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Sabine

24.12.2014 - 12. Tag

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Der heutige Weihnachtstag fand bei wunderbarem Wetter überwiegend am Strand statt. Hier war nur wenig Weihnachtsstimmung zu spüren, aber ich habe absolut nichts vermisst. Wie auch, wenn die Temperaturen eher Sommer suggerieren.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Meer habe ich mittags 1180 g geschälte Jackfrucht gegessen. Sie war so perfekt reif, ein traumhafter Genuss.

Danach habe ich der Masseurin von gestern einen erneuten Besuch abgestattet. Sie hat aufgekreischt vor Freude, als sie mich sah. Sie ist bestimmt schon Mitte 60, hat sich aber ein so herzerfrischendes, kindliches Lachen bewahrt, dass es eine Freude ist. Zudem hat sie noch wunderschöne Zähne. Während meiner Massage kamen zwei weitere Thais dazu, sie erzählten leise miteinander, während ich bei ihrem angenehmen Geschnatter ein glückseliges Dauergrinsen im Gesicht hatte.

Nach einem Relaxbad habe ich Lust auf einen Spaziergang. Auf dem Rückweg will ich bei den diversen Strandbuden nach einem Bikini für mich gucken, aber am Hauptstrand ist es sehr voll, überall stinkt es anders, nach Zigaretten oder Garküchen. Danach steht mir nicht der Sinn, also gehe ich schnell wieder zurück zum Wasser.

Nach wenigen Metern schickt mir das Universum meine persönliche Bikiniverkäuferin. Es gibt ja die 3-Sekunden-Regel, die über Sympathie oder Antipathie entscheidet und die junge Frau ist mir sofort angenehm. Sie ist eine der Strandverkäuferinnen, die ihre Ware den ganzen Tag durch die Gegend tragen und auf ein Geschäft hoffen.

Ich gucke mir ein paar Modelle an und entscheide mich für eines. Nun habe ich aber kein Geld dabei. Sie fragt mich, wo ich liege und das ist noch ein ganzes Stück weit weg. Sie sagt mir, dass ich mit dem Bikini schon losgehen könne, sie komme hinterher.

Hüpfend und springend lege ich den Weg zurück. Kaum bin ich angekommen, ruft sie mich: Sie ist mit dem Moped und ihrer etwa 3jährigen Tochter gekommen. Nun gucken wir in Ruhe weitere Bikinis an und am Ende hat sie nicht nur einen, sondern zwei Bikinis verkauft. :)
Wir einigen uns auf einen Preis, mit dem wir beide zufrieden sind.

Das Schönste an dieser Begegnung war jedoch, dass ich bei unserer Konversation erstmals ein bisschen mehr meine Sprachkenntnisse anwenden konnte und sie mich auch verstanden hat.

Die angebotene Jackfrucht nahmen weder sie noch die kleine Tochter an.

Nun will ich das tun, worauf ich schon die ganze Zeit Lust habe: Turnen. Das ist so herrlich, am warmen Strand radschlagend unterwegs zu sein. Heute hat sogar jemand Beifall geklatscht. :-)

Danach gehen wir unsere fertige Wäsche abholen und dann auf den Markt.

Ich möchte vor allem frische Kräuter und Palmenherz kaufen. Ich finde meine Wunschprodukte und zusätzlich auch Bengkoang und eine weitere, mir bisher unbekannte, aber gut riechende Knolle.

Dann will ich mal gucken, ob ich halbwegs wilde Bananen und weniger groß gezüchtete Ananas finde. Meine Wünsche gehen in Erfüllung. Nun bin ich auf den Geschmack sehr gespannt, optisch sind die nur fingerdicken Bananen sehr interessant. Eine weitere, nur wenig größere Sorte habe ich bei einer alten Frau gekauft.

Ich achte auf möglichst kleine Stände und geringe Preise, das sind für mich die besten Produkte. Sie sehen so ursprünglich aus und werden daher weniger gekauft. Oder aber Kleinbauern haben nur geringe Mengen und hoffentlich weniger gespritzt.

Als nächstes finde ich ganz unscheinbar auf der Erde in einem Korb halbreife Kokosnüsse, so eine Mischung aus der Pagode und ganz reifen. Für unglaubliche 50 Cent gehören 2 Stück mir.

Danach finde ich ein letztes Exemplar einer Ananas, die nicht so überzüchtet und aufgeblasen wirkt. Gleichzeitig freue ich mich über Erdnüsse für unsere Söhne.

Mein Mann macht mich dann auf ganze Duriane aufmerksam. Irgendwie war ich mit den bisherigen hier nicht so ganz zufrieden. Selbst nach dem Aufplatzen war das Fruchtfleisch noch sehr fest und wenig geschmacksintensiv. Nun ist ja gerade keine Hauptsaison, aber andererseits schreibt P4F was von Saisonstart und Tropenkost bietet auch ganzjährig zumindest den MornThong an.

Aber auch hier entscheidet die Sympathie. Der junge Verkäufer ist so angenehm in seiner Art, dass ich mich gerne an seinem Stand genauer umschaue. Und ich glaube kaum, was ich da erblicke: Sapote Chico. Ich bin ein Glückspilz. Jahrelang gibt es diese wunderbare Frucht schon nicht mehr bei Orkos und nun finde ich sie hier.

Nun frage ich auch mal nach dem Preis für eine kleine Durianfrucht und staune erneut, weil er sehr gut ist. Also nehme ich die Durian mit.

Zum Abschluss sehe ich noch Baby-Ananas und möchte eine zum Probieren, er packt mir die letzten drei für 50 Cent ein.

Zum Glück hilft mein Mann fleißig beim Tragen.

Er hat für unser morgiges Weihnachtsfrühstück mit den erwarteten Söhnen unterdessen diverse Fleischspieße gekauft, während ich Obst präsentieren werde.

Eigentlich wollten wir im Supermarkt gleich noch ein paar Backwaren für die Männer einkaufen, aber wir sind jetzt schon sehr bepackt. Also tragen wir die super Beute nach Hause und ziehen erneut los.

Mein Mann findet, dass er bisher auf dem Markt noch viel zu wenig nach nonfood gucken konnte, womit er völlig Recht hat und so bummeln wir erneut über den Markt. Er findet eine tolle Tasche für seine Kamera, ich drei Shirts für zusammen gut 1€. Es ist teilweise kaum zu glauben, wie niedrig die Preise auf dem Märkten sind, was aber verständlich wird, wenn man die Relationen betrachtet.
Mein Mann las nämlich, dass das durchschnittliche Monatseinkommen bei etwa 170€ liege.

Was hier sehr erfreulich ist, dass es nahezu keine Bettelei gibt. Ich würde gerne den Kindern aus der Nachbarschaft was geben, aber sie wirken einfach zufrieden und ich würde sie wohl nur verunsichern. Auf dem Markt sitzt immer ein stark körperbehinderter junger Mann, er wird von uns noch was bekommen.

Als wir endlich im Supermarkt sind, glaube ich zu träumen: Da liegen riesige ganze Duriane. Ich lege eine Frucht mal auf die Waage, es sind über 7kg. Bei knapp 5€ pro kg zwar immer noch durchaus erschwinglich, aber auch nicht nötig. Ich habe gerade so tolle Einkäufe nach Hause gebracht.

Es liegen auch ein paar geschälte Segmente da. Es ist bei der Größe natürlich MornThong und den habe ich vor drei Tagen probiert und als nicht lohnenswert empfunden. Viel interessanter finde ich da die heute gekaufte kleine Frucht.

Es ist fast 20 Uhr, als wir zu Hause eintreffen. Wir decken uns mit Kerzen den Tisch und genießen den tropischen Weihnachtsabend auf der Terrasse. Von weitem klingt ganz dezent Weihnachtsmusik.

Essen möchte ich heute nichts mehr, ich fühle mich von den ganzen Eindrücken und Erlebnissen des Tages rundum zufrieden und genährt.

Achja, der Weihnachtsmann hat mir die bunte Echse und einen total flippigen Hut gebracht, den hier die Einheimischen am Strand tragen. Zeige ich euch später auf Fotos.

Nun wünsche ich euch allen wundervolle, entspannte, besinnliche oder auch aktive Weihnachten.

Einen Spruch fand ich letztens so schön: "Wenn man sich selbst treu bleiben möchte, kann man nicht anderen immer treu bleiben."

Also lasst euch gerade an diesen ess- und familienintensiven Tagen zu nichts bequatschen, was ihr nicht wirklich wollt. Ich selber mache ja auch gerade wieder die Erfahrung, dass man sich mit positiven Gedanken genau das Beste von allem erschafft.

:)
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Rohkost-Tagebücher

Kommentare

  1. Avatar von Ralph
    Und ich glaube kaum, was ich da erblicke: Sapote Chico. Ich bin ein Glückspilz. Jahrelang gibt es diese wunderbare Frucht schon nicht mehr bei Orkos und nun finde ich sie hier.
    Ich hab' eben mal nach Sapote Chico recherchiert und dabei festgestellt, dass das wohl ein Synonym für Sapotille ist (die es grad aktuell auch bei Orkos gibt).

    Alles Liebe,
    Ralph
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  2. Avatar von Susanne
    Zitat Zitat von Ralph
    Ich hab' eben mal nach Sapote Chico recherchiert und dabei festgestellt, dass das wohl ein Synonym für Sapotille ist (die es grad aktuell auch bei Orkos gibt).
    Genau, die Sapotillen, die man im Moment bei Orkos bekommt, sind klein und rund wie die Sapotillen, die früher aus Mexico kamen und Sapote Chico (= span. Junge) genannt wurden. Jetzt kommen sie allerdings von den Philippinen.
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  3. Avatar von Zoe
    Zitat Zitat von Susanne
    Genau, die Sapotillen, die man im Moment bei Orkos bekommt, sind klein und rund wie die Sapotillen, die früher aus Mexico kamen und Sapote Chico (= span. Junge) genannt wurden. Jetzt kommen sie allerdings von den Philippinen.
    Ach ja, die hab ich auch im Paket gehabt und hab nicht schlecht gestaunt über die kugeligen Früchtchen! Ich muss allerdings sagen, dass sie mir schon lange nicht mehr RICHTIG gut schmecken. Ich hab aber gedacht: och, ich könnte sie ja zur Abwechslung mal wieder bestellen. Dass sie mir nicht sooo super schmecken hat aber nichts mit Orkos zu tun. Als wir letztes Jahr in Thailand waren, waren Sapotillen auch nicht meine Frucht erster Wahl (eher Jackfrüchte, Longans,...).
    LG Zoe
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