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Sabine

Bananen und Honig

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Samstag, 21.11.2015

Das Frühstück der Familie habe ich verpennt. Es gibt schlimmeres. Wenigstens hatte ich nun ausgeschlafen.
Mein Mann ist in der Nacht von seinem Montageeinsatz nach Hause gekommen. Daher war nun großes Beladen des Autos für den Umzug angezeigt. Wie er das alles körperlich schafft, ist mir ein Rätsel. Aber notfalls dreht er sich 1,5l Cola rein und dann läuft er weiter.

Liza fror nun jämmerlich, so dass ich sie erst einmal mit einem dicken Pullover, Schal und Handschuhen versorgt habe. Eine Mütze hatte sie auf. Diese zarte kleine Person werde ich ein bisschen unter meine Fittiche nehmen, wenn ich darf. So weit weg von zu Hause, von den Eltern in ihrem Entschluss, mit einem Mann, der nicht Muslime ist, leben zu wollen, nur toleriert, aber nicht wirklich unterstützt, braucht bestimmt ein bisschen Nestwärme.

Es gibt ja Klischees über das Verhältnis zwischen einer thailändischen Frau und einem deutschen Mann. Aber es ist einfach schön zu sehen, wie die beiden miteinander verbunden sind. Wenn sie sich vielleicht noch ihre landesübliche Unart abgewöhnt, ständig die Nase hochzuziehen anstatt auszuschnauben, ist alles gut, hihi.

Und ich bin froh, dass ich mit ihrer Energie auf einer Wellenlänge bin und sie daher gut in unserem Haus haben kann. Wir hatten schon einen Gast, der war noch gar nicht ganz weg, da habe ich sofort geputzt, weil er mir so unangenehm war. Dummerweise kam er immer wieder, bis das Universum bzw. die Tochter eine Entscheidung traf.

Als alle abgereist waren, habe auch ich mich an die Arbeit gemacht und einige Veränderungen im Haus vorgenommen. Angeregt worden bin ich durch die letzten Einkäufe mit und für den Sohn. Man ist ja im Alltag auch etwas betriebsblind.

Nun habe ich das Kinderzimmer wieder für mich, kann dort Produkte, ohne dass sie irgendwie stören, im Warmen lagern und habe für mich einen schönen Ess- und Ruheplatz eingerichtet. Wenn mein Mann am Abend von den Katastrophen und Nachrichten aus aller Welt nicht genug bekommen kann, bin ich in seiner Nähe, ohne alles mitzubekommen.

Vor allem aber habe ich derzeit unbändige Lust zum Lernen. Den ganzen Tag über habe ich mir englische Redewendungen angeeignet. Mit der neuen Methode der Eselsbrücke klappt das ganz gut. Fünfzig Vokabeln in fünf Minuten wie die Gedächtnismeister schaffe ich bei weitem noch nicht, aber es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Mittags hatte ich erstaunlich großen Hunger. Nach den vielen Erdnüssen hätte ich auf ein kalorienärmes Mahl getippt. So aber gab es ab um zwölf 1021 g Bananen Kollikutu. Wunderbar!!! Fast komplett mit der Schale gegessen.

Nachmittags war ich dann über einen sonnigen Umweg beim Sport, um mal wieder in die Normalität zu kommen. Es lief ganz gut. Anschließend war ich wie üblich einmal in der Sauna.

Das Abendessen begann viertel sechs und bestand erneut aus Bananen. Sie dufteten sehr anziehend, so dass ich mich darauf eingelassen habe. Eigentlich ist das nicht so mein Hit, zweimal dasselbe Produkt am Tag zu essen. Diesmal war es die Banane Sini mit etwas über 500 g, bevor sie durch Nachlassen des Geschmacks sperrte. Aber bei aller Liebe, trotz Ankämpfen gegen die Unzufriedenheit und Kaugummis waren sowas von unattraktiv, habe ich mich schließlich noch zwei Bananen Netram Palam gewidmet. Ungelogen, so leckerleckerleckere Bananen hatte ich noch nie. Wie zuckersüßer Kuuuuuuuchen! Knappe 700 g waren es. Boah, ein Traum. Nur so richtig satt wurde ich nicht. Wieder vom Hütchen zum Stöckchen. Das Bienenbrot duftete nun himmlisch, vermutlich wäre es die beste Wahl für das Abendessen gewesen, aber da hatte ich es noch nicht im Visier. Nach Bananen geht zwar Honig, aber niemals Bienenbrot. Seufz.

Da sah ich ein neues Glas Honig von einem Imker auf dem Küchentisch, ohne Etikett. Nanu, wie kommt das denn dorthin? Und von wem ist das? Egal, es war ein bernsteinfarbener flüssiger Honig, der einfach nur himmlisch war. Sollte wohl für mich sein, hihi. Nach 220 g kratzte er im Hals und ich war endlich zufrieden. Die Verdauung war anschließend sehr aktiv.

Meine derzeitigen Mengen gefallen jedoch mir nicht. Es ist, als wenn eine große Menge die große Menge des Vortages rauswerfen will. Aber nun komme ich innerlich und äußerlich wieder zur Ruhe und bin optimistisch, dass sich damit auch alles andere wieder einspielt.

Vor allem will ich diese ausgesprochen nervigen Schmerzen in der Brust loswerden. In der Stillzeit war das halt ab und zu so, aber jetzt brauche ich das nicht. Und Nachwuchs habe ich gerade genug, hihi.

Den restlichen Abend habe ich lernend verbracht. Lange nicht hatte ich solchen Spaß daran. Diese Einführung in das Gehirntraining war für mich wie eine Initialzündung. Damit ist man an jedem Ort und zu jeder Zeit gedanklich immer interessant beschäftigt und niemand, der nicht Gedanken lesen kann, sieht es.

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