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Sabine

Die Geschichte von der Jagd mit dem glücklichen Ende

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Mittwoch, 15.4.2015

Zwei Dinge gibt es noch nachzutragen:

1. Mein Fazit vom gestrigen Fazit: Rohkost wird mit der Zeit nicht einfacher. Ganz im Gegenteil, der Körper wird immer sensibler und was in den Anfängen noch relativ gut toleriert wird, ist nun absolut unverträglich. Längst geht es nicht mehr nur um rohe Nahrung, wobei diese in optimaler Qualität gleichzeitig das Nonplusultra darstellt. Nie hätte ich mir vorstellen können, auf wie vielen Ebenen sich Veränderungen abspielen und ich meine hier eher nicht (mehr) die emotionale und seelische Verfassung im Groben, das normalisiert sich alles im Laufe der Zeit.

Mir werden gerade die überaus sensiblen Mechanismen bei der Nahrungsaufnahme, deren Beschaffung und Verwertung bewusst. Da geht es längst um viel mehr als nur um Bauchsperre und Völlegefühl, nämlich um einen fortlaufend engen Bezug zu Körper, Geist und Seele, dessen weitläufige und feinsinnige Empfindungen und Reaktionen ebenso zu respektieren sind wie jene aus der Umgebung. Sofern ich Zeit und Muße für mich habe, ist dieses Fallen lassen in die Weisheit des Universums und das Wissen, dass alles zur richtigen Zeit geschieht, so wunderschön und entspannend, aber im (beruflichen) Alltag mitunter schwer durchzuhalten.
Puh, wenn ich das alles zu Beginn gewusst hätte...

2. Ich war gestern Abend noch auf der Jagd. Mir ist schon im Auto aufgefallen, dass mein Lammfleischanbieter nicht wie sonst den Versand des Pakets telefonisch bestätigt hatte. DHL hatte auch keine Paketankündigung geschickt, nanu? Aber irgendwie wird sich schon alles finden...
Als ich vom Sport kam, war es zu spät, um noch Herrn Maßmann zu belästigen. Also versuchte ich mein Glück bei Orkos, auch wenn mein Gefühl dagegen sprach. Wenn das derzeitige Hauptnahrungsmittel aber nahezu vertilgt ist, hat das Gefühl mal Ruhepause, versuchte ich mir einzureden. Nun sind ein Gehirn, je 1kg Bein und Schulter auf dem Weg zu mir. Inzwischen weiß ich, dass mein Gefühl einfach mal wieder Recht hatte.
Heute morgen rief ich beim Lammfleisch an und erhielt die Info, dass diese Woche aufgrund des Streiks der Post kein Versand erfolge. Man habe einige Kunden telefonisch nicht erreichen können, so auch mich. Über Ostern seien zahlreiche Palette aufgrund des Streiks liegen geblieben. Dafür halte man keine Tiere und schlachte sie auch nicht. Völlige Zustimmung meinerseits. Vielleicht sollte ich doch gelegentlich mal Nachrichten hören...
Nächster Versuch war bei der örtlichen Fleischerei. Morgen komme der Chef und dann wissen sie, ob und wann es wieder Lamm oder Wild gebe. Sie hängen aber gerne meine Telefonnummer an den Kühlschrank und wann immer sie nun was haben, melden sie sich.
Alles gut und schön, aber ich habe weder Zeit noch Lust, in den nächsten Tagen die Berliner Märkte wegen Futter abzuklappern.
Also Versuch Nr. 3 bei Herrn Maßmann. Volltreffer! Er habe frisches Wildschwein, juchuuuuuu. Woher ich das wisse??? Er packe noch heute alles ein, dann ist es morgen bei mir. Rippen, Nacken und Schulter. Daaaaaaaaanke. Damit sollte ich dann bis zur Wiedereröffnung des Wildhofs in 16 Tagen reichen.

Dann war ich startbereit zur Arbeit und bin bestens gelaunt durch den Wald geradelt. Unterwegs hüpfte ein großes Reh ins Unterholz. Wie anmutig und majestätisch, stolz und kraftvoll. Fast ein Frevel, so ein Tier zu töten.

Nach einem intensiven Vormittag gab es mittags die Belohnung in Form von 2 Pagoden, 636g brutto. So schlicht und so köstlich.

Nachmittags gab es viele Zwiebelchenblätter und die ersten kleinen Zwiebeln, lecker!!!

Ab 17 Uhr habe ich 300g seit 1h eingeweichte Erdmandeln gegessen. Diesmal hat die Nase nicht getropft und wie auch am Freitag wurde zum Ende der Mahlzeit hin die Menge immer mehr im Mund und ich habe den Rest ausgespuckt.
Anschließend gab es noch einen Kohlrabi.

Aber so ganz himmlisch wie am Freitag waren sie dieses Mal nicht. Und Rohkost ist auch was anderes, als Essen aus Tüten, Gläsern, Plastkschälchen. Werde nun doch Durian und Palmenherz bestellen, wenngleich mir der ganze logistische Aufwand widerstrebt.

Und vor allem freue ich mich sooooo sehr auf das frische Fleisch. Nach den fleischigen Urlaubstagen war mein Befinden super, insbesondere meine Sehleistung hatte sich deutlich verbessert.

Abends rochen die spärlich vorhandenen Fleischreste durch alle Ritzen hindurch, aber es war zu spät und von der Kombination her unpassend. Das lasse ich vorerst.

Von einigen weiteren Dingen habe ich mich, neben geschälten Nüssen und Trockfrüchten, nun erst einmal verabschiedet:

- Alter Fisch: In den ersten Rohkostjahren habe ich oft Makrelen gegessen, in denen schon die Maden heimisch waren und mich danach sauwohl gefühlt. Ich glühte ich im Gesicht von der Histaminausschüttung, aber mein Befinden war grandios. Daher sah ich keinen Grund zur Änderung. In letzter Zeit fällt mir jedoch auf, dass mich das alte, reife Zeug eher belastet. Nicht mal mehr eine ordentliche Portion AGE verträgt frau... Hihi.

- Altes Fleisch: Problematisch sehe ich hier die unnatürlich dichte Konzentration an Protein. Mich hat die getrocknete Lammschulter so übertrieben wach und kräftig gemacht, dass ich am liebsten um Mitternacht eine weitere Sporteinheit absolviert hätte und zu wenig Schlaf fand. Als Notnahrung wurde es auch im Mittelalter schon genutzt, um über die kalte Jahreszeit zu kommen. Wir leben aber in der Fülle und brauchen keine alten Reste zu essen. Zudem ist das Fett in frischem Zustand einfach bekömmlicher.
Gut gereiftes Fleisch fällt für mich, genau wie natürlich fermentierte Kokosnüsse, in eine andere Kategorie. Die Natur hat nämlich die allerbesten Rezepte parat.


Donnerstag, 16.4.2015


Heute ist ein besonderer Tag: Vor 25 Jahren, an einem Ostersonntag, bekam ich das allerschönste Geschenk, unseren ersten Sohn. Ich war fasziniert, als die Hebamme sagte: "Es ist ein Junge." Irgendwie ist es noch was anderes, das andere Geschlecht zu gebären. Wir waren so unendlich stolz und glücklich. Und als die große Schwester kam, lag ihr Bruder auf einem dieser großen Tische, mit denen die Babys zu den Müttern gefahren wurden (Rooming-in war gerade erst im Kommen), plärrte als Einziger aus Leibeskräften, puterrot im Gesicht und voller tiefschwarzer Haare. Über dieses Bild müssen wir heute noch lachen. Der arme kleine Kerl... Heute läuft das zum Glück anders, zumindest wenn Frau es will.

Wie jedes Jahr war ich auch diesmal zeitig wach, um die Zeit vor der Geburt um 7 Uhr nachzuerleben.

Morgens rochen die Zitrusfrüchte am besten, also habe ich Pampelmusen und Orangen eingepackt. Es hat ja jeder andere Probleme vor, mit und während der Rohkost, aber nie hatte ich so wenig bis gar keine Probleme mit Zahnverfall, Karies etc. wie seit meiner Rohkosternährung. Und was habe ich an Süßkram in mich hinein gefuttert. Mit sauren Früchten hatte ich nur selten was am Hut, weil ich davon unglaublich gefroren habe. Am liebsten war mir noch die getrocknete Ananas, hahaha. Meistens aß ich die Orangen erst im Mai, wenn es wärmer wurde. Und wie immer ist es halt auch eine Frage der Qualität. Handelsobst gab es bei mir fast nie, Bioladen auch nur sporadisch. Und generell saure Früchte auch nie exzessiv.

Vormittags habe ich das Gefühl, gestern Abend Kochkost gegessen zu haben. Erdmandeln sind also auch gestrichen. Mal sehen, was am Ende übrig bleibt, hihi.

Mittags gab es dann exakt 401g einer sehr guten roten Pampelmuse von P4F. Ich habe sie mit viel weißer Innenhaut gegessen. Wenn man Säfte presst oder die Schale fein säuberlich abschält, muss man sich über Zahnschäden nicht wundern, weil der natürliche Säurepuffer wegrationalisiert wird. Diese Früchte aber generell auszuschließen, halte ich für keine gute Idee. Sie haben aufgrund ihrer Vitamine und diversen gesundheitsfördernden Eigenschaften schon ihre Daseinsberechtigung. Heute wäre ich mit (hartem) Gemüse nicht glücklich geworden.

Anschließend gab es noch einen Versuch mit Vogelmiere, aber es waren alle Wünsche erfüllt. Außerdem schmeckt nach wenig Obst das (fleischige???) Abendessen besser.

Nachmittags hatte ich einen Termin beim Friseur, eine Todsünde bei dem sonnigen Wetter. Aber nobel geht die Welt zu Grunde... Irgendwann höre ich mit dem Färben auch noch auf. Am liebsten wäre mir, wenn die Haare einfach wieder nachdunkeln. Vielleicht klappt es ja mit meiner nunmehrigen Vorliebe zu nährstoffreichen Proteinen anstatt zu entmineralisierenden (Trocken)Früchten.

Na wenigstens war ich noch ein halbes Stündchen im angrenzenden Wald spazieren. Und dabei nahm ich sehr aromatisch die Pferde wahr.

Überlegte, ob ich nun bei Tropenkost oder P4F bestelle, aber irgendwas hielt mich davon ab. Sehr bald sollte ich wissen, was... Diesmal jedenfalls gab ich meinen Gefühlen Priorität.

Auf dem Rückweg habe ich vor einer Ampel Gas mit Bremse verwechselt, was mir schon seit Ewigkeiten nicht mehr passiert ist. Zum Glück ging es ohne Zusammenstoß ab. Habe immer noch diesen komisch süßlichen Geschmack nach Kochkost im Mund. Ein Produkt, was schon nach der zweiten Mahlzeit solche Probleme bereitet, taugt mir nichts.

Als ich nach Hause kam, stand schon das Paket von Herrn Maßmann vor der Tür. Ihm und GLS sei dank. Nanu, ganz schön schwer. Muss wohl zukünftig die Menge und nicht die Stückzahl angeben. Aber so ist es halt, wenn man hungrig bestellt. Außerdem hatte ich eher die Lammstücke vor Augen und die sind erheblich kleiner. Allein der Nacken wiegt über 4kg, insgesamt sind es 11kg. Sollte aber zu schaffen sein. Aufgesägte Knochen gab es gratis dazu. Fleisch war nicht eingeschweißt, wunderbar. Es war mit Bändern versehen, dass ich es aufhängen kann. Dafür ist aber meine Vitrine zu klein. Dennoch war es mir ein Bedürfnis, mich umgehend telefonisch zu bedanken. Mache ich beim Lammfleisch auch immer so. Nichts finde ich schlimmer, als wenn man sich nur meldet, wenn man etwas will.

Nach 17 Uhr gab es im schönsten Sonnenschein 469g Bauchfleisch. Der absolute Wahnsinn. Butterweiches Fett und samtzartes Fleisch. Besonders das Fett war traumhaft. Und die Sperre glasklar. Bingo.

Es war nun meine zweite Mahlzeit mit Bauchlappen vom Wildschwein und überaus empfehlenswert. Kein Vergleich mit dem Uropa vom Sonntag, aber dennoch danke, dass ich dich essen durfte.
Beim Lamm bekomme ich auch immer ganze Seiten, also Rippen und Bauch in einem. So gut die Wildschweinrippen sind, dieses wunderbare Fett heute war noch mal anders, viel weicher und überaus zufrieden stellend. Das werde ich beim Wildhof auch mal absprechen.

Der Verlierer dieser netten Fleischlieferung sind die Tropenobstversender. Aber bevor ich für 2x2kg Durian, 2 Baby-Ananas und ein halbes Kilo Palmenherz so einen Aufwand in Gang setzen und für sehr viel Abfall über 70€ löhnen will, muss ich noch wesentlich hungriger auf das Zeug sein.

Von Dreschflegel kam heute auch das Saatgut. So richtig Lust habe ich nicht, mit Hochbeeten und Gewächshaus etwas zu fördern, was die Natur so nicht vorgesehen hat. Was wächst, das wächst - meistens nicht besonders viel auf unseren kargen Böden. Zudem ist im Sommer mein Bedarf an Gemüse ausgesprochen gering (gewesen). Wilde Kräuter finde ich viel besser, entweder reich an Pollen oder saftiges Grün. Das bietet mir kein Gemüse. Zudem habe ich hier sehr viele kleine Mitesser an den Dingen, die ich besonders mag, z. B. wurden beim Kohlrabi von Schmetterlingen regelmäßig alle Blätter abgefressen, so dass er kaum wuchs, die Knoblauchzehen waren bei den Maulwurfsgrillen begehrt usw. Tomaten sind mir zu anfällig und pflegeintensiv. Und sehr viel mehr an Gemüse mag ich im Sommer ohnehin nicht.

Mein Mann baut gerade ein Zuhause für von ihm ausgesuchte und bestellte Wildbienen. Sie sollen angeblich keinen Honig produzieren, sondern nur die Bäume bestäuben. Na, da bin ich mal gespannt.

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