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Sabine

Im Aufwärtstrend

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Ich erwachte regelrecht euphorisch, ein Zustand, der den ganzen Vormittag anhielt. So begann die neue Woche überaus beschwingt und gut gelaunt, obwohl ich nach dem gestrigen bewegungsarmen Tag nur 5h Schlaf gebraucht habe.

Jedoch kollidierte mein Bedarf nach Bewegung eindeutig mit der Notwendigkeit, Geld zu verdienen. Aber da musste ich durch...

Mittags gab es dann 1,5 kg Ananas Mauritius brutto. Hat nicht ganz so himmlisch geschmeckt wie sie geduftet hat, aber ich vermute, dass der Bedarf nur mittelgroß war und in Ermangelung einer besseren Alternative diese Frucht ausgewählt wurde. Morgens haben nämlich die Durianschalen im Kräuterbeet seeeehr lieblich geduftet. Anschließend gab es noch 3 große Blüten vom Löwenzahn und ein paar Blätter vom Giersch.

Nachmittags war ich beim Sport. Hier hatte ich drei Gründe zur Freude:
1. Ich konnte wieder an drei Geräten die Gewichte erhöhen. Es geschieht fast spielerisch.
2. Erstmals lag ich mit einem Gewicht im zweistelligen Bereich. Hurra!
3. Erstmals musste ich die Gewichte von meinem Vorgänger an manchen Geräten höher stellen. Bis dahin war es immer anders herum gewesen.

Anschließend habe ich eine Badewanne für das Baby und eine Wanne für zukünftige Fleischbesorgungen vom Wildhof gekauft und bin mit Sporttasche, Rucksack und den beiden Wannen nach Hause geradelt. Für ein gelerntes Ost-Kind stellt sowas keine Hürde dar.

Was mir noch wichtig ist: Ich habe gestern den Blog - und Tagebuchschreibern gedankt. Aber keineswegs möchte ich alle anderen Schreiber/innen vergessen. Es gab hier und anderswo schon so einige gute Ideen und Anregungen, auch und gerade per Telefon und/oder Email. Lieben Dank euch allen.

Auch wenn noch nicht alles hundertprozentig im Lot ist, so fühle ich mich nun auf dem besten Weg seit drei Jahren. Damals kam alles zusammen: eine lebensbedrohliche Erkrankung meiner Mutter, die ich ohnehin schon mehrere Jahre zunehmend intensiver betreuen musste, und die nachfolgende Erkenntnis, dass sie nie wieder wird alleine leben können, mit allem, was damit zusammenhing.

Anstatt einer Verschnaufpause kam meine eigene Op, und nach dem zum Glück guten Ausgang bin ich nicht, wie alle erwarteten, super glücklich gewesen, sondern drepressiv geworden. Natürlich war ich erleichtert, aber ich empfand das histologische Ergebnis wie einen Freispruch zweiter Klasse. Warum entstehen solche Zysten unter Rohkost? Warum waren die mit Schleim gefüllt? Was ist beim nächsten mal? Und vor allem: Was machst du falsch????!!

Ich spürte, dass ich aus dieser Endlosschleife nicht alleine raus kam und nahm erstmals therapeutische Hilfe in Anspruch. Bei meinem Aufnahmetest für die Ausbildung zur Familientherapeutin hatte mir mein zukünftiger Lehrtherapeut fehlende eigene therapeutische Erfahrung angekreidet. Nun wollte ich mal wissen, wie es sich als Klient anfühlt. Hatte auch Glück und habe recht schnell auf Empfehlung eine tiefenpsychologisch arbeitende Ärztin gefunden. Um es kurz zu machen: Lange habe ich es nicht bei ihr ausgehalten, auch wenn sie nett war. Dieser künstliche Konstrukt - erkaufte Freundschaft - war nichts für mich. Sie war auch eindeutig zu launisch für eine Therapeutin. Und ständig mit eigenen Katastrophen beschäftigt. Ich hatte vor allem das Gefühl, in eine Art Abhängigkeit gedrängt zu werden. Und ich fand es auch ungünstig, nach exakt 50 Minuten auf die Straße befördert zu werden, völlig unabhängig vom Befinden. Ich selber arbeite entschieden anders.

Dann las ich einen Zeitungsartikel von dem Autor des Buches: "Irre. Wir behandeln die Falschen". Das Buch fand ich schon gut und für einen Psychiater mutig geschrieben, aber in dem Zeitungsartikel fand ich genau die Bestätigung für mein Empfinden: Geht raus in den Wald und findet zu euch selbst. Oder fragt alte, weise Frauen um Rat. Aber Therapeuten sind Menschen, die jahrelang in geschlossenen Räumen verbracht haben, um sich ausbilden zu lassen, anstatt zu leben. Daher sei es für ihn auch fraglich, welche menschlichen Qualitäten vorhanden sind, aufgrund derer sie therapieren. Nicht zuletzt die ganzen Zuschreibungen und Stigmatisierungen durch (oftmals falsche) Diagnosen.
Somit habe ich mich kurzerhand nach wenigen Monaten wieder abgemeldet. Habe ich auch nie bereut. Viel wichtiger war und ist es für mich, Menschen im Alltag zu haben, die mal ein offenes Ohr haben und dabei nicht auf die Uhr gucken.

Aber unabhängig von allem, auch dem baldigen Tod meiner Mutter, nahm ich immer mehr ab, zwar auch kurzzeitig zu, aber nie dauerhaft. Ich wog nie mehr als 46 kg. Ich hätte wahrscheinlich längerfristig beruflich aussteigen müssen, um mich zu erholen, zu sammeln und zu sortieren. Aber ich hatte nach jahrelangem Ringen mit unserer Leitung endlich die Möglichkeit zum Aufbau eines neuen Fachbereiches bekommen. Das wollte ich natürlich nutzen. Und gleichzeitig bekam ich das überaus interessante Angebot für meinen therapeutischen Nebenjob. Ich war froh über die neuen Herausforderungen und Ablenkungen vom Trauerprozess. Aber meinem Körper war es oft zu viel.

Jetzt ist mein beruflicher und privater Alltag überschaubar, ich habe überwiegend genug Zeit zur Regeneration, Nahrungsaufnahme und Beschaffung, aber auch für ausreichend sportliche Aktivitäten, so dass ich mich nun wieder wesentlich wohler fühle. Gerade habe ich das Gefühl, dass ich fortlaufend zunehme. Bald werde ich breitbeinig laufen müssen, dass sich die Muskelberge meiner Oberschenkel nicht aufscheuern, hahaha.

Dafür ist mit Sicherheit ein anderes Grundverständnis von roher Ernährung mit ausschlaggebend. Früher habe ich meine enormen Belastungen mit sehr viel Zucker kompensiert und das fälschlicherweise für einen Bedarf gehalten. Dabei war es wohl nur ein Versuch, irgendwie dieses anstrengende Leben im Hamsterrad durchzustehen. Es war mein eigener Anspruch, immer und überall alles perfekt machen zu wollen.

Besonders hilfreich fand ich in diesem Zusammenhang wieder die eigene Verantwortungsübernahme für die verzehrten Nahrungsmittel. Irgendwann hatte ich damit aufgehört und viel Geld bei unseren Haus- und Hoflieferanten gelassen. Jetzt nutze ich meine Zeit und gucke, was regional möglich ist. Lange bin ich dem Irrtum (?) erlegen, sich lt. Burger nur auf die genetische Disposition zu beziehen und Anpassungen als zu minimal zu verstehen, um sie zu berücksichtigen. Dabei spüre ich jetzt, dass es geht. Und auch Tiere passen sich an ihre Umgebung an. In Thailand, so erfuhr ich dort, haben die Wildschweine fast kein Unterhautfettgewebe, weil sie es bei tropischen Temperaturen nicht brauchen. Was ein Schwein kann, sollten wir doch wohl auch können, oder?

Ich brauche derzeit eindeutig Fett und bevorzuge daher fettes Schwein. Bei einem Telefonat mit dem Wildhof erfuhr ich, dass gerade 20 Schweine, "alle schön fett und gesund" vorhanden seien. Da könne man was Schönes draus kochen. Ja klar... Reh gebe es aber auch. Habe von beiden Tieren Rippen mit Bauchlappen sowie einen Kopf bestellt und freue mich schon darauf.

Mein Abendessen bestand aus 975g fetten Wildschweinrippen, die ich mit Hochgenuss über fast 2h ganz genüsslich abgeknabbert habe. Lecker!!!

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