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Sabine

29.12.2014 - 17. Tag

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Heute morgen begrüßt uns typisch thailändisches Wetter: Sonne satt.

Ich bringe die Wäsche in die Wäscherei. Inzwischen trudelt einer nach dem anderen am Frühstückstisch ein. Wir haben alle keine Eile und besprechen die jeweiligen Wünsche für die nächsten Tage.

Die Söhne haben sich für die kommende Nacht in Patong ein Hotelzimmer gebucht, was recht vernünftig ist. Sie wollen heute wieder in die Bars und Clubs, morgen dann einkaufen und das Hotelzimmer kostet nur wenig mehr als ein tuktuk zurück und wieder hin.

Mein ursprünglicher Wunsch des Besuches des Nationalparks, in den Larisas Reise im Januar führt, ist derzeit erst einmal auf Eis gelegt. Es ist dort bestimmt wunderschön, aber es würde 2x mindestens 2,5h Fahrt bedeuten und danach steht mir absolut nicht der Sinn. Zudem habe ich gelesen, dass die wilderen Tiere erst abends zu bestaunen sind; nicht umsonst wird dieser Ausflug als 2- oder 3- Tagestour angeboten. Da wir uns längst einig sind, dass wir in absehbarer Zeit wiederkommen, kann ich vorerst gut darauf verzichten.

Zudem fällt mir immer wieder die Aussage der Tropenärztin ein, bei der sich mein Mann hat impfen lassen: "Wenn Sie am Strand sind, besteht so gut wie keine Infektionsgefahr. In jeglichem Hinterland sieht es dann schon anders aus." Insofern lasse ich es bei meinem ersten Tropenurlaub mal ganz gemächlich angehen.

Gegen Mittag sind wir endlich am Strand eingetroffen. Die Wellen sind heute zumindest für Erwachsene ungefährlich. Inzwischen werden wir aber auch routinierter im Umgang mit ihnen: einfach abtauchen und die Wassermasse über einen hinweg brausen lassen. Wenn die Wellen nämlich genau dann umschlagen, wenn sie über einem sind, ist es so am angenehmsten.

Gestern wurden wir aber auch gerade dann umgerissen, wenn das Wasser zurückfloss. So eine wahnsinnige Naturgewalt haben wir alle noch nicht erlebt.

Bei mir gibt es mittags die kleine Durianfrucht. Sie enthält ein besonders dickes Segment, ein kleineres und ein ganz kleines kugelförmiges Segment, alles butterweich und perfekt reif. Inzwischen haben sich ein paar Ameisen darin niedergelassen, die gibt es gleich mit. :)

Danach erlebe ich eine Premiere, indem ich nicht nur die ausgeprägte schlabbrige weiche Schicht, sondern generell die ganze weiße Innenhaut und die Trennwände bis runter auf die Stacheln esse. Ein schwarzer Strandverkäufer dreht sich mehrfach um und guckt, was ich da treibe. :)

Nach 2/3 der Innenhaut tritt der beste Umstand ein: Bauchsperre, Geschmackssperre und volle Zufriedenheit.

Meine Männer begeben sich recht bald Richtung Patong; mein Mann fährt mit, um noch einmal die Sportcenter zu stürmen. Mir gefällt es aber am Strand am allerbesten und so widme ich mich entspannt meiner Urlaubslektüre. Bisher habe ich kaum gelesen, was für mich recht ungewöhnlich ist.

Einzig und allein ein eventueller tierischer Bedarf, insbesondere an Fleisch, kann mich noch einmal dorthin locken. Ich habe beim letzten Besuch des großen Supermarktes u.a. Lammkeule gesehen. Im Falle eines Falles müsste ich in Erfahrung bringen, wo es herstammt und ob es aufgetaut oder frisch ist. Heute riecht Fisch absolut uninteressant, aber ich spüre einen deutlichen Proteinbedarf. Mal gucken, wo er mich hinführt. Ich habe momentan hier gekaufte frische Erdnüsse, Trockenalgen von Orkos, Kenarinüsse und Cashews von Jörg zur Auswahl. Durian und Jackfrucht sind bei mir auch eher Proteine. Und dann eben Kokosnüsse in frischer und reifer Variante.

Irgendwann so gegen 15 Uhr habe ich deutlichen Appetit. Also gehe ich zum nächsten Stand, an dem man kein Problem damit hat, mir die Deko-Kokosnuss zu verkaufen. Es ist eine gute Wahl, denn sie enthält sehr viel Saft und eine ansehnliche Dicke des Fruchtfleisches. Gerade als ich überlege, mir eine zweite Nuss zu holen, gucke ich zum Himmel und sehe dicke graue Wolken. Das sieht verdammt nach einem bevorstehenden Regenguss aus. Also schnappe ich meine Siebensachen und gehe nach Hause. Dort treffe ich fast trocken ein, erst danach entlädt sich der Himmel.

Mein erster Weg führt mich zum Kühlschrank, wo noch die ausgetrunkene Kokosnuss meines Großen von gestern Abend steht. Er befand das Fruchtfleisch für geschmacklos, was nach Fleischspießen nicht verwunderlich war, und hat mir die gut gefüllte Nuss überlassen.

Aber auch danach ist weiterer Kokosnussbedarf vorhanden und so habe ich mich an eine der beiden vermeintlich halbreifen Kokosnüsse gemacht. Der Saft ist so zuckersüß, dass ich schon befürchtete, dass sie evtl. zu lange in der Sonne gelegen hat. Letztendlich weiß man das nie. Daher nehme ich aber auch keine Nüsse, die überall am Strand herumliegen, weil die Sonnenintensität schon immens ist, und hoffe, dass die für den Verkauf bestimmten zeitnah in kühlere Gefilde kommen. Aufgrund der sehr dicken Schale überstehen sie vielleicht auch längere Transportwege halbwegs unbeschadet. Aber bei dem, was auf dem Markt liegt, weiß man natürlich auch nie, wie umsichtig der Verkäufer damit umgegangen ist.

Jedenfalls entpuppt sich die Nuss als reife Kokosnuss. Das viele Fruchtfleisch kommt mir gerade recht. Nach etwa 3/4 treffen wie beim Mittagessen mehrere Sperren zugleich ein und ich bin rundum zufrieden.

An Kokosnuss würde ich mich gerne mal tagelang laben, die tun mir immer sehr gut. Der Körper jedoch zeigt täglich einen wechselnden Bedarf und hält von solchen verkopften Ideen nichts.

Das Wetter tobt sich unterdessen aus, während ich auf der Terrasse sitzend dieses Tagebuch schreibe.

Es folgen im weiteren Verlauf ein Stück Palmenherz, eine kleine, überaus schmackhafte Ananas und 2/3 einer großen, sehr reifen und leckeren Papaya.

Abends gibt es ca. 200 g Cashews, die urplötzlich eklig matschig schmecken.

Danach lausche ich den muslimischen Gebetsklängen, die hier mehrmals täglich erklingen. Inzwischen ist auch mein Mann zurück und hat mir als Überraschung Durian mitgebracht.

:)
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Rohkost-Tagebücher

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