überziehen. Mir fällt das bei süßem Obst genell auf.
    Einspruch, Euer Ehren, das ging und geht bei mir überhaupt nicht. Ich bin 2013 und 2014 intensiv in Kleingärten auf Nahrungssuche gegangen. Alles sperrte bestens. Die gleichen Obstsorten aus dem Bioladen gingen regelmäßig in der doppelten Menge und die Sperren ließen zu wünschen übrig.

    Mir scheint, bei deinen Sperren ist der Wurm drin. Fragt sich nur, auf welchen Namen er hört.

    Den gestörten Schlaf habe ich eher durch äußerliche Faktoren bedingt gesehen. Zum Beispiel musste ein riesiger Baum gefällt werden, der die Terrasse in einen kleinen Urwald verwandelt hatte. Dadurch waren Geräusche von der Straße nun deutlich intensiver. Für dieses Jahr habe ich aber eine Lösung dafür im Kopf.
    Die Störungen im Außen sind ein Spiegel deines Inneren, egal, welche Gründe der Verstand für sie zu erkennen glaubt. Es hat daher keinen Zweck, sie im Außen zu beheben. Dann kommen andere.

    Vielleicht habe ich aufgrund der reduzierten Verdauungskraft in den letzten Wochen einen verstärkten Drang nach Obst. Proteine waren eher die Ausnahme.
    Kann gut sein. Dann wäre es der Eiweiß-Stoffwechsel, bei dem es hakt. Sollte es wirklich die Magensäure sein, wäre dies folgerichtig, denn sie wird überwiegend für eiweißreiche Nahrung gebraucht.

    Und ich kann für mich eindeutig feststellen, wann es mir am besten geht: ...und wenn ich zu jeder Zeit Durian verfügbar habe.
    Das klingt sehr witzig, aber eigentlich sollte es keine solche Fixierung auf ein Produkt geben. Wenn doch, dann ist das Gleichgewicht aus den Fugen geraten.

    Für mich funktioniert deine Variante der täglichen Einkäufe in verschiedenen Bioläden schon aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht. Und die Qualität dieser Produkte ist für mich auch zweifelhaft.
    Das wird durch Bestellen bei irgend welchen Versendern nicht besser, da diese auch nur im Bio-Großhandel einkaufen - wenn überhaupt. Die meisten sind nicht bio-zertifiziert und verkaufen ungeniert konventionelle Ware.

    Oh ja. Gestern Abend, als ich ganz störungsfrei in der Hängematte sitzend Bananen essen wollte, hat doch tatsächlich so ein großer Vogel angefangen, Radau zu machen. Hat der denn nicht gesehen, dass ich esse, hihi?
    Nun, er hatte natürlich einen Vogel. Aber neben diesem Witz gab es für dich einen Hinweis. Es lohnt sich, solche Hinweise zu enträtseln.

    Oder heute Mittag fiel meinen Mann ein Kajak krachend zu Boden, während ich auf der Bank gerade gedankenversunken einen Fenchel aß. Erst rollte ich mit den Augen in Anbetracht der ungebetenen Störung, aber schnell wurde mir die Botschaft klar: Schluss mit dem Fenchel.
    Mir wäre da klar gewesen: der Fenchel taugt nichts. Hast Du mal an deinen Fingern gerochen, nachdem Du ihn gegessen hast? Mir ist etwas vor zwei Wochen mit Fenchel aus Italien passiert. Die Finger haben regelrecht nach Schwefel gestunken - und hinterher hat meine Haut sich über die Sauerei beschwert. Das reinste Giftzeug.

    Meine Intention war eher, mich mehr auf die internen als auf die externen Sperren zu konzentrieren. Aber was kommt, das kommt sowieso.
    Diese Intention würde ich fahren lassen.

    Durian und Jackfrucht:
    Und was ist schlecht daran, wenn diese Früchte gut und zeitig sperren?
    Die Jackfrucht sperrt nie, egal, von welchem Anbieter, siehe das Tagebuch von Ralph und die aberwitzigen Mengen. Meine eigene Erfahrung bestätigt dies. Zu Durian kann ich nichts sagen, weil ich sie seit Jahren nicht mehr gegessen habe. Ich bekomme nur konventionelle Qualität und meine Gesundheit ist mir wichtiger, als diese Pestizid-Bombe.

    So wenig, wie ich dich bisher dazu bringen konnte, deinen Popo Richtung Natur zu bewegen, um dich dort mit guten Kräutern zu versorgen, so wenig werde ich vom Durian Abstand nehmen.
    Ich habe neulich ein paar Mahlzeiten am Bahndamm gemacht, aber eine deutliche Verbesserung habe ich nicht bemerkt. Dafür gab es kleine Hinweise, daß die Umweltbelastung auf die Dauer nicht gut ist. Ich buche die Kräuter also erst einmal unter "Feinheiten, um die ich mich später kümmere".

    Ich dachte da an Halima Neumann, die in ihren Büchern von der Regeneration ihres Darms schrieb und für den Wiederaufbau der Darmzotten ein Jahr angab. Und darüber seien die Ärzte noch begeistert gewesen...
    Oh weh.

    Ich habe gerade für mich eine weitere neue Aufgabe entdeckt:
    Dazu schreibe ich dir privat noch etwas.

    Hier nur die Bemerkung, daß ich unter einem geistig ausgefüllten, produktiven Leben nicht unbedingt verstehe, mich um das Leben eines anderen Menschen zu kümmern. Das sollte dieser andere Mensch bitte selbst tun. Dein Engagement in allen Ehren, aber gibt es nicht lohnendere Ziele, vor allem dich selbst? Wenn bei dir alles in Ordnung ist, kannst Du immer noch bei der Caritas anheuern.

    Die Ausführungen zu deiner Schwester habe ich mit Interesse gelesen. Schade, daß sie nicht heraus gefunden hat, wie sie sich hätte heilen können.

    Ich trage mich seit Jahren mit dem Wunsch, ihr Werk unter die Menschen zu bringen.
    Ob als Buch oder im Internet, es wird wohl nötig sein, ihre Texte einzutippen. Der Rest ist recht einfach.

    Sobald ich es in die Hand genommen habe, brach wieder die ganze Wucht der Trauer über mich herein.
    Da scheint noch einiges nicht verarbeitet zu sein. Vielleicht wäre deine Supervision hier hilfreich.
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  4. Avatar von Sabine
    Hallo Stefan,

    also gut, noch eine Runde im Rhetorikkurs... Soll sich Ralph bitte nicht mehr beschweren, dass er hier den Alleinunterhalter spielt, hihi.

    >> was verstehen wir denn anders unter "Essen bis zur letzten Sperre"? Ich würde das so verstehen, daß man ißt, bis beim besten Willen nicht mehr hineingeht bzw. die Signale des Unwillens des Körpers so stark werden, daß man sie nicht mehr ignorieren kann.

    Hahaha, genau so habe ich mir das gedacht. Wir kennen uns schließlich lange genug.

    Für mich ist die letzte Sperre, die Bauchsperre oder Aufstoßsperre oder Geschmackssperre, je nachdem, was zuerst kommt. Nicht selten jedoch gab es jedoch schon vorher so ein paar kleine Anzeichen, wie ein Ziehen im Darm, abschweifende Gedanken, Geräusche in der Umgebung...

    >> Ich bin 2013 und 2014 intensiv in Kleingärten auf Nahrungssuche gegangen. Alles sperrte bestens. Die gleichen Obstsorten aus dem Bioladen gingen regelmäßig in der doppelten Menge und die Sperren ließen zu wünschen übrig.

    Soweit ich mich erinnere, hast du dennoch nicht unerhebliche Mengen verputzt und hast die Mahlzeit über mehrere Stationen ausgedehnt. Du schriebst dann: "Mit etwas zeitlichem Abstand..."
    Das wiederum führt bei mir nur zu Überlastungen. Die oben drei benannten Sperren sind mein definitives Endsignal. Wenn ich das nicht beherzige, ergeht es mir schlecht.

    >> Das klingt sehr witzig, aber eigentlich sollte es keine solche Fixierung auf ein Produkt geben. Wenn doch, dann ist das Gleichgewicht aus den Fugen geraten.

    Hihi, das muss gerade von dir kommen. Also ich habe deine Abendessen an gefühlt mindestens 300 Tagen im Jahr erst mit Wildschwein, später dann mit Reh in Erinnerung, fast ausnahmslos schnell essbares Muskelfleisch, nur selten Innereien. Beim Obst habe ich mich immer über deinen stoischen Bedarf an Mangos gewundert, die anscheinend auch nie sperrten, weil du sie stückweise gefuttert hast.

    Meine Tochter hat unlängst Liza gefragt, ob Durian für sie etwas Besonderes sei oder eher normal. Sie sagte letzteres. Ihre ganze Familie liebe Durian. Im Garten hätten sie kleine Früchte mit wenig Fruchtfleisch, also keinen MornThong.
    Das bestätigte mich in meiner Empfindung: Durian ist (m)ein Grundnahrungsmittel.

    >> Das wird durch Bestellen bei irgend welchen Versendern nicht besser, da diese auch nur im Bio-Großhandel einkaufen - wenn überhaupt. Die meisten sind nicht bio-zertifiziert und verkaufen ungeniert konventionelle Ware.

    Du scheinst wirklich lange keine baumreifen (Tropen)früchte gehabt zu haben, sonst würde dir der Unterschied regelrecht ins Auge springen. Alleine die Mangos Amelie aus dem Bioladen sind eine optische Beleidigung, wenn man die wunderschönen tieforangenen von Orkos sieht.

    Bei mir gab es heute erstmals Zuckermelone von Tropenkost. Ich fand sie immer zu teuer für eine Melone. Da ich aber kürzlich mit einer Netzmelone aus dem Bioladen so glücklich war, diese aber nicht mehr bestellt wurde, weil sie sich nur schlecht verkauft hatte, war es mir nun einen Versuch wert. Und das war eine super Entscheidung!!! Selbst in Thailand konnte ich mit der roten Wassermelone nichts anfangen. Aber diese nun war der Himmel auf Erden, zuckersüß und herrlich saftig.

    >> Mir wäre da klar gewesen: der Fenchel taugt nichts. Hast Du mal an deinen Fingern gerochen, nachdem Du ihn gegessen hast?*

    Mir ist nichts dergleichen aufgefallen, weder im Befinden noch im Geruch.

    >> Die Jackfrucht sperrt nie, egal, von welchem Anbieter, siehe das Tagebuch von Ralph und die aberwitzigen Mengen. Meine eigene Erfahrung bestätigt dies.*

    Ich erlebte mit der Jackfrucht öfter so diffuse Sperren nach sehr kleinen Mengen, wie eine angedeutete Bauchsperre, aber das erlebe ich auch beim Fleisch mitunter. Weil ich aber nichts zum Kombinieren wusste, habe ich diese ersten Anzeichen gerne ignoriert. Jetzt werde ich mal versuchen, dann die Kräuter einzusetzen. Letztlich bleibt sie aber eine leicht essbare, super gehaltvolle Zuchtfrucht, tropisch hin oder her.

    >> Ich habe neulich ein paar Mahlzeiten am Bahndamm gemacht, aber eine deutliche Verbesserung habe ich nicht bemerkt. Dafür gab es kleine Hinweise, daß die Umweltbelastung auf die Dauer nicht gut ist. Ich buche die Kräuter also erst einmal unter "Feinheiten, um die ich mich später kümmere".

    Nun ja, es wird sich zeigen, inwieweit (d)ein Leben in der Großstadt mit reduzierter Sonneneinstrahlung, verdreckter Umgebung, Elektrosmog an jeder Ecke, einem für mich auf Schritt und Tritt spürbaren negativen Karma etc. mit der Rohkost kompatibel ist. Für mich war diese Sperre bereits kurz nach dem Beginn mit der Rohkost erreicht und ich frage mich, welcher Sinn darin bestehen soll, in einer derart unnatürlichen Umgebung zu verharren.
    Da machen es die Früchte aus dem Bioladen meiner Meinung nach auch nicht besser.

    Ich bezweifle nach meinen aktuellen Erfahrungen, dass Kräuter eine zu vernachlässige Feinheit sind. Notfalls gibt es sogar dafür einen Versand, hihi. Ich habe mir jedenfalls gleich heute morgen bei Rühlemanns eine zweite vietnamesische La Mo Long Pflanze bestellt. Die Telefonistin teilte meine Liebe, sagte aber, dass viele Kollegen sie als unangenehm stinkend empfinden.

    >> Hier nur die Bemerkung, daß ich unter einem geistig ausgefüllten, produktiven Leben nicht unbedingt verstehe, mich um das Leben eines anderen Menschen zu kümmern. Das sollte dieser andere Mensch bitte selbst tun.

    Tut er auch. Und er macht das toll!!!

    >> Dein Engagement in allen Ehren, aber gibt es nicht lohnendere Ziele, vor allem dich selbst? Wenn bei dir*alles*in Ordnung ist, kannst Du immer noch bei der Caritas anheuern.

    Ja sicher, aber das Eine muss das Andere nicht ausschließen. Mir sind als Sozialtante nun wieder andere Dinge wichtiger, als mich um das Wohl meiner Waschmaschine oder meines Laptops zu kümmern, hihi. Wenn ich mit mir im Reinen bin, streichel ich ohnehin alles mit einem Lächeln.

    Ich finde menschliche Begegnungen sehr spannend, sofern sie für beide Seiten bereichernd sind. Anderenfalls hätte ich auch meinen Beruf verfehlt.

    >> Die Ausführungen zu deiner Schwester habe ich mit Interesse gelesen. Schade, daß sie nicht heraus gefunden hat, wie sie sich hätte heilen können.

    Danke schön.

    Ich habe kürzlich an unsere andere Schwester geschrieben, dass es mir aus heutiger Sicht unerklärlich ist, warum wir niemals in Richtung der Ernährung geguckt haben. Immer waren alle Hoffnungen auf die Halbgötter in weiß gerichtet, auf einen vergleichbaren Fall in der Literatur, auf ein neues Medikament.
    Unser Vater war ein mit allen Ehrungen und Titeln der DDR ausgezeichneter Wissenschaftler und da hat es bei ihm nie geklingelt? Unsere Schwester hat Lebensmitteltechnologie studiert und hat nicht irgendwann den gelehrten Unsinn kapiert? Unsere Mutter hat ihr ganzes Leben unserer Versorgung gewidmet und war stolz auf das Schnapsglas mit frisch gepresstem Möhrensaft für uns am Morgen...
    Und ich? Warum habe ich als Jüngste im Bunde nicht ganz unbeschwert einfach mal ein paar Dinge ausprobiert? Ich war in dem Alter ihrer Erkrankung zwischen 8 und 18 Jahren, also durchaus mit einem eigenen Verstand.
    Tja, und sie selbst war wohl zu belastet, um irgendwas in dieser Richtung zu überlegen. Sie wurde viele Jahre auf Psychomacke behandelt, als ein störrisches, ihre Kopfschmerzen simulierendes Kind. Unseren Eltern wurde geraten, auf ihre angeblichen Schmerzen keine Rücksicht zu nehmen und ganz normale Forderungen an sie zu stellen.

    >> Da scheint noch einiges nicht verarbeitet zu sein. Vielleicht wäre deine Supervision hier hilfreich.

    Das hatte ich in meiner Ausbildung zur Familientherapeutin ausgiebig.

    Es ist auch für andere sicher nur schwer nachvollziehbar, wenn man so eine tiefe Verbundenheit vielleicht nie erlebt hat.

    Die größte Hilfe war für mich, einen ähnlichen Seelenverwandten zu erleben. Und genau das war über viele Jahre lang mein Rohkostmentor.

    Aber ein Rest an Trauer wird immer in mir bleiben und ich finde das auch nicht schlimm. Diese Jahre mit ihr waren so intensiv, bei aller Tragik so voller bedingungsloser Liebe, Wärme und Nähe, dass ich sie nicht wie eine Datei löschen möchte. Sie wird immer in mir sein. Auch weil ich ihr so viel zu verdanken habe, schäme ich mich nicht, dass ich ihren Tod noch immer betrauere.

    Ich habe gestern noch an das Büro von Samuel geschrieben. Mal sehen, ob und was für eine Antwort ich erhalte. Mir geht es damit jedenfalls gut. Ich habe das Gefühl, eine lange in mir schlummernde Mission zu ihrem Ende zu bringen. Im besten Fall bereite ich ihm eine Freude und es entsteht ein netter menschlicher Kontakt.


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  5. Avatar von Susanne
    Liebe Sabine, lieber Stefan,

    auf dem Gebiet der Rohkost kann euch beiden keiner mehr etwas vormachen, das beherrscht ihr meiner Meinung nach aus dem Effeff. Bei euch geht es um andere Dinge, die wahrscheinlich die wahren Auslöser der Probleme sind, die euch noch plagen. Die Ernährung ist ein Pfeiler für ein gesundes, zufriedenes Leben, aber eben nicht der einzige. Wenn man die anderen Pfeiler auch beachtet, dann ist es wahrscheinlich egal, wann und wie viele Mahlzeiten man zu sich nimmt oder wie man (im Rahmen der instinktiven Rohkost) kombiniert.
    So sehe ich das jedenfalls.

    Liebe Grüße
    Susanne
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  6. Avatar von Stefan
    Hallo Sabine,

    nun gut, die letzte Sperre ist bei dir etwas anderes als bei mir. Vielleicht sollten wir das Lexikon dieses Forums füllen und derlei Feinheiten dort definieren. Ohne deine Erklärung wüßte ich jedenfalls nicht, was Du meinst.

    Meine fleischlastigen Abendessen gehen konform mit der ständigen Verfügbarkeit von Fleisch in freier Natur (wenn man nicht zur Jagd zu blöd ist). Pflanzliche Lebensmittel haben dagegen alle eine ausgeprägte Saison.

    Meine Mangos waren nicht einwandfrei, als ich sie noch von den diversen Versendern bezog. Diese Zeiten sind aber seit Mai 2013 vorbei. Danach gab es noch einen nicht gerade kurzen Versuch mit Flugware konventioneller Art, der wegen der Belastung mit Pestiziden keine guten Ergebnisse erbrachte, mal abgesehen davon, daß die Standard-Sorte "Kent" so gut wie keine Sperre mehr hat.

    Zitat Zitat von Sabine
    Du scheinst wirklich lange keine baumreifen (Tropen)früchte gehabt zu haben, sonst würde dir der Unterschied regelrecht ins Auge springen. Alleine die Mangos Amelie aus dem Bioladen sind eine optische Beleidigung, wenn man die wunderschönen tieforangenen von Orkos sieht.
    Nützt alles nicht, wenn es konventionelle Ware ist, die Pestizide abbekommen hat. Die Mangos Amelie aus dem Bioladen verwandeln sich in meiner Reifekammer in wenigen Tagen in duftende, weiche Früchte mit orangefarbenem Fruchtfleisch, die bestens schmecken und mir im Gegensatz zu konventioneller Flugware auch gut bekommen.

    Zitat Zitat von Sabine
    Nun ja, es wird sich zeigen, inwieweit (d)ein Leben in der Großstadt mit reduzierter Sonneneinstrahlung, verdreckter Umgebung, Elektrosmog an jeder Ecke, einem für mich auf Schritt und Tritt spürbaren negativen Karma etc. mit der Rohkost kompatibel ist.
    Oder ein Leben mit einem mickrigen Bioladen in 5-10km Entfernung (Auto erforderlich - ich habe keins) und ansonsten reihenweise Katzen im Sack von einem Versandhandel, der nicht einmal bio-Qualität liefert. Ich liebe es, mir das, was ich kaufe, vorher anzusehen, daran zu riechen, es in die Hand zu nehmen und genauestens zu inspizieren. So ungefähr stelle ich mir das in freier Natur auch vor. Ich kaufe gerne 3-5mal die Woche ein, weil ich damit meinem Bedarf nahe bin. Alles für eine Woche im voraus zu kaufen, kann ich mir nicht mehr vorstellen. Daher kaufe ich im Versand nur noch das, was beim besten Willen nicht im lokalen Handel zu finden ist, also fast nichts.

    Zitat Zitat von Sabine
    Ich bezweifle nach meinen aktuellen Erfahrungen, dass Kräuter eine zu vernachlässige Feinheit sind. Notfalls gibt es sogar dafür einen Versand, hihi.
    Ich liebäugele mit "Eßbare Landschaften", aber bei Kräutern scheint mir die Frische noch wichtiger zu sein als bei Beerenfrüchten und wie das per Versand gehen soll, weiß ich nicht. Es könnte sein, daß der Bahndamm mitsamt Umweltbelastung die bessere Wahl ist, weil ich dort von der Hand in den Mund leben kann, mal abgesehen von der Schwierigkeit, ein Blättchen vom Pfaffenhütchen (angeblich gifitig) und andere Nettigkeiten aus dem Versand zu bekommen.

    Zitat Zitat von Sabine
    Ich habe kürzlich an unsere andere Schwester geschrieben, dass es mir aus heutiger Sicht unerklärlich ist, warum wir niemals in Richtung der Ernährung geguckt haben.
    Immerhin hat wenigstens eine der Schwestern die Kurve gekriegt.

    Zitat Zitat von Sabine
    Es ist auch für andere sicher nur schwer nachvollziehbar, wenn man so eine tiefe Verbundenheit vielleicht nie erlebt hat.
    Kann sein, aber das ist kein Grund zur Trauer. Frag deine Schwester doch einmal, ob es ihr da, wo sie jetzt ist, gut geht. Du wirst eine Antwort bekommen.

    Zitat Zitat von Sabine
    Ich habe das Gefühl, eine lange in mir schlummernde Mission zu ihrem Ende zu bringen.
    Das liest sich gut.
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  7. Avatar von Artur
    Danke Sabine für den umfangreichen und interessanten Einblick in deinen aktuellen Rohkostalltag! Hier schreiben nur wenige Rohkostneulinge mit grundlegenden Fragen, sondern vor allem erfahrene Rohköstler… mit grundlegenden Fragen und Fragestellungen. Wenn Erfahrung gleichbedeutend mit der ultimativen Wahrheit wäre, würde es dieses Forum also vermutlich gar nicht geben. Tatsächlich ist es so, dass wir Suchende sind und auf unserem Rohkostweg bei ganz unterschiedlichen Ansätzen zunehmend gute, aber auch weiterhin mittelmäßige bis negative Resultate erzielen. Viele Wege führen zum Ziel, oder besser, der Weg ist das Ziel. Ich finde es spannend, dass es bei der Rohkosternährung so viele verschiedene Standpunkte gibt und wünsche, dass es für alle ein schöner Weg ist, der Freude und Gesundheit bringt.
    Konsequenter Weise ist ein anderer Standpunkt zu einem Thema daher vor allem als persönliche Meinung zu verstehen und nicht als Kritik. Als Beispiel die Sache mit der „Sperre“, die ich anders interpretiere als die meisten von euch. Für mich setzt die zunehmende Qualität einer Nahrung die Sperre hinauf und nicht herab. Egal ob reife Feigen und Kirschen frisch vom Baum oder Durian und Ananas direkt vor Ort… wann immer die Qualität und der Reifezustand 100% passt, ist für mich die einzige Sperre der volle Magen. Nur wenn die Qualität nicht berauschend oder die Früchte unreif sind, setzt schnell eine raffiniertere Sperre ein. Und einige „wilde“ Früchte sperren nicht schneller, weil sie ursprünglicher sind, sondern weil einige bedenkliche Inhaltsstoffe noch nicht weggezüchtet sind und sie deshalb in zu großer Menge zum Gift werden... Aber wie gesagt, das ist meine persönliche Ansicht und da eine subtile Sperre auch mit dem aktuellen Bedarf, der persönlichen Neigung, Gewohnheit, Empfindsamkeit usw. zu tun hat, wird sich hier keine allgemeingültig Regel aufstellen lassen… und uns werden die Fragen nie ausgehen.
    LG, Artur
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  8. Avatar von Sabine
    Hallo Stefan,

    du sollst gerne das letzte Wort in dieser Diskussion behalten.

    Es gibt ja immer ein Für und ein Wider....

    Nur eines erschließt sich mir nicht: Warum sollte ich für 5-10 km (zum Bioladen oder sonstwohin) ein Auto brauchen???

    Darauf könnte ich wohl ebenso gut verzichten wie derzeit auf mein Handy. Aber mein Mitbewohner sieht das anders, hihi.

    Ich bin jeden Tag mindestens 1h per Rad unterwegs, oft das Doppelte. Macht doch Spaß. Derzeit (ver)blühen die Robinien, die Kamille duftet, selbst der Raps hat einen schönen Duft, die Mohnblumen sehen so herrlich aus...

    Autofahren ist wie Dosenfutter: langweilig und macht träge.

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    Aktualisiert: 10.06.2016 um 18.46 von Sabine
  9. Avatar von Sabine
    Zitat Zitat von Susanne
    Liebe Sabine, lieber Stefan,

    auf dem Gebiet der Rohkost kann euch beiden keiner mehr etwas vormachen, das beherrscht ihr meiner Meinung nach aus dem Effeff. Bei euch geht es um andere Dinge, die wahrscheinlich die wahren Auslöser der Probleme sind, die euch noch plagen. Die Ernährung ist ein Pfeiler für ein gesundes, zufriedenes Leben, aber eben nicht der einzige. Wenn man die anderen Pfeiler auch beachtet, dann ist es wahrscheinlich egal, wann und wie viele Mahlzeiten man zu sich nimmt oder wie man (im Rahmen der instinktiven Rohkost) kombiniert.
    So sehe ich das jedenfalls.

    Liebe Grüße
    Susanne
    Liebe Susanne,

    vielleicht ist es so, vielleicht muss man es sich auch gesundheitlich leisten können, eine solche Einstellung zu leben.

    Ich habe es selbst bei einer demenzkranken Angehörigen und bei Kleinkindern erlebt, dass der Körper die "harmlosen" Kombinationen als sehr störend erlebte und außerst schmerzhaft darauf reagierte. Und das, obwohl für sie die Welt rundherum in Ordnung schien...

    Ich habe in den letzten Wochen nochmal ganz viel experimentiert, aber es funktionierte am allerallerallerbesten, wenn ich nur soviel wie wirklich notwendig aß, vorzugsweise um 16 Uhr die letzte Mahlzeit begann (und dann zum Sport fuhr) und nach der Aufstoßsperre nicht einmal mehr Kräuter aß, auch nicht als Betthüpfer. Bei mir stört all das schon die super empfindliche Verdauung und nun, wo ich das definitiv weiß, kann ich das auch besser respektieren.

    Was mir richtig gut getan hat, waren in Salzwasser eingeweichte Trockenalgen. Da müssten mal wieder wirklich Frische ran. Laut Internet ist da bis auf die salzigen von Veggies Delight nichts aufzutreiben. Oder doch?

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  10. Avatar von Susanne
    Zitat Zitat von Sabine
    ... vielleicht muss man es sich auch gesundheitlich leisten können, eine solche Einstellung zu leben.
    Ja, das ist gut möglich.

    Zitat Zitat von Sabine
    Was mir richtig gut getan hat, waren in Salzwasser eingeweichte Trockenalgen. Da müssten mal wieder wirklich Frische ran. Laut Internet ist da bis auf die salzigen von Veggies Delight nichts aufzutreiben. Oder doch?
    Warum bestellst du nicht die frischen Algen "Ramallo" von Orkos? Ich mag sie immer mal wieder ganz gerne und bisher habe ich nur positive Erfahrungen damit gemacht.
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    Danke Sabine bedankte(n) sich für diesen Beitrag
  11. Avatar von Sabine
    Liebe Susanne,

    frische Algen standen zuletzt nie im Prospekt, insofern bin ich davon ausgegangen, dass es keine gibt...

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  12. Avatar von Susanne
    Alge "Ramallo" gab es bisher eigentich jede Woche, auch wenn sie nicht im Prospekt stand.
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    Danke Sabine bedankte(n) sich für diesen Beitrag


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