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Sabine

Urlaub 2. Woche

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Montag, 17.8.2015

Ich schlafe seit einiger Zeit so wunderbar tief und fest, herrlich. Leider wache ich mit etwas Halsschmerzen auf. Auch ein kleiner Herpes entsteht. Doofer Fisch?!

Egal, ich habe Urlaub und und starte im Bett lesend in die neue Woche.

Während mein Mann in Ruhe frühstückt, begebe ich mich auf eine Einkaufstour. Im Reformhaus erstehe ich Sesam und Sonnenblumenkerne von Davert. Später sehe ich, dass der Sesam geröstet ist. Ich war zu hungrig, um richtig zu gucken. Wabenhonig gibt es auch hier nicht. Dabei riecht alles Obst gerade so leer für mich. Also brauche ich auch keinen Honig.

Dann gehe ich zu einem Obststand, weil ich Erbsen entdecke. Da schwärmt eine Einheimische von den Produkten eines regionalen Bauern, der gerade frisches Gemüse geliefert hat. Mich interessieren vordergründig die leuchtend orangefarbenen Möhren. Auch die anderen Produkte sehen sehr lecker aus. Alles erst heute morgen geerntet. Und am besten gefällt mir die Tatsache, dass er drei mal in der Woche seine Produkte anbietet, ganz unscheinbar auf der Erde stehend, während das ganze Zuchtobst den Stand ausfüllt. Die Verkäuferin bietet mir einen Blumenkohl auf Bestellung an. Auch Kohlrabi sind möglich. Tri tra trallala. Ich bin ein Glückskind. Es ist doch fantastisch, was sich für Möglichkeiten auftun, wenn man beschlossen hat, sich vordergründig selbst um sein Futter zu kümmern.

Anschließend war ich bei einem Fleischer mit Angeboten von Gut Darß. Ich habe drei Koteletts vom Lamm, leider fettarm, und Gulasch vom Wasserbüffel gekauft. Dieses Fleisch sah besonders dunkel aus, so dass ich speziell danach gefragt habe. Zudem hatte mir ein Vöglein zugezwitschert, dass nur die Büffel ohne zusätzliches Futter leben. Zumindest soll das vor ein paar Jahren so gewesen sein. Die Vakuumierung nahm ich nun in Kauf. Der Hunger war groß genug.

Als ich zurück kam, hatte ich einen Anruf von meinem Lammfleischanbieter auf der Mailbox. Ich hatte gestern versucht, etwas zu bestellen, aber man konnte mir nichts versprechen, weil eigentlich alles schon bestellt sei. Nun haben sie es doch wieder möglich gemacht. Ach, ist das schön. Vielleicht ist es morgen schon da. Daaaaaaaaanke.

Das Mittagessen begann wieder um dreiviertel elf und bestand aus 342 g angekeimten Kichererbsen. Sehr lecker. Mehr waren nicht da. Anschließend gab es von den frischen Möhren 541 g. Wunderbar knackig. Aber so ganz optimal war die Kombination nicht. Sollte ich lassen. Das Eiweiß der Keimlinge verträgt sich nicht gut mit den Kohlenhydraten der Möhren. Später las ich nämlich von einem Proteingehalt von 20 %. Das ist ja wie Fleisch. Nicht umsonst klassifiziert Burger die Keimsaat als Protein und somit eher für den abendlichen Verzehr.

Nachmittags wurde das Wetter freundlicher, zudem hatte ich eine große Lust auf Bewegung. Schöne Energie, die mir gestern nach dem Fisch abhanden gekommen ist. Wir fuhren an den Strand. Es war sehr stürmisch. Mit den Füßen im Wasser bin ich lange am Strand spazieren gegangen. Bei nur noch 16 Grad Wassertemperatur ist es für Seehunde vielleicht noch angenehm, für mich zum Baden nicht mehr. Aber es hat natürlich einen Reiz, dieses unbändige Meer zu sehen. Der Strand war weit überschwemmt und manchmal findet man etwas Interessantes. Mir hat ein sehr dekorativ aussehendes Stück Treibholz gefallen.

Anschließend fiel mir beim Lesen meine gegenüber den letzten beiden Tagen wieder deutlich bessere Konzentration auf. Ein voller Bauch studiert nicht gern, heißt es, ein leerer aber auch nicht. Andererseits nutze ich gerne jobfreie Zeiten, um Gewohnheiten zu unterbrechen und selten verzehrten Nahrungsmitteln eine Chance zu geben oder statt des Zuckerturbos mal Gemüse zu bevorzugen. Nur sättigt es halt weniger als höherkalorienhaltige Tropenfrüchte. Manchmal ist es daher befriedigender, auch mittags bereits pflanzliche Proteine einzubeziehen.
Die Keimlinge will ich mir für mittags mal wieder merken, vielleicht nicht unbedingt die stärkehaltigen. Da komme ich wie nach stärkehaltigem Gemüse abends in Kollision mit den Proteinen. Stärke verdaue ich recht schwer und dann am ehesten noch von Tropenfrüchten anstatt von Zuchtgemüse. Ist alles eine Wissenschaft für sich, wo jeder eigene Erfahrungen erleben muss.

Nach einerm turbulenten Rückweg im stürmischen Wind waren wir noch zu einem Abstecher in der Buchhandlung. Da könnten wir beide übernachten. Ich habe gleich wieder so viele Anregungen gefunden. Gerne wäre ich von Beruf Leseratte. Besonders interessant fand ich ein weiteres Buch von Ian McEwan: "Abbitte". Das wird wohl mein nächstes werden.
Dieser Autor fordert mich beim Lesen zum regen Nachdenken auf, das ist nicht so ganz leichte Kost und gerade das hält mich wach. Zudem spricht mich sein Schreibstil sehr an. Was er durch Attribute und Adjektive ausdrückt, ohne langatmige Schachtelsätze zu produzieren, das macht den feinen Unterschied. Und er hat sowohl auf diversen naturwissenschaftlichen als auch geisteswissenschaftlichen Gebieten so umfassend recherchiert und demzufolge Wissen, dass seine Lektüre bisher für mich ein einziger Gewinn war.
Aber ich finde auch ein neues Buch von Salinger. Erstmals nach 50 Jahren eine neue Veröffentlichung, wie ich später las. "Der Fänger im Roggen" hatte mich in der Schulzeit begeistert. Und Hemingways "Der alte Mann und das Meer" muss ich unbedingt mal lesen. Und kennt ihr die Bücher von Coelho? Ich liebe sie, weil sie eine wunderbare, an Lebenserfahrung reiche Sicht auf das Leben vermitteln, in Worte bringen, was ich oft bewusst oder unbewusst gespürt habe. Hinreißend. Aktuell gibt es ein neues. Es heißt "Untreue". Vielleicht irgendwann, die Rezensionen dafür sind nicht so umwerfend, aber das Thema, von ihm aufgegriffen, ist doch reizvoll für mich.
Oder das Buch "Das große Los", wo die Autorin beschreibt, wie sie ihren Gewinn aus der Show von Günther Jauch einsetzt: indem sie in 12 Monaten in 12 Städten auf allen Kontinenten lebt, sich rein für ihr Gefühl entscheidet, diese Reise zu tun, anstatt eine Sondertilgung für die Hypothek des Hauses zu leisten und letztlich zu dem Schluss kommt: Sie hätte für diese Reise das Geld gar nicht gebraucht. Das Buch ist zudem optisch passend und ansprechend aufgemacht, mit zahlreichen Bildern, hat mir gefallen. Und in wenigen Tagen erscheint ein zweites Buch in Form einer Fortsetzung von ihr.

Das Abendessen begann gegen 18 Uhr und bestand aus 2 Kokosnusspagoden von Tropenkost mit 598 g und einer reifen Bio-Kokosnuss von Edeka mit 480 g, jeweils Fleisch und Saft. Alle Nüsse hatten sehr viel dickes Fleisch, lecker.

Anschließend waren wir auf dem Hafendeich spazieren und haben uns so richtig schön durchpusten lassen.

Dienstag, 18.8.2015

Ich habe wunderbar geschlafen. Die Sonne scheint. Ein schöner Tag beginnt. Es ist erneut sehr windig. Meer eben.
Besonders schön ist auch, dass ich im Gegensatz zu den letzten beiden Tagen morgens nicht diesen nagenden Hunger verspüre. Das hatte ich auch schon ewig nicht mehr in dieser Ausprägung.

Was mir auffällt: Ich bin innerhalb des letzten Jahres sehr viel ruhiger geworden. Es war für mich sonst eher die Ausnahme, im Urlaub morgens lange im Bett zu bleiben. Ich war immer auf den Beinen. Manchmal schon um sechs oder um sieben auf Inlinern unterwegs oder am Strand, Yoga oder mein Krafttraining durchführen. Oft nach nur fünf oder sechs Stunden Schlaf.
Die Anreise so wie in diesem Jahr ganz relaxt erst um 10 Uhr beginnen? Niemals. Spätestens um 9 Uhr waren wir sonst hier (!), haben das Auto auf einem schattigen Parkplatz abgestellt und schon den ersten Tag voll am Strand genutzt. Die Rücktour genauso. Mein Mann fand das nicht immer toll, hat es aber mir zuliebe mitgemacht.
Jetzt schwinge ich mehr im Rhythmus meiner Umgebung und habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Der Tag ist so lang. Da kann ich mir im Urlaub einen ruhigen Lesebeginn im Bett leisten und meinen Mann in aller Ruhe bis in die Puppen schlafen lassen. Hinzu kommt, dass ich selbst wieder länger schlafe, was mir sehr gut tut. Derzeit sind es 7 - 9 h.
Die Kur Anfang des Jahres hat mir die Augen geöffnet, mich von dem schon fast zwanghaften Aktionismus heruntergeholt und mich gleichzeitig auf eine andere Weise für meine körperlichen und geistigen Befindlichkeiten sensibilisiert. Manches an wiederkehrenden Zipperlein kam mir schon so vertraut und normal vor, bei anderen war ich ratlos. Mein Mann sagt mir immer wieder, wie gut mir meine "Fleischdiät" bekomme, er habe das nicht für möglich gehalten. Und ich denke auch, dass meine gesamte verbesserte Situation einen Spiegel meiner jetzigen generellen Zufriedenheit darstellt und meine Bedürfnisse insgesamt besser Berücksichtigung finden.

Vormittags waren wir am Deich in herrlichem Sonnenschein spazieren. Ich wollte gerne zu Hause essen und möglichst mein Paket annehmen.

Das Mittagessen fand ab um zwölf statt und bestand aus 509 g gelben Mirabellen. Sie waren heute perfekt für mich, zuckersüß und saftig.
Die Feigen gehen mir nicht ganz aus dem Kopf und ich habe große Lust auf Feigen frisch vom Strauch. Aber wann kann ich mich so gut regional ernähren wie jetzt? Wobei regional ja relativ ist. Und sie blockieren mich für abendliches Fleisch bzw. sorgen in der Kombination für eine schlechte Verdauung. Nächste Woche sind sie aber dennoch mal dran. Ab und zu einen Tag ohne Fleisch ist ganz sinnvoll.

Am Nachmittag waren wir am Strand. Es war so stürmisch, dass ich mich bei meinem langen Spaziergang mit dem ganzen Körper gegen den Wind stemmen musste, um vorwärts zu kommen. Es war ein schönes Training ohne Gewichte, sehr wohltuend. Nicht zu leicht und nicht zu anstrengend. Heute empfand ich das Wasser als wieder wesentlich angenehmer und bin auch reingehüpft.

Bei meiner Rückkehr hatte unser Vermieter bereits mein Lammfleisch entgegen genommen. Suuuuuper. Nun habe ich hier zwei Rippenbögen mit Bauchlappen, Leber und Nieren. Phantastisch.

Das Abendessen fand ab viertel sechs statt und bestand aus Lamm. Ein paar Tage Pause waren gut und schön, aber heute war es wieder fällig. Als erstes gab es den Rest einer älteren Schulter und die gestern gekauften Koteletts, mit zusammen 470 g Fleisch. War beides recht lecker. Kurioserweise gab es externe Störungen. Im Hotel nebenan lieferte ein LKW etwas an und ich hatte seine Dieselschwaden auf dem Teller, ein kleines Kind plärrte lautstark nach Eis usw. Und es hat heute irgendwie besonders roh geschmeckt. Komisch, warum dann dieser anziehende Geruch? Tausend mal besser war dann der frische Rippenbogen, wo ich das Fett um 246 g dezimiert habe. Der wiederum hatte eingangs nach gar nichts gerochen, erst nach dem Fleisch. Die Wege des Herrn sind manchmal unergründlich. Danach war ich jedenfalls sooooo wunschlos glücklich. Und meine in den letzten Tagen etwas rauhe Unterlippe wurde nachfolgend butterweich.

Während des Essens kommt mir die Idee, unseren Hochzeitstag im September hier mit einem verlängerten Wochenende zu begehen. Meinem Mann gefällt das gut. Mal sehen, ob unsere kleine Hütte hier dann wieder frei ist.

Anschließend sind wir erneut zum Strand gegangen, haben Luft und Wasser bei einem langen Spaziergang genossen, ich wie immer barfuß. Wusstet ihr, dass die Füße auch als zweite Nieren bezeichnet werden? Darüber entgiftet man gut, deshalb sind Fußbäder in basischem Wasser nie verkehrt.

Mittwoch, 19.8.2015

Jetzt habe ich die zweite Nacht ohne Toilettengänge durchgeschlafen. Mir tut dieses Klima hier so endlos gut. Heute ist es nicht mehr so stürmisch, dazu purer Sonnenschein.

Als erstes rufe ich bei meinem Lammfleischanbieter an, bedanke mich für das gestrige Paket und bestelle mir für zu Hause was. Ich muss dort ja nicht immer Stress durch meine kurzfristige Bestellung auslösen. Eigentlich seien wirklich keine Lammrippen mehr verfügbar gewesen, aber sie hätten es dann noch möglich gemacht. Die Verkäuferin fragte mich, wie ich die Seite im Urlaub zubereite und was ich mit den Nieren mache. Na essen, hihi. Von meiner rohen Ernährung erzähle ich denen aber nichts. Das sorgt nur für Verwirrung.
Sie schien mir aber recht verständig und daher fragte ich wegen der Silagefütterung der Rinder. Sie nannte mir spontan das natürliche, große Auslaufgebiet, wo sie sich derzeit aufhalten und nur vom Gras leben. Erst, wenn das Gras zu nass werde, bekommen sie Silage und seien dann auch auf anderen Weiden. Klang für mich plausibel. Also habe ich ein paar der so geliebten Rippen vom Galloway bestellt. Versuch macht kluch.

Ich hatte heute zu viel Energie für einen harmlosen Strandtag. Mein Mann wollte schon die ganzen Tage mal wieder paddeln, aber das Wetter sprach dagegen, ebenso meine wiederholt leichten Probleme mit der Schulter. Und meine Kraft war auch an manchen Tagen nicht optimal für so einen Ritt.

Vorher habe ich aber noch das bestellte Gemüse abgeholt und ein nettes Gespräch zur Qualität biologischer und regionaler Ware mit dem Standinhaber geführt. Er bevorzuge unzertifiziertes Obst und Gemüse aus regionalem Anbau vor dem EU-Biosiegel. Das sei der letzte Müll.
Aber schön zu wissen, dass das Gemüse vom Bauern sogar nach Bioland-Kriterien angebaut wird. Das lässt er sich allerdings auch üppig bezahlen. Die Urlauber haben es ja...

Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir beim Haus meiner Schwiegereltern an. Ich verzog mich erst einmal an die reichlichen Brombeerhecken. Phantastische Sperre. Menge? Hm, vielleicht 300 - 400 g. Anschließend gab es Maracujas von der Fruchtlawine, ursprünglich waren es 1 kg brutto, inzwischen jedoch an der Schale stark eingetrocknet. Sie waren himmlisch, wie fruchtig-knuspriges Eigelb. Ich spürte regelrecht die tropische Sonne in meinem Bauch.

Somit gut gestärkt ging es auf Kajak-Tour. Wir fühlten uns wie Weltenbummler. Außer zahlreichen Schwänen und ein paar weit entfernten Segelbooten war weit und breit kein Mensch zu sehen. Warum sind wir nicht eher auf diesen schönen Sport gekommen, haben wir uns gefragt. Passt auch zu mir viel besser als das ursprünglich avisierte kleine Motorboot, was meinem Mann schon ewig vorschwebte.
Der Wind war doch stärker als angenommen. Oft drückte er mich regelrecht ins Schilf, obwohl ich alles an Kraft gab, um dagegen anzupaddeln. Aber die Strömung war auf unserer Seite und so kamen wir dennoch gut voran. Es ging parallel zum Ostseefernradweg, den ich früher oft mit den Kindern geradelt bin, vorbei an dem Ort, wo wir vor fast 28 Jahren unsere Hochzeit gefeiert haben, weiter an einem kleinen Hafen. Dann baten meine Arme um eine Pause. Es war nur knietiefes Wasser, so dass ich einfach das Boot eine ganze Weile gezogen habe. War eine gute Abwechslung für die Muskulatur.
Der Rückweg war dann heftig. Der Wind war noch einmal stärker geworden, die Strömung nun gegen uns. Ich war gut drauf, aber irgendwann war Schluss mit lustig und ich habe das Boot nur noch gezogen. Die Arme wollten nicht mehr gegen den Wind paddeln. Der Hinweg war uns so kurz erschienen, zurück nahm er kein Ende. Zum Glück war das Wasser angenehm warm. Aber auch darin kühlt man aus, zumal ich oft bis zu den Hüften von den Wellen nass wurde und der Wind sein übriges tat. Mein Mann hat mich dann ein Stück gezogen, dass ich mich etwas aufwärmen und ausruhen konnte. Das letzte Stück habe ich dann alles ausprobiert, was wir heute an Erfahrungen gesammelt haben: dem Wind die Stirn bieten, also in die Wellen hinein paddeln und das Paddel möglichst breit fassen, um die Kraft besser umzusetzen. Und es hat funktioniert.
Trotz aller Strapazen war ich stolz auf mich. Es war erst die zweite Tour auf dem Bodden, kein Vergleich zum simplen See und um vieles anstrengender als die Tour vor einer Woche. Und was meine nächste Anschaffung sein wird, weiß ich seit heute auch: ein Neoprenanzug. Nochmal will ich nicht so auskühlen. Das macht keinen Spaß.

Gegen halb sechs gab es im Garten der Schwiegereltern ein paar Samenstände vom Spitzwegerich, ungewöhnlich groß und von der Sonne am Stiel getrocknet. Ich habe das berauschende Gefühl, lange nicht so einen tiefen Genuss verspürt zu haben.

Das Abendessen fand nach unserer Rückkehr ab viertel acht statt und es gab keinen Zweifel an der Auswahl: Der gestrige Rippenbogen vom Lamm wollte weiter gegessen werden. Heute war das saftige Bauch- und Rippenfleisch viel besser als das ohnehin nur noch spärlich vorhandene reine Fett. Wunderbar waren auch die Rippenenden und das zahlreiche Knochengebälk, einfach genial. Halb neun war ich mit exakt 900 g fertig. Der erste Bogen ist schon fast alle, upps.
Unlängst sagte mir ein Rohi, es sei bedenklich, wenn die Mengen z. B. beim Lamm steigen. Ich weiß nicht so recht, es hängt doch bestimmt auch mit dem Gehalt der Mittagsmahlzeit und dem Aktivitätslevel zusammen. Viel bedeutsamer finde ich, keine Gewohnheiten entstehen zu lassen, wirklich im Befragungszustand zu bleiben, fleischfreie Tage einzulegen und eine abwechslungsreiche Palette an Tier zu haben. An letzterem mangelt es derzeit etwas, aber nicht mehr lange.

Nach dem Essen hatte ich neue Kraft und Lust auf einen abendlichen Strandspaziergang. Nur im Wasser wollte ich heute nicht mehr laufen, hihi.

Nun kann ich es drehen, wie ich will, eines stört mich schon: Mir war einige Stunden nach den beiden letzten Abendessen ungewöhnlich warm, zu warm. Also war es zuviel. Oder ob es auch daran liegen kann, dass ich an beiden Tagen nur jeweils einen viertel Liter Wasser getrunken habe?
Vielleicht aber sollte ich nach solchen anstrengenden Touren den Kalorienbedarf primär über leichter verstoffwechselbare Kohlenhydrate decken und damit deren Speicher auffüllen als über den umständlichen Weg des Proteinabbaus. Doof nur, wenn der Instinkt das anders sieht. Dem gebe ich nämlich den Vorzug. Mir fällt aber auf, dass ich dann stets besonders viel Fleisch esse, was am Ende zuviel war.

Donnerstag, 20.8.2015

Juchuuuuuu, ich wache ohne Muskelkater auf. Meistens kommt er aber erst am übernächsten Tag. Abwarten und heute schön dehnen.

Wir haben jetzt durchgehend sonnige, warme Tage in Aussicht. Für Mitte August war das nicht unbedingt zu erwarten. Andererseits haben wir auch schon kalte und nasse Juli-Urlaube gehabt.

Als erstes suche und finde ich im Internet einen schönen und preislich akzeptablen Neoprenanzug. Damit kann ich zukünftig auch meine Schwimmrunden im See drehen, wenn es mir sonst dafür zu kalt ist. Insofern lohnt sich so eine Anschaffung.

Unsere Vermieterin ist von ihrer Reise zurück und erzählt uns begeistert davon. Sie wirkt ungewöhnlich fröhlich und zufrieden. Vielleicht habe ich einen kleinen Anteil daran. In den Vorjahren hatte sie sich bei mir bitter über ihren Mann beklagt, der nie mit ihr verreise, überhaupt kaum was sage und ihn mehr oder weniger als nutzlosen Stoffel dargestellt. Im letzten Sommer habe ich ihr von unserer geplanten Reise nach Thailand erzählt. Sie sagte mir ein paar Tage später, dass sie sich so sehr auch eine Reise wünsche. Ich habe sie dazu ermuntert, wenn nicht mit dem Mann, dann eben mit jemandem anderen zu fahren. Einfach gut zu sich selbst sein. Das hat ihr augenscheinlich gefallen. Bei unserer Abreise sagte sie, dass sie sich dazu entschlossen habe. Ich habe völlig Recht. Sie werde sich etwas gönnen. Nun ist sie mit einer Freundin gefahren. So strahlend habe ich sie noch nie gesehen.
Auch ihrem Mann ist die Woche ohne sie gut bekommen. Er hat mit uns an einem Tag mehr geredet als in all den Jahren zusammen. Und er war ausgesprochen nett, gar nicht so brummelig wie sonst.

Heute war wieder Bio-Markt. Ein Witz. Der Bioladen vom Festland kommt zwar nun mit einem Verkaufsauto, aber außer ganz viel Käse und ein paar Gläsern mit Aufstrich gab es nichts. Aber die Leute standen Schlange!
Beim Wagen von Gut Darß gab es wie üblich das teure Rind, etwas Reh- und Lammkeule sowie ein Päckchen mit Nacken vom Wildschwein. Kein Büffel. Erst einmal habe ich ja noch genug.
Dann stand wieder ein dicker Mann mit seinen Büchern über Kräuter da. Letztes Jahr habe ich ein bisschen mit ihm gefachsimpelt und am Ende fragte er mich, ob ich Ärztin sei. Hihi.
Bin schnell wieder zurück gewesen. Es war schon so knackig warm, dass ich möglichst bald an den Strand wollte. Mein Mann hingegen wollte erst einmal ausgiebig frühstücken. Steht ihm im Urlaub zu. Daher bin ich schon losgefahren.

Gegen 12 Uhr saß ich mit meinem Mittagessen direkt am Meer. Es gab 500 g langen roten Paprika (brutto) aus regionalem Anbau und ca. 500 g uralte Pomelo. Sie hatte schon zu gammeln begonnen und ich habe sie zu Hause filetiert und die verdorbenen Segmente entfernt. Hat beides zu 80 % gut gerochen und zu 90 % gut geschmeckt. Nicht himmlisch also, aber immerhin sehr gut.
Das war einfach zu wenig für heute. Ich hatte Hunger, aber auch keine Lust, nochmal nach Hause zu radeln, fast eine halbe Stunde über den warmen Deich.

Bin nach der Ankunft meines Mannes als Nackedei spazieren gegangen. Dabei kam mir eine riesige Dogge entgegen. Herrchen irgendwo. Die Dogge schnupperte interessiert an mir, vielleicht roch sie das Lamm? Jedenfalls war mir ganz schön mulmig dabei. Ich bin weiter gegangen, habe aber ängstlich das Tier im Blick behalten. Der Besitzer kam und sagte, ich solle einfach stehen bleiben. Sehr witzig. Den möchte ich sehen, der stehen bleibt, wenn so ein Riesentier einem am nackten Popo schnuppert, hahaha. Auf dem Rückweg hat er das Tier von mir ferngehalten. Dankeschön.

Für mich war es höchste Zeit für die nächste Mahlzeit. Es gab als Premiere Wasserbüffel. Es war ähnlich würzig wie die Moorschnucke, aber schwerer zu kauen. Das fand ich gut, so entsteht eine bessere Zufriedenheit. Von verfügbaren 436 g habe ich etwa 400 g gegessen. Dann war es genug. Etwa gegen 15 Uhr war die Mahlzeit beendet.

Nach fünf Stunden Sonne satt hat es mir für heute gereicht. Ich hatte zudem schon wieder Hunger. Nur von Lichtenergie kann ich jedenfalls nicht leben. Was kann man aber nach Fleisch noch essen? Zumal ich den ganzen Tag nur wenige Schlucke Wasser getrunken hatte.

Ab viertel sechs gab es einen normal großen Kohlrabi mit ein paar Blättern und fast komplett mit Schale. Anschließend folgten drei Mairübchen, ca. 200 g. Als Vorspeise alles ganz nett. Aber die richtige Zufriedenheit fand ich dann in den Haselnüssen aus unserem Garten. Die Menge betrug 287 g, was die Hälfte vom Brutto war. Nun sind sie alle. Normalerweise esse ich erst das Protein und dann das Gemüse.
Ich war immer noch hungrig und habe schließlich noch 250 g Sonnenblumenkerne gelöffelt. So, dann war alles gut. Halb neun war ich endlich satt und zufrieden.
Mein Mann hat heute auch den ganzen Tag gefuttert, sehr viele Kohlenhydrate, das hing eindeutig mit der gestrigen Aktivität zusammen. Und auch er hat heute kaum getrunken.

Anschließend waren wir wieder am Strand spazieren. Dort herrscht abends reges Treiben, die Tanzschule macht Musik, um eine große Feuerschale laden Liegestühle und Matten zum Faulenzen ein, Kinder bauen Sandburgen oder toben herum. Ist jeden Abend wieder schön. Heute sahen wir zudem am wolkenlosen Himmel die Sonne im Meer versinken. Und ich war wieder mit den Füßen im Wasser unterwegs.

Im Bett habe ich mich über Wasserbüffel belesen. Gut Darß hat 120 Tiere, erfuhr ich. Sie werden zur Landschaftspflege eingesetzt und fressen alles, was Kühe stehen lassen, Schilf zum Beispiel. Dabei haben sie hier gute Arbeit geleistet und Brutgebiete sauber gehalten. Klingt doch gut.

Freitag, 21.8.2015

Wunderbar, auch heute keinen Muskelkater oder Schulterschmerzen. Da geht also noch was. Schön.

Habe fast 9 h geschlafen. Allerdings war ich zwei mal auf der Toilette und das trotz der minimalen gestrigen Flüssigkeitszufuhr. Da scheinen die Nieren einiges zu filtern.

Die Sonne lacht. Nichts wie raus.

Zuvor erhalte ich aber noch eine Email von meinem Lammfleischanbieter, dass sie nächste Woche aufgrund der Wärme nichts verschicken. Ist zwar komisch, weil es diese Woche wärmer war, aber ich habe gelernt, dass die Dinge immer gut für mich laufen. Ohnehin habe ich Lust auf Wasserbüffel, hihi. Bei meiner Recherche werde ich an Sonja Mohr und ihre Wasserbüffel ganz in der Nähe von uns erinnert. Preislich ganz schön heftig, Innereien nur gefroren, na da muss ich mal Kontakt aufnehmen. Das wäre eine gute lokale Quelle. Und gleich Anfang September ist der nächste Schlachttermin. Bingo.

Mein Jagdinstinkt ist aber nun erwacht. Und ich habe volle Kraft! Radtour zum Gut Darß? Allein die Hitze sprach dagegen. Also bin ich zur Außenstelle in Zingst gegangen. Das war eine super Entscheidung, denn hier gab es nicht nur Schmorfleisch wie im Haupthaus, sondern auch Steaks und Rouladen. Sie sind noch bis 30.8. haltbar, also angenehm frisch. Habe gleich alle 8 Rouladen (= 1 kg) und 500 g Steaks genommen und mich riesig gefreut. Im Haupthaus hatten sie mir nämlich heute gesagt, dass das Büffelfeisch noch reife und auch bis Anfang der Woche nicht zum Verkauf stehe. Nun bin ich bis zur Abreise bestens versorgt. Die Preise von etwas unter 30 € /kg sind hier die absolute Untergrenze. Wahnsinn, nichts für die Dauer. Ein Stück Entrecote sah sehr lecker aus, aber bei 50 €/kg hört bei mir der Spaß auf.

Anschließend sind wir zu unserer Vermieterin gegangen, haben den Kurzurlaub für September und den nächsten Sommerurlaub klargemacht. Die verfügbaren Termine passten gut mit unseren Vorstellungen zusammen.

Dann ging es an den Strand. Auch heute volle Sonne.

Das Mittagessen gab es gegen halb eins und bestand aus drei Mairübchen, 500 g (brutto) langem roten Paprika und vier klitzekleinen gelben Äpfeln aus dem Garten unserer Vermieter. Es waren die ersten Äpfel in diesem Jahr und ausgesprochen gut.

Nachmittags war ich etwa 3h lang am Strand spazieren. Das mag für manchen langweilig erscheinen, für mich ist es das Himmelreich auf Erden, mich nach Herzenslust unter freiem Himmel bewegen zu können. Keiner quatscht mich zu, ich kann mich ganz auf mich und meine Sinneseindrücke konzentrieren, im Algenmatsch waten und dabei nachdenken oder mich an der Liebe, die mir begegnet, erfreuen. Eltern in inniger Harmonie mit ihren Kindern. Das sind die Momente, von denen die Familie zehrt, wenn der Alltag und die Pflichten einen im Griff haben.

Das Abendessen fand ab um sechs statt und bestand aus genial schmeckenden 290 g Lammnieren (Sperre nach 4,5 Stück) und dem Rest des ersten Rippenbogens, 263 g. Na also, es geht auch mit kleineren Mengen.

Heute habe ich etwa 1l Fachinger getrunken.

Auch heute Abend waren wir am Strand und haben im Strandkorb sitzend die Sonne blutrot im Meer versinken sehen und uns vorgestellt, dass sie nun unseren Sohn in Melbourne wachkitzeln wird.

Samstag, 22.8.2015

Wir sind Glückspilze, so ein schönes, stabiles Hochsommerwetter. Es scheint sich zu bestätigen, dass der August der stabilste Sommermonat ist. Die Strände sind jeden Tag ein bisschen voller. Auch in unserem Eldorado. Aber immer noch alles luftig genug. Und wenn ich spazieren gehe, komme ich weiterhin an Abschnitten vorbei, wo über Hundert(e) Meter kein Mensch und keine Maus ist.

Unsere Vermieterin hat uns gestern erzählt, dass Zingst über zu viele Betten verfüge und längst nicht mehr ausgebucht ist. Na klar, das Preissegment liegt sehr hoch, gerade in der Hauptsaison. Da kann man pro Ubernachtung ganz locker im dreistelligen Bereich landen, ohne Verpflegung. Die privaten Vermieter wollen alle was vom großen Kuchen der Urlauber abhaben und lassen sich ihre teilweise sehr luxuriösen Unterkünfte teuer bezahlen. Wer kann sich das aber leisten? Plus Kurtaxe. Plus gut essen gehen. Und ohne Sonnengarantie. Da gibt es auch andere schöne Ziele.
Die preislich erschwinglichen Unterkünfte haben alle Stammgäste und sie buchen gleich für das nächste Jahr. So wie wir auch.

Wir sind in unserer kleinen Hütte zufrieden. Sie ist absolut spartanisch, aber im Sommer ausreichend. Wir sind ohnehin fast nur zum Schlafen hier. Das große Plus besteht in ihrer guten Lage und dem weitläufigen Garten, durch den wir uns kaum auf wechselnde andere Urlauber mit ihren Macken einstellen müssen.

Ich bin schon voller Vorfreude auf den nächsten Sommerurlaub hier. Es ist nämlich angedacht, dass wir nach ein paar gemeinsamen Tagen mit der Tochter unseren ersten Urlaub alleine mit der dann 5-jährigen Maria erleben werden. Nach der Elternzeit muss in der Familie erst einmal ein neuer Rhythmus gefunden werden und ich freue mich auf viele schöne Erlebnisse mit Maria. Sie lacht fast den ganzen Tag, will viel wissen und ist erstaunlich einsichtig, wenn sie Mist gebaut hat. Das wird bestimmt eine schöne Zeit. Ich habe schon viele Ideen. Tagsüber werde ich sie mit Rohkost verwöhnen und abends kann sie mit dem Opa Würstchen essen. Und in der dritten Woche werde ich mich hier von der Familie erholen, mein Mann will dann den Ausbau seines Elternhauses forcieren. Das sind doch super Aussichten.

Während mein Mann frühstückte, bin ich telefonisch zur Jagd aufgebrochen. Mir hat gestern beim Lamm das Fett gefehlt, weil ich es schon vor ein paar Tagen aufgegessen habe. Den neuen Rippenbogen dahingehend anzuknabbern, hielt ich aber auch für keine gute Idee. Wer will dann das magere Fleisch essen, hihi? Also brauche ich richtig fettes Fleisch und Knochenmark. Beim Wildhof habe ich jeweils eine Seite vom Reh und Hirsch, deren Köpfe und Hundeknochen bestellt. Mein Gefühl sagt mir, dass ich Waldtiere bekommen werde. Bei Herrn Maßmann hatte ich auch Glück, er hat gerade einen Bullen zerlegt und ich hatte die freie Auswahl. Habe mich für eine Semerrolle mit dickem Fettrand, eine Niere und Markknochen entschieden. Aber es muss noch abhängen und kommt erst übernächste Woche. Hm, und was mache ich bis dahin? Habe mir daher vom Weideschwein einen Kopf und Röhrenknochen bestellt. Das ist vielleicht nicht hundertprozentig ideal, aber in zwei Wochen müsste auch wieder fettes Lamm verschickt werden können und zur Überbrückung sollte es gehen.
Mein Versuch, einen frischen Taschenkrebs und Jakosmuscheln zu bekommen, ist vorerst leider gescheitert. Aber ich stehe auf der Warteliste.

Auch heute waren wir wieder am Strand. Es ist für uns der schönste Ort. Auf Radtouren und inlinern habe ich in diesem Jahr wenig Lust, die Deiche sind mir einfach zu voll.

Das Mittagessen fand heute zwei mal statt und bestand jeweils aus etwa gleich großen Mengen an gelben Renekloden und Mirabellen, der Einfachheit halber in einer Dose transportiert. Sie unterschieden sich aber auch kaum, waren super lecker und erinnerten mich wieder an frische Bahri-Datteln. Das erste Essen fand gegen zwölf statt und endete mit einer Hustensperre. Die Fortsetzung gab es etwa zwei Stunden später und endete mit der Aufstoßsperre. Die Gesamtmenge lag bei knapp 1,5 kg brutto.

Ansonsten das übliche Programm: im Sonnenschein gelesen und Strandspaziergänge gemacht, die Sandburgen großer und kleiner Künstler bewundert. Heute hat jemand aus großen Steinen in den Sand die Worte "Sooooo schön hier" gelegt. Kann ich nur bestätigen.

Das Abendessen begann um sechs. Gegen den fetten Rippenbogen vom Lamm hatte das magere Büffelfleisch keine Chance. Ich ließ mir eine Stunde Zeit, um 533 g super saftigen Bauchlappen und die begehrten fetten Rippen zu verspeisen. War das wieder eine Wohltat und ein Genuss ohnegleichen.

Was hat es zu bedeuten, dass immer genau eine Wespe mich beim Essen besucht? Susanne, hast du noch dein Buch über die Tiere und ihre Symbolik? Steht da was über Wespen drin? Würde mich mal interessieren, denn als ich die eine unter einem leeren Glas eingesperrt hatte, kam eine zweite, hihi. Und grüne Fliegen noch und nöcher, obwohl das Fleisch nun wirklich noch frisch ist. Erstaunlicherweise saßen sie alle auf dem Knochengebälk und nicht am Fleisch oder Fett. Haben Fliegen auch einen Kalziumbedarf? Solange es keine Eintagsfliegen sind, anscheinend schon.

Am Abend waren wir am Hafen, wo ein Wettbewerb im Kutterrudern stattfand. Nichts spektakuläres, aber es gehört hier einfach dazu. Die anschließende Party war zu ertragen, im Gegensatz zum bis weit nach Mitternacht lautstarken Hafenfest, was wir hier Ende Juli schon mehrfach erdulden mussten. Auch insofern passt der jetzige Urlaubstermin bedeutend besser.

Aufgefallen ist uns, dass sich bereits die ersten Zugvögel sammeln. Wir haben bei unserem Spaziergang am Bodden viele Kraniche gesehen. Mein Mann vermutet, dass sie aus Skandinavien eingetroffen sind und sich hier noch eine Weile ausruhen. Später im Herbst sieht man sie dann sich auf den Feldern mästen und sind eine Attraktion für Touristen.

Sonntag, 23.8.2015

Nachts war ich eine Stunde lang putzmunter. Dann bin ich aber wieder tief eingeschlafen, so dass ich am Ende auf mindestens 7 h gekommen bin und ausgeruht aufwache. Ich vermute, dass es eine letzte Folge der Sonnenblumenkerne von Davert ist. Anfangs habe ich keine Probleme bemerkt, erst nach etwa 20 h, als sie also im Dünndarm angekommen in ihre Einzelteile zerlegt wurden. Seitdem bin ich verschleimt und habe wiederholt trockenen Reizhusten bemerkt, bei mir ein typisches Symptom für eine Nussüberlastung. Auch nächtliche Wachheit gehört dazu.

Heute nullt mein Mann und als erstes bereite ich heimlich, still und leise den Geburtstagstisch vor. Bin gespannt, was er zu den Überraschungen sagen wird. Ich hatte jedenfalls schon beim Aussuchen meinen Spaß.

Das Frühstück bestand für mich aus wenigen Plättchen Kassia. Die sperrte sehr schnell.

Das Mittagessen fand auch heute gegen zwölf am Strand statt und war recht üppig. Als erstes gab es 766 g fast drei Wochen alte rote Mirabellen, die Kompostreife hatten, also nicht nur matschig-braun waren, sondern teilweise mit einer dicken Schicht weißer Pilze überzogen waren. Ich wollte sie morgens entsorgen, da sah ich, dass sich unter der Schale cremig-weiches Fruchtfleisch verbarg, welches sehr lecker duftete. Na gut, der Versuch war es mir wert, wegwerfen konnte ich sie ja immer noch. Und ich kann euch sagen, das waren traumhafte Früchte. Zum Glück hat mein Mann nicht gesehen, was ich da verspeist habe, denn sonst würde er mich vermutlich die nächsten drei Tage nicht küssen, hahaha.
Anschließend gab es noch intakte gelbe Mirabellen und eine uralte Mango Madan, in ähnlichem Reifegrad wie die roten Mirabellen. Die braune Schale war knusprig und das Fruchtfleisch lecker fermentiert. Was für ein erfüllender Kuchen. Zusammen waren es 920 g.
Zum Abschluss gab es vier kleine gelbe Äpfel aus dem Garten unserer Vermieter, einfach köstlich.

Die großen und kleinen Möwen sind sehr zutraulich und kommen bis auf einen Meter heran, wenn man isst. Von meinen Gaben waren sie jedoch wenig begeistert.

Auch heute fand das übliche Strandprogramm mit lesen und spazieren gehen statt. Kurz mal ins Wasser tauchen. Nach den vermehrten Kohlenhydraten war mir deutlich weniger kalt.

Das Abendessen fand ab halb sieben statt und bestand aus göttlichem Fleisch vom Wasserbüffel. Ein Traum. So himmlisch. Zu Beginn der vierten Roulade kam ein Geschmacksumschlag. Bis dahin habe ich mir 454 g schmecken lassen. Es war sehr gut abgehangen und schön mürbe. Habe auch heute mit den Fingern essen dürfen. Mein Mann meinte auf meine Frage, ob es ihn störe, er würde sich eher Sorgen machen, wenn ich plötzlich wieder mit Messer und Gabel essen würde. Hihi.
Lammfleisch wäre heute überhaupt nicht gegangen, das roch heute unangenehm tranig für mich. Also sollte ich wirklich immer mindestens eine fette und eine magere Fleischsorte vorrätig haben.

Meinem Mann habe ich zur Feier des Tages das Paket mit den Steaks vom Wasserbüffel und den Blumenkohl vom Bauern spendiert. Fand er auch sehr gut im Geschmack. Und wir hatten ein tolles gemeinsames Abendessen, wie es schöner nicht hätte sein können. Schon gar nicht in einer Gaststätte. Jedenfalls für mich nicht, hihi. Tot kochen musste er sein schönes Essen aber auch am Geburtstag alleine.

Auch heute hatten wir ungebetene Gäste am Tisch. Erneut kam eine freche Wespe und mein Mann war erstaunt, dass sie mein rohes Fleisch eindeutig vor seinem gebratenen bevorzugte. Der Schwiegersohn hat erlebt, dass auf Schlachtabfällen sich oft und gerne die Wespen tummeln. Die scheinen also auch rohe Fleischliebhaber zu sein. Anders als gestern waren nur zwei grüne Fliegen dabei. Sehr angenehm.

Anschließend habe ich mich riesig über zwei E-Mails gefreut. Sonja Moor hat mir die Bestellung von frischen Innereien, Röhrenknochen und Hundefleisch vom Wasserbüffel bestätigt. Das ist auch insofern toll, weil bei Gut Darß Innereien vom Büffel "aus hygienischen Gründen" gleich im Schlachthof entsorgt werden. Rrrrrr. Einen Haken haben ihre Tiere dennoch: Sie bekommen täglich eine zusätzliche Portion mit Mineralien. Mal sehen, ob ich davon was bemerke. Warum ist das nur so schwer, einfach natürliches Fleisch zu bekommen? Irgendwas wird immer vermurkst.
Vielleicht kennt ihr Dieter Moor, ihren Mann, aus dem Fernsehen. Auf jeden Fall hat er zwei Bücher über ihren Umzug aus der Schweiz mit zahlreichen Tieren zu uns nach Brandenburg beschrieben. Zum Brüllen! Gerade das erste: "Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht". Eine super Charakterstudie ihrer dörflichen Nachbarn und überaus amüsant geschrieben. Auch über die Ankunft der neuen Tiere und deren Haltung wird darin berichtet.
Und unsere Vermieter in Thailand haben uns zur Vorfreude auf unseren dortigen Urlaub zum Jahresende Fotos von sehr ansprechenden baulichen Veränderungen auf unserer Terrasse geschickt. Leider mussten sie einen großen Baum neben der Terrasse fällen lassen, aber es wächst und grünt bereits wieder Neues und sieht insgesamt wunderschön aus.

Den besonderen Tag ließen wir auch heute bei einem Strandspaziergang mit Blick auf die untergehende Sonne ausklingen. Es ist einfach paradiesisch, das Meer in allen Nuancen.

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Kommentare

  1. Avatar von Mela
    Das Mittagessen begann wieder um dreiviertel elf und bestand aus 342 g angekeimten Kichererbsen. Sehr lecker. Mehr waren nicht da. Anschließend gab es von den frischen Möhren 541 g. Wunderbar knackig. Aber so ganz optimal war die Kombination nicht. Sollte ich lassen. Das Eiweiß der Keimlinge verträgt sich nicht gut mit den Kohlenhydraten der Möhren. Später las ich nämlich von einem Proteingehalt von 20 %. Das ist ja wie Fleisch. Nicht umsonst klassifiziert Burger die Keimsaat als Protein und somit eher für den abendlichen Verzehr.
    Möchte hierzu gern meinen "Senf" dazu geben...
    Möchte anmerken, dass durch die fortschreitende Keimung sich der Eiweiß- und Stärkegehalt immer mehr reduzieren.

    Und kennt ihr die Bücher von Coelho?
    Vor viiiiiiielen Jahren lasen wir im Deutschunterricht "Veronika beschließt zu sterben".
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    Danke Sabine bedankte(n) sich für diesen Beitrag


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