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Sabine

14.12.2014 - 2.Tag

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Nach fast 12h Flug kommen wir gegen 7:00 Uhr Ortszeit (+6 h) in Pucket an. Es sind 27 Grad. Die feuchtwarme Luft erschlägt mich im ersten Moment fast und ich bin froh, die letzten drei Tage kein Fleisch, sondern nur noch Gemüse und Obst gegessen zu haben.

Dann erblicke ich eine Thailänderin, die mich so freundlich mit "Sawäät dii, kha" (Guten Tag) begrüßt, dass ich mich sofort sehr willkommen fühle. Eine lange Schlange am Einreiseschalter erwartet uns. Mein Mann ist genervt, aber ich fühle nichts außer purer Freude über die Erfüllung meines großen Wunsches, hier sein zu können. Mir fällt eine junge, sehr gut aussehende Thai in meiner Gewichtsklasse auf, nur dass es bei ihr aufgrund der viel kleineren Körpergröße zierlich und apart wirkt.

Der Beamte guckt sehr ernst, aber nach einem freundlichen "Guten Tag" und "Danke" in thai von mir strahlt er mich an und wünscht mir einen schönen Tag. Geht doch. Wieder mal öffnet ein Lächeln Türen.

Nun warten wir auf die Abholung durch unsere Vermieterin, aber niemand kommt. Mein Mann ist in Sorge, weil ich die komplette Summe für unseren Aufenthalt bereits von zu Hause aus bezahlt habe. Ich spüre aber, dass alles in Ordnung ist. Und so ist es auch: Es hat lediglich ein kleines Missverständnis zum Treffpunkt gegeben; der Mann der Vermieterin (Manfred, gebürtiger Kölner, 67 Jahre, sehr viel älter aussehend und wirkend) hat schon längere Zeit auf uns gewartet und ist ebenfalls sehr froh, dass wir uns nun gefunden haben.

Der erste Weg führt uns dann zu einem Ananasfeld, wo er 5 erntefrische Früchte für zusammen 2,50€ kauft. Ich überlege, ob ich ihn bitte, mir eine mitzukaufen, aber ich bin unschlüssig wegen der Plantagenqualität. Als dann aber das ganze Auto nach Ananas duftet, ist mir klar, was ich mir heute noch besorgen werde.

Da er mir fortlaufend die Kochkünste seiner Frau anpreist und mich umgehend an sie zwecks Erfahrungsaustausch verweisen will, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich nach wenigen Minuten unserer Bekanntschaft als Rohi zu outen. Ich fühle mich dazu etwas genötigt, aber in einer solchen Situation halte ich es für besser, klare Worte zu sagen, als einen Salat mit Krabben, Erdnüssen und Papaya mit irgendeiner Soße vorgesetzt zu bekommen, weil es ein Nationalgericht ist . Es wäre mir unangenehm gewesen, wenn die Mühe seiner Frau von mir nicht hätte gewürdigt werden können.

Er konnte sich unter meiner Rohkost, die ich erst einmal überwiegend auf Obstverzehr ausgerichtet beschrieb, logischerweise nicht viel vorstellen und meinte nur, dass ihm ein Stück Fleisch auf dem Teller lieber sei. Ach ja, da hatte er gerade die Richtige vor sich. Ich fragte ihn nach seinen Quellen und er sagte, thailändisches Rind werde schnell zur Schuhsohle, besser sei argentinisches oder irisches Rind. Dafür gebe es aber fantastisches thailändisches Schwein. Ich nehme es erst einmal nur interessiert zur Kenntnis.

Am Urlaubsort angekommen, setzt mir seine Frau mit den Worten: "das ist Rohkost" ein paar filetierte Pomelostücke vor. Es ist zwar erst um 10 Uhr der neuen Zeit, aber ich esse sie gerne. Nom ist eine sehr freundliche Thai, die ein kleines Restaurant betreibt. Ihr Mann unterstützt sie dabei, indem er z. B. mit seinem Temperament die Gäste unterhält. Beide sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit.

Nach der Bekanntschaft mit einem schweizer Ehepaar, das nach der Frühpensionierung des Mannes schon zwei Monate Laos und Vietnam bereist hat und nun noch 4 Wochen in Thailand bleiben will, fährt uns Manfred zur Bank, zeigt uns die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten und den Strand.

Der Einkauf verläuft etwas enttäuschend, weil die von Nom unlängst dort noch gekauften Durian und Jackfrucht leider nicht erhältlich sind. So nehme ich recht wild aussehende Mandarinen und eine Pomelo, eine Papaya (vermutlich Nila), zwei Drachenfrüchte und wunderbar duftende, große, frische Erdnüsse. Manfred sagt mir dazu, dass Thais diese gegenüber unseren harten, getrockneten Erdnüsse eindeutig bevorzugen.

An Kokosnuss gibt es nur die aus dem Asialaden bekannten Pagoden. Die dortigen Ananas sind ebenfalls ein qualitativer Graus und so nehme ich gerne Manfreds Angebot an, mir eine frische Ananas vom Feld zu schenken.

Mittags gibt es dann die Papaya, die im Gegensatz zu den anschließend verzehrten Drachenfrüchten und der Pomelo bezüglich eingesetzter Chemie geschmacksneutral ist. Preislich ist es traumhaft, das Obst im Supermarkt kostet nur selten über 1€/kg.

Nach einem kurzen Nickerchen begeben wir uns an den in unmittelbarer Nähe befindlichen Strand. Das Meer hat wunderbare 27 Grad und es stört nicht, dass es bewölkt ist und gelegentlich etwas nieselt.

Während mein Mann alles etwas unwirklich empfindet und irgendwie neben sich steht, fühle ich die Wärme und das Meer für mich als völlig stimmig und als wenn ich hier einfach hergehöre, zumindest vorübergehend. Einen langen Winterurlaub kann ich mir hier gut vorstellen, aber dauerhaft verwurzelt bin ich dort, wo ich herkomme und wo meine Familie lebt.

Nach einem genussvollen Bad spazieren wir etwas am Strand entlang. Dieser ist gesäumt von Kokospalmen. Darunter liegen möchte ich jedoch nicht, weil viele große Nüsse daran hängen.

Für umrechnet 1,25€ lasse ich mir eine frische Nuss öffnen und trinke den Saft. Traumhaft lecker. Wenn man so ein Riesenexemplar in der Hand hält, kommt man gar nicht auf die Idee, eine weitere Nuss zu wollen. Zu Hause gibt es dann das Fruchtfleisch.

Zahlreiche weitere Nüsse liegen einfach so am Wegesrand, vermutlich werden sie am Folgetag verkauft. An dieser Stelle wird mir aber auch klar, dass es gerade in den Tropen mit der Rohkostqualität nicht so einfach ist. Wer weiß schon, wie lange sie von der Sonne beschienen wurden, selbst wenn sie dann gekühlt verkauft werden. Ähnlich verhält es sich mit den Ananas vom Feld.

Wir bestaunen anschließend eine muslimische Hochzeit zweier Europäer auf einem Elefanten.

Am Strand fallen mir bei verschiedenen Verkäufern noch sehr viel bessere Früchte als im Supermarkt auf: z. B. Ananas (vermutlich Viktoria) und kleine Apfelbananen, zudem Mangostane (für fast schon unverschämte 4,50€, aber daran erkennt man vielleicht auch die Bedeutung dieser angeblichen nationalen Lieblingsfrucht) und sehr schöne Passionsfrüchte. Ich nehme zwei Ananas mit, weil sie sehr gut riechen, da die versprochene Feld-Ananas noch nicht den Weg zu mir gefunden hat und ich nicht nachfragen möchte.

Es gibt eine davon nach der Kokosnuss. Sie ist vom Geschmack her nicht so genial, wie es der Geruch vermuten ließ. Die spät einsetzende Sperre bestätigt meine Vermutung nach einer Zuchtsorte, aufgrund der Frische wohl auch vom heimischen Feld, aber zum dreifachen Preis gekauft.

Fasziniert bin ich von der großen Fülle an Meerestieren. Es gibt zahlreiche Gaststätten, die ihre Produkte draußen auslegen, um den Gast anzulocken. Ein lebendes hummerähnliches Tier hätte gut 25€ gekostet. Vorerst nehme ich davon Abstand, da ich Obst erstaunlich lecker finde. Zudem ist mir für den Folgetag ein örtlicher Fischer angekündigt worden, der seine Ware auch an unsere Vermieter verkauft. Ich bin eingeladen worden, gerne mal zu gucken, ob etwas für mich dabei ist.

Im Supermarkt gibt es auch frischen Fisch, den jeder anfassen kann, was ich auch tat um zu prüfen, welcher aufgetaut ist.

Diverse Massageangebote werden direkt am Strand oder im Ort angeboten. Ich liebe Thaimassage und für Preise zwischen 7,50€ und 12,50€ für eine Stunde ist das gut erschwinglich. Na gut, morgen ist auch noch ein Tag.

Etwas nervig sind die diversen Verkäufer im Ort, die uns mit Textilien, Taschen und Strandartikeln etc. locken wollen, aber wir wimmeln sie alle ab.

Das Abendessen findet dann auf unserer Terrasse statt und mutete aufgrund diverser Begleitgeräusche vom angrenzenden Bach und seiner Bewohner sehr exotisch an. Lustig zu sehen ist für mich, wie der Preis das Essverhalten meines Mannes beeinflusst: statt teurer Importwurst isst er tropisches Obst.

Er entdeckt ein paar Geckos an der Wand, die ich wie Mücken bei uns als zur Wärme dazugehörig ansehe. Bin ich naiv und unvorsichtig? Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass ich alles zur richtigen Zeit erspüre.

Erstaunlicherweise haben wir die schlafarme vorherige Nacht und Zeitumstellung von 6h gut bewältigt und sind wie selbstverständlich in der neuen Tageszeit angekommen. Damit berücksichtigen wir einen Tipp meiner Schwester, uns sofort der neuen Zeit anzupassen. So gehen wir um kurz nach 22 Uhr ins Bett, was zu Hause ja erst um 16 Uhr ist.

:-)
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Rohkost-Tagebücher

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