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Sabine

28.12.2014 - 16. Tag

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Es ist eine sehr stürmische Nacht und ich bin etwas unruhig. Mein Terrassenbett scheint fast wegzufliegen, die Söhne sind auswärts und ich weiß nicht, wo der nächste hohe Berg ist, falls das Meer wieder überschäumt. Gegen morgen beruhigt sich das Wetter, ich finde die Söhne wohlbehalten in ihren Betten = alles ist gut.

Ich lese nach dem Aufwachen den im Forum verlinkten Artikel von Lotta und Arjuna und fühle mich in meinem momentanen Erleben sehr bestätigt. Ohne tierische Produkte wird man immer mit großen Mengen anderer Nahrungsmittel bestimmte Bedarfe zu decken versuchen. Auch chemisch stark behandelte Früchte irritieren zum einen den Instinkt und sind gleichzeitig aufgrund der häufigen Uberzüchtung wenig sättigend.

Beim Frühstück drängel ich meinen Mann etwas zur Eile, weil ich einen großen Bewegungsbedarf spüre und diesen noch vor dem Mittagessen am Strand decken möchte.

Dort angekommen, jogge ich gemächlich und komme an eine Stelle, die ich bisher aufgrund des Wassers nicht erreichen konnte und die auch nur von Einheimischen und Fischern genutzt wird. Heute nun war gerade Ebbe und ich fühle mich ein bisschen wie Robinson Crusoe.

Anschließend widme ich mich am entgegengesetzten Strandabschnitt in weitgehender Abgeschiedenheit meinen Yogaübungen und trete sehr zufrieden den Rückweg an.

Ich will mich im Meer kurz erfrischen und mir werden sofort von den Wellen die Beine weggerissen. Wie heißt es so schön in einer Werbung: Sind sie zu stark, bist du zu schwach.

Sehr viel lieber als schwimmen möchte ich nun auch was essen. Ich habe mir die drei kleinen Baby-Ananas mitgenommen. Sie sind für mich die absolute Entdeckung und werden mit Sicherheit eine baldige Bestellung bei Tropenkost zur Folge haben. Dort lese ich auf der Website, dass bei dieser Ananas auch der Strunk mitgegessen werden könne, was ich aber sowieso immer tue.

Bisher habe ich keine Veranlassung gesehen, von dieser Zuchtsorte eine Miniaturausgabe zu essen. Aber ich weiß nicht, ob ich jemals so eine fruchtige, konzentrierte Ananas gegessen habe. Auch der Strunk war überaus lecker. Im Gegensatz zu völlig überzüchteten Sweeties empfand ich sie mit sehr authentischen Aromen und nicht so quietschsüß.

Nach diesen drei Früchten von der Größe eines Apfels ist erst einmal Zufriedenheit hergestellt. Später bekomme ich aber deutlich Lust auf einen Nachschlag. Von Ferne dringen die Wortfetzen "etwas abwarten" an mein Ohr, sowas nehme ich inzwischen ernst. Als mir aber das Abwarten zu lange dauert, gehe ich doch einmal gucken, was die Strandbuden so an Essbarem hergeben. Mir schwebt eine kleine Papaya zur Ergänzung vor. Ansonsten will ich lieber weniger als mehr Obst essen, weil ich mich nicht für die Garnelen am Abend blockieren möchte. Heute riecht durchgehend alles an tierischen Proteinen der Futterbuden sehr interessant.

Papaya riecht dann nach gar nichts, statt dessen aber die Passionsfrüchte. Dafür will die Verkäuferin einen Preis, bei dem mir der Appetit vergeht. Später entdecke ich auch Jackfrucht und wieder eine andere sehr kleine Banane, das behalte ich mal im Hinterkopf für die Folgetage.

Wie lenkt frau sich gerne ab: indem sie bummelt und guckt. Dabei finde ich eine wunderschöne Tasche und ein Strandtuch mit überaus leuchtenden Farben, beides bei sehr angenehmen Verkäufern zu fairen Preisen. Mehr aus Spaß und weil ich in der heißen Nachmittagssonne ruhig noch ein bisschen im Schatten bleiben möchte, probiere ich ein paar Kleider. Als ich auf Thai nach dem Preis frage und die Antwort ebenfalls in Thai erhalte, glaube ich mich verhört zu haben. Aber nein, ich brauche nur die Hälfte des üblichen Preises zu bezahlen. Dagegen habe ich natürlich nichts einzuwenden. :)

Bei meiner freudigen Rückkehr treffe ich die Söhne an und lasse mir von ihrem gestrigen Abend berichten. Sie hatten Spaß, konnten sich weiblicher Begleitung nicht erwehren, wurden aber zu so manchem Drink genötigt, weil sie irgendwelche aufgedrängten Spiele verloren haben. So sammeln sie halt ihre Erfahrungen.

Die Wellen sind nach wie vor so extrem, dass an Schwimmen heute nicht zu denken ist. Auch die Männer werden von ihnen sofort mitgerissen. Selbst als ich abends auf den Videos sehe, wie der Sohn von den Wellen überschwemmt und umgerissen wird, bekomme ich wieder Beklemmungen. Das ist mir eine Nummer zu riskant. Aber es waren dennoch viele Menschen im Wasser, haben gekreischt und den Nervenkitzel anscheinend genossen.

Vor dem Abendessen gehen wir noch kurz in den Supermarkt. Dort rieche ich am Durian, was zwei einheimische Frauen interessiert beobachten. Vermutlich haben sie einen entsetzten Aufschrei von mir erwartet, aber statt dessen rieche ich dieselbe Frucht als die Beste heraus, die auch ihr Favorit war. Wir lächeln uns verständig an, Durianliebhaber unter sich. :)

Alternativ zur großen Frucht hätte es auch wunderbar reifen geschälten MornThong gegeben. Aber mein Bedarf liegt heute eindeutig beim Fisch und ich bin unendlich froh, dass ich keinen zweifelhaften Fisch im Supermarkt kaufen muss, sondern zu Hause Garnelen habe.

Diese lösen auch umgehend Speichelfluss aus. Und los geht's. Mein Gott, war das lecker. Bis auf den dünnen Panzer und den Schwanz lasse ich nichts übrig. Auch die verfügbare Menge von 600g ist perfekt, weil genau bei der letzten Garnele der Geschmack umschlägt.

Anschließend bin ich sehr gut drauf, quassele beim Bummel im Ort englisch wie ein junger Gott und tausche mit einer besonders angenehmen Verkäuferin die halbe Lebensgeschichte aus, während ich ein paar Mitbringsel für die Enkel aussuche. Sie ist erstaunt, als ich ihr von meiner Vorliebe für Durian berichte.

Einem völlig verrotzten Verkäufer gebe ich spaßeshalber ein paar Ernährungstipps und er schien nicht uninteressiert, weil er sich schon seit 5 Tagen quäle.

Ich "befürchte", dass ich mein Schwesterchen korrigieren muss: auch in den Tropen kann Frau rohes Tier essen, sofern es eine vernünftige Qualität hat. Nach inzwischen 14h seit dieser Mahlzeit bin ich wohlbehalten am Leben.

:)
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