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Sabine

Sonntag

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Sonntag, 2.8.2015

Die heutige Nacht habe ich wieder draußen auf dem Luftbett geschlafen. Die Mähdrescher sind zum Glück bald abgezogen, aber zwei Nachbarn mussten noch lautstark ein Fußballspiel kommentieren, so dass ich noch mehrfach geweckt wurde. Ich tröstete mich mit dem Gedanken auf eine längere morgendliche Ruhe. Fehlanzeige. Als ich von klappernden Frühstücksgeräuschen geweckt wurde, zeigte die Uhr gerade mal halb sieben an.

Zwar musste ich durch die vielen Pflaumen nachts mehrfach zur Toilette, aber ich hatte einen schönen Traum: Mir war darin gesagt worden, dass ich wieder schön Speck auf den Rippen habe. Und tatsächlich, die beiden fettreichen Mahlzeiten mit Lamm hatten eindeutig ihre Spuren hinterlassen. Sehr gut.

Parallel sangen große und kleine Vögel ihr Morgenlied, hörte ich die Schafherde blöken, sowas Schönes.

Schön war auch der weitere Vormittag. Erneut aalte ich mich lesend in der zunehmend warmen Sonne. Faule Glückseligkeit. Ich lutschte ein paar Plättchen Kassia.

Die gestrigen Mahlzeiten sind mir in der Kombination wesentlich besser bekommen, was mir ein Blick in den Spiegel bestätigte. Das passte gut, da ich heute Männerbesuch erwartete. Wurde auch Zeit, dass mein Mann mal wieder hier auftauchte.Gestern bin ich nämlich schon nach meinem Familienstand gefragt worden. Ich komme ja fast nur noch alleine hierher, da lag die Vermutung einer Trennung in der Luft. Dorfklatsch in Reinform.

Das Mittagessen fand irgendwann zwischen zwölf und eins auf dem Wasser statt und bestand aus knapp 1,5 kg Bananen Galan. Gleiches Spiel wie am Freitag: alte Schale, viele Maden, also ausgelöffelt. So lecker und sättigend. Tiefgelbes, cremig-weiches Fruchtfleisch. Perfektion in Vollendung.

Hier habe ich die Bananen übrigens in Ermangelung einer Hängeampel an den beiden Seiten eines Küchenstuhles zu hängen gehabt.

Anschließend umfing mich sattsame Genügsamkeit. Schwimmen und paddeln in Minimalform, statt dessen einfach sich treiben lassen und ein bisschen schnattern, gar nichts tun. Nur die Sonne genießen. Erholung für Körper, Geist und Seele.

Kam mir wieder mal vor wie im Amazonas, nur ohne Krokodile. Dieser simple Brandenburger See gibt mir eigentlich alles, was ich brauche. Und so erfreulich leer, kaum eine Menschenseele zu sehen und vor allem zu hören, alle verreist. Andere Leute wiederum fahren weit, um genau so ihren Urlaub zu verbringen.

Für mich ist das hier die pure Erholung. Ich weiß ja nicht, ob und was ich beim Rohkosttreffen in Frankreich gerade verpasse, aber in einem anderen Tagebuch fiel in diesem Zusammenhang mal der Begriff "Arbeitsurlaub". Dieses Empfinden habe ich intuitiv auch und es hält mich momentan von einem ernsthaftem Interesse daran ab. Ich glaube, für mich wäre es dort insgesamt zu quirlig. Eben, weil ich so sehr die Ruhe mag und brauche. Als Kontrast zum Berufsleben. Und dort müsste ich mich auf -zig neue Gegebenheiten einstellen, kontaktfreudig sein, was ich gerade zu Beginn eines Urlaubs gar nicht immer sein will, mich zwar weniger um meine Versorgung kümmern als sonst und hätte frischen Fisch in der Option, aber wohin mit all den Schätzen im Zelt? Und ein Bungalow mit Mehrbettzimmer scheidet für mich definitiv aus.
Hier um mich herum habe ich die reinste Idylle, in weniger als einer Stunde erreichbar. In drei Stunden bin ich an der Ostsee, was will ich mehr?
Ganze Urlaubstage im Hochsommer im Auto oder Zug sitzend zu verbringen, mag ich nicht mehr. Bedarf gedeckt.
Was ich bei früheren Treffen sehr wohltuend erlebt habe, war die positive Energie, die in so einer Gruppe entsteht. Die hat mich noch tagelang getragen.
Aber letztlich ist es eine Abwägungssache aller Vor- und Nachteile, die jede/r für sich entscheiden muss.

Das Abendessen fand ab viertel sieben statt und bestand aus Erdnüssen. Den ganzen Nachmittag habe ich mich darauf gefreut. Mein Mann hat nämlich eine Dose auf dem See vertilgt und der Duft sprach mich sehr an.

Als Erstes gab es die frische Variante, 332 g. Kennt ihr das auch, dass ihr euch manchmal fragt, warum ihr etwas so lange nicht gegessen habt? Aber irgendwie sind sie wie Erbsen, wenig fettig und sättigend. Zum Ende hin tropfte kurz mal die Nase, gab es ein winziges Gefühl der Bauchsperre, aber bei einem guten Produkt hätten jetzt Zufriedenheit und Geschmackssperre eintreten müssen. Nichts davon. Hmpf. Gemüse wäre evtl. ein Versuch gewesen, aber da habe ich abends nicht besonders gute Erfahrungen gemacht, das bläht nur.

Aber da waren ja noch getrocknete Erdnüsse, dieses Mal eine kleine, süße Sorte. Wenn ich nicht auf lange Zeit diesen überlastungsträchtigen Trockennüssen abschwören würde, sollte ich es wohl wie beim Obst machen: die Menge der ersten Sorte ermitteln. Die hatte ich nämlich bedeutend geringer geschätzt. Ich liebe gerne lange Mahlzeiten und habe nicht schlecht gestaunt, als ich erst kurz nach halb neun damit fertig war. Die Menge von noch einmal 396 g spricht eindeutig gegen diese Nüsse. Aber zumindest lösten sie eine umfassende Darmentleerung aus und in diesem Zusammenhang auch endlich eine Geschmackssperre.

Anschließend habe ich einen Impuls der ganzen letzten Tage umgesetzt und meine Orkos-Bestellung storniert. Jetzt gibt es mal alles mit "Fl...", also Fleisch und Flomenfett, Fliegeneier, vorhandenes Flugobst und (P)flaumen. Hihi.

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