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Sabine

4.1.2015 - 23. Tag

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Nach Bananen schlafe ich so gut, das muss ich mir für zu Hause merken. Gerade im Sommer braucht es vielleicht gar nicht immer ein Protein am Abend.

Heute hieß es um halb sieben aufzustehen, weil wir einen Ausflug zu den Phi Phi Inseln gebucht hatten. Es war morgens noch angenehm frisch und wir freuten uns auf dieses Erlebnis. Während wir auf unsere Abholung warteten, liefen in der deutschen Gaststätte Nachrichten. Ich wusste, was mir nicht fehlt. Und erst der Wetterbericht... Oh Gott, oh Graus.

Mit einer sehr angenehmen Bootsfahrt begann die Reise. Die Sonne schien in ganzer Pracht und ich guckte insbesondere auf die Einheimischen, wie sie sich gekleidet hatten: vorzugsweise den Körper bedeckend. Manche Touris wiederum setzten sich bereits voll in die Sonne. Ich selber drehte ihr den Rücken zu, über die Reflexion bekommt man auf dem Meer genug Strahlung ab. Von Sonnenschutzcreme halte ich nichts. Ich spüre sehr gut, wann ich genug habe, das funktioniert auch hier. Als ich Neujahr etwas müde war und erste Hinweise missachtet habe, bin ich zwar nicht nennenswert gerötet, aber irgendwie im Allgemeinen beeinträchtigt gewesen.

Ich ließ die ganze Situation auf mich wirken, genoss den Fahrtwind und nahm die sich bietenden Bilder in mir auf. Zum Glück hat meine Familie viel Spaß am Fotografieren, ich selber genieße lieber den Augenblick. Es gab viele Fischerboote zu sehen, später mehrere mit spärlichem Grün bewachsene Felsen.

Während der 90 Minuten Fahrt schickte mir das Universum eine überaus schöne Lösung auf meine seit längerem überlegte Frage, ob und wie ich mit meiner erweiterten Familie zu Hause meinen Geburtstag feiere. Nachdem ich die ursprüngliche Feier in einem Wellnesshotel storniert und wir uns für diesen Urlaub als wesentlich sinnvollere Alternative entschieden hatten, war meine Idee, im Sommer in einer Gaststätte am See mit Strandzugang und Spielplatz meine Gäste auf der Terrasse in unkomplizierter Art bewirten zu lassen. So richtig zufrieden war ich mit dieser Idee aber auch nicht, weil ich das Gesicht meiner Schwester bei ihrer runden Geburtstagsfeier nicht los wurde, was mehr nach Pflichterfüllung als nach reiner Freude aussah. Und für mich stand inzwischen fest, dass ich entweder meine Gäste mit Freude empfange und bewirte oder gar nicht.

Nun kam mir die Idee, eine Art Thailandfeier zu veranstalten. Ich möchte mit meinen Gästen mit einer frischen Kokosnuss anstoßen, ein exotisches Früchtebuffet aufstellen, eine große Scheibe Jackfrucht als Tortenäquivalent aufschneiden usw. Und für die Unverbesserlichen bäckt der Schwiegersohn vielleicht zwei seiner begehrten Kuchen. Abends gibt es die Dinge, die meine Männer hier mögen, Fleisch, Leber und Fisch am Spieß bzw. im Ganzen gegrillt. Dazu frische Cashews und Erdnüsse, diverses rohes Gemüse und Reis. Übrigens riecht gekochter Reis für mich hier ausgesprochen gut und zu Hause werde ich mal wieder Reis von Orkos einweichen.

Die Idee mit dieser Art der Feier gefällt mir deshalb so gut, weil sie die sehr unterschiedlichen Ernährungsbedürfnisse meiner Familie berücksichtigt, meine Schwester und ihre Familie genau diese Dinge auch sehr schätzen, meine Enkelkinder sich frei bewegen und alle sich das aussuchen können, was ihnen am besten tut. Und für mich ist es die beste Möglichkeit, authentisch zu sein und die Familie um mich zu haben. Gleichzeitig habe ich mich aber auch dafür entschieden, keine weitere Verwandtschaft einzuladen, weil ich keine Lust auf irgendwelche Diskussionen habe und die Erfahrungen der letzten Jahre mir nur ihre verkrusteten Ansichten und Haltungen offenbart haben. Es soll zudem eine lebensfrohe Feier werden und keine Ansammlung von Problemstellungen.

Sehr beschwingt von diesem Einfall auf hoher See kamen wir bei dem ersten Zwischenstopp an. Es konnte geschnorchelt werden. Vorher waren allen Ernstes ganze Toastbrote verkauft worden, um die Fische anzulocken. Verdammt, das hat mich richtig geärgert. Wer maßt es sich an, in dieses Naturgleichgewicht einzugreifen und die Fische diesem Fraß auszusetzen? Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Rohis an so einen weizengefütterten Fisch geraten, ist zwar gering, aber letztlich ist es eine Spirale ohne Ende, wie der Mensch sich schadet.

Diese ganzen Schiffe, die ihre zahlreiche Gäste in diese Bucht gekarrt hatten, tragen auch nicht unbedingt zur Erhaltung der Natur bei. Dazu überall dieser Gestank nach Diesel, ich weiß, was ich an unserem Strand habe. Anderswo ist das Wasser auch nicht blauer und der Sand nicht feiner, die Buchten nicht malerischer. Es sind irgendwann doch alle Dimensionen ausgeschöpft und es gibt keine Steigerungsformen für die Schönheit der Umgebung mehr. Mein Mann und ich brauchen nicht ständig den Kick des Neuen und fahren auch zu Hause im Sommerurlaub seit Jahren an denselben Ostseestrand, an dem ich schon als Kind mit meinen Eltern war.

Dieses Schnorcheln im abgegrenzten Gebiet, wo ich mich wie eine Ölsardine in der Dose gefühlt hätte, habe ich gerne der Jugend überlassen. Während mein Mann gefilmt hat, habe ich die Beine von der Reeling baumeln lassen und den Ausblick auf das Wasser, đie Felsen und die mit bloßem Auge erkennbaren Fische genossen. Unser Großer hat unter Wasser gefilmt, so dass ich nichts verpasst habe.

Danach ging es weiter zur Insel Phi Phi. Der Himmel war zwischendurch bedeckt, was sehr angenehm war. Dort erwartete uns ein Buffet. Es war unter einem großen Pavillon mit Blick auf das Wasser aufgebaut und sehr schön anzusehen. Mit Freude registrierte ich auch rohe Produkte. Ich hatte mir bewusst nichts mitgenommen, weil ich nichts so lange der Hitze auf dem Boot aussetzen wollte und immer mehr die Erfahrung mache, dass alles zur richtigen Zeit zu mir kommt. Und so war es auch diesmal: Es gab bunten Salat ohne Dressing und Melone, die mich nicht ansprachen. Statt dessen zogen mich Zwiebelringe und Tomatenscheiben magisch an, rochen super und schmeckten wahrhaft himmlisch. Tomaten sollen ja zudem ein natürlicher Sonnenschutz sein. Als Dessert gab es aufgeschnittene Ananas, sehr lecker.
Die Söhne probierten u.a. Fischeier, die sie nach dem Vorbild asiatischer Touris wie diese mit Kokosmilch genossen.
Dieses schöne Buffet passte gut zu meinen vorherigen Überlegungen, weil auch hier verschiedene Bedürfnisse unterschiedlichster Nationalitäten und Religionen berücksichtigt werden mussten und das in einer sehr angenehmen, unaufdringlichen Art und Weise geglückt ist.

Anschließend hatten wir freie Zeit zum Schwimmen, dem wir gerne nachgegangen sind. Erstmals habe ich am Strand reife Kokosnüsse unter Palmen liegen sehen. Sie waren aufgeplatzt, aber durch die Hitze vermutlich denaturiert. Über diese neue Entdeckung habe ich mich dennoch total gefreut. Es ist oft gerade das kleine Glück, was mir echte Freude bereitet. Ein Strandverkäufer hatte mir schon einmal auf meine Nachfrage erklärt, dass die kleineren Kokosnüsse im Gegensatz zu den großen Pagoden "Beach-Kokosnüsse" seien. Jetzt schließt sich für mich wieder ein Kreis.

Auf dem Rückweg gab es auf dem Schiff für alle eine dicke Scheibe Ananas auf dem Spieß. Was für eine schöne Geste, wenngleich ich meine dem Sohn gegeben habe. Mein Bedarf war noch vom Mittagessen gedeckt.

Wir machten es wie die meisten anderen Urlauber auch, breiteten unser Badehandtuch auf dem Deck aus und gaben uns einem schläfrigen Nickerchen hin. Später ging ich an die Spitze des Bootes, ließ mir den Fahrtwind um die Ohren blasen und baumelte mit den Beinen von der Reeling.

Zu Hause angekommen, habe ich mich diesmal mit einem hier gekauften Aloe Vera Gel eingecremt, was zu 99,5% aus reinem Blatt(pulver) bestehen soll. Ich hatte es mir am ersten Tag hier ausgesucht, der Preis von fast 10€ ließ mich auf eine gute Qualität hoffen. Und ich bin damit an beiden Malen der Benutzung auch sehr zufrieden gewesen. Frische Blätter sind mir hier noch nirgends begegnet. Da gibt es also noch Steigerungsmöglichkeiten.

Da die Männer noch was zum Abendessen brauchten, sind wir zum Supermarkt gegangen, und das am Sonntag um19:00 Uhr! Die dortige Bank hatte auch noch geöffnet.
Inzwischen bin ich wohl Durian gesättigt, weil mich selbst die ganzen Früchte nicht mehr anmachen. Dafür spricht auch der Umstand, dass ich am Samstag auf dem Fressmarkt nullkommanichts an Durian auftreiben konnte. Statt dessen ist mir aber dort eine andere Frucht zugeflogen, die ich bisher zu erwähnen vergaß. Ich vermute, es ist die absolute Urform des Chempedaks. Nom hatte mir ja erzählt, dass diese in Phukets Wäldern wachsen. Momentan riecht sie nach nichts, sieht grün und klebrig vom Harz aus. Von der Schale her könnte es aber auch eine winzige Jackfrucht sein. Ich hoffe, das ich es noch hier herausfinden kann bzw. dass ich sie durch den Zoll bekomme :).

Übrigens habe ich inzwischen herausgefunden, wo ich organic food her bekomme: zwei Orte weiter findet jeden Samstag am Vormittag ein entsprechender Markt statt. Schade, dass ich drei Wochen gebraucht habe, um das herauszufinden. Das Gute liegt ja oft so nah. Und kurios, dass ich letzten Samstag am Morgen wiederholt das Gefühl hatte, noch etwas Erledigen zu wollen, während mein Mann noch schlief. Nächsten Samstag kann ich es nicht mehr ausprobieren und werde vermutlich schon Wild(schwein) essend zu Hause sein... so allmählich zähle ich die fleischfreien Abende, hihi...
Aber für das nächste Mal ist es wunderbar, nun von dieser Möglichkeit zu wissen.

Bei mir gab es als Abendessen köstliches Gemüse in Form von Koriander, einem Brokkoli und 4/5 eines kleinen Weißkohls. Das Gemüse war so saftig und frisch, dazu ohne störende Geschmäcker, regelrecht himmlisch. Das ist eine weitere gute Erfahrung hier in den Tropen.

Als ich in meinem Terrassenbett lag, spürte ich immer noch das Schaukeln des Schiffes und bin mit dem zufriedenen Gefühl eines erfüllten Tages eingeschlafen.

:)
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